Kommentar: Microsoft lebt den Gedanken für Gleichberechtigung und Diversität

Kommentar: Microsoft lebt den Gedanken für Gleichberechtigung und Diversität

Disclaimer zu Beginn: Ich habe einen Sprachfehler, der mich viele Jahr lang sehr belastete. Aus diesem Grund interessiere ich mich aus rein persönlichen und privaten Anliegen besonders für die Themen Gleichberechtigung und Diversität. Dieser Kommentar ist daher sehr persönlich und auch so ein bisschen eine öffentliche Danksagung.

Microsoft lebt den inklusiven Gedanken

In der Woche vom 25. bis 29. Mai fand das zweisprachige Event „Come Together 2020 – Diversity & Inclusion at Microsoft Germany” statt. Bei dieser Veranstaltung gab es neben vielen spannenden Vorträgen auf Deutsch oder Englisch auch eine dazugehörige LinkedIn Gruppe zum Vernetzen.

Es war das neueste Event von Microsoft Deutschland in einer langjährigen Kette von Veranstaltungen, welche man für dieses Thema ins Leben gerufen hat. Ein anderes Beispiel wäre der #NeueNähe-Hackathon welcher in Zusammenarbeit mit der Aktion Mensch bereits in verschiedenen deutschen Städten stattfand. Persönlich konnte ich dem Event vor wenigen Jahren in Berlin beiwohnen. Es war wirklich eine tolle Erfahrung, die ich jedem einmal empfehlen würde.

Was mich hierbei am Anfang wirklich überrascht hat und was ich sogar noch mehr schätze als das Firmenverhalten von Microsoft, ist die Tatsache, dass der offene Gedanke Menschen gegenüber auch von sehr vielen Microsofties auch im Privaten gelebt wird.

Es wirkt nicht nur wie eine geplante Marketing-Kampagne, sondern es wird glaubhaft als gelebt und als „normal, wie denn sonst?“ angesehen. Dies ist wirklich spürbar.

Ein Beispiel, und wie mich dieses geprägt hat, stammt aus meiner eigenen Erfahrung. Ich hatte die Möglichkeit, über die Zeit verteilt etliche (virtuelle) Gespräche mit den verschiedenen Personen aus unterschiedlichen Abteilungen von Microsoft zu führen. Die meisten Gespräche wurden telefonisch geführt, was für mich als Stotterer eine der härtesten Herausforderungen ist: Zu sprechen, ohne die andere Person zu sehen. Wenn man dabei noch ein wenig „Ehrfurcht“ vor dem Gesprächspartner hat, wird es nicht einfacher.

Trotz meiner Schwierigkeiten beim flüssigen Reden wurde ich stets von allem Gesprächspartner/innen „für voll genommen“, wir hatten wahnsinnig intensive und spannende Telefonate. Dies ist auch in der heutigen Zeit immer noch eine Seltenheit und solche Erfahrungen haben mich wirklich in meinem Selbstbewusstsein spürbar und nachhaltig gestärkt.

Als ein Beispiel von vielen deutschsprachigen Microsofties mit einem inklusiven und philanthropischen Mindset sei an dieser Stelle Magdalena Rogl erwähnt (Twitter, LinkedIn) erwähnt. Eventuell dank ihrer früheren Tätigkeit als Erzieherin findet sie, meiner Meinung nach, einen tollen und für mich erstrebenswerten Mittelweg aus sozialem und technokratischem Handeln nicht nur in ihrer Tätigkeit als Head of Digital Channels sondern auch als toller Mensch im Allgemeinen.

Auswirkung auf mich

Ich gehe davon aus, dass diese seit etlichen Jahren oft unterschwellige, jedoch dennoch immer spürbare offene und menschliche Grundstimmung von Magdalena und auch vielen anderen Personen dazu geführt hat, dass ich mich selbst trotz meines Sprachfehlers akzeptiert habe. Dass ich gelernt habe, es als „okay, dass bist eben du“ anzusehen und es als eine Art von USP (Unique Selling Point) nun verstehe.

Aus dieser nun komplett anderen Selbstwahrnehmung ist eine Videoreihe auf YouTube entstanden, in welcher ich über mein persönliches Leben mit meinem Sprachfehler spreche.

