IFA 2019: Aufmarsch der Creator Notebooks

IFA 2019: Aufmarsch der Creator Notebooks

Auf Messen wie der IFA werden Trends geboren und Revolutionen ausgerufen. Zumindest wird das immer wieder versucht. Weil unser Gehirn eine irrationale Vorliebe für schlechte Nachrichten hat, erinnern wir uns gerne zuerst an die Dinge, die schief gegangen sind. Zum Beispiel an den Siegeszug der 3D-Fernseher, der einst auf der IFA begann, die Messehallen aber nie verließ.

Vor zwei Jahren begann auf der IFA am Microsoft-Stand das große Zeitalter der „Mixed Reality“. Ähem…wechseln wir doch besser das Thema.

Auf der IFA 2019 begann der Aufmarsch der Creator Notebooks. Über zwei Jahre, nachdem Microsoft mit dem „Creators Update“ für Windows 10 versuchte, diese Zielgruppe softwareseitig ins Visier zu nehmen, wollen nun die Hardware-Hersteller in diesem durchaus lukrativen Gewässer ihre Netze auswerfen.

Acer machte den Anfang

Im April stellte Acer seine neue Eigenmarke „ConceptD“ vor und erklärte, was sie dazu getrieben hatte. Bei einer Marktanalyse stellte man fest: Viele Käufer unserer Spiele-Laptops sind in Wahrheit keine Zocker. Sie kaufen diese Geräte, weil sie Leistung bieten, die man sonst nirgends findet.

Spiele-Laptops werden häufig nach dem Prinzip „einmal das Beste von allem“ zusammengestellt, entsprechend heftig sind die Preise, und diese Preise werden bezahlt. Da liegt es doch nahe, sich zu überlegen, wie man die Stückzahlen vielleicht noch ein wenig steigern kann.

Also befreite man seine Predator-Notebooks von den Raumschiff-ähnlichen Gehäusen und packte das Innenleben in echte Lifestyle-Produkte. Die ConceptD-Serie war geboren, die seit der IFA vom Flaggschiff ConceptD 9 Pro angeführt wird.

ConceptD 9 Pro
Aber nicht nur Acer hatte die Statistiken studiert, auch andere Hersteller haben entdeckt, dass hier möglicherweise größere Summen darauf warten, bei ihren Besitzen abgeholt und gegen Hardware eingetauscht zu werden. Nach dem Motto „Klotzen statt Kleckern“ legt auch Asus eine komplette Produktlinie auf, die den Namen „ProArt“ trägt.

Asus Pro Art Serie

Was die Stunde geschlagen hat, merkt man wohl spätestens dann, wenn mit Razer sogar „die Gaming-Marke“ auf den Zug aufspringt. Das „Razer RTX Studio Edition“ soll keine Spieler, sondern Content-Ersteller anlocken.

Razer RTX Studio Edition
Die Preise für diese Geräte liegen ganz schnell jenseits der 4.000 Euro, und damit ist auch klar, warum die Hersteller ein so großes Interesse daran haben, den Markt für Creator Notebooks zu erschaffen. Hier ist gutes Geld zu verdienen, es muss nicht mit spitzer Feder kalkuliert werden. Wer 4.000 Euro für ein Notebook ausgibt, der sagt auch bei 4.500 nicht nein.

Das Durchschnittsalter dieser Zielgruppe dürfte mutmaßlich höher sein als bei den Gamern, es handelt sich außerdem zumeist um Leute, die mit der Arbeit an diesen Geräten ihren Lebensunterhalt verdienen und die daher eher zu größeren Investitionen bereit sind.

Um die Einleitung wieder aufzugreifen: Eine Revolution werden die Creator Notebooks sicher nicht starten, aber die Hersteller könnten hier eine wirklich lukrative Nische entdeckt haben.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Auf der IFA 2019 begann der Aufmarsch der Creator Notebooks. Über zwei Jahre, nachdem Microsoft mit dem „Creators Update“ für Windows 10 versuchte, diese Zielgruppe softwareseitig ins Visier zu nehmen, wollen nun die Hardware-Hersteller in diesem durchaus lukrativen Gewässer ihre Netze auswerfen.

    Welche Zielgruppe?
    Zu Teuer und schön sind sie auch nicht anzusehen, zumal ich auch gerne mobil arbeite ist alles was über 14" hinaus geht für mich nicht Tragbar, voll Vorspiegelte Displays sind für mich ein No Go, ich bin bin keine Frau und brauche deshalb auch keinen Mobilen Schminktisch!
    Man kann die Hardware in der PC und Mobile Kategorie mit der SUV Branche vergleichen, teurer, dicker und Energiefresser. Wo bleiben die Inovationen z. B. Hohe Auflösung ohne Spiegel, 2 Tage Akkulaufzeit unter Voll-last, kein Lüftergeräusch, keine Herdplatte und und und
    Ja, die Trends der Branche sind sehr seltsam.
    Die Businessnotebooks sind meist potthässlich und oft mit kruden Features ausgestattet. Die Ultrabooks sind halt klein und leicht und schick, aber da fehlen dann Ports oder Laufzeit.
    Wie wäre es it einem schicken, leichten, das gerne ein wenig dicker sein darf, für mehr Laufzeit, idealerweise ohne oder wirklich leisem Lüfter.
    Das wäre es.
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