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LG Gram 17 Review: Mehrwert ohne Mehrgewicht

LG Gram 17 Review: Mehrwert ohne Mehrgewicht

LG ist bereits seit einigen Jahren auf dem Laptop-Markt aktiv, aus unerfindlichen Gründen hatte ich bisher aber noch kein entsprechendes Gerät in den Händen. Das hat sich nun glücklicherweise geändert, die aktuelle Version des LG gram mit 17 Zoll Display hatte sich bei mir zu einem Praxistest eingefunden.

Wer nach einem Business-Laptop mit möglichst großem Bildschirm sucht, trifft auf eine überschaubare Auswahl. Außerdem muss man Kompromisse eingehen, große Geräte sind entsprechend schwer. Das trifft auf das LG gram 17 allerdings nicht zu, was mich zur Überschrift für diesen Testbericht inspirierte. Das Gewicht fällt mit 1,35 kg überraschend niedrig aus, und so liefert das Gerät Mehrwert in Form eines extragroßen Bildschirms, ohne dass es dadurch zusätzliches Gewicht in die Waagschale legt.

Bevor wir in die Details eintauchen, wie üblich zunächst der Steckbrief des Testgeräts.

Technische Daten des Testgeräts LG gram 17 (M17Z90Q

  • Display: 17 Zoll, IPS, 2.560×1.600 Pixel (16:10), 60 Hz, 350 nits, matt und entspiegelt
  • CPU: Intel Core i5-1240P
  • RAM: 16 GB DDR5
  • Grafik: Intel Iris Xe
  • Speicher: 512 GB NVMe SSD
  • Anschlüsse: HDMI, 2xUSB-A 3.2, 2xUSB-C 4/Thunderbolt 4, 3,5mm Klinke, microSD, Kensington Lock, RJ45 via beigelegtem Adapter
  • Drahtlos: Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.1
  • Webcam: 1080p
  • Sicherheit: Windows Hello Gesichtserkennung via IR-Kamera, TPM 2.0
  • Akku: 80Wh, offizielle Laufzeitangabe 17,5 Stunden
  • Betriebssystem: Windows 11 Pro
  • Maße: 378,8 x 258,8 x 17,7mm
  • Gewicht: ca. 1,35 kg
  • Preis: ca 1.300 €

Es gibt noch weitere Modelle z.B. mit Intel Core i7-Prozessor und 1 TB-Festplatte, die entsprechend teurer sind.

Das LG gram ist in erster Linie auf Office-Tätigkeiten ausgerichtet, der 17 Zoll große Bildschirm war für mich gewöhnungsbedürftig, ich bin eher ein Freund der kleineren Laptops, 15 Zoll sind mir meistens schon zu groß. Der große Bildschirm schafft auch für die Tastatur zusätzlichen Raum, daher hat LG einen Nummernblock mit untergebracht.

LG gram 17 Draufsicht

Design und Verarbeitung

Das Gehäuse des Laptops besteht aus einer Magnesiumlegierung, die sich dank der leicht angerauten Oberfläche sehr angenehm anfasst und das geringe Gewicht ermöglicht. Da sich die 1,35 Kilogramm Gewicht auf das 17 Zoll Gehäuse verteilen, fühlt sich das LG gram nochmals sehr viel leichter an, als es tatsächlich ist.

Das Gehäuse lässt sich teilweise sehr leicht eindrücken, wodurch man das Gefühl bekommen kann, es sei im Interesse der Gewichtsreduktion zu fragil konstruiert.

Robustheit verspricht das LG gram 17 allerdings durch die Einhaltung des US-Militärstandards MIL-STD-810G. Geräte, die diesen Standard erfüllen, überleben Stürze aus 122 cm Höhe und halten einer Druckbelastung von 60 kg stand, außerdem sind sie gegen Regen, Staub und extreme Temperaturen geschützt. Weil mein erstes LG-Testgerät nicht mein letztes bleiben soll, habe ich diese Belastungsgrenzen nicht auf die Probe gestellt.

Das Design ist mit „unauffällig“ wohl am treffendsten beschrieben. Um Aufmerksamkeit heischt das dunkelgraue LG gram nicht, trotz seiner Größe wirkt es aber dank der schmalen Bildschirmränder und der geringen Dicke sehr kompakt.

LG gram 17 Seitenansicht

Display

Wie oben im Steckbrief zu lesen, bietet das 17 Zoll große IPS-Display eine Auflösung von 2.560×1.600 Pixel (16:10) bei 60 Hz. Der Bildschirm ist matt und entspiegelt, Toucheingabe gibt es nicht. Mit einer „nur“ 99% DCI-P3 Abdeckung ist das LG gram vielleicht nicht für professionelle Grafiker geeignet, für den „Hausgebrauch“ reicht das aber allemal.

