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Gadgetcheck: RAVPower AC750 Travel Router – ein idealer Reisebegleiter?

Gadgetcheck: RAVPower AC750 Travel Router - ein idealer Reisebegleiter?

Der amerikanische Hersteller RAVPower dürfte vielen Lesern bekannt sein und hat Ladegeräte, Powerbanks in verschiedenen Größen, Ladekabel und diverse andere mobile Gadgets im Portfolio. Und so eben auch den neuen, uns zur Verfügung gestellten AC750 Travel Router.

Doch was kann das Gerät? Ist es “nur” ein Router?
Nunja, fast. Es handelt sich hierbei um einen absolut praktischen Reisebegleiter: Er ist 2,4- und 5GHz WLAN-Router, Speicher- und Backupstation für USB-Sticks und SD-Karten sowie Powerbank in einem Gerät.
Doch hält er auch, was er verspricht? Finden wir es heraus!

Das Unboxing

RAVPower AC750 Travel Router

Zunächst liegt diese kleine, türkise Box vor uns. Die Außenmaße sind kleiner als eine externe 2,5″ Festplatte, allerdings ist die Schachtel etwa doppelt so dick. In der Schachtel stecken der Router selbst, ein Micro-USB-Kabel, eine ausführliche Anleitung in englischer Sprache und ein Support-Zettel. Darin ist sogar eine deutsche Supporthotline mit Ortsnummer angegeben, die 8h an 5 Tagen die Woche erreichbar ist.
Der Router selbst wiegt knappe 200g und sollte bei seiner Größe in jedem Reisegepäck Platz finden.

Auf der Oberseite des Routers befinden sich fünf Status-LEDs. Von links nach rechts zeigen Sie Folgendes an: Internetverbindung, WLAN, 5-GHz-WLAN, SD-Karte eingelegt, Batteriestatus.

An der oberen Seite des Routers befinden sich hinter einer Gummilippe gut geschützt ein USB-Port, ein MicroUSB-Anschluss zum Laden und ein LAN-Anschluss, sowie ein Reset-Knopf. Links befindet sich noch ein SD-Kartenslot und zwei Schalter. Mit diesen kann man zum Einen zwischen einem 2,4 GHz und einem 5GHz WLAN umschalten und zum Anderen ohne weiteres eine SD-Karte auf ein angeschlossenes USB-Gerät sichern. Als Letztes befindet sich auf der rechten Seite noch der Power-Button, der zum Praxistest gedrückt werden will :-).

Erste Inbetriebnahme

Den Router-Modus startet man, indem man für ca. 3 Sekunden den Power-Knopf gedrückt hält. Zunächst schaltet sich das Batterie-Symbol ein und nach einer weiteren Sekunde das WLAN-Symbol. Ein Blinken des WLAN-Symbols signalisiert den Startvorgang. Bei der Inbetriebnahme ist WLAN zunächst nur in der 2,4GHz-Variante aktiv. Durch Halten der Umschalttaste für je 3 Sekunden kann zwischen drei Modi gewechselt werden: 2,4GHz, 5GHz und 2,4- und 5GHz. Das WLAN ist auf meinem iPhone schnell gefunden und das Einloggen mit dem Standardpasswort funktioniert problemlos. Anzumerken ist hier, dass beim kombinierten Modus zwei verschiedene SSIDs ausgestrahlt werden.

Drei verschiedene WLAN-Modi

Jetzt, wo das WLAN-gestartet ist, möchte man mit dem Router natürlich ins Internet. Dafür gibt es drei verschiedene Möglichkeiten:

