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Langzeittest: Sechs Monate mit dem Honor MagicBook Pro

Langzeittest: Sechs Monate mit dem Honor MagicBook Pro

In aller Regel hat man Testgeräte immer nur für einen vergleichsweise kurzen Zeitraum auf dem Tisch und muss versuchen, sich in dieser Zeit einen möglichst guten Überblick zu verschaffen. Beim Honor MagicBook Pro hatte ich deutlich mehr Zeit, es hat mich nun rund ein halbes Jahr begleitet. In der kommenden Woche geht es zurück, und ich vermisse es jetzt schon ein bisschen.

Damit habe ich, wie ich es bei meinen Testberichten oft tue, dem Fazit wieder einmal vorgegriffen. Das MagicBook Pro hat mich fast restlos überzeugt, wie auch die beiden kleineren MagicBooks, die ich im letzten Jahr schon ausprobiert habe.

Beginnen wir wie üblich mit dem Steckbrief:

Honor MagicBook Pro – Technische Daten

  • 16,1 Zoll FullHD Display, matt und entspiegelt, ohne Touch
  • CPU: AMD Ryzen 5 4600H
  • Grafik: AMD Radeon RX Vega 6
  • 16 GB RAM
  • 512 GB PCIe NVMe SSD
  • 3 x USB Type A (3.0/2.0)
  • 1 x USB-C 3.1
  • 1x HDMI
  • 1x 3,5mm Audio
  • Fingerprint-Reader (im Einschaltknopf)
  • Akku: 56 Wh
  • angegebene Laufzeit: 11 Stunden
  • Maße: 369 x 234 x 16,9 mm
  • Gewicht: ca. 1,7 kg
  • Betriebssystem: Windows 10 Home
  • UVP in dieser Konfiguration: 899 Euro
    (Straßenpreise oft deutlich darunter)

Für 100 Euro mehr (UVP) gibt es das Gerät bei ansonsten identischer Konfiguration auch mit einem Intel Core i5-10210U.

Honor MagicBook Pro Testbericht

Verarbeitung und Hardware allgemein

Das MagicBook Pro versucht gar nicht erst zu verheimlichen, dass es dem MacBook Pro nachempfunden ist. Warum man das Apple-Design kopieren möchte, erschließt sich mir allerdings nicht. Wie dem auch sei, gestört habe ich mich am Aussehen des MagicBook Pro jedenfalls nicht. Es war für mich seit langer Zeit das erste Laptop jenseits einer Displaygröße von 15 Zoll, insofern musste ich mich allerdings erst an die Dimensionen gewöhnen.

Die Verarbeitung ist grundsätzlich einwandfrei, bei meinem Testgerät hat nichts gewackelt oder geknarzt und das Gerät hat keinerlei scharfe Kanten.

Mit einem Gewicht von 1,7 Kilogramm macht sich das MagicBook Pro sowohl in der Hand als auch im Rucksack deutlich bemerkbar. Pandemiebedingt hat der Test nur in der Wohnung sowie auf Balkon und Terrasse stattgefunden, daher hat mich das stattliche Gewicht nicht weiter gestört. Das ist einer der Punkte, wo man dann eben merkt, dass zugunsten des Preises auf leichtere und damit teurere Materialien verzichtet werden musste.

Die Rückseite könnte man durch das Lösen von zehn Schrauben öffnen, wovon ich allerdings abgesehen habe. Somit weiß ich nicht, ob und welche Komponenten sich austauschen oder aufrüsten lassen.

Mit drei USB-A und einem USB-C Anschluss, der auch zum Laden dient, sowie einem HDMI-Port und einem 3,5mm Klinkenanschluss erweist sich das MagicBook Pro als äußerst anschlussfreudig.

Display

Das Honor MagicBookPro hat ein 16,1 Zoll großes, mattes und entspiegeltes FullHD-Display ohne Touch. Der Bildschirm bietet eine 100%ige Abdeckung des sRGB-Farbraums und unterstützt HDR-Videos, was in dieser Klasse nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit ist.

Außerdem eignet sich das MagicBook Pro prima zum Arbeiten im Freien. Wenn man die Helligkeit voll aufdreht, kann man alle Inhalte noch sehr gut erkennen. Eine automatische Anpassung der Helligkeit gibt es allerdings nicht.

Meine ursprüngliche Befürchtung, dass sich die FullHD-Auflösung bei 16 Zoll als schmerzhafte Grenzüberschreitung erweisen würde, hat sich nicht bestätigt. Text wurde auch unter schwierigen Bedingungen aufgrund des sehr guten Kontrasts jederzeit gestochen scharf gerendert, mit der Darstellung von Bildern und Videos hatte ich ebenfalls keinerlei Probleme.

Weiterhin positiv aufgefallen ist mir der große Blickwinkel, sowohl vertikal als auch horizontal. Man sieht erst dann nichts mehr, wenn man nichts mehr sieht, weil man eben nicht um die Ecke schauen kann.

Honor MagicBook Pro Testbericht

Sound

Die für ein Laptop auffällig großen Lautsprecher sitzen links und rechts der Tastatur und wecken aufgrund ihres imposanten Erscheinungsbildes entsprechende Erwartungen. Der Klang ist tatsächlich sauber und klar, es ist allerdings nicht so, dass die vergleichsweise großen Lautsprecher irgendeinen hörbaren Unterschied machen würden.

