Konto gesperrt: Nutzer reicht Klage gegen Microsoft ein

Konto gesperrt: Nutzer reicht Klage gegen Microsoft ein

Das Thema Sperrung von Microsoft Konten haben wir in den letzten Wochen und Monaten an dieser Stelle ausführlich behandelt. Für alle Leser, die es verpasst haben sollten, habe ich die bisherigen Berichte nochmals unten verlinkt.

Zuletzt nahm auch bei mir das Gefühl der Ohnmacht gegen die scheinbar unberechtigten Sperrungen überhand. Die bisherige Kritik in der Berichterstattung und auch diverse Eskalationen, die ich für Betroffene in die Wege leiten konnte, haben nicht viel gebracht. Letztlich wurde dem Ochsen erfolgreich ins Horn gekniffen, um diese Redensart zu bemühen.

Ich hoffte daher (auch wenn das seltsam klingt), dass jemand die Sache nicht auf sich beruhen lässt und den juristischen Weg beschreitet. Genau das ist jetzt passiert. Ein Betroffener hat Klage gegen Microsoft eingereicht, die Klageschrift liegt mir vor.

Die Klage richtet sich gegen Microsoft Irland, denn diese Tochtergesellschaft ist offizieller Vertragspartner für europäische Kunden. Wie viele andere Betroffene betrachtet der Kläger die Sperrung seines Microsoft-Kontos als willkürlich und unbegründet, weil er sich keiner Schuld bewusst ist und nicht weiß, wo und wie er gegen den Servicevertrag verstoßen haben soll.

Letzteres ist ein wichtiger Punkt, der auch als Antrag in der Klageschrift formuliert ist: Microsoft soll dazu verurteilt werden, den Grund der Sperre im Detail darzulegen. Um diesen Punkt drehe auch ich mich in meiner Berichterstattung immer wieder: Microsoft versteckt sich stets hinter dem pauschalen Verweis auf einen „schwerwiegenden Verstoß“ gegen den Servicevertrag, was eine objektive Auseinandersetzung mit der Sperre entsprechend erschwert. Die Vielzahl der Fälle und die Art und Weise, wie bestimmte Sperren erfolgt sind, lässt allerdings darauf schließen, dass sich Microsoft mehr oder weniger blind auf seine Automatismen verlässt. Vielleicht wird diese Klage ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

Grundsätzlich klagt der Betroffene selbstverständlich auch darauf, dass sein Konto wieder freigeschaltet wird und er wieder Zugang zu wichtigen Daten bekommt, die er in seinem OneDrive-Tresor gespeichert hat. Gleichzeitig wird aber auch verlangt, dass Microsoft diese Daten herausgibt, unabhängig davon, ob das Konto wieder freigegeben wird oder nicht.

Es werden also sehr viele Aspekte mit dieser Klage abgedeckt. Allzu große Hoffnungen mache ich mir jedoch erst mal nicht. Durch eine simple Freischaltung des Kontos könnte Microsoft beispielsweise allen anderen Klagepunkten aus dem Weg gehen. Für den Betroffenen wäre dann alles gut, geklärt wäre aber nichts.

Siehe dazu auch:

