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Geekom Mini IT8 im Test: Ein Laptop-Prozessor für den Desktop

Geekom Mini IT8 im Test: Ein Laptop-Prozessor für den Desktop

Im August durfte ich für Euch den Mini-PC Geekom MiniAir 11 auf Herz und Nieren testen. Die im Jahr 2003 in Taiwan gegründete Firma offeriert verschiedene kleine Desktop-PCs, wobei der MiniAir 11 den Einstieg markiert. Inzwischen gibt es den kleinen Rechner auch in einer Sonderedition. Egal, um welche Edition es sich dreht, der MiniAir 11 ist durch seinen Intel Celeron in der Leistung limitiert, kostet dafür aber auch nur zwischen 260 und 300 Euro. Geekom offeriert in der Baureihe Mini IT weitere kleine PCs, die mit einem leistungsfähigeren Intel Core-Chip ausgestattet sind. Pünktlich zum Firmenjubiläum im Oktober 2022 durfte ich den Mini IT 8 unter die Lupe nehmen. Mit einem Verkaufspreis von rund 400 Euro ist der Geekom Mini IT 8 deutlich günstiger als etwa ein Apple Mac Mini, der mindestens 700 Euro kostet.

Beim Design orientiert sich der Mini IT 8 am Aussehen seines kleinen Bruders, trägt jedoch etwas dicker auf. So ist er 45 Millimeter hoch und nicht 34,2 mm, wie der Mini Air 11. Um die leistungsfähigeren Komponenten mit Strom zu versorgen, liegt ein 90-Watt-Netzteil bei, während sich der Mini Air 11 mit nur 65 Watt begnügte. Alleine die verbaute CPU Intel Core i5-8279U kann sich maximal 28 Watt genehmigen. Die Taiwaner setzen also auf einen Prozessor, der normalerweise in Laptops seinen Dienst verrichtet und in tragbaren PCs fest verlötet auf dem Mainboard sitzt.

Wie steht es um die Performance vom Geekom Mini IT 8?

Wie mir Geekom mitgeteilt hat, wird seit September der Core i5-8279U verbaut und nicht mehr der ältere Core i5-8259U (max. 3,8 GHz Taktrate). Beim Core i5-8279U handelt es sich um eine Core-CPU aus der 8. Generation auf Basis der Coffee-Lake-Architektur. Im April 2019 wurde dieser Chip vorgestellt, inzwischen ist Intel bereits bei der 12. Generation der Core-Baureihe angelangt. Allerdings halten sich die Veränderungen bis zur 12. Iteration in Grenzen, da erst bei der aktuellen Versionsnummer mit einem neuartigen Ansatz aus Effizienz-Kernen plus Performance-Cores gearbeitet wird. Langsam ist der alte Prozessor Core i5-8279U keineswegs. So kann der im 14-nm-Verfahren gebaute Halbleiter auf vier physische Kerne und acht Threads zurückgreifen. Als Taktrate liegen zwischen 2,4 GHz und 4,1 GHz an, maximal darf die Temperatur 100 Grad Celsius betragen. Im Alltag zeigt sich, dass der Core i5 ausreichend performant für Office-Programme ist. Im Vergleich zum Intel Celeron N5095 aus dem MiniAir 11 macht sich das Leistungsplus vor allem beim Multitasking sowie bei Multimedia-Anwendungen bemerkbar. In UHD-Auflösung und mit erweitertem Farbraum HDR wird das System bei Nutzung der PC-Software Sky Go zu maximal 42 Prozent ausgelastet. Falls man dagegen die Webseite von Youtube als Videoquelle nutzt, sinkt die Last der iGPU auf 12 Prozent und die CPU wird zu 46 Prozent belastet. Beim kleinen Bruder lag die Auslastung dagegen im Test bei 100 Prozent, zumindest in UHD-Auflösung.

