Hologramm 2.0 - HoloLens 2 vorgestellt

Hologramm 2.0 - HoloLens 2 vorgestellt

Die erste Generation der HoloLens aus dem Jahr 2015 war ein beeindruckendes Gerät! Vor wenigen Stunden wurde die zweite Inkarnation in Barcelona vorgestellt. Was die HoloLens 2 nun mehr drauf hat, erfahrt Ihr im Folgenden.

„Höher, weiter, besser“

Das Sportlermotto zählt auch bei der zweiten Generation der HoloLens. Alex Kipman und sein Team zeichnen sich erneut für die Entwicklung verantwortlich. In drei Kernbereichen sind Verbesserungen eingeflossen:

  • Immersion.
  • Tragekomfort.
  • Nutzbarkeit „out-of-box“.

Das Sichtbarste beim Hologramm-Computer ist das Sichtfeld. Gegenüber dem Erstling aus 2015 konnte durch neue MEMS-Bildschirme der Bereich verdoppelt werden. Laut Kipman ist die HoloLens 2 der einzige Hologramm-PC, der je Grad Sichtfeld 47 Pixel darstellen kann. Eine solches Feld bedeutet, dass man eine acht Punkt große Schrift auf einer 2K-Auflösung lesen kann. Pro Auge werden die Hologramme in 2K-Auflösung dargestellt. Insgesamt soll das Sichtfeld etwas größer ausfallen, als beim Konkurrenten Magic Leap. Zudem kann die Holographic Processing Unit, einem extra von Microsoft entwickelten Prozessor, nun neben den Augenbewegungen bis zu zehn Finger gleichzeitig tracken. Dadurch werden neue Interaktionen möglich, beispielsweise lassen sich Hologramme nun auch antippen – analog zu einem Touchscreen. Das soll zu einer möglichst intuitiven Bedienung führen.

All die beeindruckende Immersion nützt wenig, wenn die Brille unangenehm zu tragen ist. Darum hat sich Microsoft die Mühe gemacht und neben Kundenfeedback auch tausende Köpfe von HoloLens-Nutzern mittels 3D-Scanner vermessen. Das Ziel: Die HoloLens 2 soll angenehmer zu tragen sein. Zum einen weil der Verstellbereich angepasst wurde, zum anderen gibt es eine neue Polsterung. Und das Brillengestell lässt sich – wie bei einer Skibrille oder den Windows Mixed Reality Headsets – hochklappen, ohne das man die HoloLens 2 komplett abnehmen muss.

Viele der ersten Kunden mussten einige Zeit aufwenden, ehe Sie wirklich Ihre HoloLens in den produktiven Einsatz bringen konnten. Denn das Setup gestaltete sich schwierig. Doch nun sind nicht nur ein paar Jahre ins Land gegangen, sondern es gibt auch neue Services, die direkt zum Marktstart der HoloLens 2 bereit stehen. Einerseits offeriert Microsoft mit Dynamics 365 Remote Assist, Guides und Layout einige vorinstallierte Apps, die bei der Einrichtung helfen. Andererseits gibt es schon einige Software von Partnerunternehmen, die Erfahrungen mit der ersten Generation gesammelt haben und Ihre Apps nun zur Verfügung stellen. So kann die zweite Generation schneller in den rauen Alltag entlassen werden.

Offene Welt – typisch Microsoft

Ja, das hört sich für manche langjährige Microsoft-Fans immer noch seltsam an. Doch während der Präsentation der HoloLens 2 wurde die neue Offenheit seitens der Redmonder erneut deutlich. Neben dem Microsoft Store wird es nun auch möglich sein, aus beliebigen Quellen, Apps auf der HoloLens 2 zu installieren. Laut Kipman wünscht man sich ausdrücklich andere App Stores, die parallel zum Microsoft Store auf dem neuen Hologramm-PC ihr Zuhause finden. Interessierte App-Entwickler bitte hier entlang. Tim Sweeney von Epic Games wird mit seinem Unternehmen die neue Generation HoloLens unterstützen und die Unreal Engine 4 auf den Hologramm-Computer bringen. Er hat sich auch immer mal wieder öffentlich negativ über geschlossene Ökosysteme geäußert. So kritisierte er in der Vergangenheit lautstark Microsofts UWP-Plattform, weil diese ein geschlossenes Ökosystem darstelle und das den PC-Spielebereich kaputt mache. Mit dem nun bewusst offenen Plattform-Ansatz von Microsoft kann sich Sweeney offenbar besser anfreunden.

