Kennzeichnung als unerwünschte Software: CCleaner will Probleme gelöst haben

Kennzeichnung als unerwünschte Software: CCleaner will Probleme gelöst haben

In der letzten Woche hatte Microsoft das ebenso populäre wie umstrittene Windows-Optimierungstool CCleaner von Piriform als „Potenziell unerwünschte Software“ klassifiziert. Als Folge davon blockierte der Microsoft Defender die Installation und Ausführung des Programms und klassifizierte es mit der Meldung „PUA:Win32/CCleaner“ als Bedrohung.

Grund dafür war allerdings nicht das Programm selbst oder dessen Funktionen, sondern die Bündelung mit anderen Programmen wie beispielsweise AVG Antivirus oder Google Chrome. Hersteller von Freeware-Programmen nutzen solche Bündelungen gerne, um von den Herstellern der eingebundenen Programme eine Provision zu bekommen. Die ungefragte Dreingabe von Software, die nicht vom selben Hersteller stammt und/oder die für die Ausführung des eigentlichen Programms nicht nötig ist, wird von Microsoft mit der Einstufung als „Potential Unwanted Program“, kurz PUA, sanktioniert – mit den entsprechenden Folgen.

Auf Twitter schreibt CCleaner nun an die Seite Softpedia, man arbeite mit Microsoft in diesem Fall zusammen und glaube, das Problem gelöst zu haben.

Ein wenig kurios ist, dass es dort ebenfalls heißt „wir vermuten, dass es etwas mit dem Bundling zu tun hat“. Das muss man nicht vermuten, das kann man wissen, Microsoft hat den Fall dokumentiert und ich bin mir sehr sicher, dass die Information auch an der richtigen Stelle angekommen ist.

Es gibt nicht Wenige, die sich wünschen würden, der CCleaner würde wegen dem, was er ist, vom Defender verbannt werden. In den Foren schlagen immer wieder Leute auf, die nach der Nutzung solcher Optimierungstools Probleme mit ihrem System haben. Ich selbst rate von solcher Software ab und nutze sie auch nicht, ich würde sie aber dennoch niemandem verbieten wollen. Wenn man weiß, was man tut, können solche Programme sogar nützlich sein. Es ist wie mit einer Kettensäge: Der Eine fällt damit Bäume, der Andere erschafft Skulpturen und der Dritte sägt sich selbst ins Bein. Das Werkzeug ist in allen Fällen das gleiche.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare

  1. Muss ehrlich sagen, dass ich es, in der PotableApp Version, gerne nutze, wenn auch nur um die Registrierung mal ordentlich aufzuräumen. Wenn man sieht was da immer so für Einträge drin sind, die fehlerhaft bzw veraltet sind, kann einem schon schwarz vor Augen werden. Und Windows liefert dafür leider kein Tool mit. Die Entfernung von "normalen" Dateien funktioniert ja glücklicherweise inzwischen über Einstellungen, auch wenn man da erstmal wissen muss wo man suchen soll.
    Muss ehrlich sagen, dass ich es, in der PotableApp Version, gerne nutze, wenn auch nur um die Registrierung mal ordentlich aufzuräumen.

    Das ist ein beliebter Zeitvertreib und ungefähr genauso sinnvoll, wie die Seiten aus einem Buch rauszureißen, die man schon gelesen hat.
    Thomas.g.8235
    .... wenn auch nur um die Registrierung mal ordentlich aufzuräumen.
    .....

    Und genau wegen diesem Registry-Modul wird von mir immer empfohlen, den CCleaner nicht zu benutzen. Auch wenn Registryeinträge scheinbar ins Leere zeigen, haben diese ihre Daseinsberechtigung.
    Die Registry ist eine Datenbank und da werden nur die Schlüssel angesprungen, die gerade benötigt werden. Und diese zeigen in der Regel nicht ins Nirwana.

    Das ist ein beliebter Zeitvertreib und ungefähr genauso sinnvoll, wie die Seiten aus einem Buch rauszureißen, die man schon gelesen hat.

