Gadgetcheck: Anker Soundcore Flare 2 - Mobiler Bluetoothlautsprecher für alle Fälle?

Gadgetcheck: Anker Soundcore Flare 2 - Mobiler Bluetoothlautsprecher für alle Fälle?

Soundcore ist der Audiospezialist aus dem Hause Anker, von dem wir in immer wieder tolle Gadgets gesehen haben. Heute habe ich für einen Test den Soundcore Flare 2 freundlicherweise von Anker zur Verfügung gestellt bekommen. Hierbei handelt es sich um einen kleinen, mobilen 360° Lautsprecher, der verspricht, für alle Fälle der richtige Begleiter zu sein.

Schauen wir doch einfach mal, was so in dem kleinen Lautsprecher steckt:

  • 20W Leistung
  • Bis zu 12 Stunden Akkulaufzeit
  • 5.200 mAh Akku
  • BassUp Technologie
  • IPX 7 Zertifizierung
  • Bluetooth 5.0
  • USB-C
  • Zwei Leuchtringe
  • PartyCast
  • Anpassung der Leuchtmodi und Equalizer per App

Das soll an dieser Stelle aber auch schon mit der Theorie reichen, bei einem Lautsprecher interessiert doch viel mehr die Praxis!

Unboxing und Inbetriebnahme

Anker Soundcore Flat 2 - Verpackung und Produkt
In der Packung finden sich, wie bei Anker üblich, keine großen Überraschungen. Zum einen ist natürlich der Lautsprecher enthalten, zum anderen gibt es noch ein USB-B auf USB-C Kabel zum Aufladen, eine bebilderte Schnellstartanleitung, Sicherheitshinweise und eine Bewertungskarte.

Noch vor der Inbetriebnahme fällt ganz klar die kleine Größe des 600g schweren Lautsprechers auf. Im Vergleich zum früher getesteten Tronsmart Element T6 Plus ist der Flare 2 knappe 5cm kleiner und auch ein wenig schmaler. Die Verarbeitung des Flare 2 ist wie gewohnt bei den Produkten von Anker ohne jeden Makel. Der Lautsprecher ist von einem feinen Gewebe umgeben, der Stand ist gummiert, sodass der Lautsprecher stets fest und sicher steht. Die Bedienelemente sind ebenfalls gummiert und haben einen angenehmen Druckpunkt. Der USB-C Anschluss ist gut von einem Gummistopfen geschützt, um den IPX 7 Standard zu gewährleisten.

Oben und unten am Lautsprecher finden sich zwei Leuchtringe. Diese können fünf verschiedene Leuchtmodi wiedergeben und berücksichtigen dabei sogar auch den Rhythmus der abgespielten Melodie, was sich in einem Aufblinken, Verändern der Farben oder ähnlichen Effekten widerspiegelt. Je nach Lied funktioniert die Beaterkennung besser oder schlechter. Der Leuchtmodus kann dabei entweder per Taste auf dem Lautsprecher geändert oder ganz deaktiviert werden. Für Letzteres muss einfach die Leuchtentaste auf der Oberseite für zwei Sekunden gedrückt werden.

Auf der Oberseite befinden sich noch weitere vier Tasten für die Standardbedienung: lauter, leiser ein/aus und Play/Pause. Mit der letztgenannten Taste kann ebenfalls zum nächsten und vorherigen Song gewechselt werden, der Sprachassistent aktiviert oder ein Telefonat entgegengenommen werden.

Mittels PartyCast sollen sich bis zu 100 Flare 2 zusammenschalten lassen, die dann alle synchron die Musik und die gleichen Leuchtmuster wiedergeben. Mangels mehrerer Geräte konnte ich diesen Modus allerdings nicht testen. Laut der Schnellstartanleitung soll die Einrichtung kinderleicht sein. Einfach das „Master“-Gerät mit dem Handy verbinden, zwei Sekunden die Bluetooth-Taste auf der Rückseite drücken und dann weiteren Flare 2 über die Bluetooth-Taste mit dem Master verbinden.

