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Klonen statt kündigen: Wie Skype ganz langsam zu Teams wird

Klonen statt kündigen: Wie Skype ganz langsam zu Teams wird

Was Microsoft mit Skype nicht gelungen ist, könnten sie mit Teams durchaus schaffen: Einen „Quasi-Standard“ für die Kommunikation zu setzen (wobei das Skype zum Zeitpunkt der Übernahme durchaus war). Ich will hier aber gar keine Diskussion über Sieger und Verlierer in diesem derzeit heiß umkämpften Markt eröffnen. Die latente Sehnsucht nach einem großen Sieger ist in der Technikbranche ohnehin irrational. Man gefällt sich darin, einen großen „Killer“ zu benennen, der alle anderen platt macht, um anschließend über dessen Vormachtstellung und die damit verbundenen Nachteile zu lamentieren.

Ich wünsche mir Konkurrenz und Vielfalt, zum Vorteil der Kunden und des technischen Fortschritts. Was Microsoft aber nicht braucht, ist Konkurrenz im eigenen Haus. Die ist zwischen Teams und Skype durchaus gegeben. Zwar deckt Skype nur den Teilbereich Kommunikation ab, während Teams noch sehr viel mehr ist, dennoch hat Microsoft hier zwei Lösungen für denselben Zweck.

Das wird so nicht bleiben. Skype wird „sterben“, das hat Microsoft sogar schon offiziell gesagt, allerdings haben sie glücklicherweise nicht den Fehler gemacht, es an die große Glocke zu hängen. „Teams ist ganz toll und darum schalten wir Skype jetzt ab“, so hätte Microsoft noch vor ein paar Jahren agiert und sich anschließend gewundert, warum die Nutzer zwar dem alten Dienst den Rücken kehren, aber beim neuen nicht ankommen.

Der Weg von Skype zu Teams wird ein behutsamer werden. Anders als bei früheren Strategiewechseln versucht Microsoft nicht, das alte Produkt madig zu machen, sondern investiert kräftig in Skype. Viele Funktionen aus Teams sind in den letzten Monaten auch in Skype integriert worden, weitere werden folgen. Da wäre die neue Konferenzansicht zu nennen oder die individuellen Hintergründe für Videokonferenzen, ganz neu ist die Funktion „Hand heben“, die derzeit in der Insider-Version von Skype getestet wird.

Hand heben in Skype

Microsoft ist dabei, aus Skype einen Teams-Klon zu machen. Irgendwann werden die technischen Unterschiede zwischen den beiden Diensten nahezu vollständig verschwunden sein. Das Ziel ist es, Skype-Nutzer zu Teams-Nutzern zu machen, ohne dass diese es bemerken. Irgendwann kommt jemand vorbei und wechselt nur noch das Schild über der Tür aus.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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