Gamescom 2019 Spielehighlight: Through the Darkest of Times

Gamescom 2019 Spielehighlight: Through the Darkest of Times

Die Gamescom 2019 liegt hinter uns. Das gibt mir die Möglichkeit, euch nach dem Unterwasser-Juwel „Beyond Blue“ ein weiteres persönliches Highlight vorzustellen: Through the Darkest of Times.

Man kann sich vorstellen, dass es dabei um unsere unrühmlichste Zeit zwischen 1933 bis 1945 geht. Das Spiel ist ein rundenbasiertes, visualisiertes RPG Textabenteuer. Es startet 1933 mit der Machergreifung Hitlers in Berlin.

Du bist Teil einer fünfköpfigen zivilen Widerstandgruppe, die sich gegen das Regime auflehnt. Beim Start wählst du dein Team aus, dass individuelle Stärken und Fähigkeiten hat. Diese entscheiden dann später bei der Missionsauswahl über die prozentuale Chance auf Erfolg und Mißerfolg und die daraus folgenden Konsequenzen.

Through the Darkest of Times

 

Zum Beispiel könnt ihr versuchen, für eure Sache versuchen Propaganda zu machen und neue Anhänger zu rekrutieren. Für die größtmögliche Erfolgschance benötigt Ihr einen Charakter mit hohem Empathiewert, aber auch welchen Beruf er im richtigen Leben hat, spielt eine Rolle. Ein Fabrikarbeiter hat bei Malochern bessere Erfolgschancen als ein Verwaltungsangestellter oder Anwalt. Umgekehrt ist ein Journalist besser in der Lage, Flugblätter für eure Sache in Angriff zu nehmen.

Through the Darkest of Times

Habt ihr die Missionen in Auftrag gegeben und alle für die jeweilige Runde verplant, könnt ihr den Zug beenden und es vergeht im Spiel kalendarisch eine Woche. In dem Ladebildschirm erhaltet ihr dann original Wochenzeitungsüberschriften von Berliner Zeitungen, die das Zeitgeschichtliche widerspiegeln. Anschließend werdet ihr über Erfolg oder Mißerfolg eurer Missionen informiert. Habt ihr Anhänger hinzugewonnen oder verloren? Sind alle des Widerstands wohlbehalten zurück oder wurden sie verhaftet?

Als wäre dies nicht schon genug wäre, merkt sich das Spiel euer Spielverhalten. Habt ihr am Anfang einen eher pazifistischen Weg des gewaltlosen Widerstands gewählt und geht dann zu Bombenanschlägen oder Attentaten über, merken sich das eure Gruppenmitglieder und das Verhalten euch gegenüber kann sich verändern oder aber sie wenden sich sogar von euch ab. Umgekehrt können Aktionen auch neue Mitglieder anlocken, sodass ihr wählen müsst, ob ihr Veränderungen in eurem 5-Mann-Team vornehmt.

Natürlich wären 12 Jahre in wöchentlichen Spielrunden sehr ausufernd und langwierig. Deshalb macht das Spiel von Zeit zu Zeit einen Sprung. Die Kapitel sind von der Machtergreifung 1933, zur Olympiade 1936, den Kriegswirren 1939-40 bis zu den letzten Tagen in Berlin 45 unterteilt und gerade im letzten Teil wird ums nackte Überleben gekämpft.

Der Entwickler wollte nicht zuviel verraten, aber ihr werdet, wie im echten Leben damals, nur sehr selten das Kriegsende erleben und eure Widerstandstruppe wird eventuell auf der Strecke bleiben. Dennoch bietet das Spiel einen positiven Abschluss, bevor ihr einen neuen Versuch startet, in dem er euch – ähnlich wie in geschichtstreuen Hollywoodfilmen – in Textabschnitten beschreibt, was aus den einzelnen Teilnehmern eurer Gruppe wurde.
Wurden sie verhaftet und verschleppt? Zur Armee eingezogen? Oder sind sie eventuell geflohen und haben sich eine neue Existenz aufgebaut?

Jedes Ende ist dynamisch und anders.

Warum ich persönlich das Spiel so wichtig finde?

Es bezieht sich auf eine reale zivile Widerstandsgruppe in Berlin, die sogenannte „Rote Kapelle“, wie sie von den Nazis damals genannt wurde, aber mit dem Kommunismus nichts zu tun hatte. Der Entwickler Paintbucket, der zuvor bei Yager den wohl tiefgründigsten Shooter aller Zeiten, Spec Ops – The Line, mitentwickelte, hat bei seinen Recherchen für das Spiel eng mit der Journalistin Nora Hespers zusammen gearbeitet, deren Großvater tatsächlich Teil einer Widerstandsgruppe war und zahlreiche Dokumentationen über seine Aktivitäten führte.

