Jetzt offiziell: Microsoft stellt das Surface Duo vor, zunächst nur in den USA erhältlich

Jetzt offiziell: Microsoft stellt das Surface Duo vor, zunächst nur in den USA erhältlich

Nachdem am Vormittag oder besser gesagt am späten Redmonder Abend ein versehentlich veröffentlichter Blogpost den Preis und das Startdatum des Surface Duo verriet, hat Surface-Chef Panos Panay nun ganz offiziell den Start des ersten Android-Smartphones von Microsoft verkündet.

Die Vorbestellungen starten noch heute, die Auslieferung beginnt am 10. September und die Preise beginnen bei 1.399 Dollar, das wussten wir seit dem Vormittag bereits. Neue Info: Das gilt für die USA, und nur für die USA. Über die Verfügbarkeit des Surface Duo in weiteren Märkten schweigt sich die Ankündigung aus. Über eigene Kanäle habe ich aber die Auskunft erhalten, dass das Surface Duo „wenn überhaupt, dann keinesfalls mehr in diesem Jahr“ nach Deutschland kommt. Solche Informationen sind, auch wenn sie heute korrekt sein sollten, aber immer mit Vorsicht zu genießen. Das Marketing macht den Fahrplan, und der kann sich auch schnell mal ändern. Für den Moment aber steht ganz sicher fest: Das Surface Duo wird zum Start nicht hierzulande verfügbar sein.

In seinem Blogpost geht Panos Panay im Detail auf die Motivation ein, die Microsoft dazu veranlasst hat, das Surface Duo so zu bauen, wie sie es getan haben. Er adressiert dabei auch Kritik, die es im Vorfeld gegeben hat. So schreibt er beispielsweise: „Prozessoren und Netzwerke werden schneller, Kameras werden besser – all das passiert mit oder ohne uns. Wir aber wollen etwas Bestimmtes erreichen.“

Auf technische Details geht die Ankündigung nur am Rande ein, stattdessen versucht Panay detailliert die Geschichte zum Surface Duo zu erzählen, und man merkt jeder Zeile an, wie gerne er das heute auf einer Bühne stehend getan hätte.

Er zieht Vergleiche zur Entstehung der Marke Surface und erinnert daran, dass sich Microsoft mit dem ersten Surface Pro ähnlichen Bedenken ausgesetzt sah. „Niemand dachte, dass ein solches Gerät sein Laptop ersetzen würde – bis es einfach passiert ist. Am Ende haben wir eine neue Kategorie geschaffen und der PC-Industrie in diesem Segment zum Wachstum verholfen“. Die Surface-Geräte hätten letztlich immer das Ziel gehabt, Gewohnheiten zu verändern, und das habe man auch erreicht. An diese Story soll nun das Surface Duo anknüpfen.

„Wir wollen nicht das Telefon neu erfinden, sondern die Menschen zum Nachdenken bringen, wie sie das Gerät in ihrer Hosentasche nutzen wollen“ schreibt Panos Panay.

Surface Duo

Konkrete Szenarien werden reichlich aufgeführt. „Nimm auf dem einen Bildschirm an einem Teams-Meeting teil und schau dir eine Folien auf dem anderen an, öffne die Kindle App und lies ein Buch wie ein Buch. Stell das Surface Duo wie ein Zelt auf und schau dir ein Video an. Verbinde einen Controller mit dem Surface Duo und spiele deine Spiele aus dem Game Pass Ultimate. Erstelle Notizen mit dem Surface Slim Pen“ (Anmerkung: nicht im Lieferumfang enthalten, auch die anderen Surface Pens funktioineren mit dem Duo). Mit den Surface Earbuds ist das Surface Duo selbstverständlich ebenfalls kompatibel.

Surface Duo mit Zubehör

Mit den beiden Bildschirmen des Surface Duo soll die mobile Produktivität auf ein neues Level gehoben werden. Randnotiz: Das Wort „Smartphone“ kommt im Beitrag von Panay genau ein einziges Mal vor, nämlich an der Stelle, wo er beschreibt, mit welchen Limits man an einem Smartphone mit einem Bildschirm leben muss. Ständig muss man zwischen den Apps hin und her springen, was den Workflow immer wieder unterbricht. Microsoft glaubt, dass selbst existierende Apps, die in keiner Weise für das Surface Duo angepasst wurden, einen größeren Nutzen entfalten, weil man sie Seite an Seite mit anderen Apps verwenden kann.

Die hauseigenen Apps wie Office, Outlook, Teams, Edge, OneDrive, OneNote, To Do und noch einige mehr sind bereits für die Dual Screen Szenarien des Surface Duo optimiert bzw. es wird daran gearbeitet.

Surface Duo

Die zwei Displays „kennen“ sich gegenseitig

Obwohl das Surface Duo zwei getrennte Bildschirme hat, „kennen“ diese sich gegenseitig. Der integrierte Digitizer, den Microsoft selbst entwickelt hat, verfügt über einen Algorithmus, welcher erkennt, wenn man mit dem Finger die Nahtstelle zwischen den beiden Displays überquert. Bildschirmübergreifende Aktionen wie beispielsweise Drag&Drop von Inhalten sollen so besonders flüssig laufen, der Nutzer soll die Nahtstelle quasi gar nicht bemerken.