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare

  1. Super! Meines Erachtens der einzig richtige und vor allem erfolgversprechende Schritt. Ein lieber Kollege hier im Forum hatte frühere Kommentare von mir, in denen ich das bereits gesagt hatte, als unrealistisch und unpraktikabel bezeichnet. Jetzt können wir mal schauen, was draus wird. Ich denke, dass allein die unangenehme Außenwirkung, die mit dem Verfahren einhergeht, Microsoft beeindrucken und zum Nachdenken anregen wird. Ich könnte mir vorstellen, dass sie ihrer K.I. ein wenig Nachhilfe geben, selbst wenn der Kläger den Prozess nicht gewinnen sollte.
    Falls möglich, wäre eine Erweiterung als Sammelklage vielleicht hilfreich?
    Speziell wenn es darum geht, dass Microsoft den genauen Grund nennen muss/sollte. Kenne mich zu wenig mit den Prozessen und Möglichkeiten aus.
    Ich hoffe das es ein Fall mal so weit schafft, dass es nicht nur für Microsoft angewendet werden kann, sondern generell (Präzedenzfall).
    Ich muss sagen, dass ich hoffe, dass es zu einer Verhandlung kommt. Natürlich wäre es für den Kunden besser einfach seine Daten wieder zurück zu erhalten aber um den Punkt endgültig richtig zu bearbeiten muss der Klafeweg erfolgreich durchgeführt werden.
    Um allerdings Außenwirkung zu erreichen, so wie @MikeG es gerade sagte, muss die eingereichte Klageschrift in den entsprechenden Medien groß veröffentlicht werden. Und da insbesondere bei so tollen guten, kotzwürg, Fachzeitschriften wie Computer Bild, auf heise.de oder anderen. Erst dann könnte es was werden.
    @Martin, wenn du ihn persönlich kennen solltest, dann gib ihm den Tipp, falls er aus Deutschland kommt, dass er sich an den Datenschutz Beauftragten des Bundes wenden soll. Denn das was ihm passiert ist kann auch schnell mal anderen, zum Beispiel Firmen passieren. Und dann wird es echt übel. Da kann der oder diejenige ja schon mal vorab arbeiten und den 'Service Vertrag' genauer untersuchen lassen
    Erst mal abwarten ob sich Microsoft davon beeindrucken lässt, ich glaube eher nicht das Microsoft deshalb gleich die algorithmen seiner KI ändert, für die Fachpresse natürlich ein gefundenes Fressen.
    MS ist so unsympathisch geworden, mit deren Cloud. In vielen Belangen gefällt mir das Vorgehen von MS und seinen Diensten gar nicht mehr.
    Gibt es auf dem Smartphone eine praktische Lösung um Onedrive mit zwei Accounts zu nutzen?
    Ich würde gerne vorsorglich Bilder und Dateien trennen, denn vermutlich ist der Verstoß eher bei mal bei den Bildern (Dank automatischen Upload).
    Danke für Hinweise.
    Die Klage richtet sich gegen Microsoft Irland, denn diese Tochtergesellschaft ist offizieller Vertragspartner für europäische Kunden.
    Das ist auch sicher? Wie schon mal in den Kommentaren zu einem vorherigen Artikel angemerkt, ist Microsoft Irland nur Vertragspartner für die Geschäfte, die über den Store laufen. Für microsoft.com - darüber läuft nun mal das Microsoft-Konto - steht im Impressum nur Microsoft Corp., Redmond, USA. Das Impressum von Microsoft Deutschland erhält man beispielsweise nur, wenn man ganz bestimmte Unterseiten von microsoft.com aufruft.
    Edit: Gerade Gesehen am Ende der Nutzungsbedingungen wird Microsoft Irland erwähnt.
    Als besonders spannend ist die Vorgehensweise von Microsoft anzusehen wenn man das noch in Zusammenhang mit dem Zwangskonto in den neuen Versionen von Win10 bringt.
    Damit ist dann auch gleichzeitig die On-Prem Nutzung nicht mehr gewährleistet.
    Mal eine weitergehende Frage: Passiert das auch bei Business Kunden?
    OT, aber ähnlich ärgerlich. Seit gestern ist unser Outlook-Familienkalender auf den iPhones und in der Kalenderapp auf dem Surface weg.
    Über den Browser kann man ihn online Finden. Als Gruppenkalender ,,Ihre Familie".
    Auf jeden Fall sind unsere Termine mit den Kindern, Schule und Ärzte auf den Handys weg.
    Sicherlich ein nachvollziehbarer und richtiger Schritt von Seiten des betroffenen Klägers! Allerdings muss ich auch gleichzeitig gestehen, dass ich die AGB's und deren Inhalt nicht wirklich auf dem Schirm habe, um evtl. Erfolgsaussichten auf dem Schirm zu haben.
    Schade, dass es nur "einer" ist, der hier klagt. Hier wäre eine ganz andere und interessante Signalwirkung, wenn hier eine Art Sammelklage von vielen Betroffenen eingegangen wäre. Daher sehe ich das ganze als weniger als einen Tropfen auf dem heißen Stein, wo Microsoft ggfl. im Einzelfall anders und lockerer agieren kann. (Ausnahmefall etc)
    Auf der anderen Seite frage ich mich ganz ehrlich, warum heutzutage soviele Leute auf Cloud-Dienste zurückgreifen und dann auch noch - aus meiner persönlichen Sicht - so blöd sind, und insbesondere wohl wichtige oder gar vertrauliche Sachen / Dokumente in irgendeine Cloud speichern.
    Wer dieses blind macht - ohne dabei auch nur selber diese sensible Daten für sich selber daheim auf externe Datengräger etc. zusätzlich sicher ist seinfach selber schuld und in meinen Augen mehr als Naiv.
    Ich bin gespannt, was bei dieser Anklage herauskommt - und insbesondere was passiert, wenn auch betroffene (in den USA, aber auch hier in Europa) gleiches tun - und wo aufgrund des Handeln bzw. der Sperrung durch Microsoft evtl. die Existenzen (Selbständige / Kleinunternehmen) schweren Schaden genommen haben.
    Interessant finde hier die Reaktionen bzw. Aussagen, dass Microsoft durch diese Aktion beeindruck sein sollte - oder gar zum Nachdenken anregen sollte.
    Ich persönlich sehe dieses ganz anders! Warum werden so häufig diverse Sachen immer wieder zuerst auf die andere Partei geschoben; anstatt zuerst mal bei sich selber einiges zu hinterfragen? Wie z.B. warum man so wichtige und vertrauliche Daten - anscheinend ohne privat eine Sicherung daheim zu besitzen - einfach in irgendeine Cloud ablegt. Spätestens an dieser Stelle sollte einem das ganze selber gewaltig zum Nachdenken und anderweitigem Handeln anregen.
    Wenn MS seine Consumerkunden nach Apple / Chromebook treiben will dann gehen wir halt, ob es dort besser ist, keine Ahnung. Um zu Surfen und mal einen Brief zu schreiben braucht heute keiner mehr MS.
    Ich drücke Mal ganz fest die Daumen das MS dabei so richtig eine auf den Sack bekommt.
    Der Konzern wird immer unsympathischer.
    Seit Win 3.11 nutze ich bereits Windows, aber seit Einführung von Win 10 und der ganzen darauf folgenden Entwicklung wünsche ich mir inzwischen nichts mehr als ein OS das eine echte Alternative zu Windows ist. Wird Zeit das Google endlich Mal was in dieser Richtung bringt, da ich nicht mehr bereit bin die Mondpreise von Apple zu zahlen.
    @FZ61
