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Gadgetcheck: Ugreen Nexode 200W Desktop Charger – Gute Ladestation mit Haken?

Gadgetcheck: Ugreen Nexode 200W Desktop Charger - Gute Ladestation mit Haken?

Lang ist es her, als ich euch in regelmäßigen Abständen immer wieder neue Ladegeräte von verschiedenen Herstellern mit immer größeren Ladeleistungen mit USB-C und Power Delivery vorgestellt habe. Lange ist in dem Markt nicht viel passiert, doch nun fangen nahezu alle Hersteller an, wieder neue und bessere Ladegeräte mit einer verbesserten GaN-Technologie  auf den Markt zu bringen.

Passend dazu habe ich von Ugreen den Nexode 200W USB-C Desktop Charger für einen Test zur Verfügung gestellt bekommen. Die Erfahrungen damit möchte ich nun einmal mit euch teilen.

Der Nexode 200W ist das leistungsstärkste Netzteil aus dem Hause Ugreen und kommt mit einer Ladeleistung von kumuliert maximal, wie es der Name bereits vermuten lässt, 200 Watt daher. Aufgeteilt werden kann diese Leistung auf bis zu 6 Geräte, davon 4 Stück mit USB-C und 2 Stück mit USB-A-Anschluss. Nexode ist eine Wortneuschöpfung und soll für Next Episode stehen, also eine neue Ära von Ladegeräten einläuten.

Die technischen Daten des Nexode 200W lauten wie folgt:

  • Maximal 200 W Ausgangsleistung
  • GaN II Technologie
  • Unterstützung von Power Delivery 3.0 und Quick Charge 4.0
  • Kurzschluss-, Überhitzungs- und Überspannungsschutz
  • Abmessungen: 10,1 x 10,1 x 3,23 cm
  • Gewicht: 520 g

Die Maße und das Gewicht sprechen für sich und erinnern noch einmal an den Namenszusatz Desktop Charger. Es handelt sich hierbei in der Tat um eine Stromzentrale für beispielsweise den Schreibtisch und nicht etwa um ein Reiseladegerät, welches man klassisch einfach in die Steckdose steckt.

Als Zuleitung kommt somit auch ein massives Stromkabel mit einem C5 Stecker (Auch bekannt als Mickey-Maus-Stecker) zum Einsatz. Diese Stecker sind auch für die meisten Laptopnetzteile gängig.

Zwei der vier USB-C Ports können eine maximale Leistung von 100 W ausgeben und das auch parallel, wenn nur die beiden ersten Ports verwendet werden. Die anderen zwei USB-C Ports können bis zu 65 W und die USB-A Ports maximal 22,5 W ausgeben. Mit einem dritten angeschlossenen Gerät sind in jedem Fall nur noch maximal 65 W pro Port möglich.

Eine Tabelle aller möglichen Ladeleistungen und Portkonfigurationen gibt es auf der Webseite des Herstellers. Hier ein kleiner Ausschnitt davon:

Portkonfiguration Ugreen Nexode 200W Desk Charger

Insgesamt klingt das nach einem ganz schönen Powerhouse. Ob es die Versprechungen halten kann, habe ich in einem mehrwöchigen Alltagstest nun für euch festgestellt.

Unboxing

Ugreen Nexode 200W Desktop Charger Verpackungsinhalt
Der Nexode 200W kommt in einer sehr hochwertigen Pappschachtel daher, die direkt den Eindruck eines Premiumprodukts macht. In der Packung liegt neben dem Ladegerät das benötigte Stromkabel mit 2m Länge und ein 1m langes USB-C auf USB-C Kabel mit geflochtenem Gewebe. Alle Teile wirken sehr hochwertig, sind gut verarbeitet und bilden ein glaubwürdiges Gesamtpaket für ein solches Top-Produkt einer Produktlinie.

Auf der Unterseite des Ladegerätes befinden sich vier Gummifüße, mit denen die Station sicher auf dem Schreibtisch stehen kann, ohne bei der geringsten Berührung schon zu verrutschen. Die Ladeports sind weit genug auseinander, um auch mit dickeren Kabeln verwendet werden zu können. Die Anschlüsse und Leistungen des Ladegerätes reichen im Alltag perfekt aus, um damit Handy, Laptop, iPad und Powerbank und auch den Akku meiner smarten Wasserflasche aufzuladen und für eventuelle zusätzliche zu ladende Geräte ist noch immer mindesten ein USB-A und ein USB-C Port frei.

