Gadgetcheck: Soundcore Spirit X2 und Spirit Dot 2 - Sportkopfhörer mit Bass?

Gadgetcheck: Soundcore Spirit X2 und Spirit Dot 2 - Sportkopfhörer mit Bass?

Soundcore by Anker hat am 3. Juni zwei neue Kopfhörer ins Rennen geschickt. Den Spirit X2 und den Spirit Dot 2, welche mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden, um sie für euch auf Herz und Nieren zu testen.

Bei den beiden namentlich ähnlich klingenden Kopfhörern handelt es sich um TWS Kopfhörer, die extra für sportliche Aktivitäten gestaltet wurden. Sie unterscheiden sich allerdings stark, sowohl im Formfaktor, als auch im Preis, doch dazu später mehr. Schauen wir uns zunächst einmal die technischen Daten an:

Die Spirit Dot 2 kommen im „Earwing“ Design, sind sehr klein und verschwinden fast vollständig im Ohr. Durch die von Anker als AirWings bezeichneten Ohrhalter, die im Silikon ein Luftpolster haben, sind diese weicher als klassische Earwings, wodurch weniger Druck im Ohr entstehen soll. Sie verwenden eine von Anker „MCSync“ genannte Technologie, wodurch beide Hörer mit der gleichen Identität mit dem Abspielgerät verbunden werden. Zusätzlich soll dadurch die Latenz um bis zu 30 Prozent verringert werden. Die Akkulaufzeit soll bis zu 5,5 Stunden betragen und mit der Ladeschale sind weitere 16 Stunden möglich. Wasser- bzw. schweißfest sind die Hörer nach IPX7 Standard und sollten somit auch einem Lauf im Regen trotzen.

Die Spirit X2 hingegen kommen in einem Design mit sogenannten Earhooks. Die In-Ear Tips werden durch einen Earwing ergänzt, und um noch mehr Sicherheit herzustellen, werden die Kopfhörer mit einem sogenannten EarHook hinter dem Ohr noch einmal befestigt. Außerdem befindet sich die Elektronik und der Akku nicht in dem Teil, der im Ohr ist, wodurch ein deutlich größerer Akku und somit eine Spielzeit von 9, bzw. 36 zusätzlichen Stunden im Ladecase möglich wird. Die Wasser- und Schweißfestigtkeit wird hier nach IP68 Standard gewährleistet. Für optimierten Klang wird hier im Gegensatz zu den Dot 2 der Codec aptX unterstützt.

Beide Kophörer funken im Bluetooth 5.0 Standard und sollten somit immer eine stabile und qualitative Verbindung für Telefonate und Musik bereitstellen. Bei leerem Akku laden beide recht schnell, so dass binnen 10 Minuten bereits rund 20% der Spielzeit, also über eine Stunde wiederhergestellt wird.

Doch an dieser Stelle wieder genug des Technikgefasels, packen wir die Hörer aus und schauen, was uns in den kleinen Päckchen erwartet.

Das Unboxing

Soundcore Spirit Dot 2
In der kleinen Verpackung der Spirit Dot 2 finden sich, wie eigentlich immer bei Produkten von Anker, keine großen Überraschungen. Das Ladecase mit eingesetzten Kopfhörern, ein USB-C Ladekabel, eine Schnellstartanleitung, die obligatorische Garantiekarte und Ear-Tips und Airwings in verschiedenen Größen.
Was ich bei den Soundcore Produkten sehr schätze ist, dass bei den Ear-Tips gleich 5 verschiedene Größen zur Auswahl stehen. Das gab es bei meinen ersten TWS-Kopfhörern von Bose nicht.

Standardmäßig sind sowohl Ear-Tips als auch AirWings in der mittleren Größe montiert. Bei den Ear-Tips gibt es dann noch je zwei kleinere und größere Größen, bei den Air Wings je eine kleinere und größere. Interessanterweise passt mir bei diesen Hörern direkt die Standardgröße und es sind keine Umbauten nötig. Schnell und einfach sind diese Hörer im Ohr verschwunden und es fühlt sich richtig gut und sicher an. Da gibt es kein Wackeln und kein Druckgefühl. Lediglich die mit Luft gefüllten AirWings wirken ein bisschen „wabbelig“, sodass eventuell die Langlebigkeit etwas kürzer ausfallen könnte, als die bei Modellen mit klassischen EarWings ohne Luftpolster.