Ebenfalls neu sind die Azure Mixed Reality Services. Bei diesen handelt es sich um Software-Bausteine für Mixed Reality-Anwendungen. Einerseits wurde Azure Spatial Anchors vorgestellt. Damit kann man eine Augmented Reality-App entwerfen, die dann den Inhalt direkt mit der HoloLens 2 teilen kann.

Daneben ist mit Azure Remote Rendering ein Dienst vorgestellt worden, womit sich aufwendige graphische Renderings auf den Azure-Servern durchführen lassen und dann in Echtzeit an die HoloLens 2 geschickt werden können.

Der Kern ändert sich

Im Inneren der HoloLens 2 steckt nun nicht mehr ein Intel Atom x7-Chip, wie beim Vorgänger. In der nun vorgestellten Version werkelt ein Qualcomm Snapdragon 850. Daneben sitzt die von Microsoft selbst entwickelte Holographic Processing Unit; falls Ihr dazu mehr wissen wollt, schaut hier mal. Zudem ist eine acht Megapixel-Kamera verbaut. Denn zur schnelleren Anmeldung wird der Irisscanner via Windows Hello verwendet. Es können auch mehrere Nutzer hinterlegt werden. Für die drahtlose Kommunikation ist einerseits Bluetooth 5.0 und andererseits ein Dualband WLAN-AC-Modul verbaut. Aufgeladen wird der interne Akku via USB-C. Die Akkulaufzeit soll zwischen zwei und drei Stunden liegen.

Die HoloLens 2 kann ab sofort vorbestellt werden. Der Preis beträgt 3.500 US-Dollar. Eine deutliche Preissenkung zur ersten Version, die noch 5.000 US-Dollar kostete. Wem das immer noch zu viel ist, für den offeriert Microsoft Bundles bestehend aus Dynamics 365-Software und der HoloLens 2 für monatlich 125 US-Dollar. Wie auch schon bei Generation 1 ist die HoloLens 2 nur für Entwickler und Unternehmenskunden erhältlich.

Quelle: Microsoft

Über den Autor
Claus Ludewig
Ich bin mit Windows 98 aufgewachsen und habe seitdem jede Windows- und Office-Version genutzt. Zum Entspannen dient die Xbox. Neben der engen Verbundenheit zu Microsoft-Produkten, schaue ich auch gerne mal über den Tellerrand hinaus in die weite Welt. Ich interessiere mich für alles, was vier Räder hat. In diesem Sinne nehme ich Euch gerne zu einer Spritztour mit.

