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Geekom MiniAir 11 SE im Test: Ein besonderer Mini-PC?

Geekom MiniAir 11 SE im Test: Ein besonderer Mini-PC?

Im August konnte ich bereits den Mini-PC MiniAir 11 von Geekom auf Herz und Nieren testen. Die im Jahr 2003 in Taiwan gegründete Firma offeriert verschiedene kleine Desktop-PCs, wobei der MiniAir 11 den Einstieg markiert. Auf einer Breite von 112 mm, einer Tiefe von 117 mm und einer Höhe von 34,2 mm findet ein vollwertiger Windows-PC Platz. Nun gibt es den kleinen Rechner in einer Sonderedition, die ich Euch näher vorstellen möchte.

Schon beim Auspacken wird klar, dass man es mit etwas Besonderem zu tun hat. Den einen oder anderen Betrachter erinnert die smaragdgrüne Verpackung an den Hersteller Tiffany & Co. aus New York. Ob der Inhalt ähnlich attraktiv ist?

Im Umfang der Special Edition befindet sich zusätzlich zum Zubehör der normalen Version des PCs auch noch ein Mauspad mit Handballenauflage. So soll Verspannungen vorgebeugt werden, etwa wenn man stundenlang im Homeoffice mit dem kleinen PC werkelt. Neben der Mausunterlage liegt auch noch eine VESA-Halterung im Karton. So kann man den MiniAir 11 an der Wand befestigen oder hinter einem Monitor verstecken. Allerdings kommt dann das spezielle Muster auf dem Deckel des PCs nicht zur Geltung. Neben verschiedenen Anschlusskabeln und einem externen Netzteil wird das Paket von einem Maskottchen abgerundet. Geagle soll wohl für gute Laune beim Arbeiten sorgen.

Wie steht es um die Performance der MiniAir 11 Sonderedition?

In Sachen Leistungsfähigkeit hat sich bei der Special Edition im Vergleich zum normalen MiniAir 11 nichts getan. Als Antrieb dient beim rund 300 Euro teuren Mini-PC ein Intel Celeron N5095. Hierbei handelt es sich um eine Quad-Core-CPU auf der Jasper-Lake-Plattform. Der Prozessor wird bei Intel im 10 nm Prozess gefertigt. Im Gegensatz zu so manchen Prozessoren in günstigen Office-PCs beträgt die TDP 15 Watt und nicht, wie etwa bei Atom-CPUs 7,5 Watt. Folglich kann der seit dem Jahr 2021 angebotene Celeron eine passable Leistung liefern. Die 11. Generation Intel Celeron kommt mit einer iGPU Intel UHD Graphics 605 daher, die über 16 EUs und eine Taktrate von bis zu 750 MHz verfügt.

 

Wer über das WLAN-Modul Internetvideos in UHD inklusive erweitertem Farbraum HDR streamt, lastet die GPU und CPU – zeitweise – zu 100% aus, doch die Videowiedergabe verläuft flüssig. Hier hatte ich also andere Erfahrung gesammelt, als mein Kollege Jürgen. Zumindest konnte ich keine Mikroruckler sehen, wenn man währenddessen keine weiteren Programme auf dem PC laufen hat. Wer Videos in hoher Auflösung abspielt, sollte darauf verzichten, nebenbei noch andere Programme geöffnet zu haben. Für PC-Spiele genügt die Leistung vom Geekom MiniAir 11 ohnehin nicht, es reicht nur für Casual Games ala Solitaire.

Wer Bildbearbeitung machen möchte, muss viel Geduld aufbringen. Insgesamt liegt die Performance auf dem Niveau eines Core-i3-Prozessors für Notebooks, die Intel-Grafik jedoch ist schwächer als etwa bei einem Intel Core i3-8109U. Folglich ist der rund 300 Euro teure MiniAir 11 auch als Special Edition nur für den Office-Betrieb ausgelegt. Beim Arbeiten mit Word, Excel & Co. sowie beim Webbrowsen verhält sich der Lüfter ruhig, unter hoher Last dreht der integrierte Lüfter auf bis zu 46 Dezibel hörbar, aber noch leise, auf. Die Temperaturen befinden sich mit maximal um die 70 Grad Celsius weit unter dem kritischen Bereich. Mit einem Stromverbrauch von deutlich unter 35 Watt lässt sich mit dem Geekom MiniAir 11 im Vergleich zu einem Desktop PC deutlich Strom sparen.