    Ich bin privat inzwischen auf Grund des Verhaltens von MS komplett auf Google umgestiegen.
    Seit Tagen wird auch noch über meine Outlook Mail Addy mein Account massiv zugespamt obwohl ich diese E-Mail Addy nur noch für den MS Store habe. Seit Wochen wird die Adresse für sonsz gar nichts mehr genutzt. Mir ein Rätsel woher die vielen Spam Mails plötzlich kommen.
    Aber ein weiterer Grund nach diversen Problemen mit MS bei der Konkurrenz zu bleiben.
    Habe mein OneDrive schon immer 2-mal als offline Kopie. Man weiß ja nie was Microsoft so plötzlich durch den Sinn geht. Kalender habe ich schon umgezogen und als nächstes folgen die Kontakte.
    Ich hab meine Daten mal vorsichtshalber von One Drive entfernt und setze fortan auf lokale Speicher an mindestens 2 verschiedenen Orten.
    Ich bin zwar selber zu Apple gewechselt, aber die Rechner meiner Kinder, mein Windows im Bootcamp und natürlich meine Xbox laufen über meinen Zugang.
    Das Risiko ist mir eindeutig zu groß!
    Hoffentlich bringen entsprechende Klagen bald Licht ins dunkle!
    Mich wundert es schon ein wenig wieso da außerhalb von Dr. Windows keine Fälle diskutiert werden. Müsste es nicht auch zahlreiche andere Nutzer in allen möglichen Ländern treffen? Ich mein, da wird doch nicht jeder einfach nur Schlucken und die Sperre hinnehmen. Vor allem müssten sich doch zahlreiche Nutzer in sämtlichen Foren auskotzen, aber im Netz findet man sehr wenig dazu.
    Ich persönlich würde da ja echt nicht lange warten bis ich einen Anwalt einschalte, außer natürlich ich hätte selbst etwas zu verbergen. Filesharing könnte ja bspw. eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren nach sich ziehen. Bin daher immer noch skeptisch über die möglichen Gründe der gesperrten Konten. Es sind zu wenig Fälle bekannt und man lernt hier eben auch nur die Seite der Betroffenen kennen, die sich ja explizit nur an eine Person hier zu wenden scheinen. Ich kann mir auch einfach nicht vorstellen dass hier kaum einer von denen etwas wissen will wie die Sperre zustande kam.
    Versteh mich nicht falsch Martin, ich möchte dich ja nicht kritisieren, nur ist es einem als unbetroffener Leser kaum möglich das Ganze ernsthaft zu bewerten. Die Kommunikation von Microsoft samt Support ist kriminell schlecht, aber das ist wiederum leider auch weitestgehend bekannt und lässt sich leicht nachweisen. Nur zu den Sperrungen ist einfach generell zu wenig bekannt und leider hat man auch nicht mehr in der Hand als die Worte der Betroffenen selbst. Aber wer angeklagt ist sagt leider ja auch nicht immer die Wahrheit. Daher könnte ein Großteil der Betroffenen die sich an dich gewendet haben sich durchaus einer Schuld bewusst sein, dies nur nicht mit die kommuniziert haben. Es könnte aber genauso gut ein kleiner Teil sein, oder tatsächlich jeder ehrlich sein - man kann es als Leser wirklich überhaupt nicht beurteilen, wenn man mal ehrlich ist...
    Nichtsdestotrotz habe ich mir mal überlegt dass eine radikale Sperre bei dem ganzen Rattenschwanz ohnehin zu heftig sein könnte, selbst wenn sich ein Nutzer etwas zu Schulden kommen lies. Man nehme nur einmal an dass ein Nutzer seit 10 Jahren ausschließlich nur ein einziges Email Konto bei Microsoft verwendet hat. Es gibt doch unzählige Dienste bei denen man die in der Anmeldung verwendete Email Adresse nicht ändern kann, wenn man an sein Email Konto nicht mehr dran kommt. Vor allem kann man soviel Papierkram mittlerweile über Emails abwickeln, der Schaden der durch eine direkte Kontosperre entstehen kann ist alleine da stellenweise schon total unverhältnismäßig. Daher sollte man sich im Neuland mal überlegen ob man einem Nutzer einfach von jetzt auf gleich alles direkt Sperren dürfte. Eigentlich müsste man Betroffenen im Zweifelsfall doch trotzdem noch eine Frist einräumen in der diese noch im Stande sind ihre Sachen zu regeln um umzuziehen.
    Egal wie diese Klage endet, sie wird für den Betroffenen User gut ausgehen, da bin ich mir ziemlich sicher. Und mit gutausgehen meine ich, dass er entweder seine Dateien erhält, oder sein Geld zurück, oder seinen Account, what ever. Das mindeste wird ein Urteil sein, das ähnlich dem Amazon-Urteil gleichkommt, die dürfen auch nicht einfach so sperren und einem alles wegnehmen, sondern bereits gekauftes muss bleiben.
    Er wird wahrscheinlich nur nie wieder mit diesem Account neue Abos oder Appkäufe vornehmen können.
    Das Urteil, wenn es denn zu einem kommt, könnte man auch gut als Muster betrachten für ähnliche Geschichten mit Apple oder Facebook. Ich bin da - zumindest aus der Sicht meiner zweiten Heimat in Deutschland - sehr zuverlässig. In den USA hätte wohl MS die besseren Karten.
    Das mindeste wird ein Urteil sein, das ähnlich dem Amazon-Urteil gleichkommt, die dürfen auch nicht einfach so sperren und einem alles wegnehmen, sondern bereits gekauftes muss bleiben.
    Welches Amazon Urteil? Die mir bekannten Fälle sind ganz anders gelagert.
    Amazon-Verkauferkonto gesperrt: LG Hildesheim erlasst einstweilige Verfugung gegen Amazon | LHR Rechtsanwalte Koln
    LHR erwirkt einstweilige Verfugung gegen Amazon wegen Kontosperrung und Einfrieren von uber 100.000 € | LHR Rechtsanwalte Koln Außerdem wie man an diesen Fällen sieht, anderes Gericht, andere Meinung.
    Und mit gutausgehen meine ich, dass er entweder seine Dateien erhält, oder sein Geld zurück, oder seinen Account, what ever.
    Alles unter der Voraussetzung, daß Microsoft nicht doch nachvollziehbare Gründe für die Sperre präsentieren kann.
    Wie schon andere angemerkt haben, ist es durchaus bemerkenswert, daß bisher noch kein Skandal daraus geworden ist. Wäre hier eine fehlgeleitete KI am Werk, dann müßte es mehr Fälle geben und nicht nur in Deutschland.D
    Darauf zu spekulieren, daß wenn der Support keine Gründe nennt bzw. nennen kann, keine vorhanden sind, ist mutig. Wie der Support funktioniert und was die dürfen, ist bekannt. Es ist genauso denkbar, daß Microsoft auf diese Weise Kunden mit berechtigten Sperren auf die billigste Weise loswerden will. Die ein oder andere Klage ist u.U. einkalkuliert.
    Das Urteil, wenn es denn zu einem kommt, könnte man auch gut als Muster betrachten für ähnliche Geschichten mit Apple oder Facebook.
    Es gibt eigentlich nur eine Möglichkeit, bei der es zu einem positiven Urteil kommen kann, wenn Microsoft tatsächlich keine Gründe nennen kann und taktisch völlig dämlich vorgeht. Alle anderen Möglichkeiten werden kein oder ein negatives Urteil ergeben. Entweder sind tatsächlich Sperrgründe da, dann wird der Kläger verlieren oder es sind keine da, dann wird Microsoft das Konto wieder freigeben und der Klagegrund ist nicht mehr gegeben. Dazu noch die diversen Möglichkeiten des Vergleichs, bei denen auch kein in dem hier vielfach gewünschten Sinne positives Urteil herauskommt.
