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Gadgetcheck: Nuki Smart Lock 4 Pro – Evolution oder Revolution mit Matter?

Gadgetcheck: Nuki Smart Lock 4 Pro - Evolution oder Revolution mit Matter?

Im Jahre 2022 habe ich bereits das Nuki Smart Lock 3.0 getestet und dies für ein sehr gutes smartes Türschloss befunden, welches ich seitdem auch nie mehr ausgewechselt habe. In der Zwischenzeit ist viel passiert: Der neue Smarthome-Standard Matter wurde, mittlerweile sogar in der Version 1.2, veröffentlicht. Der Mesh-Netzwerk-Funkstandard Thread bekommt immer größere Bedeutung und ist bei nahezu allen großen Smarthome-Anbietern zum Quasi-Standard geworden, die quelloffenen Smart-Home-Systeme können ebenfalls mit beidem umgehen.

Im November 2023 hat Nuki nun die vierte Generation des Smart Lock veröffentlicht und mir die Pro-Variante freundlicherweise für einen Test zur Verfügung gestellt. Das neue Smart Lock habe ich nun seit ziemlich genau vier Wochen im Einsatz.

Die zwei großen Veränderungen zur dritten Generation sind zum einen die Batterie- bzw. Akkulaufzeit und die Aktualisierung der Funkstandards. Nuki gibt eine Laufzeit von bis zu 6 Monaten mit nur einer Batterie- bzw. Akkuladung bei vollem Zugriff über die Apps an. Beim Funkstandard stützt man sich jetzt nicht mehr ausschließlich auf Bluetooth, sondern gibt Matter- und Thread-Kompatibilität mit auf den Weg, welche es ermöglicht, das Schloss mit allen Matter-kompatiblen Systemen zu verbinden.

Im Gegensatz zum 2022 getesteten Smart Lock in der Basis-Version teste ich dieses Mal die Pro-Version. Hier gibt es drei relevante Unterschiede:

  • Eingebautes WLAN-Modul
  • Das Power Pack ist inklusive
  • Hochwertigere Optik und metallene Oberflächen im Bereich der Mechanik

An der Kompatibilität und der grundsätzlichen Funktionsweise des Nuki hat sich im Vergleich zur dritten Generation nicht viel verändert, weshalb ich an dieser Stelle noch einmal auf meinen Test aus 2022 verweise.

Unboxing

Nuki Smart Lock 4 Pro - Unboxing

Der Paketinhalt ist ebenfalls identisch mit dem Inhalt des Smart Lock der dritten Generation. Es befinden sich neben dem Smart Lock das bereits verbaute Power Pack, die bekannten zwei Befestigungsplatten, ein Inbusschlüssel und eine Anleitung im Karton.

Die Befestigungsplatten sind voll kompatibel zum Vorgänger, weshalb ich hier keine Änderung an meiner bisherigen Installation durchführen musste. Altes Nuki entfernt, neues Nuki angeknipst und schon kann die Einrichtung beginnen.

Eine Änderung habe ich in der Zwischenzeit aber dennoch durchgeführt. Da an unserer Wohnungstür die Blende nicht so breit ist wie die Befestigungsplatte, hatte sich in der Zwischenzeit der Kleber gelöst, da das Smart Lock wohl zu schwer war. Also habe ich den Schließzylinder so verschoben, dass ich genügend Platz hatte, die verschraubte Befestigungsplatte einzusetzen. Seitdem hält das Smart Lock immer perfekt in seiner Position und hat seit über einem Jahr keinerlei Probleme mehr gemacht.

Nuki Smart Lock 4 Pro im montierten Zustand

Die Einrichtung des Schlosses ist genauso kinderleicht wie noch 2022. App geöffnet, “neues Gerät hinzufügen” gewählt und alles läuft über eine sehr gut beschriebene, bebilderte Anleitung und klappt auch beim ersten Mal wieder hervorragend.

Im Gegensatz zur Generation 3 befindet sich kein HomeKit, sondern ein Matter-Sticker in der Anleitung und auf der Rückseite des Schlosses. Nachdem das Schloss erfolgreich über die App eingerichtet ist, kann der Matter Code mit einer beliebigen Matter-kompatiblen Smarthome App gescannt und dort hinzugefügt werden.

Ich selbst habe an dieser Stelle sowohl HomeKit als auch Home Assistant im Einsatz. Durch meine zwei HomePod Minis und meinen Apple TV habe ich bereits ein vorhandenes Thread-Netzwerk, welches komplett transparent für Matter funktioniert. Code gescannt, hinzugefügt und schon ist das Schloss in der Apple Home App und über ein weiteres Hinzufügen im Home Assistant in beiden Systemen voll steuerbar.

Wobei “voll” hier (noch) nicht ganz stimmt. In meinem Artikel 2022 habe ich bereits darüber berichtet, dass es in HomeKit nicht möglich war, die Falle des Schlosses separat anzusteuern. Das ist leider nach wie vor der Fall. Die Fallensteuerung ist nämlich erst mit dem Matter Standard 1.2 insbesondere durch Mitwirken von Nuki in den einbezogen worden. Sobald diese Version dann überall implementiert ist und Nuki ein Update ausgeliefert hat, sollte auch diese Funktion in den klassischen Smart Home Apps zur Verfügung stehen.