Ich empfehle, in den Soundeinstellungen „Windows Sonic für Kopfhörer“ zu aktivieren, auch wenn der Ton über die internen Lautsprecher ausgegeben wird. Das verleiht dem Klang ein klein wenig zusätzliche Fülle.

Tastatur und Touchpad

Die Tastatur des MagicBook Pro ist eine Wucht. Das hatte ich ehrlich gesagt nicht anders erwartet, denn ich war vom MagicBook 14 im letzten Jahr ähnlich angetan und hier wurde offenbar die gleiche Technologie verwendet. Die Tasten sind griffig, haben einen sauberen Anschlag und einen ausgewogenen Druckpunkt.

Es mag albern klingen, aber Vieltipper können es eventuell nachvollziehen: Die Tastatur klingt außerdem sehr angenehm. Ich hatte schon genug Tastaturen, deren Tippgeräusch mich genervt hat, dementsprechend verging mir die Lust am Schreiben schneller. Das weiche Klicken der Tasten des MagicBook Pro klingt einfach gut und das steigert letztlich auch den Tippkomfort. Das Ohr tippt ja schließlich mit (ok, der war schlecht, ich geb’s zu).

Ich weiß, dass eine Laptop-Tastatur richtig gut ist, wenn ich es auch zu Hause bewusst in die Hand nehme, weil ich jetzt gerne lieber damit schreiben möchte als an meinem Desktop-PC. Das ist mir beim MagicBook Pro regelmäßig passiert.

Das Touchpad arbeitet präzise, mit 7x12cm ist es ausreichend groß. Vor allem in der Breite hätten die Designer aber gerne noch etwas großzügiger sein dürfen, reichlich Platz wäre vorhanden gewesen.

An diesem Punkt kann ich dann auch am besten die Langzeiterfahrung einfließen lassen. Ich habe das Gerät täglich genutzt und das oft auch über einen längeren Zeitraum. Zwischendurch war ich drei Wochen von Zuhause weg, da war es mein primäres Arbeitsgerät. Ein klein wenig Abrieb ist an den Tasten zu erkennen, das liegt aber absolut im normalen Bereich. Auch ansonsten zeigen sich an der Tastatur keinerlei Anzeichen von Verschleiß.

Honor MagicBook Pro Testbericht

Akkulaufzeit

Eine Laufzeit von „bis zu 11 Stunden“ gibt Honor offiziell für dieses Gerät an. Das unterliegt – ihr ahnt es bereits – der marktüblichen Übertreibung. Der Akkureport von Windows 10 weist eine durchschnittliche Laufzeit von 8 Stunden und 13 Minuten aus. Das entspricht meiner gefühlten Wahrheit und ich wage zu behaupten, nach sechsmonatiger Nutzung ist das auch repräsentativ. Die maximale Laufzeit lag laut Report bei 12:33 h und die kürzeste bei 3:25 h –  ich habe in beiden Fällen keine Erinnerung mehr daran, was der Grund gewesen sein könnte.

Der Akku hatte zu Beginn eine gemessene Kapazität von 56,984 mWh, nach etwa 60 Ladezyklen liegt sie bei 56,643 mWh, auch hier also noch keine Spur von Verschleiß. Aber das wäre ansonsten auch sehr früh.

Fazit

Ich bin, wie man dem Text sicherlich entnehmen kann, beinahe restlos begeistert vom Honor MagicBook Pro. Es hat ein tolles Display, eine hervorragende Tastatur und eine achtbare Akkulaufzeit. Lediglich aufgrund des Gewichts wäre es nicht meine erste Wahl für Leute, die sehr oft unterwegs sind. Das bin ich normalerweise, in den letzten Monaten aus bekannten Gründen aber leider nicht.

Der AMD Ryzen 5 4600H verleiht dem Gerät eine völlig ausreichende Performance, der Lüfter ist an einem normalen Büroarbeitstag selten bis nie zu hören, er tritt nur unter hoher Last merklich hörbar in Erscheinung. Dank Fingerabdruckleser im Einschaltknopf ist man nach dem Hochfahren auch sofort angemeldet.

Gibt es denn gar nichts am MagicBook Pro auszusetzen? Doch: Die Webcam. Sie sitzt wie bei allen MagicBooks in der Tastatur und sorgt für eine unsägliche Froschperspektive. Wer bei einem Laptop auf eine gute Webcam Wert legt, für den ist sie das K.O.-Kriterium.

Ansonsten aber hat mich das Gerät im letzten halben Jahr vollkommen überzeugt und ich sehe keine Anzeichen dafür, dass sich das in absehbarer Zeit ändern könnte, wenn ich es noch länger hierbehalten würde. Die einzig sichtbare Gebrauchsspur ist eine kleine Delle im Deckel, als mir mein Smartphone genau mit der Ecke voraus draufgefallen ist.

Im Grunde ist mir das Getöse um den Amazon Prime Day zuwider, aber ich gestehe: Als ich gesehen habe, dass es heute für 749,99 Euro im Angebot ist, war das für mich die Motivation, den zu 3/4 fertigen Testbericht zu Ende zu bringen, denn für diesen Preis kann ich es wirklich wärmstens weiterempfehlen.

 

Disclaimer: Enthält Affiliate Links. Das Testgerät wurde mir von Honor leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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