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Huawei MateBook 16s ausprobiert: Groß und stark

Huawei MateBook 16s ausprobiert: Groß und stark

Das MateBook 16s ist das bisher leistungsstärkste Gerät dieser Produktreihe. Das sage nicht ich, sondern Huawei, die das MateBook 16s vor knapp einem Monat auf den Markt gebracht haben, und ebenso lange war es bei mir zu Gast. Nun ist es Zeit, meine Eindrücke niederzuschreiben.

Wie üblich beginnen wir mit dem Steckbrief, damit Ihr Euch einen schnellen Überblick verschaffen könnt, womit wir es hier zu tun haben.

Technische Daten des Huawei MateBook 16s

  • 16 Zoll Display, 2.520×1.680 Pixel (3:2), Multitouch, 100% sRGB-Abdeckung, maximale Helligkeit 300 nits
  • Intel Core i7-12700H oder Intel Core i9-12900H
  • Intel Iris Xe Grafik
  • 16 GB DDR5  RAM
  • 1 TB NVMe PCIe SSD
  • Anschlüsse: 2xUSB-A 3.2, 2xUSB-C (einer mit Thunderbolt 4), HDMI 2.0, 3,5mm Klinke
  • Drahtlos: Wi-Fi 6, Bluetooth 5.2
  • 1080p Webcam mit KI-Funktionen
  • Fingerabdrucksensor
  • Betriebssystem: Windows 11 Home
  • Maße: 351x255x17,8mm
  • Gewicht: 1,99 kg
  • Farbe: Space Grey
  • Preis (UVP): 1.699 Euro (i7) / 1.899 Euro (i9)

Design und Verarbeitung

Ein Notebook mit 16-Zoll-Display hat es bauartbedingt schwer, schlank und elegant auszusehen. Das Design knüpft in jedem Fall nahtlos an die MateBook-Serie an, der man (nicht ohne Grund) nachsagt, sie sei vom Design der MacBooks inspiriert. Nicht ganz 18mm misst das Gerät an der dicksten Stelle, aufgrund der schmalen Ränder um den Bildschirm (90% Screen-to-Body ratio) ist es so kompakt, wie ein 16-Zoll-Notebook nun mal sein kann.

Die Verarbeitung ist erwartungsgemäß tadellos und den Einhand-Bedien-Test besteht das Lid über seinen gesamten Bewegungsradius ohne mit der Wimper bzw. der Basis zu zucken.

Über insgesamt zehn Schrauben ließe sich die Rückseite abnehmen, was ich allerdings nicht getan habe. Somit kann ich auch nicht sagen, wie leicht sich Komponenten wie SSD, RAM oder gar der Akku austauschen lassen.

Huawei MateBook 16s Seitenansicht

Display

Ich bin mir unsicher, ob ich schon mal ein 16-Zoll-Gerät mit einem Seitenverhältnis von 3:2 auf dem Tisch hatte, ich kann mich jedenfalls nicht erinnern. Es wurde allerdings höchste Zeit. Die Überlegenheit dieses Formfaktors bei Geräten, die primär zum Arbeiten gedacht sind, wird bei dieser Größe nochmals überdeutlich.

Die Auflösung beiträgt 2.520 x 1.680 Pixel, das ist im Alltag dicke ausreichend. Berücksichtigt man allerdings, dass Huawei das Gerät aufgrund des i7-Prozessors nebst Option auf den i9 auch bei Video- und Grafikdesignern anpreist, dürfte es durchaus etwas mehr sein. Das gilt auch für die maximale Helligkeit, die bei 300 nits liegt, wodurch man in hellen Umgebungen sehr schnell an Grenzen stößt.

Der Bildschirm bietet eine 100% Abdeckung des sRGB-Farbraums sowie eine Farbtreue von Delta E<1, darüber hinaus gibt es eine 3D LUT Hardware Kalibrierung, was unter dem Strich für außergewöhnlich farbtreue Wiedergabe sorgen soll und das MateBook 16s somit für professionelle Bildbearbeitung prädestiniert. Da ich kein professioneller Fotograf bin, kann ich in diesem Punkt nur die Herstellerangaben wiedergeben.

Mein subjektiver Laieneindruck vom Display ist jedenfalls sehr gut, wie bei allen Notebooks mit Intel-Grafik empfehle ich auch in diesem Fall die Installation der App „Intel Grafik Kontrollraum“ und die Deaktivierung des energiesparenden Displays in den Einstellungen der App. Der visuelle Gewinn gleicht den minimalen Verlust an Akkulaufzeit mehr als aus.

Huawei MateBook 16s Totale

Akkulaufzeit

Wo wir gerade über den Akku reden, handeln wir doch diesen Punkt gleich mit ab: Bis zu zehn Stunden Laufzeit verspricht Huawei für das MateBook 16s, bevor es (via USB-C) wieder aufgeladen werden muss.