Soundcore Spirit X2
Der Verpackungsinhalt der Spirit X2 ist praktisch identisch, allerdings wirkt die Verpackung etwas hochwertiger und kann mit einem Magnetverschluss aufgeklappt werden. Nicht auf dem Foto, aber in der Verpackung befinden sich auch hier vier weitere Größen der Ear-Tips und zwei weitere Größen EarWings.

Bei den Spirit X2 hatte ich beim Einsetzen leider ein völlig anderes Erlebnis wie bei den Dot 2. Der flexible Ear Hook muss sehr fummelig hinter das Ohr gebracht werden und das Einführen des Ear-Tip in den Gehörgang funktioniert anschließend auch nur mit viel Fummeln und Wackeln. Hier musste ich mehrere Versuche unternehmen, bis ich endlich die richtige Größe für mich gefunden hatte. Ist diese erst einmal gefunden, sitzen diese Hörer aber ebenfalls wie die Dot 2 sehr gut und sicher im Ohr.

Beide Kopfhörer sind für Soundcore typisch gut verarbeitet und wirken wertig. Bei den X2 wurden das Ladecase und die Hörer zusätzlich leicht gummiert, wodurch ein noch wertigerer Eindruck entsteht. Außerdem wird das Ladecase der X2 aufgeklappt und nicht wie das des Dot 2 aufgeschoben. Hier wirkt das Scharnier jedoch etwas schwach, sodass das Case bei der kleinsten Berührung schon wieder zufällt.

Die ersten Tests

Gekoppelt sind beide Kopfhörermodelle sehr schnell. Sind sie aus dem Ladecase herausgenommen, sind sie direkt unter ihrem Gerätenamen als Bluetoothgerät auffindbar. Beim Verbinden gibt es jedoch einen großen Unterschied. Die X2 arbeiten mit einem klassischen Master / Slave System, sodass sich beide Hörer auf dem Abspielgerät registrieren. Der rechte Hörer heißt dabei Spirit X2 und der linke Spirit X2 L. Grundsätzlich können also beide Hörer der Master sein, es muss aber immer eine neue Verbindung aufgebaut werden, sodass beim Wechseln das Abspielen in jedem Fall stoppt. Beim Dot 2 ist dies durch die MCSync Technologie anders. Beide verbinden sich als ein Gerät mit dem Zuspieler und man kann stets zwischen beiden Hörern wechseln, ohne das ein Verbindungsabbruch entsteht. Dies würde ich mir für die X2 genau so wünschen.

Was den Sound angeht, sind die X2 meiner Meinung nach ein bisschen besser als die Dot 2, aber beide nicht unbedingt perfekt. Beide arbeiten mit einer „Bass Up“ genannten Technologie, welche die niedringen Frequenzen in Echtzeit analysiert und erhöht. Dadurch sind die Bässe für solch kleine Kopfhörer zwar recht stark, wohingegen aber die Höhen etwas leiden. Dies führt teils zu einem etwas breiigen Sound. In meinem favorisierten Musikstil, dem gepflegten Schwermetall, sind dadurch einige Instrumente nicht ganz klar voneinander zu trennen. Grundsätzlich kann man dem Sound aber durchaus im Falle des X2 ein „noch Gut“ und im Falle des Dot 2 ein „stark Befriedigend“ erteilen. Podcasts, die ich sehr gerne beim Sport höre, profitieren hier von der „Bass Up“ Technologie und sind immer gut verständlich. Der etwas bessere Sound beim X2 wird ziemlich sicher an den 50% größeren 12mm Treibern liegen. Die Treiber der Dot 2 haben lediglich eine Größe von 8mm.

Bei den X2 hatte ich beim Joggen anfänglich das Problem von Luftverwirblungen bei Wind. Hier glaubte ich zunächst den passenden Ear-Tip zu verwenden, musste aber dann doch noch eine kleinere Größe wählen, damit kein Wind im Gehörgang verwirbelt wird.