    Und in Deutschland gibt es keine Präzedenzfälle. Das sieht man alleine daran, daß untere Gerichte bei gleich gelagerten Fällen zu den unterschiedlichsten Urteilen kommen. Das wissen natürlich auch die Unternehmen und in deren Rechtsabteilung wird ein "Ich habe hier aber ein Urteil des Amtsgerichts Pusemuckel da habt Ihr/Euer Konkurrent gegen Kunde XY verloren." nur schallendes Gelächter auslösen.
    Selbst wenn Microsoft vor einer unteren Instanz verlieren sollte, werden sie kaum vor eine höhere Instanz ziehen, weil es das nicht wert sein wird. Sollte der Kunde verlieren, muß der erstmal den langen Atem für die weiteren Instanzen haben. Es wird sich also kaum ein höheres deutsches Gericht mit diesem Fall beschäftigen, so daß nicht mal der Hauch eines Präzedenzfalls entstehen wird.
    Das wäre ja das Problem, das MS irgendwelche globalen Verstöße gegen Geschäftsbedingungen angibt. Die müßten in einem solchen Fall dem User die ganz konkreten Verstöße offenlegen , Datum, Uhrzeit, Vorgang und Art des Verstoßes gegen Absatz XYZ der Onedrive Geschäftsbedingungen. Damit würde sich MS aber angreifbar machen.
    Mich wundert es, das noch kein Datenschützer sich auf dieses Thema geworfen hat. Trotz vom Corona-Thema überlagerten Sommerloch.
    Datenschutz ist nicht nur der Schutz der persönlichen Daten gegenüber Anderen sondern auch gegenüber Daten-Kidnapping des Cloud-Betreibers. Anders kann man die derzeitige Praxis eigentlich nicht beschreiben. Es ist doch lächerlich, das meine eigenen hochgeladenen Daten und der Umgang mit denen vor mir selber geschützt werden muß.
    Die MS - KI ist ja eigentlich nur doof, was ich den Verantwortlichen von MS erstmal nicht unterstellen will. Geht das allerdings so weiter und private, unersetzbare Daten werden irgendwann gelöscht geht das dann beim Schadenersatz bis aufs Messer.
    Tauchen die dann urplötzlich irgendwo wieder auf, stellt sich die Frage wo waren die und was stellt MS damit intern überhaupt an.
    Im Moment stehen wir wohl am Anfang einer losrollenden Lawine. Ob die das bei MS nun schon gecheckt haben oder nicht. Das Ding ist in Bewegung und nimmt immer weiter Fahrt auf. Wen diese Lawine unter sich begräbt wäre die Frage. Ich glaube nicht wirklich, das es die Mehrzahl der Nutzer sind.
    Geschäftsmodell: Ich verkaufe online Spiele , Erweiterungen dafür und Cloudspeicher. Irgendwann stelle ich fest, das ich das Geld auch einfach so behalten kann, ohne den Vertrag fortgesetzt zu erfüllen. Weil meine eigenen AGBs das verschwurbelt erlauben könnten? Bis jetzt wurde von MS immer nur behauptet. Ob das vor Gericht bestand hat glaube ich nicht wirklich. Auch vor einem Irischen Gericht mussen Fakten auf den Tisch gelegt werden. Harte unwiederlegbare Fakten, keine Behauptungen, und ob diese den letztendlichen Datenklau rechtfertigen können, stellt zusätzlich die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen zu den Vorwürfen in den Raum. Eine KI kann man nicht verklagen, Microsoft schon.
    Ich kenne Versicherungen, die verstoßen auch fortwährend gegen ihre eigenen AGBs. Man spielt auf Zeit und mit den Nerven der Kunden. Bis man irgendwann auf den richtigen trifft. Hoffen wir mal das es hier so ist. Oder MS zieht in aller Öffentlichkeit den Schwanz ein und rollt alles zurück. Das Thema doof hatte ich oben schon erwähnt?
    Ich bin immer wieder geschockt, viel Frechheit Microsoft an den Tag legt. Ich brauche kein OneDrive mehr. Für was auch?
    tkmopped
    Datenschutz ist nicht nur der Schutz der persönlichen Daten gegenüber Anderen sondern auch gegenüber Daten-Kidnapping des Cloud-Betreibers.
    Nein, Datenschutz ist nur der Schutz personenbezogener und personenbeziehbarer Daten gegen unbefugte Nutzungen. Die reinen Daten sind nicht geschützt, sondern nur wenn sie selbst personenbezogen Daten enthalten. Das dürfte zwar bei vielen Datein mit Metadaten, die Namen usw. enthalten, gegeben sein, aber der Entzug der Daten fällt eben nicht unter den Datenschutz.
    Was unter den Datenschutz fällt, wäre ein Bearbeiten und Nutzen der Daten seitens Microsoft, die nicht von den im Servicevertrag genannten Beschreibungen umfasst sind. Insofern ist bestenfalls strittig, ob ein verdachtsunabhängiges Scannen der Inhalte von Microsoft durchgeführt werden darf. Da ist die Beweislage allerdings derzeit wohl sehr dünn und ein Eingriff der Datenschutzbeauftragten kaum zu rechtfertigen.
    Die MS - KI ist ja eigentlich nur doof
    Bisher nur eine Theorie, daß hier nur eine KI am Werk war. Da Microsoft bisher mauert, ist vieles denkbar.
    Geht das allerdings so weiter und private, unersetzbare Daten werden irgendwann gelöscht geht das dann beim Schadenersatz bis aufs Messer.
    Erstens muß dann der Kunde nachweisen, daß dort private, unersetzbare Daten lagen. Zweitens dürfte ein Gericht kaum Schadensersatz zu sprechen, wenn man private, unersetzbare Daten auf einem einzigen Online-Speicher gesichert hat. Ein bißchen Eigenverantwortung ist jedem Kunden zuzumuten.
    Irgendwann stelle ich fest, das ich das Geld auch einfach so behalten kann, ohne den Vertrag fortgesetzt zu erfüllen. Weil meine eigenen AGBs das verschwurbelt erlauben könnten?
    Das steht so auch nicht verschwurbelt in den AGB. Außerdem kennt der Kunde die Risiken von Online-Inhalten. Das steht nämlich in den AGB. Daß Online-Inhalte eben nicht das gleiche sind, wie eine Sache wie eine Spiele- oder Film-DVD kann man schon an den Preisen erkennen.
    Bis jetzt wurde von MS immer nur behauptet. Ob das vor Gericht bestand hat glaube ich nicht wirklich.
    Bisher war nur der niedere Support damit beschäftigt. Wie schon geschrieben, kann das durchaus Taktik sein, auch bei berechtigten Sperrungen.
    Auch vor einem Irischen Gericht mussen Fakten auf den Tisch gelegt werden.
    Es wird sich hier schon um ein deutsches Gericht handeln. Ob man auch vor einem irischen Gericht klagen könnte, wird nur ein Anwalt, der sich im deutschen und irischen Recht auskennt, beantworten können.
    Harte unwiederlegbare Fakten, keine Behauptungen, und ob diese den letztendlichen Datenklau rechtfertigen können, stellt zusätzlich die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen zu den Vorwürfen in den Raum.
    Wenn Microsoft etwas vorlegt, wird das Gericht entscheiden, ob das genügt. Die laienhaft Vorstellung von unwiderlegbaren Fakten wird ein Gericht kaum interessieren.
    Si13n7
    Versteh mich nicht falsch Martin, ich möchte dich ja nicht kritisieren, nur ist es einem als unbetroffener Leser kaum möglich das Ganze ernsthaft zu bewerten.

