Gadgetcheck: Tribit StormBox Micro - Klein aber Oho?

Gadgetcheck: Tribit StormBox Micro - Klein aber Oho?

Weiter geht die Reihe der Gadgetchecks mit einem Lautsprecher eines Unternehmens, mit dem ich bislang noch keine Berührung hatte. Tribit ist eine chinesische Firma, die sich ganz dem mobilen Audiogenuss verschrieben hat. Mit Audioingenieuren eines der größten US-Audioherstellers zusammen sind die Treiber für deren Geräte entworfen worden. Tribit gibt auf der eigenen Homepage sogar an, dass sie sich am Bereich des High-End Audios orientieren.

Für einen Test wurden mir zwei StormBox Micro aus dem Sortiment von Tribit zur Verfügung gestellt, die ich heute auf Herz und Nieren für euch teste. Gerne möchte ich euch von meinem Erlebnis, und ob das Bestreben erfüllt, wird berichten.

Die StormBox Micro ist ein kleiner, quadratischer Lautsprecher, der mit den Maßen von 9,8 x 9,8 x 3,5 cm und einem Gewicht von gerade einmal 290 g sehr kompakt daherkommt. Dank Bluetooth 5.0 beträgt die maximale Reichweite zwischen abspielendem Gerät und den Lautsprechern bis zu 30 Meter in geschlossenen Räumen. Die Ausgangsleistung der Lautsprecher beträgt 9W, was bei einem Lautsprecher dieser Größe zu einem doch recht lauten Ergebnis führen könnte.

Der 2600 mAh große Lithium-Ionen-Akku soll für eine Spieldauer von bis zu 8 Stunden reichen und ist binnen 3,5 Stunden wieder voll aufgeladen, sofern das Ladegerät 1A bei 5V unterstützt. Außerdem ist der Lautsprecher IPX67 zertifiziert und kann somit Wetter jeglicher Art trotzen. Diese Eckdaten klingen schon einmal gut, doch was bringen Daten ohne Praxistest, also schauen wir doch einmal, was das Produkt in der Praxis alles hervorbringt.

Das Unboxing

Trbit StormBox Micro
Die StormBox Micro kommt in einem kleinen Karton, der nur unwesentlich größer ist als der Lautsprecher selbst. Nebst mehrsprachiger Anleitung, einer Dankeskarte und einem USB-A auf USB-C Kabel zum Aufladen befindet sich auch sonst nichts in dem Päckchen. Die verwendeten Materialien vom Lautsprecher wirken hochwertig und sind gut verarbeitet. Die Unterseite ist gummiert und liegt griffig in der Hand. Dank sehr weicher Gummifüße steht er wunderbar und rutschsicher auf nahezu allen Oberflächen.

An der Unterseite befindet sich zudem ein sehr dehnbares Gummiband, mit dem der Lautsprecher an verschiedenem Gestänge befestigt werden könnte, hier fiele mir als erstes ein Fahrradlenker ein um unterwegs immer mit guter Musik versorgt zu sein.
Trbit StormBox Micro

Die Oberseite der Box ist mit einem zweifarbigen groben Gewebe bespannt, was dem allgemeinen Standard von mobilen Lautsprechern entspricht. Über eine Status- und fünf Ladestatus-LEDs zeigt die StormBox ihr aktuelles Befinden an.

Über einen Druck an der Vorderseite auf den Powerknopf wird sie eingeschaltet und lässt sich auch sofort per Bluetooth finden und mit einem Gerät der Wahl koppeln. Interessant bei diesem Lautsprecher ist die Möglichkeit von zwei gleichzeitigen Verbindungen. So kann die StormBox gleichzeitig mit beispielsweise zwei Handys verbunden sein und nacheinander mit Musik gefüttert werden. Ein gleichzeitiges Abspielen von zwei Geräten funktioniert zwar nicht, aber ein abwechselndes Abspielen ist durchaus möglich und funktioniert auch in der Praxis wunderbar.

Ebenfalls sehr positiv empfinde ich die Möglichkeit von zwei verschiedenen Multilautsprechermodi. Durch fünfsekündiges Drücken des Bluetooth-Knopfs auf zwei StormBoxen wird die Multilautsprecherfunktion aktiviert und die zwei Geräte verbinden sich umgehend miteinander im sogenannten Partymode. In diesem Modus spielen, ähnlich wie bei anderen Bluetoothlautsprechern, beide Lautsprecher denselben Inhalt ab und synchronisieren die Lautstärkeeinstellung miteinander. Dieser Modus eignet sich wunderbar für Multiroom-Wiedergabe, da auch die Reichweite durch Bluetooth 4.2 gut für mehrere Räume ausreicht. Durch erneutes Drücken des Bluetooth-Knopfs aktiviert sich der Stereo Modus. In diesem Modus werden Stereoinhalte in Musik oder Filmen auch als Stereoinhalt wiedergegeben und nicht auf einen Monokanal reduziert. Die Funktion im Stereomodus ist erstklassig, sodass in OPMs Heaven is a Halfpipe das Skateboard gefühlt wirklich hin- und her fährt.