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Kommentare
  1. Du schreibst, sie sei wie die Generation I nur für Unternehmen, etc.
    Aber man konnte sich doch die erste Version zulegen, wenn man denn wollte.
    Und nun bei der Generation II wird es, wie es aussieht, auch dem Endkunden schmackhaft gemacht.
    Spieleentwickler kommen an Bord und der Focus geht hin zu den App Stores.
    Ich würde mir wirklich wünschen, dass es für den kleinen Kunden interessanter wird.
    Die erste Generation hat mich beim testen schon umgehauen.
    "Er hat sich auch immer mal wieder öffentlich negativ über geschlossene Ökosysteme geäußert. So kritisierte er in der Vergangenheit lautstark Microsofts UWP-Plattform, weil diese ein geschlossenes Ökosystem darstelle und das den PC-Spielebereich kaputt mache."
    Deswegen die Exklusivverträge für den eigenen Epic-Store, weil er keine geschlossenen Ökosysteme mag. Sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen.
    Das mit den 47 Grad Sichtfeld stimmt so nicht. Die Rede war immer von 47 Pixel pro Grad Sichtfeld (also die Pixeldichte) und es wurde keine genauen Sichtfeldwinkel angegeben (nur das der sichtbare Bereich jetzt doppelt so groß ist, wie es auch im Artikel steht)
    Wen ich mir so die Reaktionen anschaue, muss man sagen: der Wow-Effekt der ersten Generation ist weg!
    Dennoch, die Hololens 2 ist eine beeindruckende Ingenieurleistung und zeigt wie ungeheuerlich der Vorsprung von Microsoft in technischer und prozessualer Hinsicht ist. Microsoft hat mit der neuesten Generation deutlich geliefert und Konkurrenten wie Magic Leap erneut auf ihre Plätze verwiesen.
    Windows Mixee Reality lebt und die VR-Headsets der OEMs werden davon nur profitieren.
    Die Holo Lens ist schon ein beeindruckendes Stück Technik.
    Allerdings bin ich nach wie vor kein Kunde für solche Brillen solange ich so ein klobiges Reisenteil auf den Kopf setzen soll.
    @Blade VorteXx
    Ob MS da wirklich technisch einen so großen Vorsprung hat wie du glaubst weiß niemand so genau.
    Die Richtung in die MS die Holo Lens entwickelt ist überwiegend für Business Kunden während die Anderen sich auf den Endkunden bzw. Massenmarkt konzentrieren und dabei immer den Endpreis niedrig halten müssen. Das heißt aber noch lange nicht das sie nicht in der Lage sind bessere Geräte zu produzieren.
    Die HoloLens 2 mag vielleicht beeindruckend sein, aber sie ist nichts für uns.
    Zwischen Menschen mit iPhones die mit Google suchen, habe ich wirklich mehr erwartet. Für uns.
    Dr. Windows darf sich wohl bald in Dr. Business unbenennen ... later this year. ;)
    Aber hey, dass Smartphone ist ja auch schon 2017 gestorben und Alex Kipman sieht mit der HoloLens aus wie immer. :D
    Aber nochmal, wieso der MWC? Das war mal so was von fehl am Platz.
    Als reiner Consumer bin ich fast eingeschlafen. :sleep
    Und ich dachte Dr. Windows ist für alle da und nicht nur für Consumer. Ich fand die Vorstellung der HoloLens 2 super. Mehr habe ich nicht erwartet
    Er meint, dass Dr Windows gar nicht mehr für Consumer da sein kann, weil Microsoft deren Bereiche einstampft. Stimmt in Teilen ja auch, aber ein paar Sachen gibt's von MS dann doch noch für normale Endkunden.
    @Nebu: Auch die HoloLens 1 konnte man bei Microsoft selbst - offiziell - beziehen. Aber es gab nur eine "Developer-Edition" für 3.000 US-Dollar und eine "Commercial-Edition" (für ca. 5.500 Euro), die für Unternehmen gedacht war. Der normale Consumer konnte sich die HoloLens 1 nie - offiziell - kaufen. Sie/Er musste schon als Entwickler registriert sein...
    Bei der HoloLens 2 hingegen gibt es - offenbar - keine zwei verschiedenen Versionen mehr, sondern nur noch eine Variante für 3.500 US-Dollar. Egal, ob man Entwickler oder Unternehmenskunde ist.
    Bei der Registrierung für die Vorbestellung muss man den Job bzw. das Unternehmen zwingend angeben. Daraufhin wird man von einem Mixed Reality-Mitarbeiter von Microsoft kontaktiert, der dann nach dem Business-Einsatz der HoloLens 2 fragt.
    Nix für normale Consumer also.
    Das "Problem" bei normalen Consumern ist, dass man dort irgendeine "Killer-App" also etwas benötigt, warum man sich unbedingt so ein Gerät aufsetzen sollte. Und genau da gibt es - aktuell - schlicht und ergreifend nichts!
    Tim Sweeney entwickelt mit seinem Spieleunternehmen nämlich auch die Grafikengine "Unreal Engine". Und dieses Stück Software kann nicht nur bei Spielen zum Einsatz kommen, sondern bei verschiedenen grafischen Simulationen.
    Unabhängig davon, müssen die Endkunden es auch wollen, sich eine Brille aufzusetzen.
    @Dave Chapelle: Danke sehr! Ich habe das nun im Artikel präzisiert. Es sollte - tatsächlich - 47 Pixel pro Grad Sichtfeld heißen. Argh, wenn die Finger zu schnell tippen. Sorry.
    Es sieht so aus, das einiges von den Verbesserungsvorschlägen und Wünschen meiner Kollegen aus der Aufzugssparte meines Arbeitgebers umgesetzt wurden. Der Einsatz der HoloLens 1 ist bei denen bisher sehr erfolgreich gewesen und hat dazu geführt, das man über weitere Einsatzmöglichkeiten im Konzern nachdenkt. Die HoloLens 2 wird das mit Sicherheit beflügeln.
    Ist schon schön die HoloLens. Augmented Reality dürfte sich aber auf den Bereich Businesskunden beschränken, für den Consumer Markt ist die Technologie endgültig tot. Bis heute hat es niemand geschafft wirklich bezahlbare Geräte auf den Markt zu bringen, und das wird auch nichts mehr.
    Wenn das mit der Erkennung der Fingerführung weiter verfolgt wird, könnte in einigen Jahren Chirurgen schwierige Operationen simulieren/trainieren.
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