Durch die BassUp Technologie möchte man „bis zu 100% mehr Bass als bei anderen Bluetooth Lautsprechern“ erreichen. Natürlich kann ich an dieser Stelle nur eine subjektive Bewertung abgeben, aber ich fand den Bass dadurch keinesfalls übertrieben. Auf der Rückseite zwischen Bluetooth-Taste und USB-C Anschluss befindet sich besagte BassUp-Taste, mit der die Funktion ein- und ausgeschaltet werden kann. Subjektiv empfinde ich den Klang dabei mit eingeschaltetem BassUp als satter und natürlicher, da er mir ohne diese Funktion als etwas zu flach vor kam. Nichtsdestotrotz klingt der Lautsprecher, egal ob mit oder ohne eingeschaltetem BassUp, sehr gut. In den Tiefen kommt er, auch mit eingeschaltetem BassUp, nicht ganz an meinen echo Plus der 2. Generation heran, muss sich aber bei humanen Lautstärken keinesfalls davor verstecken. Dreht man den Flare 2 bis zum Anschlag auf, verzerrt sich der Ton, ist aber immer noch in einem erträglichen Bereich. Allerdings dominieren die Höhen dann schon sehr stark.

Der Akku ist binnen 3,5 Stunden wieder voll aufgeladen und hält dann wieder für gute 10 bis 12 Stunden bei mittlerer Lautstärke.

Was den Flare 2 oder generell die Soundcore Produkte von anderen Konkurrenten abhebt, ist eine App. Diese kann über den Google Playstore oder den Apple App Store bezogen werden und hat bei Apple eine Durchschnittsbewertung von 4,6 Sternen. Nach der Installation der regelmäßig gewarteten App zeigt sich, dass die Bewertungen keinesfalls übertrieben sind. Die App wirkt professionell gestaltet und verbindet sich mühelos und flüssig zu allen Soundcore-Produkten.

Nach dem Verbinden zum Flare wurde erst einmal ein Firmwareupdate auf meinem Testmuster installiert. Anschließend kann über die App sowohl die Wiedergabe als auch die Beleuchtung und der Equalizer gesteuert werden. Zusätzlich zu den fünf Leuchtmodi, die über den Lautsprecher selber angewählt werden können, gibt es hier noch den „Was kommt als nächstes?“ Modus, der als eine Art Flaschendrehen verwendet werden kann. Zudem können die anderen Leuchtmodi noch in ihren Farben beeinflusst werden. Das geht ohne die App nicht. In den Equalizer-Einstellungen können 4 vordefinierte Profile gewählt oder ein eigenes Profil erstellt werden,  der BassUp Modus lässt sich ebenfalls ein- und ausschalten.

Fazit

Mit dem Flare 2 hat Anker mal wieder ein Produkt auf den Markt gebracht, welches ich durchaus nahe am Premiumsegment einordnen würde. Der Sound ist in meinen Augen für einen Bluetooth-Lautsprecher nicht zu bemängeln. HiFi Fanatiker werden mit einem per Bluetooth übertragenen Sound generell nicht zu befriedigen sein.

Für die Grillparty, den Freibadbesuch oder die längere Wanderung ist aber sowohl der Formfaktor extrem praktisch als auch der Sound durchaus überzeugend. Durch die 360° Bauweise sollte auch pro Tisch ein Lautsprecher vollkommen ausreichend sein, da der Sound gleichmäßig auf alle Seiten verteilt wird.

Zu haben ist der Flare 2 regulär für 79,99 Euro bei Amazon. Er kommt damit durchaus in Preisbereiche von JBL, deren Lautsprecher sich meiner Meinung nach aber deutlich schlechter anhören. Wie immer bei Produkten von Anker gibt es hier aber auch regelmäßig Gutscheinaktionen, bei denen die Produkte teils deutlich günstiger angeboten werden – gerade jetzt ist er für 59,99 Euro zu haben.

