Huawei MateBook X Pro im Test: Das fast perfekte Laptop

Huawei MateBook X Pro im Test: Das fast perfekte Laptop

Bei einem Produkt-Review den richtigen Einstieg zu finden, fällt mir immer ein wenig schwer. Heute ganz besonders, denn ich möchte meiner Begeisterung gleich in der Einleitung freien Lauf lassen, gleichzeitig aber den Eindruck vermeiden, hier ginge etwas nicht mit rechten Dingen zu. Ich habe das Huawei MateBook X Pro drei Wochen lang getestet, und ich habe es dabei so lieb gewonnen wie selten irgendein anderes Notebook. Böte man es mir zum Tausch gegen mein Surface Laptop an – ich müsste keine Sekunde überlegen.

Ich könnte diesen Testbericht betont kurz halten: Schaut euch meinen Test des MateBook X an, der witzigerweise genau heute vor einem Jahr erschienen ist (das war wirklich Zufall, denn eigentlich sollte das Review noch vor der gamescom raus), und streicht so ziemlich alle Kritikpunkte. Huawei hat ein schon vorher sehr gutes Produkt in entscheidenden Details verbessert und es so ganz nahe an die Perfektion gebracht.

Let’s do the Spec-Dance – das hier sind die technischen Daten des MateBook X Pro:

  • 13,9 Zoll, 3.000 x 2.000 Pixel,  Multitouch
  • CPU: Intel Core i5-8250U oder i7-8550U
  • Grafik: Nvidia GeForce MX150
  • RAM: 8 oder 16 GB
  • Festplatte: 256 oder 512 GB SSD
  • Schnittstellen: 2 x USB-C 3.1 mit Thunderbolt 3, 1 x USB Type A, 3,5mm Audio
  • Bluetooth 4.1
  • Wifi: 802.11a/b/g/n/ac, 2.4/5 GHz
  • Dolby Atmos Soundsystem
  • Windows Hello kompatibler Fingerprint-Reader im Power-Button
  • Abmessungen: 304 x 217 x 14 mm
  • Gewicht: 1.300 Gramm
  • Betriebssystem: Windows 10 Home
  • Akku: 5.449 mAh, Laufzeit bis zu 12 Stunden (offizielle Angabe)
  • Preis: ab 1.499 Euro

Die Ausstattungsvarianten und deren UVP’s:

  • Core i5 / 8 GB RAM / 256 GB SSD: 1.499 €
  • Core i7 / 8 GB RAM / 256 GB SSD: 1.699 €
  • Core i7 / 16 GB RAM / 512 GB SSD: 1.799 €

Was hat sich gegenüber dem Vorgänger geändert? Natürlich kommen die Intel-CPUs der achten Generation zum Einsatz, die Auflösung wurde kräftig erhöht, es gibt jetzt einen dedizierten Grafikchip und das Display ist um 0,6 Zoll gewachsen, außerdem verfügt es jetzt über Touch. Das Gehäuse ist ebenfalls ein paar Millimeter in alle Richtungen expandiert, wodurch Huawei in dem immer noch dünnen Gehäuse einen USB-Port unterbringen konnte. Dieser liefert übrigens satte 10 W Ausgangsleistung (5 V / 2A) und kann daher auch problemlos das Smartphone auftanken. Das alles zusammen hat eine recht stattliche Gewichtszunahme zur Folge. Wog der Vorgänger nur 1.050 Gramm, bringt der Nachfolger ein halbes Pfund mehr auf die Waage. Ich beurteile das dennoch positiv, denn dem ersten MateBook X merkte man förmlich an, dass die Entwickler alles heraus holen wollte. Dabei blieb stellenweise die Vernunft auf der Strecke, weshalb ich in meinem Test damals von „Function follows Form“ gesprochen habe.

Huawei MateBook X Pro

Design und Verarbeitung

Wer beim Design des MateBook X Pro Pate stand, wissen wir noch vom letzten Jahr, hier hat man sich kräftig von Apple inspirieren lassen. Das ändert aber nichts daran, dass der etwas dickere und schwerere Nachfolger nichts von seinem Charme eingebüßt hat und sehr kompakt in der Hand liegt. Das Gehäuse besteht vollständig aus Metall und ist so hochwertig verarbeitet, wie man das in dieser Klasse erwarten darf. Die Ränder um das Display sind noch etwas dünner geworden, und die Lautsprecher hat man jetzt links und rechts neben der Tastatur platziert.