  1. Access Point: Schließt man den Router per LAN an ein bestehendes Kabelnetzwerk an, so verbindet er sich direkt mit dem Internet, sofern eine Verbindung besteht. Der Router gibt den WLAN-Clients ein eigenes Netz, das angeschlossene LAN wird jedoch geroutet, sodass auf lokale Webanwendungen aus dem Kabelnetzwerk ebenfalls zugegriffen werden kann. Über die Geschwindigkeit bei einem Speedtest kann man definitiv nicht meckern. Der Router hing bei diesem Test an meinem Fritz-WLAN-Repeater und wurde auf meinem iPhone über das 5GHz WLAN ausgeführt. Meine Leitung ist eine 100.000er DSL-Leitung.
  2. Router: Wer nur ein DSL-Modem zur Verfügung hat, kann diesen Router als vollwertigen Internet-Router verwenden. Über das Webinterface, auf das ich im nächsten Abschnitt eingehe, kann klassisch per PPPoE eine Verbindung zum Provider aufgebaut werden. Achtung: Hier benötigt ihr Zugangsdaten.
  3. Bridge: Ebenfalls per Webinterface kann man den Router per WLAN in ein bestehendes WLAN einwählen. Dies funktioniert allerdings nur bei 2,4GHz-Netzen. Das Verhalten ist gleich wie im Access Point-Modus. Hier gilt zu beachten, dass sich aufgrund der Technik von WLAN-Netzen die effektive Geschwindigkeit des WLANs halbiert.

Was ich in allen drei Modi vermisse ist eine NAT-Funktion. Leider ist es, zumindest mit der aktuellen Firmware 2.000.012, nicht möglich mit dem Router-WLAN verbundene Geräte aus dem angeschlossenen Netz erreichbar zu machen.

Das Web-Interface

RAVPower AC750 Travel Router App

Im Router-WLAN befindliche Geräte erreichen das Web-Interface über die IP-Adresse 10.10.10.254 im Web-Browser der Wahl. Im AP und Bridged Modus ist das Webinterface ebenfalls über die per DHCP erhaltene IP-Adresse zu erreichen.
Einen Design-Preis gewinnt die Oberfläche zwar nicht – sie erinnert mich irgendwie an eine der ersten iOS-Versionen – dafür ist sie aber sehr schnell, selbsterklärend und die deutsche Übersetzung ist auch besser als bei vielen anderen Produkten aus Fernost.
In den Einstellungen können die Passwörter geändert, die Internet- und WLAN-Verbindung konfiguriert und Dienste für Samba (Netzwerkfreigaben unter Windows) und DLNA (Medienstreaming im Netzwerk) konfiguriert werden. Mit Letzterem könnte zum Beispiel ein Chromecast oder Fire TV Stick die Medien direkt auf einen Fernseher bringen. Dies setzt natürlich voraus, dass die Geräte im WLAN des Routers sind und nicht im lokalen Netzwerk.

Die anderen Buttons in der Übersicht sind selbsterklärend. Dateien, die sich im Verzeichnis share auf dem USB-Laufwerk oder der SD-Karte befinden, und in die Kategorien Musik, Video, Dokument oder Bild fallen, werden über die jeweiligen Buttons direkt gesammelt angezeigt. Über den Explorer können die angeschlossenen Laufwerke direkt durchsucht werden und auch das Hoch- oder Herunterladen und andere Dateioperationen funktionieren direkt und selbsterklärend. Leider konnte ich nicht feststellen, welche Dateiformate unterstützt werden, mp3, jpg und mp4 sind aber auf jeden Fall dabei.

Die App

RAVPower AC750 Travel Router App
Im Vergleich zum Web-Interface sieht die App “RAV FileHub” schon deutlich moderner aus. Zumindest im AppStore von iOS hat diese allerdings mit einer sehr schlechten deutschen Übersetzung zu kämpfen. Bereits das Changelog, in dem bei der letzten Aktualisierung als Änderungshinweis nur chinesische Zeichen angezeigt werden, lässt leider nichts Gutes Erahnen. Die App funktioniert allerdings und tut was sie soll. Die letzte Aktualisierung ist auch gerade mal vor einem Monat gewesen, von einer ungepflegten App kann hier also nicht die Rede sein. Die Funktionalität ist allerdings mit der des Webinterfaces nahezu identisch. Dieses würde ich an der Stelle bevorzugen.
Wichtig zu erwähnen wäre an dieser Stelle noch, dass Musik, Fotos und Videos direkt in der App betrachtet und gehört werden können. Es gibt im AppStore zwar deutlich bessere Player, aber schlecht ist der hier integrierte keineswegs.

