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Je älter, je schlimmer: Performance-Auswirkungen der Patches gegen Meltdown und Spectre

Je älter, je schlimmer: Performance-Auswirkungen der Patches gegen Meltdown und Spectre

In der letzten Woche wurden die CPU-Sicherheitslücken Meltdown und Spectre öffentlich. Ein Thema, das uns vermutlich noch das ganze Jahr 2018, wenn nicht sogar noch darüber hinaus, beschäftigen wird. In den ersten Veröffentlichungen über die Lücken war zu lesen, dass die notwendigen Sicherheitsupdates signifikant negativen Einfluss auf die Performance haben können. Diverse Benchmarks, die nach der ersten Patch-Welle durchgeführt wurden, zeigten allerdings nur mäßige Auswirkungen.

Man sollte meinen, dass dies zur Beruhigung beiträgt und Microsoft durchaus zufrieden damit ist, dass die Performance-Einbußen als weniger schlimm empfunden werden. Das Gegenteil ist allerdings der Fall: Windows-Chef Terry Myerson meldet sich in einem Blogpost zu Wort und warnt vor teils deutlichen Leistungsverlusten, wenn alle entsprechenden Hard- und Software-Patches ausgeliefert wurden. Dabei gilt: Je älter die CPU, desto schlimmer die Auswirkungen. Außerdem werden Windows 7 und 8 wesentlich stärker „eingebremst“ als Windows 10.

Hier die wichtigsten Passagen aus Myersons Beitrag:

  • Unter Windows 10 auf neueren CPUs wie Skylake, Kabylake oder neuer zeigen die Benchmarks einen Performance-Verlust im einstelligen Prozent-Bereich, es wird allerdings nicht damit gerechnet, dass die Nutzer das wirklich spüren, da es sich hierbei um Millisekunden handele.
  • Unter Windows 10 auf älteren CPUs wie Haswell oder älteren Generationen sind die Verluste wesentlich größer, und Microsoft geht davon aus, dass einige Nutzer diese Verlangsamung auch tatsächlich wahrnehmen.
  • Unter Windows 7 und 8 auf älteren CPUs wie Haswell oder älteren Generationen rechnet man damit, dass der Leistungsabfall den meisten Nutzern auffallen wird.
  • Bei Windows Servern, die I/O-lastige Transaktionen wie zum Beispiel Datenbankanwendungen ausführen, geht der Performance-Einbruch sogar so weit, dass Microsoft den Kunden rät, die Auswirkungen sorgfältig zu testen und schließlich zwischen Sicherheit und Performance abzuwägen.

Meltdown und Spectre – der lang ersehnte Anschub für die PC-Industrie?

Wie wir wissen, stecken hinter den Lücken Meltdown und Spectre grundsätzliche Schwächen in der Chip-Architektur. Die endgültige Lösung und der beste Schutz bestehen also darin, dass wir uns alle neue PCs kaufen, sobald eine neue Chip-Generation zur Verfügung steht, die diese Designfehler nicht mehr hat. Ein gefundenes Fressen für Verschwörungstheoretiker, wenn damit auch der ziemlich offensichtliche Ratschlag von Microsoft verbunden ist, von Windows 7 und 8 möglichst schnell auf Windows 10 zu aktualisieren, um so die Leistungseinbußen zumindest teilweise abzufangen.

Der Image-Schaden ist zu groß, um hinter Meltdown und Spectre ein bewusst herbei geführtes Szenario zu vermuten. Dass man die Gelegenheit aber so gut es nur geht nutzen wird, um der schwächelnden PC-Industrie den lang ersehnten Aufschwung zu bescheren – da bin ich mir ganz sicher.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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