LiMux: Stadt München entscheidet endgültig über Rückkehr zu Windows
Der Umstieg der Stadt München auf Linux wurde seinerzeit in der Open Source-Szene gefeiert und galt als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum großen Durchbruch. Der Wichtigkeit war sich damals auch Microsoft-Chef Steve Ballmer bewusst, der persönlich nach München reiste, um die Verantwortlichen vom Gegenteil zu überzeugen – vergeblich, wie wir heute wissen.
Über Sinn und Unsinn des Umstiegs wurde lange diskutiert, und von Anfang an wurde nach Argumenten dafür gesucht, warum man das wieder rückgängig machen müsse. Heute wird der von CSU und SPD geführte Stadtrat nun endgültig die Rückkehr zu Windows beschließen – die Abstimmung selbst ist eine reine Formalität. Bis um Jahr 2022 will man in der Stadtverwaltung flächendeckend auf Windows 10 umgestiegen sein, im Jahr 2020 wird der Rollout starten. Es bleibt allerdings nicht nur bei den PC-Clients, auch im Server-Bereich soll die aktuell im Einsatz befindliche Groupware durch Microsoft Exchange ersetzt werden.
Natürlich gibt es auch Kritik an der geplanten Rück-Migration. Wenn es um die grundsätzlichen Vor- und Nachteile von Linux und Windows geht, werden die Gegner wohl niemals auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Was ich selbst aber auch kritisch sehe ist der Umstand, dass die Kosten für die Rückkehr zu Windows nicht öffentlich benannt werden. Aus „vergaberechtlichen Gründen“ würde die öffentliche Beschlussvorlage keine Informationen zu den zu erwartenden Gesamtkosten enthalten, heißt es.
Über die Ablösung des derzeit eingesetzten Libre Office durch Microsoft Office wird heute noch nicht abgestimmt. In diesem Punkt empfiehlt die Beschlussvorlage, einen externen Wirtschaftsprüfer mit der Analyse zu beauftragen, welche Kosten eine solche Migration mit sich bringen würde. Ziel ist es, dass der Stadtrat bis Ende 2018 hierzu eine Entscheidung fällen kann.
DrWindows News per WhatsApp: Abonniere unseren Kanal.- Quelle: Stadt München
Thema:
- Microsoft
Über den Autor

Martin Geuß
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!


