Glass Enterprise Edition 2: Google fischt mit "HoloLens Light" in Microsoft-Gewässern

Glass Enterprise Edition 2: Google fischt mit "HoloLens Light" in Microsoft-Gewässern

Als die erste Generation der AR-Brille Google Glass im Juni 2012 vorgestellt wurde, entfachte sie einen Hype, denn es war ein Stück Realität gewordene Science Fiction. Es zeichnete sich allerdings ebenso schnell ab, dass der Versuch, ein solches Produkt im Alltag zu etablieren, zum Scheitern verurteilt war, zu groß waren die Sorgen um Datenschutz und Privatsphäre. Schließlich wurde Google Glass beerdigt, doch es war nur eine Frage der Zeit, bis der zweite Anlauf startet.

Nun ist es soweit: Google hat die „Glass Enterprise Edition 2“ vorgestellt und geht damit den selben Weg, den Microsoft mit all seinen Mixed Reality Bemühungen voraus gegangen ist: Ins Business. Während solche Lösungen für Consumer zu teuer und außerdem auch noch zu unausgereift sind, gibt es im geschäftlichen Umfeld jede Menge Szenarien, die eine Steigerung der Produktivität oder Kostenreduktion versprechen.

Google Glass 2

Die Glass 2 ist eine Art „HoloLens Light“, wobei der Vergleich extrem hinkt. Wir haben es hier ja mit einer reinrassigen Augmented Reality-Brille zu tun. Szenarien wie mit der HoloLens sind damit nicht möglich, dafür ist die Google-Brille sehr viel leichter und auch deutlich günstiger, für rund 1.000 Dollar ist man dabei.

Das Promo-Video zeigt ganz ähnliche Szenarien wie jene, mit denen Microsoft auch für die HoloLens wirbt, was ganz bestimmt kein Zufall ist.

Rein technisch ist die Google Glass 2 ein Android-Gerät mit Qualcomm Snapdragon XR1 Chip, die Kamera löst mit 8 MP auf und bietet ein Sichtfeld von 80 Grad. Über die drei verbauten Mikrofone lassen sich viele Funktionen per Sprache bedienen, sodass man immer die Hände zum Arbeiten frei hat. Alle technischen Spezifikationen hat Google auf der Produktseite aufgelistet.

Quelle: Google

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Leute, das ist soweit von der Hololens weg, dass es schon fast frech ich diese in einem Atemzug zu nennen.
    Das Teil macht doch nichts anderes, wie das von 2012 + Sprachsteuerung.
    Einfach an der Seite irgendwelche Infos einzublenden hat nun gar nichts mit AR zu tun.
    AR = Erweiterte Realität. Das da ist nur ein Bildschirm und dafür 1000 Euro???
    Leute, das ist soweit von der Hololens weg, dass es schon fast frech ich diese in einem Atemzug zu nennen.
    Das Teil macht doch nichts anderes, wie das von 2012 + Sprachsteuerung.
    Einfach an der Seite irgendwelche Infos einzublenden hat nun gar nichts mit AR zu tun.
    AR = Erweiterte Realität. Das da ist nur ein Bildschirm und dafür 1000 Euro???