Die Latenz der wiedergegebenen Inhalte ist sehr gering. Videos sind zwar wie bei den meisten Bluetooth Geräten nicht ganz synchron, aber der Versatz zwischen Bild und Ton dürfte im Bereich von unter 100ms liegen. Bei sprachsynchronisierten Serien oder Filmen dürfte es also wohl kaum auffallen.

Durch die drei Tasten auf der Geräteoberseite kann die Lautstärke verringert und erhöht werden und über den mittleren Multifunktionsknopf gesteuert werden. Unglücklich finde ich die Verteilung beim Bedienkonzept. Einmaliges Drücken des Knopfes hält die Musik an und setzt sie fort, zweimaliges Drücken springt zum nächsten Song und dreimaliges Drücken zum vorherigen. Wird der Knopf gedrückt gehalten, schaltet sich der Sprachassistent ein. Natürlicher würde sich in meinen Augen eine Verteilung des Song Wechselns auf die lauter- und leiser-Knöpfe anfühlen.

Doch kommen wir einmal zum wohl wichtigsten bei Lautsprechern: Dem Klang. Gerade bei einem Modell eines Herstellers, der sich selbst in die Kategorie der High-End Audioanbieter einordnen möchte, sollte man dort ganz besonders kritisch sein. In niedrigen und mittleren Lautstärkebereichen ist der Klang für mein Befinden recht ausgewogen. Die tiefen Tonbereiche sind dabei wohl am schwächsten. Ich behaupte, dass dies am zu geringen Volumen des Lautsprechers hängt, denn wo keine Luft ist, kann auch keine zum Schwingen gebracht werden. Höhen und Mitten sind recht klar. Möchte man jedoch eine Party beschallen und dreht die StormBox mal so richtig auf, wird es im oberen Drittel der Lautstärke zwar wirklich sehr laut, aber auch recht breiig. Mitten und Höhen versuchen sich gefühlt gegenseitig zu überbieten, wodurch Instrumente kaum noch auseinandergehalten werden können und der ohnehin schon recht schwache Bass profitiert auch nicht gerade von den höheren Lautstärken.

Das Fazit

Mit der StormBox Micro hat die Firma Tribit einen guten Wettbewerber zwischen den etablierten Herstellern von Bluetooth Lautsprechern an den Start gebracht. Der Formfaktor ist anders und gerade für den „mal eben mitnehmen“-Einsatz deutlich besser geeignet. Auch der Stereomodus, den ich vorher bei noch keinem getesteten Bluetooth-Lautsprecher gesehen habe, gefällt mir sehr gut. In Kombination mit der Möglichkeit, die Lautsprecher ohne weiteres Zubehör am Fahrrad oder ähnlichem zu befestigen und der Wasserfestigkeit nach IPX 67, können hier richtig tolle Outdoor-Szenarien entstehen.

Etwas enttäuscht hat mich allerdings der Klang in höheren Lautstärkebereichen. Hier hatte ich schon deutlich bessere Lautsprecher in den Fingern. Bleibt man allerdings im Normbereich, hat man mit diesem Lautsprecher guten Musikgenuss für gute 8 Stunden ohne Zwischenladung.

Der Preis für die StormBox ist für ihre Fähigkeiten meiner Meinung nach in Ordnung, so ist sie bei Amazon für 45,99 Euro oder im Angebot für 39,09 Euro zu erwerben.

Über den Autor
Alex Lüttgen
  • Alex Lüttgen auf Twitter
Ich bin Alex Lüttgen, oder auch Utgardus. Als Netz- und Systemadministrator fühle ich mich in so ziemlich allen Produkten von Microsoft im Client-, Server- und Office 365-Bereich zu Hause. Nach der Arbeit wird dann selbstverständlich auch mal die Xbox angeschmissen. Mobil bin ich nach dem Aus von Windows Mobile auf iOS gewechselt und fühle mich dort deutlich wohler, als bei Android. Neben der IT ist Elektromobilität meine absolute Leidenschaft. Ich bin fest der Überzeugung, dass sich dort in naher Zukunft immer mehr tut, bis dann irgendwann die Verbrenner ganz abgelöst werden.

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