    Alles gut, ich möchte ja, dass man sich kritisch damit auseinandersetzt. Leute, die alles glauben und nachplappern, was irgendwo im Internet steht, gibt's schon genug ;).
    Ich wäre mit diesem Thema nicht an die Öffentlichkeit gegangen, wenn ich mir nicht sicher wäre, dass hier etwas nicht korrekt läuft. Man kann den Leuten zwar nicht hinter die Stirn schauen, aber man entwickelt im Lauf der Zeit ja doch ein Gefühl, wie glaubwürdig eine Geschichte ist. Und um es mal ganz vorsichtig zu formulieren: Man ist nicht nur außerhalb von Microsoft der Meinung, dass hier gerade was völlig aus dem Ruder läuft.
    Ich schrieb es schon einige Male, dass es am Ende gar nicht um Schuld oder Unschuld der Betroffenen geht. Nehmen wir ruhig mal an, dass restlos alle, die sich bei mir bislang gemeldet haben, bewusst oder unbewusst gegen den Servicevertrag verstoßen haben, dann bleiben immer noch folgende Fragen:
    - warum gibt es keine Transparenz?
    - warum wird endgültig und allumfassend gesperrt?
    - warum sind die Supportabläufe technisch defekt (Formulare funktionieren nicht, Sicherheitscodes per SMS kommen nicht an)?
    OT @ build12400: Soll ich jetzt deine Kommentare auch in hunderte Zitate zerpflücken? Mann! Du kommentierst Zitate, nur mal so ein Hinweis falls du das selber noch nicht gemerkt hast.
    Du darfst gerne zu Allem eine andere Meinung haben. Gönn ich dir. Leb dich hier aus ...
    Martin
    - warum gibt es keine Transparenz?
    - warum wird endgültig und allumfassend gesperrt?
    - warum sind die Supportabläufe technisch defekt (Formulare funktionieren nicht, Sicherheitscodes per SMS kommen nicht an)?
    Unter der Annahme, daß die Kunden gegen den Vertrag verstoßen haben, kann man die Fragen alle mit "weil's so für Microsoft die wenigsten Kosten verursacht" beantworten. Für solche Kunden wird man kein Geld mehr ausgeben wollen, sind ja definitiv Ex-Kunden. Wie schon geschrieben, die ein oder andere Klage könnte da schon einkalkuliert sein.
    tkmopped
    OT @ build12400: Soll ich jetzt deine Kommentare auch in hunderte Zitate zerpflücken? Mann! Du kommentierst Zitate, nur mal so ein Hinweis falls du das selber noch nicht gemerkt hast.
    Du darfst gerne zu Allem eine andere Meinung haben. Gönn ich dir. Leb dich hier aus ...