Neben dem schnelleren CPU-Teil ist auch die integrierte Grafikeinheit Intel Iris Plus Graphics 655 deutlich schneller als beim Mini Air 11. Die Intel-iGPU beherrscht DirectX 12.1 und taktet zwischen 300 und 1.200 MHz. Wichtig für die Multimedia-Wiedergabe ist, dass neben einer Farbtiefe von 10 Bit auch die modernen Video-Codecs H.265/HEVC und Google VP9 unterstützt werden. Je nach genutzter Videoanwendung sollte man aber unbedingt einen Monitor via HDMI 1.4 anschließen, da nur dieser Anschluss den digitalen Kopierschutz HDCP unterstützt. Bei Sky Go bleibt beispielsweise das Bild schwarz, wenn man via Displayport 1.2 einen Monitor angeschlossen hat. Durch die hohe TDP von 28 Watt kann die Prozessorgrafik deutlich häufiger den Takt erhöhen als in vergleichbaren Laptops. Allerdings taugt die Grafikeinheit Intel Iris Plus Graphics 655 für viele moderne Videospiele nicht. Als einer von mehreren Bremsen erweist sich hierbei der Shared Memory, da die integrierte Grafikeinheit keinen eigenen Videospeicher besitzt und somit sich immer beim verbauten Arbeitsspeicher bedienen muss. Immerhin lassen sich mit der Grafikeinheit aber ältere PC-Spiele wie FIFA 22 oder Minecraft in niedrigen Einstellungen und mit einer 720p-Auflösung flüssig spielen. Sobald die Systemanforderungen anziehen, wird das Spielen jedoch zu einer Einzelbildvorschau. So kann man etwa nicht im aktuellen FIFA 23 gegen das virtuelle Leder treten, weil dazu die Leistung des Mini-PCs zu gering ausfällt. Zudem sollte man sich auf ein hörbares Lüftergeräusch einstellen, das lauter als beim kleinen Bruder MiniAir 11 ausfällt. Unter hoher Last kann der Lüfter – kurzzeitig – auf bis zu 50 Dezibel aufdrehen, im Office-Betrieb ist jedoch Ruhe.

Technische Daten des Geekom Mini IT 8

  • Abmessungen: 112 x 117 x 45 mm (Breite x Tiefe x Höhe)
  • Gewicht: 570 Gramm
  • Prozessor: Intel Core i5-8279U, Quad-Core-CPU mit bis zu 4,1 GHz, 4 MB Cache, TDP: 28 Watt.
  • Grafik: Intel Iris Plus Graphics 655 mit 48 EUs und einem Takt von bis zu 1.200 MHz.
  • Arbeitsspeicher: 16 GiByte DDR4-2666-RAM von Kingston, aufrüstbar bis zu 32 Gigabyte Dual-Channel-2933-RAM.
  • Speicher: 512 Gigabyte M.2-SSD von Kingston, tauschbar
  • WLAN-/Bluetooth: Intel Dualband-Wireless-AC 9560 mit Wi-Fi 5 und Bluetooth 4.2
  • Anschlüsse:
    • Vorne: 1x USB-10-Gbps mit USB-Type-A-Stecker, 1x USB-5-Gbps mit USB-Type-C, 1x 3,5-mm-Audio-Klinkenbuchse, 1x Ein-/Aus-Schalter.
    • Hinten: 1x Netzteilanschluss, 1x Mini-Displayport, 1x Gigabit-LAN-Port, 1x HDMI 1.4, 1x USB-Typ-C-10-Gbps (alias USB 3.1 bzw. USB 3.2 Gen1) plus Displayport-Funktion, 2x USB-5-Gbps (alias USB 3.0) mit USB-Type-A-Stecker
    • Seite: Speicherkartenleser für SD- & microSD-Karten (links), Kensington-Sicherheitsschloss (rechts)

Wie steht es um die Erweiterbarkeit beim Mini IT 8?

