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Konto gesperrt: Nutzer reicht Klage gegen Microsoft ein

Konto gesperrt: Nutzer reicht Klage gegen Microsoft ein

Das Thema Sperrung von Microsoft Konten haben wir in den letzten Wochen und Monaten an dieser Stelle ausführlich behandelt. Für alle Leser, die es verpasst haben sollten, habe ich die bisherigen Berichte nochmals unten verlinkt.

Zuletzt nahm auch bei mir das Gefühl der Ohnmacht gegen die scheinbar unberechtigten Sperrungen überhand. Die bisherige Kritik in der Berichterstattung und auch diverse Eskalationen, die ich für Betroffene in die Wege leiten konnte, haben nicht viel gebracht. Letztlich wurde dem Ochsen erfolgreich ins Horn gekniffen, um diese Redensart zu bemühen.

Ich hoffte daher (auch wenn das seltsam klingt), dass jemand die Sache nicht auf sich beruhen lässt und den juristischen Weg beschreitet. Genau das ist jetzt passiert. Ein Betroffener hat Klage gegen Microsoft eingereicht, die Klageschrift liegt mir vor.

Die Klage richtet sich gegen Microsoft Irland, denn diese Tochtergesellschaft ist offizieller Vertragspartner für europäische Kunden. Wie viele andere Betroffene betrachtet der Kläger die Sperrung seines Microsoft-Kontos als willkürlich und unbegründet, weil er sich keiner Schuld bewusst ist und nicht weiß, wo und wie er gegen den Servicevertrag verstoßen haben soll.

Letzteres ist ein wichtiger Punkt, der auch als Antrag in der Klageschrift formuliert ist: Microsoft soll dazu verurteilt werden, den Grund der Sperre im Detail darzulegen. Um diesen Punkt drehe auch ich mich in meiner Berichterstattung immer wieder: Microsoft versteckt sich stets hinter dem pauschalen Verweis auf einen „schwerwiegenden Verstoß“ gegen den Servicevertrag, was eine objektive Auseinandersetzung mit der Sperre entsprechend erschwert. Die Vielzahl der Fälle und die Art und Weise, wie bestimmte Sperren erfolgt sind, lässt allerdings darauf schließen, dass sich Microsoft mehr oder weniger blind auf seine Automatismen verlässt. Vielleicht wird diese Klage ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

Grundsätzlich klagt der Betroffene selbstverständlich auch darauf, dass sein Konto wieder freigeschaltet wird und er wieder Zugang zu wichtigen Daten bekommt, die er in seinem OneDrive-Tresor gespeichert hat. Gleichzeitig wird aber auch verlangt, dass Microsoft diese Daten herausgibt, unabhängig davon, ob das Konto wieder freigegeben wird oder nicht.

Es werden also sehr viele Aspekte mit dieser Klage abgedeckt. Allzu große Hoffnungen mache ich mir jedoch erst mal nicht. Durch eine simple Freischaltung des Kontos könnte Microsoft beispielsweise allen anderen Klagepunkten aus dem Weg gehen. Für den Betroffenen wäre dann alles gut, geklärt wäre aber nichts.

Siehe dazu auch:

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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