Huawei MateBook 13: Hübsche Mittelklasse mit tollem Bild, aber schwachem Akku

Huawei MateBook 13: Hübsche Mittelklasse mit tollem Bild, aber schwachem Akku

Seit einigen Wochen sind zwei neue Notebooks von Huawei auf dem deutschen Markt vertreten. Meine Eindrücke vom MateBook X Pro hatte ich euch bereits ausführlich geschildert, heute ist der „kleine Bruder“ an der Reihe. Das MateBook 13 ist dem MateBook X Pro nicht unähnlich, mit einem Startpreis von unter 800 Euro ist es allerdings erheblich günstiger. Nicht nur deshalb gefällt es mir in einigen Punkten sogar besser als das Premium-Modell.

Starten wir zunächst wie immer mit dem Steckbrief:

Technische Daten des Huawei MateBook 13

  • 13 Zoll Display, 2.160×1.440 Pixel
  • Intel Core i5-10210U mit Intel UHD 620 Grafik oder
  • AMD Ryzen 5 3500U mit Radeon Vega 8 Grafik
  • 8 GB RAM
  • 512 GB SSD
  • Anschlüsse 2xUSB-C, 3,5mm Audio
  • Drahtlos: WiFi: IEEE 802.11 a/b/g/n/ac (2,4/5 Ghz), Bluetooth 5.0
  • Webcam: FHD-Frontkamera
  • Fingerabdruck-Scanner im Power-Button
  • Akku: 41,7 Wh, angegebene Laufzeit bis 9 Stunden im Office-Betrieb
  • Betriebssystem: Windows 10 Home
  • Maße: 286x211x14,9mm
  • Gewicht: 1.300 Gramm
  • Farbe: Space Grey
  • Preis (UVP): 779 Euro mit AMD-CPU, 876 Euro mit Intel-CPU

Design und Verarbeitung

Das MateBook 13 ist sehr kompakt – etwas kleiner als ein DIN A4 Blatt, um genau zu sein. Das Gewicht von 1.300 Gramm passt irgendwie überhaupt nicht dazu, aber Leichtbau-Materialien sind nun mal teurer, und wir haben es hier mit deinem Gerät zu tun, welches vor allen Dingen über den Preis auf Käufersuche geht.

Die Verarbeitung ist gewohnt hochwertig. Ich hatte beide Huawei-Geräte zeitgleich im Einsatz und konnte so Vergleiche ziehen. Rein von der Haptik und der Verarbeitung her hätte man nicht ahnen können, dass zwischen den beiden Geräten ein Preisunterschied von über 1.000 Euro liegt.

Trotz des 4,4mm schmalen Rahmens und einer Screen to Body Ratio von 88% hat Huawei die Webcam im Lid untergebracht. Na also, es geht doch. Ich würde es begrüßen, wenn Huawei das wieder zum Standard macht und auf die in der Tastatur versenkbare Webcam verzichtet. Es ist ein nettes Gimmick, aber aufgrund der Perspektive unter dem Strich keine gute Lösung.

Huawei MateBook 13 und MateBook X Pro 2020

Links das Huawei MateBook 13, rechts das MateBook X Pro

Display

Das Display des MateBook 13 bietet eine für diese Preisklasse hohe Auflösung von 2.160×1.440 Pixel und stellt sowohl Text als auch Bilder und Videos hervorragend dar. Hätte ich die beiden MateBooks unabhängig voneinander getestet, dann hätte ich vermutlich geurteilt, dass sie genau gleich gut sind. Erst im direkten Vergleich sieht man, dass beim MateBook X Pro die Farben noch ein wenig brillanter sind. Bei der Darstellung von reinem Text hat das MateBook 13 dagegen die Nase leicht vorn.

Die Helligkeit lässt mit maximal 300 nits Helligkeit zumindest im Innenbereich keine Wünsche offen. Für die Arbeit auf dem Balkon ist es wie alle Laptops mit Hochglanz-Display nur äußerst eingeschränkt zu empfehlen. Da es keine Touch-Funktion gibt, hätte ich für ein mattes Display wie beim MateBook D14 plädiert.

Die fehlende Touch-Funktionalität ist für mich persönlich auch das größte Manko beim MateBook 13. Ich kann nicht mehr ohne, aber das ist selbstverständlich eine Frage der persönlichen Vorlieben.

