Ausprobiert: Kabelloses Headset Razer Nari Ultimate für die Xbox One

Ausprobiert: Kabelloses Headset Razer Nari Ultimate für die Xbox One

Auf der Gamescom 2019 hatte ich bei einem Pressetermin hinter verschlossenen Türen die Gelegenheit, verschiedene Peripherie-Geräte von Razer anzutesten.
Neben der Razer Huntsman und der dazugehörigen Razer Viper Maus durfte ich auch das Headset Nari Ultimate for Xbox One aufsetzen und war geflasht!

Testbericht Razer Nari Ultimate

Das komplett kabellose Headset liefert, als erstes seiner Art für die Xbox, haptisches Feedback auf die Ohren. Nach einem Monat voller Ungeduld kann ich euch nun mit einem Testmuster meine persönlichen Eindrücke vermitteln.

Das Erste was positiv auffällt, ist eine angenehm simpel gestaltete Verpackung. Die Box lässt sich vom Design ähnlich wie bei Xbox Controllern aufklappen und das Headset liegt in loser Fixierung zum Herausnehmen bereit. Hinter einer Pappblende, die man einfach hochheben kann, liegt das Benutzerhandbuch und das 3(!) Meter lange USB-Kabel zum Aufladen.

Testbericht Razer Nari Ultimate

Gemessen an anderen Headset zum Beispiel im Einsteigerbereich, wie dem Xbox Stereo Headset oder dem RIG 400, fühlt es sich im ersten Moment etwas schwerer an, als man zunächst vermutet. Die Verarbeitung wirkt sehr solide, einzig das in der linken Ohrmuschel versenkbare Mikrofon wirkt auf den ersten Blick wie ein Fremdkörper, da es im Kopfhörer versenkt etwas Spiel hat und damit als nicht so hochwertig wahrgenommen wird. Der Kopfbügel aus Aluminium dagegen wirkt sehr stabil.

Testbericht Razer Nari Ultimate

Da das Headset, dank Xbox Wireless Protokoll, komplett ohne Basisstation oder Controller Adapter funktioniert, befinden sich alle notwendigen Funktionen und Knöpfe an den beiden Ohrmuscheln. Diese sind sehr sauber verarbeitet und jeder Tastendruck gibt präzises Klick-Feedback.

Die Inbetriebnahme ist ebenfalls kinderleicht, dank Xbox Wireless haltet ihr einfach den Powerknopf mehrere Sekunden gedrückt, bis das Razerlogo auf den Ohrmuscheln blinkt, dann drückt ihr gleichzeitig den Connect Button an der Xbox Konsole und schwupps…wie ein Controller verbunden!

Ihr könnt dann über die Systembenachrichtigung oder über die Xbox Einstellungen auch manuell anpassen, welchem Xbox-Profil auf der Konsole es zugewiesen sein soll. Ideal, falls man mal ein lokales Co-Op Spielchen plant und ein Chaos vermeiden will. Ältere Gamer werden sich da mit leichtem Grauen an das Xbox Wireless Headset an der Xbox 360 erinnern.

Den integrierten Akku für das Headset ladet ihr über das 3 Meter lange Micro-USB Kabel auf, das geht sogar während ihr zockt. Das dazu beigelegte Kabel ist sehr hochwertig verarbeitet und kann außerdem auch verwendet werden, das Play & Charge Kit eures Controllers zu laden (beides für euch getestet).

Das Mikrofon funktioniert einwandfrei und Dank exakter Kalibrierung wird auch nur das Gesprochene übertragen, Umgebungsgeräusche werden zuverlässig gefiltert.

Auf der linken Ohrmuschel habt ihr die Bedienelemente für den Sprachchat und könnt Anpassungen vornehmen: Soll mehr vom Partychat gehört werden oder seid ihr Solo unterwegs und wollt mehr Soundgenuss? Mittels Scrollrad könnt ihr stufenweise die Priorisierung in die eine oder andere Richtung vornehmen.

Die rechte Ohrmuschel gehört dem Razer Hypersense, dem haptischen Feedback auf die Ohren. Ihr könnt per Schiebeknopf entscheiden, ob es aktiviert oder ausgeschaltet sein soll. Bei aktivem Hypersense habt ihr eine ungefähre Akkulauzeit von ca. 5 Stunden, schaltet ihr es aus, werden bis zu 20 Stunden Spielspaß angegeben. Auch dort habt ihr ein Scrollrad, mit diesem könnt ihr die Intensivität des Feedbacks angeben. Es lohnt sich, ein wenig damit zu experimentieren, was einem je nach Spiel besser gefällt.