Die Akkulaufzeit lässt für den Haupteinsatzzweck Sport nahezu keine Wünsche offen. Die 5,5, bzw. 9 Stunden Akkulaufzeit werden bei mittlerer Lautstärke gut erreicht und binnen weniger Minuten ist wieder für mindestens eine Stunde weiteren Hörgenuss Energie aus der Ladeschale in die Kopfhörer geladen. Die Ladecases werden beide, wie für moderne Geräte typisch, mit USB-C geladen. Aufladen per Induktion mittels Qi-Charger ist hier leider nicht mit an Bord. Das finde ich ein wenig schade, denn das Referenzmodell Liberty 2 Pro von Soundcore, hat dies schon seit mehreren Monaten standardmäßig dabei.

Beide Modelle können durch Drücken von Tasten die abgespielte Musik steuern, die Lautstärke regeln, den Sprachassistenten aufrufen und Anrufe annehmen und beenden. Bei den Dot 2 funktioniert dies über verschiedene Druckgesten über eine kapazitive Fläche auf den Hörern, beim X2 über je zwei Druckknöpfe auf den Außenteilen am Ohr. Die Gesten sind jeweils in den Schnellstartanleitungen erklärt und relativ gut zu merken.

Die Soundcore App, die für die Liberty und Flare-Reihe verwendet wird, wird von den beiden Modellen leider nicht untertstützt. Dadurch sind (zumindest zum jetzigen Zeitpunkt) keine Firmwareupdates oder Equalizer-Einstellungen möglich sind. Ob diese Funktion irgendwann nachgerüstet werden soll, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen.

Telefonieren funktioniert mit beiden Modellen recht gut. Meine Gesprächspartnerin attestierte mir jedoch, dass ich extrem laut bei ihr ankomme. Beim Dot 2 war der Klang ein bisschen metallisch, was beim X2 nicht der Fall war.

Das Fazit

Soundcore by Anker hat mit der Spirit-Reihe zwei solide Sport-TWS-Kopfhörer an den Start gebracht, die sowohl für Indoor-, als auch für Outdoor-Sport wunderbar geeignet sind. Der sichere Sitz, die Wasserfestigkeit und die Akkulaufzeit gehen hier aber ganz klar zum Nachteil der Soundqualität. Punktet der Kopfhörer in den ersten drei Kategorien, so gibt es durchaus Abzüge in der B-Note. Der Sound kann zwar absolut nicht als schlecht bezeichnet werden, lässt aber definitiv Wünsche offen. Für einen weiteren Nachfolger in dieser Reihe könnte sich Anker auf jeden Fall einmal an die Höhen machen und so einen richtigen Allrounder an den Start bringen.

Als sehr positiv empfinde ich Soundcores Weg nicht nur 3, sondern 5 verschiedene Größen der Ear-Tips anzubieten. So kann man sich perfekt an die richtige Größe herantasten und muss keine Kompromisse eingehen.

Der Dot 2 kann aktuell für 79,99 Euro bei Amazon und der X2 für 119,99 Euro bei Amazon erworben werden. Meiner Meinung nach ist das Preis-Leistungsverhältnis bei beiden Modellen absolut in Ordnung.
Müsste ich mich entscheiden, würde ich den Dot 2 kaufen, welchen ich ab sofort als meinen favorisierten Sportkopfhörer verwende. Der X2 ist mir einfach ein bisschen zu klobig. Meine einzigen Begleiter beim Sport sind meine Fitnesswatch und Kopfhörer, auch ein Handy möchte ich nicht bei mir tragen.

Disclaimer: Enthält Affiliate-Links. Das Testmuster wurde uns von Soundcore kostenlos überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

Über den Autor
Alex Lüttgen
  • Alex Lüttgen auf Twitter
Ich bin Alex Lüttgen, oder auch Utgardus. Als Netz- und Systemadministrator fühle ich mich in so ziemlich allen Produkten von Microsoft im Client-, Server- und Office 365-Bereich zu Hause. Nach der Arbeit wird dann selbstverständlich auch mal die Xbox angeschmissen. Mobil bin ich nach dem Aus von Windows Mobile auf iOS gewechselt und fühle mich dort deutlich wohler, als bei Android. Neben der IT ist Elektromobilität meine absolute Leidenschaft. Ich bin fest der Überzeugung, dass sich dort in naher Zukunft immer mehr tut, bis dann irgendwann die Verbrenner ganz abgelöst werden.

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Kommentare

  1. Hallo! Wie sieht es mit der Verbindung aus? Können die mit zwei Geräten (Telefonen) gleichzeitig verbunden werden?
    Bei den Surface Earbuds wurde das ja vermisst.
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