Künstliche Intelligenz: Tempo und Folgen spalten zunehmend die US-Techunternehmen
Spätestens seit den autonomen Cyberangriffen einiger KI-Modelle von OpenAI und Anthropic auf Seiten wie Hugging Face, die zeitweise als großer Marketingbluff galten, werden die warnenden Stimmen führender US-Technikunternehmen wieder lauter. Nachdem Anthropic zuletzt von vereitelten Missbräuchen von Claude etwa zur Recherche von Biowaffen berichtet hatte und auch der Einsatz von Claude in hybriden Kriegsszenarien wie bei den Huthi im Jemen öffentlich wurde, fordert Anthropic-CEO Dario Amodei nun mehr Regulierung und ein langsameres Entwicklungstempo bei KI.
Amodei ist dabei nicht allein. Hinter Anthropic versammelt sich aktuell eine Gruppe, zu der auch Google, OpenAI und sogar SpaceXAI gehören. Einzelheiten müssen man zwar konkret ausgestalten, aber für OpenAI kündigte Sam Altman bereits an, 2026 keinen Börsengang mehr zu zu planen und zudem weitere Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Zustimmung kommt zudem von Elon Musk sowie von Demis Hassabis, dem Chef von Google Deepmind, für eine langsamere Entwicklung der KI zugunsten von mehr Sicherheit.
Von anderen KI-Größen wie Microsoft oder Nvidia gibt es bisher keine Reaktionen.
Widerspruch von Trump und Zuckerberg
Erwartbar andere Worte kommen dagegen von US-Präsident Donald Trump. Wie etwa CNBC und der SPIEGEL in aktuellen Artikeln berichten, könne er sich zwar gewisse Leitlinien vorstellen, lehnt eine Regulierung aber vehement ab. Vielmehr seien sehr negative Kräfte bei den besagten Unternehmen am Werk, die unbegründete Sorgen schürten. Wichtigste Aufgabe der Unternehmen sei es, für einen Sieg gegen China zu sorgen, wo man derzeit noch etwa ein Jahr Vorsprung bei der KI-Entwicklung habe.
Unterstützung bekam der US-Präsident von Meta-CEO Mark Zuckerberg, wo zuletzt bereits ein entsprechendes Telefonat bekannt wurde. In einem Gastbeitrag für das Wall Street Journal kritisierte er die Ansätze von OpenAI und Anthropic. Notwendig sei vielmehr neben einer größtmöglichen Deregulierung auch eine größtmögliche Beschleunigung der heimischen KI-Entwicklung. Das Problem sei schließlich kein zu schneller Fortschritt, sondern dass die mächtigsten KI-Modelle auf wenige Unternehmen konzentriert bleiben.
Das sehen führende IT-Sicherheitsexperten auch extern mittlerweile anders und im US-Parlament wird auf demokratischer und republikanischer Seite aktuell an Gesetzesentwürfen gearbeitet, die mehr Sicherheit in den KI-Bereich bringen sollen. Ausgang? Völlig offen.
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Über den Autor

Kevin Kozuszek
Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden und habe in diesem Ökosystem meine digitale Heimat gefunden. Bei Dr. Windows halte ich euch seit November 2016 über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden, die Microsoft bei seinen Open Source-Projekten und Microsoft Edge zu berichten hat. Beiträge über Mozilla, Europas Digitalwirtschaft und inklusive Informatik runden meinen Bereich ab.