Ich hatte angesichts der Größe des Displays schlimmste Befürchtungen und war daher dann doch positiv überrascht, dass ich bei mittlerer Helligkeit etwa 7,5 Stunden mit dem Gerät arbeiten konnte. Für ein Notebook dieser Größe und Leistungsklasse ist das absolut in Ordnung.

Tastatur und Touchpad

Die Tastaturen der MateBooks gehören schon seit einiger Zeit zu meinen Favoriten, das MateBook 16s knüpft daran nahtlos an. Gegenüber dem MateBook 16 vom letzten Jahr wurde der Tastenhub von 1,3 auf 1,5mm verlängert, entsprechend tippt es sich noch etwas besser. Der Druckpunkt ist angenehm, der verlängerte Tastenhub führt allerdings zu einer geringfügig höheren Geräuschentwicklung beim Tippen, die dann aber nicht weiter stört.

Eine zweistufige Tastenbeleuchtung ist ebenfalls vorhanden, wie bei allen anderen MateBooks ist mir der Unterschied zwischen beiden Stufen allerdings zu gering, die zweite Stufe dürfte ruhig kräftiger sein.

In ein großes Gerät passt auch ein großzügig bemessenes Touchpad. Mit 14×9 Zentimetern wird der Rahmen des Machbaren dann auch nahezu vollständig ausgereizt. Dank des Glas-Finish gleiten die Finger problemlos über die Oberfläche. Der „Klickwiderstand“ dürfte für meinen Geschmack etwas geringer sein, aber irgendwann lerne auch ich vielleicht noch, dass man ja gar nicht klicken, sondern nur antippen muss. Insofern könnte das sogar bewusst so gemacht worden sein.

Huawei MateBook 16s Tastatur

Sound

Die zwei großen Lautsprecheröffnungen links und rechts der Tastatur wecken hohe Erwartungen, die dann allerdings nicht so ganz erfüllt werden. Der Klang ist ausgewogen und gut, hier wurde aber eindeutig Potenzial verschenkt. Positioniert man sich mit dem Gesicht frontal gegenüber der Tastatur, ist der Klang großartig, in der normalen Arbeitshaltung fällt er dann aber hörbar ab. Da wurde die Optimierung der Abstrahlung wohl „vergessen“.

Da man außerdem beim Tippen unweigerlich immer wieder die Lautsprecher mit den Händen teilweise verdeckt und sich das hörbar auswirkt, würde ich den Klang unterm Strich nur als befriedigend beurteilen.

Intelligente Webcam

Die in der Tastatur versenkbare Webcam hat bei Huawei mehr und mehr ausgedient, dem MateBook 16s spendiert man eine hochauflösende 1080p- Webcam mit Weitwinkel-Option und optionalen KI-Funktionen.

Kleinere Bewegungen vor der Kamera gleicht diese aus und rückt die Person vor dem Bildschirm wieder ins Zentrum. Die Kamera beherrscht außerdem den „gefälschten Augenkontakt“, der dem Gegenüber suggeriert, man schaue direkt in die Kamera, auch wenn der Blick gerade leicht abschweift (wenn euer Gegenüber in einer Videokonferenz sehr unnatürlich blinzelt, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass eine derartige Funktion aktiv ist).

Last but not least lassen sich virtuelle Hintergründe aktivieren, wie man das aus Teams und Co. kennt.

Sonstiges und Fazit

Das MateBook 16s setzt sich mit Leichtigkeit an die Spitze von Huaweis Laptop-Portfolio und bietet ordentlich Leistung fürs Geld. Allerdings muss man diese Leistung auch wirklich abrufen, wenn sich die Investition lohnen soll. Schade, dass Huawei die Konfiguration mit Intel Core i5, die meiner Meinung nach für die allermeisten Aufgaben dicke ausreichen würde, bislang nicht auf dem deutschen Markt anbietet.

Erfreulich ist, dass ich den Lüfter während meiner Arbeit praktisch nie wahrgenommen habe, allerdings habe ich die Leistung, die das Gerät bietet, wohl auch nie wirklich abgerufen.

An den großen Bildschirm könnte ich mich gewöhnen, zumindest solange ich weiterhin überwiegend von zu Hause arbeite. Als Gerät für unterwegs wäre es mir zu groß und zu schwer, da würde ich dann lieber wieder zu einem kompakteren Gerät greifen.

Weitere Infos zum Produkt findet Ihr bei Interesse auf der offiziellen Homepage:

HUAWEI MateBook 16s – HUAWEI Deutschland

Disclaimer: Das hier besprochene Gerät wurde mir von Huawei leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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