Gadgetcheck: Yeedi K650 – Günstiger Staubsaug- und Wischroboter mit Schwächen

Gadgetcheck: Yeedi K650 - Günstiger Staubsaug- und Wischroboter mit Schwächen

Staubsaugroboter gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Das macht es für neue Hersteller entsprechend schwer, aus der Masse herauszustechen. Dennoch hat sich mit Yeedi ein neuer Player am Markt entwickelt und hat mir für einen Test dessen neuesten Saugroboter zur Verfügung gestellt.

Grundsätzlich soll der K650 alle grundlegenden Funktionen an Bord haben, die auch der bereits getestete RoboVac G10 Hybrid von eufy hatte, abgesehen von der Anbindung an Alexa oder Google Home.

Hier zunächst einmal ein Überblick über die Funktionen des K650 von Yeedi:

  • 2000 Pa Saugkraft
  • Saug- und Wischfunktion
  • Eingebauter HEPA-Filter für Allergiker
  • Smart Dynamic Navigation
  • Im leisen Modus lediglich 56db laut
  • 400 ml Wasser- und 800 ml Staubbehälter
  • Akkulaufzeit bis zu 130 Minuten
  • Eine App für die Steuerung

Die Eckdaten sprechen grundsätzlich für ein gutes Potenzial, doch ob er auch wirklich im Test überzeugt, werden wir noch sehen. Also schauen wir einmal, was Yeedi alles mitliefert.

Das Unboxing

Yeedi K650
In dem Karton befinden sich:

  • Der K650
  • Zwei Seitenbürsten
  • Eine Wischplatte mit Mikrofasertuch
  • Ein Ersatz HEPA-Filter
  • Eine Ladestation
  • Vier Einmaltücher
  • Eine mehrsprachige Anleitung
  • Eine zweite Rollbürste

Grundsätzlich wirkt die Verarbeitung hochwertig, das Yeedi Logo in der Mitte des Saugers ist jedoch ganz minimal verdreht, sodass man durch die obere Glasplatte auf dem Roboter an einer kleinen Stelle ein Loch erkennen kann. Die erste Inbetriebnahme sollte schnell vonstattengehen. Am Roboter selbst sind zwei Schutzblöcke vom Bumper zu entfernen und sowohl an der Ladestation als auch an der Front des Saugers muss eine Schutzfolie entfernt werden. Anschließend kann über den sich auf dem Sauger befindlichen QR-Code direkt die App im Android- oder Apple-Store gefunden und heruntergeladen werden, die für die Einrichtung zwingend notwedig ist.

Yeedi K650

Dass die App lediglich 2,5 Sterne im Appstore hat, lässt direkt zu Beginn Schlimmes erahnen, doch so schlimm ist es dann doch nicht. Die App hat ein an eufy erinnerndes Design, jedoch nicht allzu viele Möglichkeiten.

Nach einer notwendigen Registrierung bei yeedi.cn (lediglich E-Mail und Passwort werden hierfür benötigt) kann dann auch schon der Roboter hinzugefügt werden. Die Auswahl umfasst aktuell den getesteten K650 und noch ein weiteres Modell zusätzlich zum Hinzufügen per QR-Code. Der QR-Code auf dem Gerät lässt die App gleich das Modell und auch die WLAN-Kennung für automatische Verbindung für den Roboter auslesen, was sehr bequem ist. Per Reset-Knopf an der Seite wird der Roboter in den Pairing Modus für das WLAN versetzt, was die App mit mehreren Bildern wunderbar anzeigt. Hier fühlte ich mich an die guten Schritt- für Schritt Anleitungen von tado erinnert.

Beim Verbinden des WLANs traten dann allerdings die ersten Probleme auf. Zum endgültigen Verbinden benötigte es mehrere Anläufe und nach der ersten Reinigung wollte der Roboter sich gar nicht mehr mit meinem WLAN verbinden lassen. Einen Factory-Reset und viele Versuche später konnte ich die Verbindung allerdings wiederherstellen und sie scheint nun auch weitestgehend stabil zu sein. Abgebrochen ist mir die Verbindung in meinem Test noch ein weiteres Mal. Mit einem Powercycle konnte ich das Problem diesmal jedoch lösen.

Auf den folgenden drei Bildern könnt ihr einmal die Hauptseite des Roboters, dessen Einstellungsübersicht und dessen Reinigungsprotokoll sehen.

Yeedi K650 App

Doch jetzt zum Wesentlichen des Roboters: Das Reinigen. Beim Reinigen verrichtet er an sich recht gute Arbeit. Zuallererst fällt auf, dass der K650 extrem leise ist. Mit meiner Apple Watch habe ich in den vier Stufen Leise, Standard, Maximal und Maximal+ Lautstärkesprünge im 2 dB Bereich gemessen, wobei „Leise“ bei mir nicht die angegebenen 56 db, sondern 64 db und „Maximal“ 70 db erreicht haben. Hier ist allerdings hinzuzufügen, dass bei „Leise“ das lauteste Geräusch wahrscheinlich das Navigieren auf dem Laminatboden und sicherlich nicht das Sauggeräusch war.