    Falls Du es noch nicht gemerkt hast, Dein Beitrag bestand aus getrennten Aussagen, die das durchaus erlaubt haben. Wiedermal angepißt, weil Du Deine Meinung hier nicht unwidersprochen ausleben konntest?
    Viel Spaß noch. Jetzt muß ich mich selber in #24 nicht zitieren. Siehe oben. Du schaffst das!
    Edit: Wieder mal angepißt? Fäkalsprache - ok, egal.
    Sicher nervt sowas! Ich würde mit dir ja gerne über PN weiterdiskutieren. Habe ich schon mit vielen außerhalb der Threads gemacht. Manchmal sind wir überein gekommen, manchmal nicht. Wie es halt so ist.
    PN geht bei dir aber nicht. Wie du das bei dir eingestellt hast weißt du ja selber. Warum also willst du dich immer an den Kommentaren Anderer abarbeiten. Nicht generell und immer aber ein latenter Hang allem und Jedem zu widersprechen - irgendwie sehe ich den bei dir.
    Wie schon gesagt, ich würde sowas gerne per PN mit dir wenigstens mal ansprechen. Willst du nicht, bleibt also nur der Thread.
    Sicher , du hast meiner Meinung widersprochen. Ja und? Bist du nicht der Erste und wohl auch nicht der Letzte.
    Wenn man in deinen Beiträgen den Bezug auf Beiträge Anderer einmal wegläßt wirds dünn. Nicht im fachlichen, das wäre ok, aber so im Allgemeinen - du scheinst viel Zeit zu haben.
    weil Du Deine Meinung hier nicht unwidersprochen ausleben konntest?