Tastatur und Touchpad

Bei der Tastatur gilt im Vergleich mit dem MateBook X Pro die gleiche Aussage wie beim Display. Hätte ich die Geräte hintereinander statt gleichzeitig bei mir gehabt, dann hätte ich gesagt: Die Tastatur ist bei beiden Geräten gleich. Ist sie aber nicht. Die Tasten an sich dürften die gleichen sein, in der Mechanik gibt es aber Unterschiede. Obwohl das MateBook 13 ein wenig dicker ist als das Pro, ist der Tastenhub ein wenig flacher und der Anschlag ist nicht ganz so griffig. Unter dem Strich aber lässt es sich auf dem MateBook 13 sehr gut tippen. In schummrigen Umgebungen hilft eine zweistufig regelbare Beleuchtung dabei, die richtigen Knöpfe zu treffen.

Das Touchpad ist etwas kleiner als beim MateBook X Pro, mit 12×6,5 cm aber immer noch ausreichend groß. Es arbeitet präzise, ist glatt, aber nicht zu glitschig und hat ein sehr angenehmes Klicken, was mir zuletzt wichtig geworden ist (ich nutze privat immer noch das Surface Laptop 2 und da geht mir das laute Touchpad inzwischen schrecklich auf die Nerven).

Huawei MateBook 13 Tastatur

Performance

Das MateBook 13 bekommt man wahlweise mit einem Intel Core i5-10210U oder mit einem AMD Ryzen 5 3500U. In meinem Testgerät steckte der Core i5, der erwartungsgemäß bei allen Alltagsaufgaben eine sehr gute Figur macht und für reibungsloses Arbeiten sorgt.

ABER: Die AMD-Variante ist fast 100 Euro günstiger, und nach meinen Erfahrungen mit dem Honor MagicBook 14 habe ich drei Empfehlungen für Kunden, die unschlüssig sind, zu welcher Version sie greifen sollen: AMD, AMD und nochmal AMD. Wie ihr wisst, arbeite ich nicht mit Benchmarks, sondern orientiere mich an der gefühlten Arbeitsgeschwindigkeit, und da sackt der Ryzen 5 3500U den aktuellen Core i5 locker ein. Geld spart man darüber hinaus auch noch, also was will man mehr.

Akkulaufzeit

Was will man mehr – das ist das richtige Stichwort zum Thema Akkulaufzeit. Die fällt beim MateBook 13 leider ein wenig dürftig aus. Offiziell nennt Huawei acht Stunden im Internet, neun Stunden Office-Betrieb oder 11,6 Stunden Videowiedergabe.

In der Praxis komme ich auf sechs bis sieben Stunden Laufzeit an einem typischen Büro-Arbeitstag bestehend aus Office/Mail, Internet, Musik hören und leichter Bildbearbeitung. Das ist zu wenig und bestenfalls mit niedrigen Preis zu entschuldigen.

Geladen wird über USB-C, das beigelegte Netzteil liefert 65 Watt (es ist das gleiche Modell wie beim MateBook X Pro). Von den beiden USB-C Ports rechts und links am Gehäuse kann nur der linke zum Aufladen verwendet werden. Steckt man den Stecker auf der rechten Seite ein, wird aber sofort ein Hinweis eingeblendet, dass man den anderen Port verwenden soll.

Huawei MateBook 13 2020

Sonstiges und Fazit

Das MateBook 13 ist mit dem separat erhältlichen MateDock kompatibel. Um das Bild darüber auf einen externen Monitor auszugeben, muss man allerdings den linken USB-C Port verwenden.

Für die nötige Kühlung sorgt ein aktiver Lüfter, den man im Alltag glücklicherweise selten wahrnimmt. Wenn er aber aufdreht, ist er nicht zu überhören, insofern sollten Nutzer, die oft rechenintensive Tätigkeiten ausführen, entweder Kopfhörer aufsetzen oder sich anderweitig umsehen.

Die Lautsprecher liefern einen ordentlichen Klang, da sie nach unten gerichtet sind, hängt das Klangbild aber stark vom Untergrund ab. Hat man das Notebook auf dem Schoß, kann man die Lautsprecher evt. auch verdecken.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Huawei mit dem MateBook 13 ein solides Gerät abliefert. Es hat keine überwältigenden Highlights, abgesehen von der kurzen Akkulaufzeit aber auch keine echten Schwächen. Das kompakte Design weiß zu gefallen und das Display ist für diese Preisklasse überdurchschnittlich. Das Einzige, was ich schmerzlich vermisse, ist die Touchbedienung. Wem das nicht wichtig ist, der kann hier bedenkenlos zugreifen.

Disclaimer: Das Testgerät wurde mir von Huawei leihweise überlassen, ohne Einflussnahme auf die Berichterstattung oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare

  1. Der Martin als Legofigur :-)
    Grundsätzlich bin ich schon seit eh und je bei AMD. Die Preise von Intel sind nur unverschämt. Ich achte genauso kickt auf Benchmarks und selbst wenn man spielt, war AMD bis auf ein paar Durchhängerjahre brauchbar.
    Kommt natürlich stets auf die eigenen Ansprüche an.
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