Für die Navigation nutzt der K650 eine „Smart Dynamic Navigation“ genannte Technik, die nicht nur den gleichen Namen wie die des genannten G10 von eufy, sondern auch eine ziemlich ähnliche Funktion mit sich bringt. Der K650 fährt im Automatikmodus somit zunächst in einem Raum den gesamten Raum im Zick-Zack Muster ab und fährt dann einmal alle Kanten des Raumes ab, um auch den dorthin geschobenen Staub zu entfernen. Verstört hat ihn dabei, dass er nicht über die ca. 2 cm hohe Stufe aus unserer Küche gekommen ist. Hier fehlt eindeutig eine Steighilfe. Nach diesem Problem hat er nicht mehr korrekt seine Wege gefunden und hat bei den zwei zu reinigenden Zimmern nicht mehr den hinteren Teil der Küche mitgenommen. Bei der abschließenden Kantenreinigung versucht er nicht mit Objekten in der Umgebung zu kollidieren, was ihm je nach Oberfläche mehr oder weniger gut gelingt. Weiße Möbel funktionieren hier sehr gut, wohingegen schwarze eher durch den Bumper angestoßen werden.

Mit seiner Höhe von 7,9 cm kommt er problemlos unter viele Sofas, oder Kommoden.

Yeedi K650

Die Wischfunktion ist in meinen Augen mehr ein Gimmick als eine Funktion. In den Tank darf ausschließlich Wasser ohne Zusatz eingefüllt werden. Somit entsteht keine wirkliche Reinigungsleistung für Flecken oder klebrige Stellen. Durch das Mikrofasertuch oder eins der Einmaltücher wird so lediglich mehr Staub gebunden und aufgenommen. Genutzt werden sollte die Funktion allerdings niemals in Abwesenheit, da der Behälter ständig Wasser auf das Reinigungstuch tropft. Somit würde bei langer Standzeit die Ladestation unter Wasser gesetzt werden.

Ein weiteres sehr nettes Gimmick ist in jedem Fall das beigelegte Werkzeug zum Reinigen des Roboters und zum Entfernen von verknoteten Haaren in den Bürsten. Dieses ist nämlich an den Staubbehälter geclipst, sodass es immer an Ort und Stelle sein sollte, wenn es einmal benötigt wird. Zum Thema verknotete Haare hat sich Yeedi ebenfalls Gedanken gemacht und legt eine zweite Rollbürste bei, die keinerlei Borsten besitzt, sondern lediglich aus Gummilippen besteht. Das Prinzip ist identisch, jedoch wird hier von Yeedi eine höhere Leistungsstufe empfohlen, da durch die Lippen weniger feiner Staub nach oben gekehrt werden kann.

Die genannte Akkulaufzeit von 130 Minuten sollte auf einem glatten Boden mit dem Standardmodus hinkommen, in den leistungsstärkeren Modi reduziert sich die Laufzeit auf etwa die Hälfte. Sollte die Ladung für eine Reinigung nicht mehr ausreichen, kehrt er automatisch zu seiner Basis zurück, um dann dort weiterzumachen, wo er aufgehört hat.

Das Fazit

Der K650 von Yeedi ist ein einfacher Saugroboter mit allen Funktionen, die man im Jahre 2020 erwarten sollte, wie zum Beispiel die teilintelligente Navigation. Im Grunde funktioniert das auch soweit auch gut, aber eben nicht perfekt. Die teilintelligente Funktion wird von nicht erklimmbaren kleinsten Stufen gestört, oder von röhrenähnlichen Gestellen, wie bei einem Klappstuhl, gänzlich blockiert.

Mit einer guten Zeitplanung kann das Saugen auf die Abwesenheitsstunden verlagert werden, aber nicht das Wischen, denn der Tank muss umgehend nach dem Wischvorgang entfernt werden. Die App, oder eigentlich die Verbindung des Roboters zum heimischen WLAN, ist alles andere als zuverlässig, was die Zeitplanung mitunter zerstören kann, denn diese wird auf den Servern von Yeedi gespeichert und setzt somit eine Verbindung zum Roboter voraus. Dies ist allerdings ein Problem, welches gegebenenfalls noch über eine zukünftige Firmwareanpassung verbessert werden könnte.

Aktuell ist der K650 für 199,99 Euro bei Amazon zu haben. Es gibt aber von Zeit zu Zeit immer mal wieder einen einlösbaren Coupon, der den Preis auf 139,99 Euro drückt. Wartet hier also besser mit dem Kauf, bis dieser wieder aktiv ist.

Mich persönlich hat der K650, vor allem wegen der WLAN-Probleme, allerdings nicht sonderlich überzeugt. Wird allerdings einfach nur ein kleiner Saugroboter mit kleiner Funktionalität für kleines Geld benötigt, so würde ich den K650 für 139,99 Euro schon empfehlen, da die Reinigungsleistung beim Saugen sehr gut ist.

Disclaimer: Enthält Affiliate Links. Das Testmuster wurde uns von Yeedi kostenlos überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

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Über den Autor
Alex Lüttgen
  • Alex Lüttgen auf Twitter
Ich bin Alex Lüttgen, oder auch Utgardus. Als Netz- und Systemadministrator fühle ich mich in so ziemlich allen Produkten von Microsoft im Client-, Server- und Office 365-Bereich zu Hause. Nach der Arbeit wird dann selbstverständlich auch mal die Xbox angeschmissen. Mobil bin ich nach dem Aus von Windows Mobile auf iOS gewechselt und fühle mich dort deutlich wohler, als bei Android. Neben der IT ist Elektromobilität meine absolute Leidenschaft. Ich bin fest der Überzeugung, dass sich dort in naher Zukunft immer mehr tut, bis dann irgendwann die Verbrenner ganz abgelöst werden.
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