Für mich ist der Flare 2 in jedem Fall meine neue erste Wahl für unterwegs.

Über den Autor
Alex Lüttgen
  • Alex Lüttgen auf Twitter
Ich bin Alex Lüttgen, oder auch Utgardus. Als Netz- und Systemadministrator fühle ich mich in so ziemlich allen Produkten von Microsoft im Client-, Server- und Office 365-Bereich zu Hause. Nach der Arbeit wird dann selbstverständlich auch mal die Xbox angeschmissen. Mobil bin ich nach dem Aus von Windows Mobile auf iOS gewechselt und fühle mich dort deutlich wohler, als bei Android. Neben der IT ist Elektromobilität meine absolute Leidenschaft. Ich bin fest der Überzeugung, dass sich dort in naher Zukunft immer mehr tut, bis dann irgendwann die Verbrenner ganz abgelöst werden.

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Kommentare

  1. Welcher Lautsprecher nochmals deutlich besser ist und in der Regel auch "nur" 60 € kostet ist der EarFun UBoom. Preis-/Leistungs-Killer der es sogar mit namenhaften Lautsprechern von bis zu 180-200 € aufnehmen kann.
    Hifi Vernatiker wie ich können sehr wohl mit Bluetooth, je nach Anwendungsszenario, zufrieden gestellt werden, z.B. mit einem EarStudio ES100 ;-)
    @IntreppIT: Der UBoom sieht aus, wie der Flare 1 von Anker Soundcore, vielleicht ist es ja sogar der Gleiche?
    Okay, vielleicht sollte ich meine Aussagen in der Richtung nicht so pauschal stellen, aber viele Hi-Fi Fans stellen Bluetooth gleich als nicht Konkurrenzfähig in die Ecke :-)
    Der Partner meiner Mutter zum Beispiel hat sich sehr darüber aufgeregt, dass das neue BMW System keine WAV-Dateien mehr abspielen kann, sondern nur FLAC :-D
    @Utgardus: Ich kann dir versprechen, dass der Earfun UBoom nicht der gleiche Lautsprecher ist. Hinter EarFun steht ein eigenständiges Entwicklerteam.
    Ich beschäftige mich schon seit gut 18 Jahren mit Hifi und seit rund 12 Jahren mit High End Hifi und nach meiner Erfahrung ist vieles psychoakustischer Natur. Blindtests haben das immer wieder bewiesen. Ich war selbst auf einigen CanJams und die meisten dort konnten mit einem 5000 € STAX Kopfhörer oder einem allgemein neutralen und hochauflösenden Kopfhörer wie z.B. einem Focal Clear nicht mal den Unterschied zwischen einer sehr guten 320 kbps MP3 und einer FLAC 24-Bit mit 96 kHz ausmachen. Ich auch nicht :-) nach meiner Erfahrung sind fünf Dinge für sehr guten Klang essentiell:
    - Gute und reaktionsschnelle Lautsprecher / Kopfhörer mit einer neutralen Basis (wobei das sehr subjektiv ist)
    - Sauber abgemischtes Audio
    - Rauschfreier, neutraler und reaktionsschneller Verstärker
    - 16 Bit und 44,1 kHz
    - Mindestens 256 kbps MP3 (kann je nach Audio zu wenig sein) besser 320 kbps MP3 mit variabler Bitrate oder gleich AAC oder Ogg Vorbis
    Und um den Realismus zu steigern hilft noch zusätzlich ein höherer Dynamikumfang wobei auch das vom Einsatzszenario abhängt.
    FLAC im Auto ?
    Für eine doch relativ gute Beurteilung von Lautsprechern und Kopfhörern kann ich den Youtube Kanal Oluv's Gadgets empfehlen.
    Eine Frage hätte ich noch: Wie ist der benutzerdefinierte Equalizer gestaltet? Wird einem dort mindestens ein Fünfband-Equalizer geboten? Und wird der Equalizer auf dem Lautsprecher abgespeichert?
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