Testbericht Razer Nari Ultimate

Im Gegensatz zu vielen Konkurrenzprodukten unterstützt das Nari Ultimate das Microsoft-eigene Virtual Surround Format „Windows Sonic“ und nicht Dolby Atmos. Dieses ist gerade auf der Xbox praktisch, da Dolby Atmos auf der Konsole nur zum Aufpreis mittels In-App Kauf zur Verfügung steht und Windows Sonic kostenlos aktivierbar ist. Im Hinblick auf die Nutzbarkeit des Headsets am Windows 10 PC (mit Xbox Wireless Adapter) und dem dort verfügbaren Windows Sonic ein weiterer Pluspunkt.

Nichtsdestotrotz führte mich mein erster Weg zur Dolby Atmos App, die man sich als Demo herunterladen kann. Dort gibt es die Regenwald Demo, mit der damals bei der Gamescom 2017 in einem eigens installierten Kino Dolby Atmos für Xbox One X präsentiert wurde (Nicht-Gamer kennen es als Vorspann für Atmos aus dem Kino).

Ich habe die Demo gestartet und trotz anderem Codec hatte ich das volle Surround-Gefühl auf den Ohren. Mehr noch: Hypersense gab gefühltes Feedback auf die Ohren. Donnergrollen wanderte gefühlt von links nach rechts und Wassertropfen, die vom Himmel fallen, gaben einzelnes punktuell ausschlagendes Feedback auf die Muscheln.

Ermöglich wird das durch die innovative Technik eines deutschen Start Up Unternehmen namens Lofelt. Während die meisten haptischen oder Force Feedback Geräte einen Motor haben, der die gesamte Fläche anspricht, erlaubt der Sensor und die Mechanik von Lofelt, einzelne punktuell angepeilte Signale. Besonders kann man dies wie oben erwähnt in der Atmos-Demo wahrnehmen, aber auch in Spielen, bei der es auf differenzierte Soundwiedergabe ankommt.

Testbericht Razer Nari Ultimate

Als Referenz wird dabei von Razer Gears 5 genannt, dementsprechend war dies das erste Spiel, das von mir angetestet wurde. Ich bin als Noob vorm Herrn in den Versus-Modus gegangen und habe direkt eine andere Wahrnehmung ausmachen können.

Schritte hinter mir oder auch von der Seite kommend wurden durch den Surround Sound entsprechend in den Ohrmuscheln räumlich wiedergegeben, mehr noch, die Schritte gab es als leichtes Klopfen auf die Ohren, so dass man Feindbewegungen leichter orten konnte. Am Deutlichsten wurde das, wenn Gegner hinter Mauern in Deckung gingen und nicht gesehen werden konnten. Wanderte der Gegner in Deckung nach links oder rechts, spiegelte das neben dem Sound auch das haptische Feedback wider und verschaffte mir einen kleinen spielerischen Vorteil, da ein eventueller Überraschungsangriff nicht mehr fruchten konnte.

Das zweite Spiel, welches ich ausprobierte, war Forza Horizon 4. In diesem war der Effekt nicht ganz so deutlich auszumachen, da Motorengeräusche oder Offroad-Fahren ein permanentes Grummeln und Vibrationen erzeugen. Dafür orientiert sich aber das Hypersense umso mehr am integrierten Forza Radio und sorge so für Schwung. Sei es nun im Classic Radio zu „Hall of the Mountain King“ oder einem neueren Song, die treibenden Bässe pulsieren in den Ohren und heizen dich noch mehr an.

Dies wird auch dadurch unterstrichen, dass sämtliche anderen Multimedia-Apps unterstützt werden. Sei es die TV App, Amazon Prime, Netflix, Youtube oder Spotify. Gerade bei Spotify hatte ich noch ein größeres „WOW! Erlebnis“, als ich Rammstein anschmiss und der Bass und das Schlagzeug das Hypersense zu Höchstleistung auflaufen ließen.

Dazu kommt, dass der Sound über 50mm Driver auf die Ohren gegeben wird, während andere Headsets z.B. von Astro oder SteelSeries nur mit 40mm aufwarten können.

Bei all diesen Tests empfand ich das Tragegefühl sehr angenehm. Auch als Brillenträger kann ich auch bei längerer Nutzung kein unangenehmes Druckgefühl wahrnehmen. Dafür sorgen die kühlenden Gelpads, die mit dem Memory-Foam unter der Kunstleder-Auflage verarbeitet sind, sowie die unsichtbaren Aussparungen auf Höhe der Brillenbügel. Auch Sessions von 3-4 Stunden wurde es an den Ohren nicht „schwitzig“.