Microsoft arbeitet an der Android-Entwicklung mit

Mit dem Surface Duo möchte Microsoft nicht nur sein eigenes Gerät verkaufen, sondern das Dual-Screen Erlebnis unter Android allgemein vorantreiben. Panos Panay schreibt dazu: „Wir arbeiten eng mit Google zusammen, um die notwendigen Ergänzungen zum Android-Betriebssystem beizutragen, damit mehr Apps von den Möglichkeiten der zwei Bildschirme profitieren können.

Windows 10 Integration über „Ihr Smartphone“

Selbstredend bringt das Surface Duo auch die Integration mit der App „Ihr Smartphone“ von Windows 10 mit dem Zugriff auf Benachrichtigungen, Fotos und Textnachrichten. Anrufe können ebenfalls getätigt werden, außerdem kann das Dual-Screen System auf Windows 10 gespiegelt werden.

Ich hatte das Glück, den Blogpost schon einige Stunden vor seiner Veröffentlichung lesen zu dürfen und empfand die Gewissheit, dass Gerät erstmal nicht kaufen zu können, nach kurzer Zeit sogar als wohltuend. Ich konnte mich so nämlich ganz unvoreingenommen auf die Story einlassen. Ich kenne alle Bedenken und auch die Diskussionen um die nicht konkurrenzfähigen Spezifikationen, die auch an mir und meiner anfänglichen Begeisterung für das Gerät nicht spurlos vorbei gegangen sind.

Weil ich aber der Meinung bin, dass man Microsoft fairerweise die Geschichte zu diesem besonderen Gerät ganz in Ruhe erzählen lassen sollte, habe ich die Liste der technischen Daten in einen separaten Artikel ausgegliedert: Die technischen Daten des Surface Duo.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare

  1. Schade das es nicht gleich bei uns verfügbar ist.
    Das einzige wo ich mir unsicher wäre ist die Akku Kapazität. Man sollte da schon durch den Tag kommen bei durchschnittlicher Nutzung. Ich gehe, auch wenn es keins sein soll, von Smartphone Nutzung aus. Für mich wäre es erst nächsten Herbst interessant. Deswegen lehne ich mich zurück und lese alle möglichen Tests die auf uns zu kommen.
    Martin kommst du trotzdem an ein Testgerät?
    "wo er beschreibt, mit welchen Limits man an einem Smartphone mit einem Bildschirm leben muss."
    Mit einem Bildschirm ist eigentlich mehr möglich bzw. mehr Flexibilität vorhanden: Seit 7.0 unterstützt Android Splitscreen. Damit können auch zwei Programme gleichzeitig genutzt werden.
    Alternative hier wäre ein faltbares Display, die bekanntlich große Haltbarkeits- und Robustheitsprobleme haben. Technisch sind zwei Bildschirme daher in diesem Fall besser.
    Ich habe den Splitscreen-Modus 2-3 Mal ausprobiert, aber das ist zum Vergessen und im Grunde noch umständlicher, als zwischen den Apps hin und her zu springen.
    kein Notch :)
    kein Loch :)
    Eckige Ecken :)
    Ebener Bildschirm :)
    Ungewöhnlich für ein ARM-Androidgerät: UEFI Bootloader
    Ist Secure Boot abschaltbar, d.h. der Bootloader entsperrbar?
    Martin
    Ich habe den Splitscreen-Modus 2-3 Mal ausprobiert, aber das ist zum Vergessen und im Grunde noch umständlicher, als zwischen den Apps hin und her zu springen.

    Ich benutz den auch nicht allzu oft. Ist aber manchmal schon praktisch wenn ein Inhalt dauerhaft sichtbar ist während man gleichzeitig andere Programme nutzt. Paßt eigentlich perfekt zu den immer längeren Bildschirmen. 3:1 wird langsam greifbar :lol
    Die Bedienung ist in AOSP und mit klass. Button-Navigation ganz gut gelöst. Manche Hersteller Roms, neuere Androidversionen / Gestennavigation machen es möglicherweise schlechter.
    Edit:
    Gerade noch ein wenig probiert: Chromium kann zwei Webseiten bzw. Fenster gleichtzeitig :)
    Hätte fast Lust bekommen. Aber dann erinnerte ich mich an die vergangenen Versuche von MS und...ne danke. Bitte erstmal zeigen, dass sie es diesmal ernst meinen.
    Marketingtechnisch sollten Sie ein Jahresabo Microsoft 365 oder wahlweise XBox Gamepass mit rein nehmen
    Ich würde das gerne kaufen. Kann mir jemand sagen von wo man am besten ein importiertes Gerät bekommt?
    @martin: weißt Du das vielleicht?
    Danke!
    @MuchoGrande
    Im Gegensatz zu Windows Phone läßt sich das Gerät noch lange nutzen auch wenn MS das ganze aufgeben sollte (vorausgesetzt das verwendete Android verhält sich weitgehend wie AOSP).
    Ich finde das Gerät auch sehr interessant und würde mich freuen, wenn die Entwicklung der Smartphones in diese Richtung verliefe.
    Ich würde jedoch niemals so viel Geld für ein kleines Gerät ausgeben, dass ich ständig bei mir trage.
    Da siegt die Vernunft über das "haben wollen"! : - )
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