Display

Das Display ist von 13,3 auf 13,9 Zoll angewachsen, bei der Auflösung wurden aus  2.160×1.440 nun 3.000 mal 2.000 Pixel. Das sieht nicht nur auf dem Papier gut aus, sondern auch in Natura. Das Display ist brillant – Farbdarstellung, Kontrast, Bild- und Textschärfe – hier gibt es nichts zu Meckern. Das Display stellt sich mit dem der Surface-Reihe von Microsoft, die für mich als Referenz gilt, auf eine Stufe.

Huawei hat außerdem einen Touchscreen verbaut – das war für mich einer der größten Mängel beim Vorgänger. Ich weiß, hier gehen die Meinungen auseinander, für mich persönlich kommt ein Laptop ohne Touch eben einfach nicht mehr in Frage. Negativer Nebeneffekt ist allerdings, dass das Display nun etwas stärker spiegelt. Da es aber etwas weniger spiegelt als beim Surface, ist es für mich unter dem Strich Punktsieger.

Sound

Der Sound hat mich schon beim Vorgänger beeindruckt. Ich weiß nicht, ob die Lautsprecher überarbeitet oder nur anders platziert wurden, aber ich möchte behaupten, dass der Klang nun noch etwas besser ist. Mitten und Höhen werden beeindruckend klar wiedergegeben, an Bass fehlt es natürlich. Um es ein wenig greifbarer zu machen: Feine Synthesizer-Klänge kommen hervorragend rüber (ich hörte „Cambodia“ von Kim Wilde), Hardrock und Heavy Metal kommen auch noch gut, wenn es wie bei AC/DC oder Iron Maiden eher schrill zugeht. Bei etwas dumpferen Klängen wie bei meiner derzeitigen Lieblingsband Amon Amarth fehlt dann aber doch der Kick.

Huawei MateBook X Pro

Tastatur und Trackpad

Ich hab die Maße nicht mehr griffbereit, aber wenn ich die Bilder vergleiche, dann wurde das schon vorher großzügig bemessene Trackpad nochmals vergrößert und misst jetzt 12 mal 8 Zentimeter. Die Tastatur verfügt über eine zweistufige Tastenbeleuchtung, fasst sich hochwertig an und hat einen angenehmen Druckpunkt. Beim letztjährigen Modell habe ich den kurzen Tastenhub kritisiert, das trifft zwar nach wie vor zu, aber es schreibt sich auf dieser Tastatur unfassbar geschmeidig. Meine Lieblings-Tastatur ist nach wie vor die des Surface Book, gegenüber dem Surface Laptop aber hat das Keyboard des MateBook X Pro die Nase vorn. Das ist natürlich ein subjektiver Eindruck, hier gibt es keine allgemeingültige Wahrheit. Das beste Keyboard ist jenes, das für dich das beste ist.

Ein Hauch von James Bond

Wer seine Webcam aus Angst vor Spionen überklebt, kann sich das beim MateBook X Pro sparen. Dort ist sie nämlich in der Tastatur versenkt und wird nur bei Bedarf ausgeklappt. Ein nettes Gimmick, das allerdings eine gewöhnungsbedürftige Froschperspektive zur Folge hat. Je Doppelkinn, desto schlimmer.

Huawei MateBook X Pro

Ganz und gar kein Gimmick, sondern immer noch genial ist der Fingerabdruckleser, der wie beim Vorjahresmodell in den Powerknopf integriert ist. Man schaltet das Gerät ein und ist sofort angemeldet. Maximaler Komfort, ohne auf Sicherheit verzichten zu müssen. Dieser Lösung fehlt gegenüber der Gesichtserkennung zwar ein wenig die Coolness, es ist aber eindeutig die schnellere Variante.

Mate Dock 2 im Lieferumfang

Das Mate Dock 2 ist nach wie vor im Lieferumfang enthalten, und es handelt sich dabei um die selbe Version wie im letzten Jahr, weshalb ich ganz frech auch das alte Foto nehme. Es bietet einen USB-C Port, über den auch geladen werden kann, sowie HDMI, VGA und auf der hier nicht sichtbaren Seite einen USB-Anschluss. Das Ansteuern eines externen 4k-Monitors über das Dock stellt kein Problem dar.