Testbericht Razer Nari Ultimate

 

Mein Fazit: Mehr fürs Geld geht nicht!

Ihr bekommt ein komplett kabelloses Headset, mit dem sonst nur das SteelSeries 9x in selber Preiskategorie, ebenfalls mit Xbox Wireless, aufwarten kann. Headsets wie das Astro A40 und einige Turtle Beach, ausser den Stealth 600/700, benötigen einen Adapter oder eine Basisstation. Diese haben allerdings kein Hypersense, und das ist der Deabreaker!

Niemals habe ich Gaming so intensiv und immersiv erlebt wie mit dem haptischen Feedback des Razer Nari Ultimate. Und wie beschrieben, nicht nur beim Gaming: Ich sah mir mit dem Nari Ultimate „Marvels Avengers Endgame“ an und der Endkampf fühlte sich an wie im Kino, als ich im 4D-Rüttelsitz jeden Hammerschlag von Cap gegen Thanos fühlte.

Für Manche ist ein Fehlen von Bluetooth für Windows 10 PCs ein Minuspunkt: Da aber viele Xbox-Zocker für den PC auch den Wireless Adapter nutzen oder wie im Surface Book oder Surface Pro Xbox Wireless integriert haben, ist das ein Punkt, der nicht so stark ins Gewicht fällt. Auch habt ihr mit dem Windows Sonic Format einen weiteren Pluspunkt, wenn ihr überwiegend auf Microsoft Geräten unterwegs seid.

Wenn ihr auf der Suche nach einem hochwertigen und kompromissloses Headset für die Xbox One seid, dann solltet ihr das Razer Nari Ultimate auf jeden Fall in die engere Wahl nehmen. Erhältlich ist es ab sofort und direkt über den Razer-Store. Der Preis beträgt 219,99 Euro.

Zum Schluss noch die Spezifikationen:

Testbericht Razer Nari Ultimate

Über den Autor
Daniel Heithorn
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Microsoft-Padawan seit MS-DOS 5.0 und Windows 3.1 | Überzeugter Surface, Office 365 und Xbox One X User | Xbox FanFest süchtig | RIP Windows Phone & Microsoft Band 2

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Kommentare
  1. Da gab's doch mal das Xtatic 2 von Sharkoon, das hatte im Bügel Vibrationsmotoren, die dir dann den Kopf geballert haben. Also nicht ganz Welt erstes Haptik Headset.
    BTW, das Micro hat im Test wohl bescheiden abgeschnitten.
    Bei Dolby Atmos for Headphones war doch bisher ein Vorteil, dass es hardwareunabhängig mit jedem Headset genutzt werden kann. Bezieht sich das "nicht unterstützt" nur auf die Tatsache, dass Dolby Atmos for Headphones gekauft werden muss?
    Seit dem einmaligen Kauf von Dolby Atmos for Headphones kann ich sowohl am PC als auch an der Xbox tollen Sound mit meinem Sennheiser PC 360 genießen.
    Ansonsten sind kabellose Geräte zum Zocken nicht mein Fall.
    @Lille, Windows Sonic und Dolby Atmos sind verschiedene Standards und Zertifizierungen. Ähnlich wie beim Bild HDR und HLG von unterschiedlichen Herstellern.
    Vieles was Dolby Atmos unterstützt wird auch Windows Sonic wiedergeben, nur nicht offiziell unterstützt. Wie gesagt ich habe die Dolby Atmos App benutzt und hatte auch da ein starkes räumliches Geühl.
    @Papa Demand XX, in dem Test geht es um ein Kabelloses Headset. Dementsprechend das erste Kabellose Headset mit Haptischer Funktion.
    Bitte korrigieren. Auch Turtle Beach bietet Headsets an die KEINEN Adapter benötigen. Mein Stealth 600 wie auch der Stealth 700 werden via Xbox Controller Protokoll mit der Xbox verbunden.
    Ich habe meinen ersten Kommentar bearbeitet, da ich über Dolby Atmos for Headphones und nicht Dolby Atmos sprechen wollte.
    Auf der Herstellerseite gibt's folgendes: "Dolby Atmos for Headphones allows you to experience Dolby Atmos (for Xbox and Windows 10) through any set of headphones. ANY set of headphones, so no need to replace your favorites."
    https://developer.dolby.com/blog/dolby-atmos-for-headphones/
    Ja Lille, wie ich sagte, es sind "nur" unterschiedliche Zertifizierungen. das Nari Ultimate funktioniert auch einwandfrei mit Dolby Atmos Inhalten. Es ist ja virtueller Surround, weshalb der Dolby Atmos code auch einfachen 40€ Stereo Headsets beiliegt wie dem RIG400
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