Glaubt mir, liebe Dr. Windows Community, es gibt für mich nichts Schlimmeres, als mich beim Stottern zu hören und dabei sogar auch noch zu sehen. Deswegen danke ich allen Personen, welche mich so positiv geprägt haben. Manchmal braucht man einfach externe Blickwinkel auf die eigenen Probleme.

Klarstellung

Ich habe den glücklichen Umstand, dass ich im realen Leben sehr inklusive Freunde, Bekannte und Arbeitgeber habe. Ich erhalte bis auf wenige Ausnahmen keine negativen oder beleidigenden Aussagen mir gegenüber. Ich weiß allerdings, dass es vielen Menschen mit (sprachlichen) Einschränkungen so geht. Vor allem für diese ist es mehr als nur eine schöne Geste, wie Microsoft das Thema Inklusion und Diversität im täglichen Leben praktiziert.

Über den Autor
Tobias Scholze
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Bayrischer Open Source- und Community-Enthusiast, Verfechter des neuen Microsoft und Wandler zwischen den Betriebssystemwelten. #communityrocks Von Herzen ein Nerd mit der festen Überzeugung, dass man gemeinsam und durch den Einsatz von moderner IT die Welt für jeden ein Stückchen besser machen kann.

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Kommentare

  1. Bei deinem Artikel kommt mir Gedanke, daß in einer idealen Welt genauso gehandelt wird. Mensch trifft auf Mensch.
    Leider, und das ist auch Fakt, wird der Faktor Mensch zunehmend durch den Faktor Maschine ersetzt.
    Den Begriff Inklusion schreiben sich viele auf die Fahnenstange, verhält sich in etwa so wie der Anspruch von Artikel 1 Grundgesetz die Würde des Menschen ist unantastbar.
    Selbst zähle ich Microsoft auch mehrheitlich zu den Guten im Big Business, ausgenommen u.a. die Fälle mit den gesperrten Konten (da lasse ich alle Fälle zugunsten Microsoft außen vor, wo User sich nicht entsperren können weil sie partout nicht einsehen wollen, daß ein Entsperrcode in gängiger, plausibler Praxis übers Phone oder verifizierte anderweitige Mailadresse kommt).
    Sehr spannender Artikel!
    Wegen dieses Artikels habe ich mich doch mal registriert.
    Als selber Betroffener würde ich gern noch eine kurze Ergänzung machen: Vielleicht ist es kleinlich, aber Sprachfehler meint, dass man kognitiv nicht in der Lage ist, korrekte Sätze bzw. Wörter zu formen. Eine Sprechstörung oder noch präziser Redeflussstörung beschreibt, dass nur die Ausführung uns manchmal etwas schwerer fällt.
    Ich finde, das macht schon einen Unterschied :)
    Generell ist mein Eindruck, dass gerade in der Technik-/Informatikszene überproportional viele Stotterer unterwegs sind, vielleicht weil die Leuten denken, weniger reden zu müssen?
    Ich habe wie du bislang auch so gut wie keine negativen Reaktionen erlebt (auch nicht im Patientenkontakt im Studium oder als Trainer). Da scheint sich in den letzten Jahren aber auch einiges getan zu haben, denn "ältere Stotterer" scheinen es da häufig schwerer gehabt zu haben.
    @Bonnyblank, @Pixelschubse
    Danke für eure warmen Worte. Ja, dass manche Fälle wie Eingaben via Telefon nicht gerade günstig sind ist suptoptimal. Der Vorteil ist jedoch, dass es keine "echten" Menschen sind und man es x-Mal versuchen kann.
    @Technikfan
    Danke für dein Lob und vor allem auch danke für deine Richtigstellung. Das habe ich nicht bedacht. Merci für die Worterklärung.
    So oder so, willkommen bei Dr. Windows! :)
    Habe noch nie etwas von "inklusiven" Freunden gehört.
    Freunde sind doch Freunde, da ist man doch nett zueinander.
    Und manche Menschen schaffen das auch bei Menschen, die sie nicht zu Freunden zählen.
    Aber das wird sich nie ändern, wird immer beschissene Menschen geben.
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