    Ich lebe meine Meinung durchaus auch widersprochen aus. Manchmal diskutiere ich mit dem Kollegen darüber... - könnte ich wieder beim Edit oben anfangen.
    Danke Martin, dass du darüber berichtet hast. Ich habe jahrelang intensiv onedrive und Office 365 genutzt. Damit ist jetzt Schluss. Eine Kontosperrung und Verlust meiner Daten werde ich nicht hinnehmen. Daher werde ich mich wieder in Richtung opensource bewegen und als erstes eine privateCloud mit nextcloud bauen. Zu sorglos geht man mit den großen cloud Anbietern um. Auch weils einach bequem ist. Deine Berichterstattung hat mich wirklich zum umdenken bewegt. Bleib dran und mach weiter so
    Danke Martin, dass du darüber berichtet hast. Ich habe jahrelang intensiv onedrive und Office 365 genutzt. Damit ist jetzt Schluss. Eine Kontosperrung und Verlust meiner Daten werde ich nicht hinnehmen.

    Betrifft nur Personal Konten!
    Martin
    Alles gut, ich möchte ja, dass man sich kritisch damit auseinandersetzt. Leute, die alles glauben und nachplappern, was irgendwo im Internet steht, gibt's schon genug ;).

    Leider wahr...
    Martin
    Ich wäre mit diesem Thema nicht an die Öffentlichkeit gegangen, wenn ich mir nicht sicher wäre, dass hier etwas nicht korrekt läuft.

    Das steht ja außer Frage.
    Martin
    Man kann den Leuten zwar nicht hinter die Stirn schauen, aber man entwickelt im Lauf der Zeit ja doch ein Gefühl, wie glaubwürdig eine Geschichte ist.

    Nun, ich denke dass viele dies von sich behaupten würden, nur untermauert die Intuition des Autors ja noch kaum den Wahrheitsgehalt einer Geschichte.
    Martin
    Und um es mal ganz vorsichtig zu formulieren: Man ist nicht nur außerhalb von Microsoft der Meinung, dass hier gerade was völlig aus dem Ruder läuft.

