IFA 2019: HandsOn mit dem Asus ZenBook Pro Duo

IFA 2019: HandsOn mit dem Asus ZenBook Pro Duo

Laptops mit zwei Displays sollen ein neuer Formfaktor für Windows-Geräte werden. Asus gibt bei dieser Idee den Vorreiter, mit der Einführung des ScreenPads haben sie schon im letzten Jahr begonnen, mit einem zusätzlichen Display im Touchpad zu experimentieren. Eine Idee, der ich durchaus etwas abgewinnen kann.

Apps im Touchpad: Asus ScreenPad auf der IFA ausprobiert

In diesem Jahr geht man den nächsten Schritt und präsentiert nicht nur eine neue Version des ScreenPads mit mehr Funktionen, sondern die ersten Geräte mit einem echten zweiten Display, welches man „ScreenPad Plus“ getauft hat. Ich habe mir das ZenBook Pro Duo ein wenig näher angeschaut. Es wurde bereits im Mai vorgestellt, zur IFA hat Asus nun den Marktstart verkündet. Es hat durchaus meine Phantasie beflügelt, was man mit zwei Displays anfangen kann, zeigt aber auch auf, woran noch gearbeitet werden muss.

Vorweg: Ich glaube, dass Nutzer, die am Desktop mit einem Setup aus zwei Monitoren arbeiten, dieser Idee grundsätzlich aufgeschlossener gegenüber stehen. Ich bin das seit vielen Jahren gewohnt, und obwohl ich hin und wieder auch zu Hause bewusst am Laptop arbeite, weil ich mich dabei besser auf eine bestimmte Aufgabe fokussieren kann, gibt es immer wieder Situationen, in denen ich denke: Mist, jetzt hätte ich gerne einen zweiten Bildschirm.

Die Story, die Asus auf der IFA zum ZenBook Pro Duo erzählt, ist folgende: Stell dir vor, du planst eine Reise. Im Browser recherchierst du nach einem Hotel, gleichzeitig willst du aber auch den Kalender im Blick haben und vielleicht noch auf der Karte nachsehen, in welcher Gegend das potenzielle Ziel liegt.

Den geöffneten Browser sieht man im folgenden Bild zwar gerade nicht, dafür aber die Kalender- und Karten-App von Windows 10, die nebeneinander angeordnet sind und die ganz regulär per Touch oder Maus bedienbar sind. Es können nicht nur UWP-Apps auf dem zweiten Bildschirm dargestellt werden, sondern auch alle anderen Applikationen. Je nachdem, um welches Programm es sich dabei handelt, kann das natürlich zu Darstellungsproblemen führen, weil das Seitenverhältnis ziemlich ungewöhnlich ist.

Es gibt Hotkeys, mit denen man eine geöffnete Anwendung vom ersten auf das zweite Display verschieben kann – oder eben umgekehrt, Fenster lassen sich aber auch wie unter Windows gewohnt per Drag&Drop zwischen den Bildschirmen verschieben. Wenn man es nicht benötigt, dann kann man das zweite Display aber auch einfach abschalten, um Energie zu sparen.

Ich kann mir zahlreiche Szenarien für dieses zweite Display vorstellen. Wenn man beispielsweise an einem Dokument arbeitet und gleichzeitig im Web recherchiert, seine Mails oder einen anderen Messenger permanent im Auge behalten möchte, oder auf dem großen Display ein Video schaut, nebenher aber auch noch ein wenig arbeiten muss, kann ein solches Gerät durchaus sinnvoll sein. Man kann das alles natürlich auch tun, indem man einfach zwei Fenster nebeneinander stellt, aber wer das schon öfter gemacht hat, der weiß, dass dies mitunter gequetscht aussieht und dann nicht mehr so wirklich Spaß macht.

Natürlich rechne ich nicht damit, dass in ein paar Jahren alle Laptops so aussehen, aber ich räume diesem Formfaktor durchaus gute Chancen ein, eine Nische zu erorbern und sich zu etablieren. Ohne Kompromisse geht es dabei freilich nicht ab, denn wie man auf dem Bild schon erkennen kann, erfordert die Bedienung eine gewisse Gewöhnung. Das Touchpad befindet sich auf der rechten Seite, außerdem muss man die Hände auf dem Tisch ablegen.