Technische Daten des Geekom Mini Air 11

  • Abmessungen: 112 x 117 x 34,2 mm (Breite x Tiefe x Höhe)
  • Gewicht: 498 Gramm
  • Prozessor: Intel Celeron N5095, Quad-Core-CPU mit bis zu 2,9 GHz, 4 MB Cache, TDP: 15 Watt.
  • Grafik: Intel UHD Graphics 605 mit 16 EUs und einem Takt von bis zu 750 MHz.
  • Arbeitsspeicher: 8 GiByte DDR4-2666-RAM von Kingston, aufrüstbar bis zu 32 Gigabyte Dual-Channel-2933-RAM.
  • Speicher: 256 Gigabyte M.2-SSD von Kingston, tauschbar
  • WLAN-/Bluetooth: Intel Dualband-Wireless-AC 7265 mit Wi-Fi 5 und Bluetooth 4.2
  • Anschlüsse:
    • Vorne: 1x USB-Typ-A-3.1, 1x USB-Typ-C-3.0, 1x 3,5-mm-Audio-Klinkenbuchse, 1x Ein-/Aus-Schalter.
    • Hinten: 1x Netzteilanschluss, 1x Mini-Displayport, 1x Gigabit-LAN-Port, 1x HDMI 1.4, 1x USB-Typ-C-3.1 (10 Gbit/s) plus Displayport-Funktion, 2x USB-Typ-A-3.0
    • Seite: Speicherkartenleser für SD- & microSD-Karten, Kensington-Sicherheitsschloss

Wie steht es um die Erweiterbarkeit beim MiniAir 11?

Wer möchte, kann den Mini-PC aufschrauben und so nicht nur den Lüfter reinigen, sondern auch den Speicher tauschen oder erweitern. Leider gibt es keinen Steckplatz für eine 2,5- oder 3,5-Zoll-Festplatte, sodass man nur eine M.2-2280-SSD im Mini Air 11 nutzen kann. Zudem ist bedauerlicherweise das WLAN-/Bluetooth-Modul ebenso wie der Prozessor fest auf dem Mainboard verlötet und kann daher nicht getauscht werden. Immerhin ist ein Intel-Chip mit Bluetooth 4.2 und Intel Wi-Fi 5 verbaut.

Aktuell gibt es den MiniAir 11 für 269 Euro zu kaufen. Für einen Aufpreis von 20 Euro bekommt man direkt beim Hersteller die Sonderedition. Mit dem Rabattcode „Air11SPed“ bekommen Leser vom Drwindows-Blog eine Gutschrift von 29 Euro.  Zwar bietet Geekom unter dem Namen Mini IT auch größere Mini-PCs an, doch diese sind – aktuell – ausverkauft. Die leistungsstärkeren Versionen kosten allerdings auch rund 300 Euro mehr als der MiniAir 11 mit Intel Celeron.

Fazit

Wie auch schon die normale Version vom Geekom MiniAir 11 weiß auch die Special Edition zu gefallen. Nutzer müssen sich einfach im Klaren sein, wofür dieser Mini-PC gedacht ist. So genügt die Performance vom Intel Celeron N5095 für Office-Anwendungen und die Videowiedergabe. Wer Spiele spielen oder Bildbearbeitung machen möchte, für den wird die Leistung des verlöteten Prozessors nicht ausreichen. Im Gegenzug gibt es den kleinen PC schon für weniger als 300 Euro. Bei der Sonderedition gibt es keine Leistungssteigerung, aber der Lieferumfang wird erhöht. So ist ein ergonomisches Mauspad enthalten, ebenso wie eine Figur des Firmen-Maskottchens Geagle. Der MiniAir 11 selbst hat ein auffälliges Muster spendiert bekommen, mehr aber auch nicht.

Disclaimer: Das hier besprochene Gerät wurde uns vom Hersteller kostenlos überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

Über den Autor

Claus Ludewig

Claus Ludewig

Ich bin mit Windows 98 aufgewachsen und habe seitdem jede Windows- und Office-Version genutzt. Zum Entspannen dient die Xbox. Neben der engen Verbundenheit zu Microsoft-Produkten, schaue ich auch gerne mal über den Tellerrand hinaus in die weite Welt. Ich interessiere mich für alles, was vier Räder hat. In diesem Sinne nehme ich Euch gerne zu einer Spritztour mit.

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