Gibt es denn gar nichts zu kritisieren?

Doch, gibt es. Es beginnt damit, dass dem Mate Dock ein LAN-Port fehlt. Ebenso hätte man in das Dock einen Cardreader integrieren können – oder noch besser in das MateBook X Pro selbst. Der integrierte Speicher ist mit 256 bzw. 512 GB zwar ordentlich, aber man will ja vielleicht mal eben schnell ein paar Bilder von der Kamera übertragen. Was der „Pro“-Version ebenfalls gut zu Gesicht stehen würde, wäre eine LTE-Option.

Die Festplatte (mein Testgerät verfügte über 512 GB) ist partitioniert und die Windows-Partition ist mit rund 100 GB recht knapp bemessen. Ein paar größere Downloads aus dem Store, und schon wird es eng. Der Ansatz ist im Grunde gut, früher hat man den Nutzern standardmäßig dazu geraten, eine zweite Partition anzulegen und alle Nutzdaten auf dieser zu speichern, damit die Daten nicht futsch sind, wenn man das System neu aufsetzen muss. Windows 10 allerdings speichert so viele Dinge standardmäßig auf „C“ und es ist derart mühselig geworden, diese Pfade zu „verbiegen“, das ich selbst von dieser Strategie abgekommen bin.

Zum Abschluss

Ich denke, es wird aus fast jeder Zeile deutlich, darum habe ich auch gleich in der Einleitung davor gewarnt: Das MateBook X Pro hat mich geflasht und begeistert. Stünde ich aktuell vor der Anschaffung eines neuen Laptops, ich würde sofort zugreifen.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal schreiben würde, aber das MateBook X Pro zeigt meinem bisherigen Favoriten, dem Surface Laptop, ganz eindeutig die Rücklichter, und das so ziemlich in allen Belangen. Es hat das bessere Display, den besseren Sound, die bessere Tastatur, das größere Trackpad und ist noch etwas kompakter. Dazu kommt noch die dedizierte Grafikeinheit und der günstigere Preis.

Sorry, dass der Vergleich in diesem Artikel vielleicht ein wenig zu oft gezogen wurde, aber das ist nun mal das Gerät, zu dem ich den engsten Bezug habe, weil ich es besitze und regelmäßig nutze.

Nachzutragen ist noch, wie mir gerade auffällt, die Akkulaufzeit. Sie ist mit 12 Stunden angegeben, in der Praxis werden bei Office-Nutzung etwa 7-8 Stunden daraus. Das ist gerade noch so in Ordnung, meine Ansprüche sind in diesem Punkt allerdings höher. Eventuell hält die i5-Version, die mir reichen würde, ein wenig länger durch.

Huawei MateBook X Pro

 