Die maximale Helligkeit fällt mit 350 nits ein bisschen mager aus, dennoch lässt es sich aufgrund der Entspiegelung in hellen Umgebungen besser mit dem LG gram arbeiten als mit manch anderem „Hochglanz-Gerät“.

Wie bei allen Geräten mit Intel-Grafik rate ich zur Installation der App „Intel Grafik-Kontrollraum“ aus dem Microsoft Store, um in den Systemeinstellungen das energiesparende Display zu deaktivieren. Das verbessert die Bildqualität und verhindert die oft nervige, weil langsame dynamische Anpassung des Kontrasts. Der negative Einfluss auf die Akkulaufzeit ist vernachlässigbar.

Für alle Office-Tätigkeiten ist der Bildschirm auch dank der Entspiegelung bestens geeignet, Text wird gestochen scharf dargestellt. Bei Grafiken und Videos vermisst man hier und da die Brillanz eines Hochglanz-Bildschirms und von der Bildqualität eines OLED ist man weit entfernt, ohne den direkten Vergleich ist das LG gram 17 aber auch in dieser Disziplin überzeugend und alltagstauglich.

Tastatur und Touchpad

Wie oben bereits erwähnt, hat LG den vorhandenen Platz ausgenutzt, um dem gram 17 einen Nummernblock zu spendieren, das macht es vor allen Dingen für Zahlenakrobaten interessant. Mit dem Layout der Tastatur kam ich insgesamt gut zurecht, lediglich mit der schmalen Enter-Taste konnte ich mich auch nach einigen Tagen der Eingewöhnung nicht anfreunden.

Die Tasten bieten einen vernünftigen und ausgewogenen Druckpunkt sowie eine gute Haptik. Vielleicht sind sie ein kleines bisschen zu „rutschig“, das ist aber schon Kritik auf hohem Niveau. Der Tastenhub ist ebenfalls ausreichend und nicht zu flach. Insgesamt ist die Tastatur des LG gram sehr gut, für ein „herausragend“ reicht es meiner Meinung nach aber nicht.

Das Touchpad ist mit 13×9 Zentimetern großzügig bemessen, bietet eine gute Haptik und arbeitet präzise. Wer lieber klickt statt tippt, um die linke Maustaste zu betätigen, hört ein angenehm dumpfes Klicken, das inzwischen glücklicherweise bei den meisten Herstellern zum Standard geworden ist.

LG gram 17 Tastatur

Performance

Was soll man dazu groß schreiben? Alle Alltagsaufgaben gehen mit dem Intel Core i5-1240P zügig von der Hand und auch die 16 GB RAM sind völlig ausreichend. Die Intel Iris Xe Grafik reicht für einige Casual Games, aber ein Spielgerät will das LG gram auch gar nicht sein.

Der Lüfter tritt im normalen Office-Alltag nur sehr selten hörbar in Erscheinung und hält sich auch dann angenehm im Hintergrund.

Akkulaufzeit

Bis zu 17,5 Stunden Laufzeit gibt LG für das Gerät an und wie üblich habe ich nicht ernsthaft damit gerechnet, diesen Wert in der Praxis zu erreichen. Dass es am Ende für nicht ganz neun Stunden gereicht hat, war einerseits angesichts der Displaygröße keine Überraschung für mich, andererseits weicht das dann halt doch ein bisschen zu weit von der Herstellerangabe ab. Ich frage mich immer wieder, unter welchen Umständen solche Laufzeiten gemessen werden und warum man hier unnötig Potential für Enttäuschung beim Kunden aufbaut – neun Stunden sind für sich genommen nämlich ein guter Wert für einen 17-Zöller.

Sound

Einen Extrapunkt verdient sich das LG gram 17 durch den wirklich exzellenten DTS X Sound, es taugt definitiv nicht nur für Telefonkonferenzen, sondern auch sehr gut für Musik und Video. Der Klang ist klar und ausgewogen, ausreichend laut und verzerrt auch im oberen Lautstärkebereich kein bisschen. Das dürfte mit zum Besten gehören, was man derzeit am Markt finden kann.

Fazit

Wer ein großes Laptop sucht, aber dennoch nicht zu viel Gewicht mit sich herumschleppen möchte, wird bei seiner Suche fast automatisch auf das LG gram stoßen. Und wer bei diesem Gerät hängen bleibt, macht gewiss keinen Fehler. Der Bildschirm dürfte etwas heller sein, was allerdings nicht negativ auffällt, solange man das LG gram unter üblichen Bürobedingungen verwendet.

Auch in allen anderen Disziplinen zeigen sich keine echten Schwächen. Der Preis ist vielleicht ein kleines bisschen zu sportlich.

Weitere Infos findet Ihr auf auch der Produkt-Homepage:

LG 17“ Ultraleichtes Notebook mit Intel® Core™ Prozessor der 12. Gen. und 80-WH-Akku | LG Deutschland

 

Disclaimer: Das hier besprochene Produkt wurde uns vom Hersteller leihweise überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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