Wer möchte, kann den Mini-PC aufschrauben und so nicht nur den Lüfter reinigen, sondern auch den Speicher tauschen oder erweitern. Neben der M.2280-SSD kann auch eine 2,5-Zoll-HDD ins Gehäuse eingebaut werden. Leider lässt sich aber keine 3,5-Zoll-Festplatte integrieren, sodass man den Massenspeicher nur via Laptop-HDD oder zweiter SSD erweitern kann, nicht jedoch mit einer üblichen HDD-Desktop-PC-Größe. Zudem ist bedauerlicherweise das WLAN-/Bluetooth-Modul ebenso wie der Prozessor fest auf dem Mainboard verlötet und kann daher nicht getauscht werden. Immerhin ist ein Intel-Chip mit Bluetooth 4.2 und Dual-Band Wi-Fi 5 verbaut. Wer möchte, kann auch den Gigabit-LAN-Anschluss nutzen.

Was kostet der Mini IT8?

Aktuell gibt es den Geekom Mini IT 8 ab 399 Euro bei Amazon zu kaufen, die getestete Konfiguration mit 16 GB RAM und 512 Gigabyte SSD kostet 499 Euro bei Amazon. Wer lieber direkt beim Hersteller kauft, spart mit dem Code „19thIT8i5“ bis Ende Oktober 35 Euro und zahlt für die getestete Ausstattung nur 414 Euro zzgl. Versand und Zollgebühren statt knapp 500 Euro bei Amazon. Zum Vergleich: Aktuell gibt es den MiniAir 11 für nur 299 Euro bei Amazon zu kaufen. Für einen Aufpreis von 20 Euro bekommt man direkt beim Hersteller die Sonderedition. Zu beachten ist, dass Geekom bis Ende Oktober Jubiläum feiert und daher verschiedene Angebotsaktionen offeriert. Bei jedem Mini-PC ist eine Garantie von zwei Jahren ab Kaufdatum sowie eine Lizenz von Windows 11 Pro enthalten.

Fazit

Mit dem MiniAir 11 schickte sich Geekom an, einen kleinen Rechner für Office-Tätigkeiten auf den Markt zu bringen, der zugleich für schmales Geld zu haben ist. Allerdings stößt der verbaute Intel Celeron N5095 bei Multimedia-Anwendungen an seine Leistungsgrenzen. Wer mehr Performance haben möchte, der sollte einen Blick auf den 400 Euro teuren Geekom Mini IT8 werfen. Um den Preis niedrig zu halten, ist eine Notebook-CPU aus dem Jahr 2019 verbaut. Im Alltagstest zeigt sich jedoch, dass selbst dieser Intel Core i5-8279U genügend Reserven bietet. So lasten 4k-Videos den Mini-PC nur noch zu rund 42 Prozent aus. Gut gelöst ist die Erweiterbarkeit rund um die M.2-SSD sowie die Option zur Integration einer 2,5-Zoll-Festplatte oder SSD. Leider lässt sich aber keine 3,5-Zoll-Festplatte integrieren und Prozessor sowie WLAN-/Bluetooth-Modul sind fest auf dem Mainboard verlötet. Zwar offeriert der Coffee-Lake-Prozessor mehr Leistung als beim MiniAir 11, doch für viele aktuelle PC-Spiele reicht das nicht aus. Im Homeoffice oder als Multimedia-Maschine zeigt der Geekom Mini IT8 dagegen seine Muskeln.

Disclaimer: Enthält Affiliate Links. Das hier besprochene Gerät wurde uns vom Hersteller kostenlos überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

Über den Autor

Claus Ludewig

Claus Ludewig

Ich bin mit Windows 98 aufgewachsen und habe seitdem jede Windows- und Office-Version genutzt. Zum Entspannen dient die Xbox. Neben der engen Verbundenheit zu Microsoft-Produkten, schaue ich auch gerne mal über den Tellerrand hinaus in die weite Welt. Ich interessiere mich für alles, was vier Räder hat. In diesem Sinne nehme ich Euch gerne zu einer Spritztour mit.

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