    Der Vergleich hinkt. Ein Buch wächst nicht, nachdem es gelesen wurde, die Registry mit jedem Programm, das installiert wird. Ein sauberes Installations- und Deinstallationstool wäre besser. Aber seitdem es nun auch erschwingliche Terabyte SSDs gibt, ist es billiger, die User kaufen sich größere Platten, als Person-Years Entwicklungskosten auszugeben.
    Ein Buch wächst nicht, nachdem es gelesen wurde, die Registry mit jedem Programm, das installiert wird.
    Die Registry wächst bei der Installation von einem Programm in ein oder zwei Zweigen. Das sind so wenige Daten, das spielt keine Rolle. Das System wird auch nicht langsamer, weil in der Registry zwei oder drei herrenlose Einträge stehen.
    Dagegen bereinigen diese unsäglichen Cleaner die Registry nach Vorgaben wie bei 2000 oder XP. Keine Ahnung von Windows Interna, aber die Nützlichkeit von Registry-Zweigen einschätzen können. Keiner dieser sog. Experten unter den Cleaner-Programmierern hat jemals an Windows mit programmiert oder eine Dokumentation über die Registry gelesen. Da wird einfach nach Trial and Error gelöscht, was das Zeug hält. Das lassen die dann auf die Nutzer los.
    Hinzukommt ein weiteres beliebtes Feld der Cleaner: Die Browser. Dort sind sie genauso ungeeignet. Wie oft schon wurden Profile von Edge, Chrome, IE und Firefox zerschossen, weil ein Aluhut-Idiot meinte besonders sorgfältig das Profil zu säubern. Dabei gilt wenn schon Paranoid, dann richtig und jedesmal ein neues Browserprofil verwenden.
    Der CCleaner... Vor langer Zeit war das mal kein schlechte Software, dann ist es aber schleichend immer schlechter geworden und seit Avast die Firma aufgekauft hat, geht es nur noch bergab. Ich hatte den CCleaner auch mal eine Zeit benutzt, seit Jahren aber gar nicht mehr.

    Dagegen bereinigen diese unsäglichen Cleaner die Registry nach Vorgaben wie bei 2000 oder XP.