‎RAV FileHub
‎RAV FileHub

Eine Android-App gibt es ebenfalls, diese habe ich aber nicht getestet.

RAV FileHub
RAV FileHub
Entwickler: NearbyExpress Tech
Preis: Kostenlos

Weitere interessante Funktionen

Automatisches SD-Karten Backup

Wer kennt es nicht? Man befindet sich im Urlaub, hat die eine Kamera mit dieser einen SD-Karte mit und man hat vergessen, die Fotos vorher zu sichern. Mit diesem Urlaubsbegleiter ist das absolut kein Problem. SD-Karte eingesteckt, USB-Stick angeschlossen und für ca. 5 Sekunden auf den SD->USB-Knopf an der Seite des Routers gedrückt. Das SD-Logo blinkt auf und die Daten werden in ein Backupverzeichnis auf den USB-Stick mit Datumsstempel kopiert. Backups werden also nicht überschrieben und falls man dann doch mal mehr Fotos schießt und die Karte schon wieder voll ist, kann man diese auch ohne Laptop direkt ebenfalls auf den USB-Stick bannen. Wichtig: Durch diese Funktion werden keinerlei Daten gelöscht.
Auch das habe ich natürlich ausgetestet und kann nur so viel sagen: Der Kopiervorgang ist zuverlässig und sehr schnell. Das Kopieren meiner vollen 1 GB-Karte (Ja, eine andere hatte ich aktuell nicht zur Hand) ging innerhalb weniger Sekunden über die Bühne.

Die PowerBank

Über PowerBanks im Generellen muss ich euch wahrscheinlich nicht viel erzählen. Nur so viel: Der Router hat einen integrierten 6.700mAh Akku, der gerne bereit ist, diesen Strom mit eurem Smartphone zu teilen. Mein iPhone X hat einen Akku mit 2.700 mAh und sollte damit locker zwei Mal gefüllt werden können. Dies konnte ich zwar noch nicht testen, jedoch kann ich sagen, dass das iPhone wunderbar an dem Router lädt. Eine Schnellladefähigkeit hat der Router an seinem USB-Port jedoch nicht integriert.

Fazit

RAVPower hat hier ein tolles Gerät zu einem fairen Preis auf den Markt gebracht. Aktuell kostet der Router bei Amazon 59,99€. Dafür bekommt man alles, was man für einen Urlaub an Konnektivität und Speicher benötigt.

Das Hotel lässt nur ein Gerät per WLAN zu? Kein Problem!

Die SD-Karte ist voll? Kein Problem!

Das Handy ist unterwegs mal wieder leer? Kein Problem!

Das Einzige, was das Gerät noch abrunden würde, wäre ein 4G Modem mit SIM-Kartenslot. Dieser ist leider nicht vorhanden und auch mein LTE-Stick bringt das Gerät nicht dazu, eine 4G-Verbindung zu nutzen. Das ist aber ganz klar Jammern auf hohem Niveau. Mir gefällt dieses Gerät sehr gut, ich denke es wird mich in Zukunft häufiger auf Reisen begleiten 😉

Ein kleiner Bonus: Rabatt für DrWindows-Leser

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Über den Autor

Alex Lüttgen

Alex Lüttgen

Ich bin Alex Lüttgen, oder auch Utgardus. Als Netz- und Systemadministrator fühle ich mich in so ziemlich allen Produkten von Microsoft im Client-, Server- und Office 365-Bereich zu Hause. Nach der Arbeit wird dann selbstverständlich auch mal die Xbox angeschmissen. Mobil bin ich nach dem Aus von Windows Mobile auf iOS gewechselt und fühle mich dort deutlich wohler, als bei Android. Neben der IT ist Elektromobilität meine absolute Leidenschaft. Ich bin fest der Überzeugung, dass sich dort in naher Zukunft immer mehr tut, bis dann irgendwann die Verbrenner ganz abgelöst werden.

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