    Hast du ja auch mindestens einmal in deinen Berichten erwähnt. Prinzipiell ist das natürlich auch kein gutes Zeichen und irgendwo sollte es einem auch wieder zu denken geben. Andererseits weiß man hier auch einfach zu wenig, also dummgesagt könnten ja irgendwo auch nur Praktikanten der Meinung sein, dass hier gerade was aus dem Ruder läuft. Andererseits wäre es auch verständlich, wenn keiner namentlich erwähnt werden möchte. Vielleicht bin ich auch einfach generell etwas zu misstrauisch - bei der qualitativen propagierenden Berichterstattung unser seriösen Fachpressen bleibt einem auch kaum etwas anderes übrig.
    Martin

    Ich schrieb es schon einige Male, dass es am Ende gar nicht um Schuld oder Unschuld der Betroffenen geht. Nehmen wir ruhig mal an, dass restlos alle, die sich bei mir bislang gemeldet haben, bewusst oder unbewusst gegen den Servicevertrag verstoßen haben, dann bleiben immer noch folgende Fragen:
    - warum gibt es keine Transparenz?
    - warum wird endgültig und allumfassend gesperrt?
    - warum sind die Supportabläufe technisch defekt (Formulare funktionieren nicht, Sicherheitscodes per SMS kommen nicht an)?

    Hier bringst du es gut auf den Punkt. Vielleicht sollte ich mich auch nicht so auf die Glaubwürdigkeit des Einzelnen versteifen. Vor allem bei dem ganzen Rattenschwanz der mit einem Microsoft Konto verbunden ist, sehe ich auch berechtigte Sperren in der aktuellen Form als äußerst kritisch an. Ich mein, wenn du gegen den Mietvertrag deiner Wohnung verstößt, kommt ja auch keiner binnen von Stunden vorbei, schmeißt dich raus, tauscht einfach die Schlösser aus, obwohl dein ganzer Kram noch in der Wohnung ist und hinterlässt lediglich einen Zettel an der Tür: "Für zusätzliche Beratung wenden Sie sich bitte an unsere Geschäftspartner in China oder Indien."
    Also in der Hinsicht hast du mich ohnehin schon von Anfang an etwas ins Grübeln gebracht und da bin ich dir durchaus dankbar. Vor allem da du mich so motiviert hast Lösungen für eine Lange Kette von Worst-Case Szenarien einzuplanen und vorab parat zu haben. Das ist eine Denkweise mit der ich ständig in meinem Beruf, der Software-Entwicklung, konfrontiert bin. Ich würde sogar behaupten, dass ich hier gewisse Talente habe, den Blick für Details, wodurch ich auch immer und überall Bugs und Sicherheitslücken finde - ein Talent was leider vielen meiner Kollegen fehlt. Nichtsdestotrotz hatte ich, vor allem im Bezug auf diverse Konten, einfach wohl trotzdem zu viel Vertrauen und habe diese Denkweise kaum so angewandt wie ich es bei der Arbeit an einer Software getan hätte. Man wird einfach auch nachlässig wenn man irgendwo schon 10 Jahre und länger ist, vor allem auch ohne Probleme.
    Es ist daher auch unheimlich wichtig solche Themen immer wieder zu behandeln. Ich frage mich deshalb aber auch wie man dieses Thema festigen kann, dafür sorgen kann das es viral geht. Eine Klage alleine bringt leider nichts, denn bevor man Microsoft hier zu Änderungen zwingt, ist das Konto des Betroffenen wieder hergestellt und das Verfahren eingestellt. Man könnte hier dann höchstens noch einmal eine Klage wegen Schadenersatz einleiten, wäre aber auch in der Nachweispflicht und im Zweifelsfall würde man sich wohl auch eher einigen, statt etwas zu erreichen was allen Nutzern zugute kommt.
    Das Thema bräuchte viel mehr Aufmerksamkeit und da muss man sich schon überlegen wie man das am besten anstellt. Man pendelt hier als Autor halt auch immer zwischen dem übermäßigen Vermitteln der eigenen Meinung, der unabsichtlichen Panikmache und weiß der Himmel was noch. Dieser Artikel hier war in der Hinsicht wohl der beste bisher, da er lediglich informative Berichterstattung beinhaltet und das weitestgehend auch objektiv. Andere Artikel hatten noch so einen Nähkästchengeplauder-Anstrich (echt keine Ahnung wie ich es sonst benennen könnte, hoffe du weißt wie ich das meine) und das sollte man bei diesen Themen möglichst vermeiden, sonst wird man besonders von vielen anderen Newsportalen nicht ernstgenommen, dabei möchte man besonders hier, dass Autoren anderer Seiten dieses Thema aufgreifen, selbst wenn sie frech ohne Quellenangabe von einem abschreiben.
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