Keine Windows 10 Redstone 5 Feature-Show auf der BUILD – und das war gut so

Keine Windows 10 Redstone 5 Feature-Show auf der BUILD - und das war gut so

Am zweiten Tag der BUILD hat Joe Belfiore seine Keynote gehalten. Wie schon im Vorfeld zu erwarten, wurde daraus keine Feature-Show für das kommenden Windows 10 Update „Redstone 5“, welches im Herbst erscheinen wird. Und das war gleich in doppelter Hinsicht eine gute Sache.

Erst liefern, dann reden

Wir erinnern uns ein Jahr zurück: Damals stellten Terry Myerson und Joe Belfiore auf der BUILD 2017 neue Windows-Funktionen vor, darunter Timeline und die Cloud-Zwischenablage. Beide Features waren im Fall Creators Update später nicht enthalten, und Microsoft behauptete später, man hätte das auch nie versprochen. Das war allerdings nur teilweise richtig. Bezogen auf die Cloud-Zwischenablage war das korrekt, im Zusammenhang mit der Timeline fiel allerdings explizit die Aussage „in der nächsten Version“.

Joe Belfiore zeigte am Dienstag die Funktion „Sets“ in Windows 10, mit der mehrere Apps innerhalb eines Fensters in Tabs angeordnet werden können – wie Webseiten im Browser. Dabei sagte er auch: „Ihr wollt wissen, wann das kommt? Wenn es großartig ist! Ich werde hier keinen Termin nennen, damit niemand falsche Schlüsse daraus zieht“.

Das war deutlich. Man könnte es auch so interpretieren: Sets wird keine Funktion von Redstone 5, so lange nicht ausdrücklich etwas Anderes gesagt wird. Ich gehe davon aus, dass es stark davon abhängen wird, ob Office 2019 rechtzeitig fertig wird und ob die Integration von Sets so funktioniert, wie Microsoft sich das vorstellt.

Belfiore hat seine Lektion gelernt, das ist gut. Ein kleines „sorry, wenn wir uns da beim letzten Mal etwas unglücklich ausgedrückt haben“ hätte an der Stelle nicht weh getan und wäre sympathischer gewesen als zu behaupten, es hätten alle nicht richtig zugehört. Aber Schwamm drüber.

Die Relevanz von Windows hängt nicht mehr an einzelnen Funktionen

Wir leben in einer Welt, in der sehr viele Tätigkeiten nicht mehr am PC und somit auch nicht mehr unter Windows erledigt werden, und dieses Rad dreht auch niemand mehr zurück. Microsoft kann so viele Funktionen in Windows 10 einbauen, wie sie möchten, nichts davon wird die Leute dazu bewegen, deshalb mehr Zeit am PC zu verbringen.

Stattdessen geht es darum, Windows 10 zu einem gut geölten Rädchen in diesem Multi-Plattform, Multi-Device-Getriebe werden zu lassen. Timeline für Android und iOS und die neue App „Your Phone“ sind die ersten richtigen Schritte in diese Richtung, weitere werden folgen. Das Ziel ist eben nun nicht mehr das von vor drei Jahren, als Windows 10 noch nach der Weltherrschaft strebte. Rückblickend betrachtet wirkt es beinahe albern.

Gleichwohl muss ich zugeben, dass es auch eine gewisse Komik hat, wenn Microsoft jetzt versucht, Windows 10 mit iOS und Android zu vernetzen und Szenarien zu realisieren, die mit einer eigenen mobilen Plattform sehr viel einfacher machbar wären. Aber man muss eben dort hin, wo die Kunden sind.

Das neue Ziel ist, dass die Kunden sagen: „Ich nutze Windows zwar nicht mehr so häufig wie früher, dennoch ist es für mich unverzichtbar“. Und auch dieses Ziel wird ein sportliches. Durch geschickte Vernetzung ist es allerdings viel eher zu erreichen als durch Feature-Feuerwerke.

Alle News zur BUILD 2018

Artikel im Forum diskutieren (8)

Über den Autor
Martin Geuß
  • Martin Geuß auf Facebook
  • Martin Geuß auf Twitter
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
Nach oben