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Gegen die Laufzeit-Lüge: Intel nennt erste Details zu Project Athena

Gegen die Laufzeit-Lüge: Intel nennt erste Details zu Project Athena

Vor ungefähr acht Jahren trat Intel den versammelten Laptop-OEMs mit Anlauf in den Allerwertesten. Die hatten bis dahin nämlich keine Ahnung davon, wie man moderne Geräte baut. Diese waren groß, klobig, schwer, oder mit einem Wort: Hässlich. In der Öffentlichkeit wollte man sich mit einem Windows-Laptop lieber nicht sehen lassen, ganz im Gegenteil zu den damals schon sehr schicken MacBooks.

Es war, als müsste ein Hersteller von Kurbelwellen definieren, wie man schöne Autos baut: Intel kreierte den “Ultrabook”-Standard. Laptops, die diesen erfüllen wollten, mussten in erster Linie dünn und leichtgewichtig sein. Der Rest ist Geschichte. Ja, wahrscheinlich wären die Hersteller irgendwann von selbst drauf gekommen, aber dass die heutigen Windows-Laptops oft auch Lifestyle-Geräte sind, haben wir Intel zu verdanken.

Nun kommt der nächste Vorstoß aus Santa Clara: Project Athena. Es wurde auf der CES erstmals erwähnt und seinerzeit bezeichnete ich es als Intels Reaktion auf Windows on ARM. Nachdem nun die erste Definition in Form eines Fact Sheet vorliegt, verfestigt sich diese Einschätzung.

Ganz besonders hat es Intel mit Project Athena auf die “Laufzeit-Lüge” abgesehen. Um den Auto-Vergleich von oben weiterzuspinnen: Die offiziellen Hersteller-Angaben zu den Akkulaufzeiten von Laptops sind ungefähr ebenso realistisch wie die offiziellen Benzinverbräuche von Autos. Sie werden unter Bedinungen ermittelt, die rein gar nichts mit der realen Nutzung zu tun haben.

Mindestens 16 Stunden Video-Playback sollen Athena-Laptops durchhalten, unter “realistischen Arbeitsbedingungen” sollen mindestens neun Stunden Akkulaufzeit erreicht werden. Was man darunter versteht, soll noch entsprechend dokumentiert werden.

Weitere Eckpunkte der Athena-Spezifikation:

  • Aufwachen aus dem Standby in maximal einer Sekunde
  • schnelles Aufladen via USB-C
  • Thunderbolt 3
  • Intel WiFi 6, optional Gigabit LTE
  • dünnes und leichtes Design
  • Minimum Core i5, 8 GB RAM und 256 GB NVMe SSD
  • biometrische Authentifizierung
  • Touch-Display mit mindestens 1080p
  • Stift-Unterstützung
  • hintergrundbeleuchtete Tastatur
  • Far Field Spracherkennung

Project Athena soll also nicht nur Innovationen fördern, sondern auch einen Mindest-Standard für leistungsfähige Geräte definieren.

Die Spezifikation hat allerdings eine Designschwäche: Im Gegensatz zur Ultrabook-Definition gibt es keine offizielle Marketing-Bezeichnung, was die Vermarktung der entsprechenden Produkte ein wenig erschwert. Es ist dementsprechend auch eine lebende Definition, die über viele Jahre hinweg bestehen bleiben und regelmäßig aktualisiert werden soll.

Intel zählt schließlich noch seine Partner auf, die daran mitarbeiten und noch in diesem Jahr die ersten Geräte auf den Markt bringen werden. Dazu gehören Acer, Asus, Dell, HP, Lenovo und Microsoft (USB-C und Thunderbolt 3 für die neue Surface-Generation hiermit offiziell bestätigt). Interessanterweise taucht auch Google unter den Partnern auf.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 17 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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