Durch das eingebaute WLAN-Modul im Smart Lock 4.0 Pro ist es zusätzlich möglich, das Smart Lock per MQTT-Protokoll an diverse Smart Home-Plattformen anzubinden. Hierüber steht dann auch in Home Assistant bereits jetzt die Möglichkeit, die Falle separat anzusteuern, zur Verfügung.

Eine weitere Funktion, die zukünftig im Smart Lock 4 kommen soll, ist der Fernzugriff über Thread. War es in der Version 3 noch notwendig, dafür eine Nuki Bridge oder das WLAN-Modul aus dem Smart Lock 3.0 Pro zu nutzen, so soll dies künftig über Thread und einer kompatiblen Smart Home Zentrale funktionieren. In der Basisversion wird hierfür jedoch ein zusätzlicher Obulus verlangt. In der Pro-Version soll dies ohne Zuzahlung funktionieren, was in meinen Augen das WLAN-Modul wieder ein wenig obsolet macht. Alternativ wäre es dann natürlich auch möglich, die Basisversion über Home Assistant, Apple HomeKit, Google Home oder diverse andere Systeme aus der Ferne zu verwalten, wobei hier natürlich nicht die Protokolle ausgelesen und die Einstellungen verändert werden können.

Dass die Akkulaufzeit des Schlosses länger geworden ist, kann ich zwar noch nicht vollumfänglich bestätigen, da ich es erst seit ziemlich genau vier Wochen im Einsatz habe. Ich kann aber sagen, dass in dieser Zeit nur etwa 20 % Ladung aus dem Powerpack verbraucht worden sind. Vier Monate sollten also definitiv im Bereich des Machbaren liegen. Beim alten Smart Lock 3.0 musste ich etwa alle drei Monate den Akku neu aufladen.

Das Smart Lock 4.0 ist zu allen bereits beim Smart Lock 3.0 getestetem Zubehör kompatibel. Sowohl der Fob, als auch das Keypad und die Bridge können auch mit dem neuen Smart Lock verbunden werden, was ich als sehr positiv erachte.

Fazit

Das Nuki Smart Lock 4.0 ist definitiv keine Revolution, aber eine sehr gute Evolution. Die Aktualisierung der Funkstandards auf Thread und Matter bringt die Geräte auf den aktuellen Stand der Technik. Das Smart Lock 4.0 empfinde ich als etwas leiser als das 3.0, das kann aber auch daran liegen, dass in der hier getesteten Pro-Version die Verkleidung im mechanischen Bereich aus Metall und nicht aus Kunststoff ist, wodurch der Schall möglicherweise besser gedämmt wird.

Ich empfand es beim letzten Test als sehr schade, dass die Falle in den Smart Home Apps der großen Hersteller nicht separat angesteuert werden konnte. Zwar ist diese Funktion (noch) nicht verfügbar, ich bin aber der festen Überzeugung, dass sie in Kürze mit dem neuen Matter 1.2 dann auch per Software-Update nachgeliefert wird. Anschließend habe ich keinen wirklichen Kritikpunkt mehr an diesen smarten Schlössern. Darauf verlassen kann man sich allerdings erst, wenn die Funktion auch wirklich bereitgestellt wurde.

Nach etwa 1,5 Jahren der Nutzung habe ich mich an Funktionen wie Auto Unlock zu sehr gewöhnt. Komme ich voll bepackt mit Einkäufen nach Hause, springt die Wohnungstür automatisch auf, sobald ich mich nähere. Die Konfigurationsmöglichkeiten dafür sind umfangreich und nach Belieben einzustellen. Auch finde ich es sehr praktisch, dass unsere Reinigungskraft keinen eigenen Schlüssel benötigt, um unsere Wohnung zu betreten, sondern einfach einen Zahlencode hat, mit dem sie nur zu ihrer Arbeitszeit unsere Wohnung betreten kann.

Einzig und allein der Preis des Nukis ist nach wie vor recht hoch. Das Smart Lock 4.0 kann in der nicht Pro-Version aktuell für 169,99 Euro bei Amazon und das Smart Lock 4.0 Pro für 279,99 Euro bei Amazon erworben werden.

Ein Upgrade lohnt sich meines Erachtens nach nur, wenn man sein Smart Home auf Matter / Thread umstellen will, keine Bridges mehr haben oder verschiedene Smart Home Plattformen nutzen möchte, da sowohl Android-, als auch Apple-Nutzer in einem Haushalt sind. Ansonsten reicht es auch beim 3.0 zu bleiben, sofern dies schon vorhanden ist. Bei einem Neukauf würde ich jedoch durchaus auf das 4.0 setzen, da hier sicherlich noch die eine oder andere Funktion nachgerüstet wird.

Disclaimer: Enthält Affiliate Links. Das Testmuster wurde uns von Nuki kostenlos überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

Über den Autor

Alex Lüttgen

Alex Lüttgen

Ich bin Alex Lüttgen, oder auch Utgardus. Als Netz- und Systemadministrator fühle ich mich in so ziemlich allen Produkten von Microsoft im Client-, Server- und Office 365-Bereich zu Hause. Nach der Arbeit wird dann selbstverständlich auch mal die Xbox angeschmissen. Mobil bin ich nach dem Aus von Windows Mobile auf iOS gewechselt und fühle mich dort deutlich wohler, als bei Android. Neben der IT ist Elektromobilität meine absolute Leidenschaft. Ich bin fest der Überzeugung, dass sich dort in naher Zukunft immer mehr tut, bis dann irgendwann die Verbrenner ganz abgelöst werden.

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