    Und was genau ist denn so weit weg von der HL und "kein AR"? Was ist denn die HoloLens? Ein Stück Glas durch das man Zeugs in der Realität sehen kann. Und was ist die Google Glass? Ein sehr viel kleineres Stück Glas durch das man Zeug in der Realität sehen kann. Eines macht es viel komplexer, das andere simpler. Ist dennoch beides "erweiterte Realität".
    ZAG hat schon Recht, rein technisch gesehen ist Google Glass gegenüber der HoloLens wirklich rudimentär. Für viele Dinge ist Glass aber durchaus "gut genug". Wenn es zum Beispiel darum geht, einen Monteur vor Ort zu unterstützen, dann könnte man ja drüber sprechen, ob der wirklich sehen muss, wo die Schraube ist, die er drehen muss, oder ob es genügt, ihm eine Arbeitsanweisung einzublenden, damit er die Hände frei hat.
    Killerfeatures: kleiner. Mit dieser Brille könnte man sicherlich den ganzen Tag rumlaufen, ohne, dass es stört.
    Was ich im Video gesehen habe ist: wie die Hololense, nur in 2D statt 3D.
    Diese ist für viele Aufgaben sicherlich ausreichend, aber für das dreifache bekommt man ein vollwertigeres (wenn auch unhandlicheres) Produkt.
    @Stahlreck:
    Ich glaube du hast die Technologie und die möglichen Anwendung-Szenerien der Hololense nicht verstanden.
    Eine Hololense interagiert (scannt) mit seiner Umwelt, kann Hologramme positionieren und der User kann wiederum mit den Hologrammen interagieren.
    Google Glass ist ein besserer (sprachgesteuerter) pdf-viewer, und mehr nicht.
    Unabhängig davon können sich die Anwendungs-Szenarien natürlich überschneiden.
    @Stahlreck:
    Ich glaube du hast die Technologie und die möglichen Anwendung-Szenerien der Hololense nicht verstanden.
    Eine Hololense interagiert (scannt) mit seiner Umwelt, kann Hologramme positionieren und der User kann wiederum mit den Hologrammen interagieren.
    Google Glass ist ein besserer (sprachgesteuerter) pdf-viewer, und mehr nicht.
    Unabhängig davon können sich die Anwendungs-Szenarien natürlich überschneiden.

    Ja schön und gut, aber das heisst dadurch nicht das Google Glass "kein AR" ist nur weil die HL viel mehr kann. Und auch das beide nichts miteinander zu tun haben ist einfach falsch. Das Wort "AR" setzt schliesslich kein Limit, dass das Gerät die Umgebung in 3D scannen muss und Sachen auch so in 3D darstellen können muss. Natürlich kann die HoloLens viel mehr, die Glass ist viel kleiner, das "Glas" zum durchschauen auch und die HL hat zig Sensoren... ^^
    Das die Google Brille durchaus ihre Berechtigung hat, dass bestreite ich gar gar nicht.
    Ich sehe sie einfach nicht als AR Brille, nur weil man durch ein Brillenglas schaut auf dem was 2D drauf projiziert wird.
    Das ist ein tragbarer Fernseher im Miniformat. Mehr nicht.
    AR (erweiterte Realität) verbinde ich mit Informationen, die ich durch mein normales Sehen eben nicht bekomme. Ich häge mal zwei Videos an, dass das sehr gut veranschaulicht. Da geht es nicht um "wo sitzt die Schraube genau" oder so. Sind beides Bau-Videos, weil ich aus diesem Bereich komme.
    Baggern mit Hololens: https://www.youtube.com/watch?v=jRR4yNSTUJY
    Leitungsführung im Rohbau: https://www.youtube.com/watch?v=tAmImhdWYjA
    EDIT:
    Ich störe mich einfach daran, dass alles gleich AR ist, wenn man in sein Sichtfeld was eingeblendet bekommt. Um die "Realität zu erweitern" muss man es in die Realität einbetten und das geht halt nicht, wenn ich nur ein 2D Fenster projiziere.
    @Stahlreck: Du hast mit Deiner Ausführung völlig recht! Das Ding ist im alltäglichen Einsatz besser geeignet, da die Brille im Grunde genommen die gleichen Informationen auf das kleine Display wie die HoloLens projizieren kann.
    Wenn ich mich als Anwender entscheiden müsste, dann kommt die Google Brille in Frage, da ich sie den Tag über aufhaben kann ohne Einschränkungen zu erfahren. die HoloLens sieht nicht nur doof aus, sondern ist ein Klotz am Kopf. Sicherlich für bestimmte Szenarien viel besser als die Brille von Google, aber ich glaube, das sich die Szenarien in Grenzen halten werden und damit auch der Absatz dieser Sache.
    Ein weiterer Vorteil von Google ist ja auch, das sie das OS der Brille auf Android umgestellt haben. Ich glaube mal, dass das die Entwicklerreichweite erhöht und Apps nicht doppelt programmiert werden müssen.
    Wie dem auch sei, Google hat mit der Brille ein viel größeres Spektrum an Einsatzmöglichkeiten und damit Absatz als es mit der HoloLens jemals sein wird. Alleine dieser Ansatz wird in Zukunft zeigen, das Google auf dem richtigen Weg ist.
    Meine Vermutung wird sein, das Apple in die Gleiche Kerbe schlagen wird wie Google. Über eine entsprechende Brille von Apple wird ja schon spekuliert, welche nur in Verbindung mit dem iPhone nutzbar ist. Das würde das Teil auch entsprechend klein machen -wie GoogleGlas-. Man darf gespannt sein!
    Ich stimme dir in der Sache zu, dass die GoogleGlass kleiner ist. Alles nachfolge ...
    Wie dem auch sei, Google hat mit der Brille ein viel größeres Spektrum an Einsatzmöglichkeiten und damit Absatz als es mit der HoloLens jemals sein wird. Alleine dieser Ansatz wird in Zukunft zeigen, das Google auf dem richtigen Weg ist.