Das Gerät hat keine Lüftungsschlitze wie beispielsweise die getesteten All in One Qi Ladestationen von Pitaka. Es entwickelt sich beim Laden von mehreren Geräten natürlich Wärme. Die Wärmeentwiclung ist aber selbst mit zwei iPads, einem MacBook Pro und einem iPhone gleichzeitig noch immer in einem Bereich, von dem ich sagen würde, dass das Gerät zwar warm, aber nicht heiß ist. Ohne es gemessen zu haben würde ich einmal auf 45 Grad tippen. Durch die Größe und das Gewicht wird die Wärme gut verteilt, an das Gehäuse abgeleitet und kann so gut abgeführt werden. Einen Aussetzer trotz 29 Grad in meiner Dachgeschosswohnung und mehreren angeschlossenen Geräten aufgrund des Überhitzungsschutzes konnte ich jedenfalls nicht feststellen.

Ein Problem bei vielen USB-C Ladegeräten mit Power Delivery ist der gleichzeitige Betrieb von nicht akkubetriebenen Geräten und dem An- oder Abstecken von weiteren Geräten. Hier wird bei den meisten Geräten kurz für das Durchmessen und Ermitteln der maximal möglichen Leistungen der Stromfluss gestoppt, sodass die Geräte ohne Akku ausgeschaltet und anschließend neu gestartet werden. Für einen Echo oder einen HomePod beispielsweise ist der Betrieb an einem solchen Netzteil vergleichsweise ungeeignet. Das Nexode 200W hat dieses Problem hingegen nicht. Die Ports werden gleichzeitig zum Ladevorgang durchgemessen und der Strom gegebenenfalls angepasst, einen Ladeaussetzer konnte ich aber nicht provozieren. Somit würde ich dem Gerät eine absolut universelle Nutzbarkeit bestätigen.

Fazit

Der Ugreen Nexode 200W ist möglicherweise das Nonplusultra aller Ladegeräte, die sich momentan auf dem Markt befinden. 6 Anschlüsse, davon 4 x USB-C mit Unterstützung nahezu aller relevanten Protokolle für Schnelladen und PD 3.0 mit maximal 100 W pro Port sind eine absolute Ansage.

Wenn ich wie oben in der Überschrift von einem Haken an der Sache sprechen müsste, würde mir allenfalls der Preis einfallen, denn ganz günstig ist dieses Powerhouse nicht. 199,99 Euro müsst ihr aktuell für dieses Ladegerät auf Amazon berappen, was der UVP des Herstellers entspricht. Wie üblich bei Produkten solch chinesischer Hersteller gibt es aber immer wieder Rabattaktionen mit 15 – 30 % Rabatt, womit hier eine Verfügbarkeit für 140 Euro bereits möglich wäre.

Weitere Haken kann ich bei diesem Gerät nicht ausmachen. Alle Geräte laden schnellstmöglich und zuverlässig, die Wärmeentwicklung hält sich im Rahmen und es gibt nicht einmal kurze Aussetzer beim Durchmessen der Ports. Wäre der Preis nicht, könnte ich hier eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen für alle Leute, die ihren Schreibtisch auf ein Ladegerät herunterbrechen möchten. Viele Alltagsgeräte von Sprachassistenten über Schreibtischlampen bis hin zu Laptops kommen mittlerweile gar nicht mehr mit einem proprietären Kabeln oder Netzteilen, sondern benötigen einfach einen USB-C Anschluss. Diese werden hier in ausreichender Menge und mit ausreichend Leistung zur Verfügung gestellt und funktionieren zuverlässig.

Disclaimer: Enthält Affiliate Links. Das Testmuster wurde mir kostenlos von Ugreen überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

Über den Autor

Alex Lüttgen

Alex Lüttgen

Ich bin Alex Lüttgen, oder auch Utgardus. Als Netz- und Systemadministrator fühle ich mich in so ziemlich allen Produkten von Microsoft im Client-, Server- und Office 365-Bereich zu Hause. Nach der Arbeit wird dann selbstverständlich auch mal die Xbox angeschmissen. Mobil bin ich nach dem Aus von Windows Mobile auf iOS gewechselt und fühle mich dort deutlich wohler, als bei Android. Neben der IT ist Elektromobilität meine absolute Leidenschaft. Ich bin fest der Überzeugung, dass sich dort in naher Zukunft immer mehr tut, bis dann irgendwann die Verbrenner ganz abgelöst werden.

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