Google Chrome macht mobil gegen Werbung mit hoher Systembelastung

Google Chrome macht mobil gegen Werbung mit hoher Systembelastung

Jeder Internetnutzer hat es sicherlich schon erlebt, dass sich eine Webseite nur sehr langsam aufbaut, weil sie mit Werbung überladen ist. Werbeanzeigen, die eine hohe Systemlast erzeugen, nagen aber nicht nur an den Nerven, sondern auch an der Akkulaufzeit und der Bandbreite, vor allen Dingen bei mobilen Geräten. Es müssen dabei auch nicht immer formatfüllende Werbebanner sein, manchmal werden Werbeschaltungen auch zum Mining von Cryptowährungen eingesetzt, dienen also gar nicht dazu, dem Nutzer irgendetwas zu verkaufen.

Google hat ausgerechnet, dass es ein sehr kleiner Teil der Werbeanzeigen ist, die für die schlimmsten Probleme verantwortlich sind. So will man ermittelt haben, dass 0,3 Prozent aller Anzeigen 27 Prozent der Bandbreite und 28 Prozent der CPU-Last ausmachen, die insgesamt durch Werbeanzeigen erzeugt werden.

Wenige Werbeanzeigen verursachen große Probleme

Die Lösung lautet: Weg damit. Werbung, die derart viele Systemressourcen beansprucht, wird von Google Chrome künftig unterdrückt. Im August soll diese Technologie in die stabile Version von Chrome einziehen, bis dahin will Google die Erkennung verfeinern und innerhalb der Testkanäle erste Erfahrungen sammeln.

Eine blockierte Werbeanzeige wird in Chrome dann auch entsprechend signalisiert.

Meldung bei blockierter Werbung in Google Chrome

Wie wir wissen, ist Google in seiner Gesamtheit existenziell von Werbung abhängig. Wenn Google ankündigt, etwas gegen Werbung zu unternehmen, darf man deshalb immer misstrauisch sein. In diesem Fall aber nehme ich ihnen den guten Willen ab, denn ein langsamer Seitenaufbau oder hoher Stromverbrauch fällt immer auch auf den Browser zurück. Wenn Werbung in ihrer Gesamtheit weniger aggressiv und lästig wird, dann führt das außerdem vielleicht dazu, dass weniger Nutzer einen Werbeblocker verwenden.

Die entsprechende Ankündigung erschien auf dem Chromium Blog. Ob das eine Änderung an Chromium selbst ist, die dann entsprechend auch in Microsoft Edge zum Tragen kommt, oder ob dieser Filter exklusiv in Chrome eingesetzt wird, geht aus dem Text nicht eindeutig hervor. Erwähnt wird nur der eigene Browser, aber das kann auch Marketing sein.

Quelle: Chromium Blog

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare

  1. Solch aufgeblähte Werbung /Seiten zu blocken macht ja auch im Interesse der Werbetreibenden Sinn. Div. Seiten besuche ich deswegen gar nicht mehr.
    Ooouuuuh, da werden einige Desing-Hippster heulen. Chrome ist 70 %(?) führend und verbieten ihnen nun, ihr superflashigen Ideen mit den irren 3D-Annimationen. Dabei wurden für diese Werbung nur 20 % der Webseite veranschlagt.
    Manchmal erlebe ich das Web mit Werbung. Augenkrebs ist für mich ähnlich schlimm wie ...
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