Asus ZenBook Pro Duo

Die Position des Touchpads hat mir komischerweise überhaupt keine Probleme bereitet. Ok, das ist jetzt rechts von der Tastatur, nutze ich es eben dort. Bei der Tastatur dachte ich dagegen nach ein paar Minuten: Nein, so geht das nicht. Da müsste man sich auf jeden Fall mit einer Handballenauflage behelfen. Wäre das Gerät insgesamt flacher, dann wäre das eventuell kein Problem mehr, denn beim Schreiben mit einer normalen Schreibtisch-Tastatur liegen meine Hände ja ebenfalls auf dem Tisch. Die nach oben stehende Kante am unteren Rand war ein zusätzliches Hindernis. Das sind aber alles Dinge, die man lösen kann, man muss ja bedenken, dass es sich hierbei um die erste Generation eines neuen Formfaktors handelt, und die war bisher nur selten für den großen Durchbruch geeignet.

Neben dem ZenBook Pro Duo, das außerdem noch eine echte Power-Maschine ist und entsprechendes Geld kostet, bietet Asus auch noch das ZenBook Duo zu einem deutlich geringeren Einstiegspreis an.

Die beiden Modelle im direkten Vergleich:

ZenBook Pro Duo

  • Intel Core i9 CPU
  • GeForce RTX 2060
  • 15,6 Zoll 4k OLED Display
  • 14,4 Zoll ScreenPad Plus
  • Preis: 2.999 Euro
  • Verfügbarkeit: Vorbestellung ab sofort möglich

ZenBook Duo

  • 10. Generation Intel Core i7
  • GeForce MX 250
  • 14 Zoll FullHD Display
  • 12,6 Zoll Screenpad Plus
  • Preis 1.699 (Konfigurationen ab 1.299 Euro sollen folgen)
  • Verfügbarkeit: Oktober 2019

One last thing: Man stelle sich vor, die von Microsoft derzeit gepushte Integration von PC und Smartphone geht irgendwann soweit, dass der Smartphone-Bildschirm permanent innerhalb des zweiten Displays eingeblendet werden kann. Wir alle kennen das Szenario „ich schau mal kurz was auf dem Smartphone“. Zack – Stunde rum, weil man sich wieder irgendwo verloren hat, und man ärgert sich über sich selbst. Ich bin überzeugt, dass das wesentlich seltener passiert, wenn das Smartphone den ganzen Tag in der Tasche oder auf dem Tisch liegen bleiben kann.

Während das ZenBook Pro Duo eher meine Gedanken für die Zukunft beflügelt, regt ein anderes Gerät von Asus schon in der Gegenwart meine Kauflust an: IFA 2019: AsusPro B9: HandsOn mit dem leichtesten Notebook der Welt

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Geil. Ich sehe darin einen absoluten Mehrwert. So könnte man auch ein mattes Display ohne Touch mit einem kleinen Touchscreen für Notizen und Unterschriften verbinden. Genial. Nur die große Kante zur Tastatur geht natürlich garnicht, aber wie Du sagst, erste Generation.
    Das hatte ich doch glatt vergessen: Man kann das ScreenPad auch für Stifteingabe verwenden, allerdings gibt es keinen dedizierten Stylus dafür, man kann jeden x-beliebigen kapazitiven Stift nehmen. Das gilt natürlich wiederum für jedes Gerät mit Touchscreen, insofern auch quasi überflüssig zu erwähnen.
    ohne das Gerät benutzt zu haben: ich halte das Gerät für völlig unergonomisch. Ich mag mich täuschen, aber ich kann mir ein richtiges arbeiten damit gar nicht vorstellen.
    Trotzdem tapfer, dass es jemand versucht.
    Der Preis des Pro ist ja ebenso phantasievoll, das Gerät wird wahrscheinlich in einer Manufaktur in Einzelexemplaren hergestellt, da sich eine Serienfertigung nicht lohnt :)
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