    Hier geht es aber nicht um Cleaner allgemein, sondern um den CCleaner.
    Dessen Beliebtheit kommt sicher nicht von den angerichteten Zerstörungen, die es vorwiegend zu früheren Zeiten gegeben hat.
    Man muss auch deren Nutzer nicht immer als Idioten darstellen.
    Wer den CCleaner ab und zu nutzt, sollte wissen, das mit der Analyseansicht immer vorher angezeigt wird, was gefunden wurde.
    Wer alles in der Registry-Option anhakt, kann sehen, dass dort alte Pfade angezeigt werden, deren Programme nicht mehr existieren.
    Die kann man schon bedenkenlos löschen, wenns auch nichts bringt.
    (Die Browserbereinigung ist ein Problem für sich, wenn einer die Seiten verstecken will, die der andere nicht sehen soll.)
    Dessen Beliebtheit kommt sicher nicht von den angerichteten Zerstörungen
    Wenn Beliebtheit ein Qualitätsmerkmal wäre. Der ist beliebt bzw. weit verbreitet, weil er von "Experten" Laien empfohlen wird, weil Chip und Co. dafür Werbung machen und weil er selbst als PUA auf die Systeme geschossen wird.
    Ich bin da eher der Meinung, dass es früher (bis zu Vista) schon sinnvoll war, solch eine Software ab und an laufen zu lassen. Ganz einfach, weil sich MS so gar nicht um die Software gekümmert hat. Es war aber auch sehr kostenaufwändig, Fehler zu beseitigen. Ich hab damals noch die Service-CDs kostenlos erhalten, aber das "kostenlos" traf halt nicht auf Microsoft zu.
    Jetzt, wo alles über das Netzt repariert und verbessert wird fallen diese Kosten gegen Null und MS nutzt das auch kräftig.
    Im Gegenzug müssen sich Hersteller wie Avast halt mächtig ins Zeug legen, um ihre Existenzberechtigung zu sichern. Und es sind (ich hab es seit vielen Jahren nicht mehr in Gebrauch) in CC mit Sicherheit Optionen verbaut, die sich über die windowseigene teilweise grauenhafte UI nicht so einfach finden lassen. Das bedeutet aber auch:
    nicht jeder Möchtegern (nennt sich mit Vorliebe "Insider") sollte dran rumfuhrwerken.
    Klappt MS-seitig inzwischen extrem gut beim Defender, die anderen Sachen holt Microsoft gerade auf und das geschieht alles im Hintergrund.
    Hintergrund = Telemetrie
    Man muss noch dazu sagen, dass das bei den meisten Leuten vermutlich gar nicht erfasst wird, weil es eine PUA-Erkennung ist, die nur erfolgt wenn man den Defender zuvor selber gegen PUAs scharf gestellt hat.
    Seit Build 2004 geht das auch bequem über die Einstellungen statt per Powershell oder Registry, aber standardmäßig ist es eben ausgeschaltet. Daher vielleicht auch die Zurückhaltung in der Reaktion der CCleaner-Leute.
    Hatte den CC Cleaner früher auf meinen alten PC's, aber das hat dann auch immer mein Bruder gemacht.
    Ich war mir nie sicher was ich löschen darf und was nicht.
    Ich bin da ehrlich gesagt kein Experte und von daher bin ich bei solchen Programmen vorsichtig.
    Zu mal man mir immer wieder sagte, das er unter Windows 10 nicht mehr benötigt wird.
    Ich hab ihn nicht mehr drauf und benutze ihn seit Jahren nicht mehr.
    MS hat CCleaner bestimmt jetzt das MS Konto entfernt und CCleaner zur Strafe an den MS Support verwiesen. Eine Strafe, von der sich CCleaner psychisch nicht mehr erholen wird.
    @Chloe: Den braucht man auch unter Windows 10 nicht mehr, da Microsoft meiner Meinung nach vor allem mit der Speicheroptimierung ein Tool untergebracht hat womit man neben der Datenträgerbereinigung auch gut Speicherplatz freigeben kann. Wie @Paulchen73 schon sagt, bis Windows Vista war der ganz hilfreich.
    @ PeteM92
    Besten Dank!
    Habe meinen Tooltipp von damals, eigentlich so angepasst dass die Einstellungen, Sinn & Unsinn einzelner Einträge aktuell gehalten sind...
    Sind gültig auch unter der aktuellen CCleaner Version und wie beschrieben in einer moderaten Einstellung konfiguriert...
    Ich spreche mich weder dafür noch dagegen aus, kann jedoch sagen dass in dieser Konfiguration - die ich auch heute noch nutze - für mich CCleaner immer noch eine gute Hilfe ist... mit Bedacht angewandt ;)
    ...doch CCleaner ist seit Jahren ein Dauerbrenner, als Sommerlochfüller und Glaubenskriege Auslöser von CCleaner Usern vs. Windows Puristen...
    immer wieder amüsant :)
    Grundsätzlich ist es jedoch schon so - solche Tools sollten genutzt werden, wenn man versteht was da vor sich geht!
    Grüße aus der Schweiz, Lou :)
    Meine Meinung dazu grundsätzlich: Lasst die Finger von solchen Programmen. Sie hauen in das System ganz schön tief rein und eine Deinstallation von CCleaner funktioniert auch nicht perfekt. Entweder man kennt sich ein wenig mit Windows aus oder hat einen Bekannten, der Fortgeschrittener ist. Sollten Probleme auftauche, lieber einen solchen Fragen als solche Programme zu nutzen. Ich selber hatte es mal auf meinen früheren Windows XP Rechner und es hat diesen ganz schön zerschossen.
    Hab das Gleiche Problem mit Driver Genius.Driver Genius wird auch als Potentziel unerwünschte Software erkannt.Obwohl Driver Genius Sicher ist.Habs dann als Niedrig engestuft.
    Nee, die Einstufung ist schon völlig korrekt. Der Hersteller macht sich den Mythos zu Nutze, immer neue Treiber haben zu müssen, um unbedarfte Nutzer anzulocken. Das ist eine ganze Industrie, die trockengelegt werden sollte. Schließlich werden dort i.d.R. ungeeignete Treiber von dubiosen Drittanbietern verwurstet. Anders ist es schließlich nicht möglich, Aktivität vorzutäuschen, wenn außer Grafiktreibern und ganz wenigen Ausnahmen gar nicht regelmäßig neue Treiber erscheinen. Auch diese Treiberverwaltung neben dem Betriebssystem schafft nur eine zusätzliche Fehlerquelle. Treiber nimmt man von der Supportwebseite des jeweiligen Herstellers. Sollte man tatsächlich mal einen Treiber sichern müssen, nutz man dafür Bordmittel von Windows.
    Eine Software von Abzockern für Dumme. PUP ist da noch eine harmlose Bezeichnung.
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