Ich persönlich wusste nichts über diese oder andere zivile Widerstandsgruppen, da man ja sich ja meist nur an den militärischen Widerstand um von Stauffenberg oder das Geschwisterpaar Scholl erinnert. Nicht selten wurden Personen, die in diesen Gruppen arbeiteten, auch als Verräter oder Nestbeschmutzer bis weit in die Nachkriegszeit gebrandmarkt.

Da die letzte Generation von Zeitzeugen in den nächsten Jahren nicht mehr da sein wird, sind solche Spiele wichtiger Gegenstand zur Aufarbeitung und Aufklärung, wobei dieses Spiel ohne moralischen Fingerzeig auskommt, da man selbst die völlige Handlungsfreiheit hat, aber auch mit den Konsequenzen leben muss.

Through the Darkest of Times wird von Handygames und THQNordic zunächst für PC und MAC geplant.
Eine Veröffentlichung auf anderen Plattformen wird in Betracht gezogen.

Through the Darkest of Times
Through the Darkest of Times
Entwickler: Paintbucket Games
Preis: 0

Homepage: Through the Darkest of Times

Über den Autor
Daniel Heithorn
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Microsoft-Padawan seit MS-DOS 5.0 und Windows 3.1 | Überzeugter Surface, Office 365 und Xbox One X User | Xbox FanFest süchtig | RIP Windows Phone & Microsoft Band 2

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Kommentare
  1. Ist das Spiel auf deutsch oder muss man wieder erst englisch lernen bevor man versteht was man machen soll? Ich weiß, für junge Leute ist das vlt kein Problem weil sie mit rein englischen Spielen aufwachsen und dann mit Wörtern um sich schmeißen, die eigentlich kein Engländer versteht. Aber ich mag Spiele in meiner Sprache was heut zu Tage leider sehr selten geworden ist
    also mich würde ja Mal ein richtiges Highlight von der Gamescom interessieren und nicht nur persönliche nichts gegen deine Beiträge die sind schon informativ aber ich find das was du von da berichtet hast bis jetzt schon Recht öde :(
    und es gibt sicher auch auch Sachen zu Berichten die nicht nur unter dein persönliches Highlight fallen ;)
    und was ich noch sagen wollte was unter meine persönliche Meinung fällt
    ich hab keine Highend Konsole und top PC um mir dann Minecraft oder sowas wie du hier vorgestellt hast in diesem beitrag zu kaufen
    klar gibt genug Menschen die solche Sachen toll finden
    aber es gibt ja auch noch die andere Seite und ich finde es schon Recht viel was über Minecraft und co berichtet wird obwohl so viele vom Trailer her coole Spiele in den Startlöchern stehen. :)
    Hallo Monki, natürlich werde ich auch über Blockbuster wie Control oder Borderlands schreiben. Diese sind aber a) aufwendiger und b) haben sie oftmals ein NDA, ein None Disclosure Agreement. Eine Verschwiegenheitserklärung, teilweise bis zum Releasetag.
    Ich habe zudem diese Titel gewählt, weil jede große Seite die Blockbuster bringt, kleine aber feine Titel kaum zur Geltung kommen.
    Ich mag Indiespiele. Auch wenn sie von der Grafik her nicht so top sind, wie die großen Titel, bieten sie oft mehr Story und Atmosphäre - Auch wenn sie manchmal nur ein paar Stunden gehen. :)
    Frau Hespers hat auf Twitter übrigens klargestellt, dass Ihr Beitrag zu dem Spiel nicht ganz so intensiv war, wie sich das hier vielleicht raus lesen lässt (https://twitter.com/fraunora/status/1165872682887499776). Die Leute bei Paintbucket haben selber die meiste Zeit in Recherche und Faktencheck gesteckt.
    Nichtsdestotrotz möchte ich jedem, der an persönlichen Geschichten und Schicksalen aus der NS Zeit auch nur ein wenig Interesse hat, ihren Anachronistin Blog und Podcast unter https://www.die-anachronistin.de/ mit freundlichem Lächeln und festem Druck ans Herz legen.
    Danke für den Hinweis Creech, mir wurde gesagt dass es mit ihr zusammen erarbeitet wurde, da sie auch das deutsche Intro und eine Sprechrolle synchronisierte
    Die Zusammenarbeit gab es ja auch, sie war aber wohl nicht wirklich "eng". Die Entwickler haben den Löwenanteil an Recherche und Faktensuche selber geleistet. Frau Hespers ist quasi eine Quelle unter mehreren, nur ist ihr Name wohl bekannter (unter anderem durch besagten Podcast). So zumindest ist mein Verständnis dieses kurzen Twitterdialoges.
    Was ich eben vergessen hatte, war Dir zu danken für die beiden sehr spannenden Spielevorstellungen. Von beiden Titeln hatte ich in anderen Publikationen nichts gehört/gelesen und bin froh über die Erwähnung hier.
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