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Ich habe den Intel Core i5-8250U in meinem Gerät verbaut.
    Ein dankbarer Prozessor, der mir noch nie in die Knie gegangen ist. Dank den 8 Kernen ruckelt da auch nichts.
    Ich bin der Meinung, das der Intel Core i5-8250U mit 8GB RAM eine ordentliche und solide Kombination ist.
    Ansonsten ließt sich das alles hervorragend. :)
    Bin mir nicht sicher aber heißt das wirklich: Das fast Perfekte Laptop
    und nicht: Der fast Perfekte Laptop?
    Bitte davon bald auch eine 2in1 Version mit 360Grad Scharnier und natürlich Stift Unterstützung. Wacom EMR bleibt wohl abseits der Samsung Geräte weiterhin ein vergeblicher Traum aber mit AES wäre ich auch zufrieden. Auch N-Trig wäre ok, sei es denn die aktuelle Generation wie beim Surface Pro 2017. Allein schon das Display dass man so abseits von Surface Geräten nirgendwo findet.
    @Martin
    Dein Artikel war im übrigen eines der ersten Dinge die mir Cortana zu dem Laptop empfohlen hat. https://www.msn.com/de-de/news/digital/huawei-matebook-x-pro-im-test-das-fast-perfekte-laptop/ar-BBMhJBq
    Toller Bericht! Vielen Dank!
    Mein Vorschlag wäre, stärker hervorzuheben, dass das MateBook "nur" Windows 10 Home als Betriebssystem verwendet. Für den professionellen Einsatz, vor allem in Unternehmen, ist das keine gute Wahl.
    Warum ist das keine gute Wahl? Die professionelle Version wird ebenfalls nicht von MS für den gewerblichen Gebrauch fokussiert. Als Firma soll man das Abo Modell nutzt.
    Die Frage ist ja, was man machen möchte. Der SQL Server läuft eh auf einer separaten Maschine. ;)
    @Sonnenschein
    Verstehe Deine Kommentare nicht wirklich. Wer aber Interesse hat, warum Windows 10 Home für den Einsatz in Unternehmen nicht die beste Wahl ist, sollte einmal bei einer Suchmaschine seiner Wahl danach suchen. Hier aber für Suchfaule ein paar Links
    https://www.zdnet.de/88244587/windows-10-im-business-umfeld-das-sind-die-unterschiede-zwischen-home-pro-und-enterprise/
    https://www.upgreat.ch/blog/windows-10-im-unternehmen-welches-lizenzierungsmodell-ist-das-richtige
    Aber bitte, welche Lizenz jeder einzelne haben möchte bleibt wirklich seine eigene Wahl. Wir haben nur schon oft genug das Problem gehabt, dass Windows 10 Home Geräte nicht ins Unternehmensnetzwerk integriert werden konnten.
    Jetzt kann man nur hoffen, dass der Support von Huawei zuverlässig und schnell ist - oder dass das Matebook X Pro so gut (verarbeitet) ist, dass man den Support gar nicht benötigt.
    independent
    @Sonnenschein
    Verstehe Deine Kommentare nicht wirklich.

    Hubs, sorry, ich habe leider die Macke, das ich annehme, das alle anderen auch die Artikel gelesen haben wie ich.
    Es gibt eine offizielle Stellungnahme von MS, das nur noch die Enterprise Version im Abo Modell für Firmen genutzt werden sollen.
    Da es sich bei dem Huawei MateBook X Pro um ein Notebook handelt, kann man getrost auf die Home setzen. Die Nachteile, die z.B. in der zdnet.de beschrieben werden treffen zum Glück nicht zu. Entweder geht man per VPN auf den Firmenserver, oder geht per VPN auf den Arbeitsplatzrechner, oder man geht so wie ich mit einem Fernwartungsprogramm auf den Stationären Rechner.
    Das mit dem einbinden in einem Netzwerk ist ebenfalls relativ. Ich nutze z.B. eine home Version mit zich anderen Rechner und Druckern im Intranet.
    Wie jetzt? Keine Stiftunterstützung? Oder liegt einfach keiner bei, würde aber funktionieren?
    Danke für das coole Review. Hat alles was man braucht oder will. Gibt's auch Stiftunterstützung? Bei de Specs-Liste ist eine 0 zuviel, oder? 3.000"0" x 2.000 wäre dann wohl doch etwas breit ;-)
    Sollte ich mal wieder meines MacBooks überdrüssig werden, wäre das, neben dem tollen Surface Book 2, eine weitere Alternative!
    Die Angabe zur Auflösung habe ich korrigiert, besten Dank für die Hinweise.
    Der Mate Pen funktioniert laut Huawei mit dem MateBook X Pro, getestet habe ich es nicht. Ist halt die Frage, wie sinnvoll die Stiftnutzung ist.
    Nase
    @Martin:
    Wie würdest du das Gerät im Vergleich zum Surface-Book einordnen?

    Also am liebsten überhaupt nicht, weil ich finde, dass die Produkte zu unterschiedlich ist. Das MateBook X Pro geht ähnlich wie das Surface Laptop in Richtung Lifestyle, während das Surface Book ja eine echte "Maschine" ist. Größer, dicker, schwerer, aber halt auch vielseitiger.
    Ja, auf dem MateBook X Pro läuft Windows 10 Home, es ist ja auch ein Consumer-Produkt. Huawei hat aber auch einen Business-Vertriebskanal, und ich könnte mir vorstellen, dass man es dort mit Windows 10 Pro ordern kann.
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