    Sinn und Zweck der Brillen ist sicher nicht CandyCrush zu spielen. Die möglichen Szenarios lassen sich wohl kaum mit bestehenden Android-App bewerkstelligen. Und wenn ein Entwickler für ein spezifisches Szenario eine App entwickelt hat ist diese für Smartphones uninteressant. Das Killer-Feature von GoogleGlas und auch von Hololens wird es nicht sein einen Taschenrechner einzublenden und zu bedienen. Wo bitte ist dann hier Android ein Vorteil? Wo wird Entwicklungsarbeit gespart?
    Von einer Taschenrechner-App oder CandyCrush habe ich auch nicht gesprochen. Meiner Meinung nach kann man die Brille in sämtlichen Branchen einsetzen um schnell an Informationen zu kommen und trotzdem die Hände frei zu haben um den eigentlichen Job zu machen. Und was den Entwicklungsauswand angeht: Natürlich ist es für einen Entwickler interessanter eine Android-App zu programmieren, welche Funktionen auf dem Smartphone sowie separate Funktionen bei GoogleGlas hat, oder denkst du, das die Entwickler die IOS Apps für das Iphone und für die Uhr in komplett verschiedenen Umgebungen programmieren. Auch hier ist es so, das ich Informationen auf der Apple Watch habe und zusätzlich noch tiefere Infos in der APP des IPhones. Denk z.b. an ViewRanger. Ich kann alles auf dem Smartphone vorbereiten und dann das Gerät in der Tasche lassen. Und gleiches gilt für GoogleGlas meiner Meinung nach.
    Oder man greift zur DynaEdge DE-100
    https://m.youtube.com/watch?v=jvzoiBsuWxo
    Die Brille ist ähnlich der Google Glass Brille - existiert aber schon - und unterstützt ein vollwertiges Windows 10 mit allen offenen Funktionen eines Windows eben.
    Sie ist zwar nicht sprachgesteuert, hat aber ähnlich einer Maus drei frei programmierbare Knöpfe und ein Touch (Maus-) pad am Brillenbügel.
    Ich durfte sie mir gestern auf der Messe anschauen und damit etwas "spielen" und muss sagen, dass sie angenehm leicht ist und beim arbeiten nicht stören würde.
    Das Bild wird einem ähnlich wie ein Beamer vor das Auge gehalten und gleichzeitig hat er vorne dran noch einen Bar- und QR-Code Scanner.
    Man muss allerdings am Gürtel einen kleinen Mini-PC tragen, der die Brille mit den Daten versorgt. Die Brille selbst hat weder Bluetooth noch WLan.
    Hersteller ist Dynabook - ehemals Toshiba.
    Kostenpunkt liegt bei rund 1500€
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