Lockbox: Mozillas neuer Passwortmanager wirft seine Schatten voraus

Lockbox: Mozillas neuer Passwortmanager wirft seine Schatten voraus

Mozilla erlebt bereits seit einigen Jahren in Zeiten, wo der Druck durch Chromium und die Blink-Engine immer größer wird, einen größeren Wandel vom Entwickler, der sich voll auf Firefox als seinen hauseigenen Browser konzentriert hat, hin zu einem Anbieter von Services und anderen Projekten. Firefox als Browser spielt dabei immer noch eine zentrale Rolle und bekam durch Quantum auch eine Generalüberholung spendiert, aber gleichzeitig wurden neue bzw. spezialisierte Varianten wie Firefox Reality, Firefox Klar oder Firefox für den Amazon Fire TV entwickelt und mittlerweile entsteht mit Fenix ein gänzlich neuer Browser für Android, der mit Android Components auch auf eine komplett neue Technologie als Basis setzt.

Auch die Services haben in den letzten Monaten zugelegt. Neben Pocket, was seinerzeit von Mozilla übernommen wurde, gehören dazu auch Firefox Monitor sowie der hauseigene Passwortmanager Lockbox, der seit einiger Zeit in Entwicklung ist. Aktuell gibt es ihn nur für iOS, allerdings soll dieser bald auch für Android sowie als Erweiterung für Firefox auf dem Desktop zur Verfügung stehen, außerdem wird er der bevorzugte Passwortmanager des neuen Fenix-Browsers.

Firefox Lockbox

Das Bild oben zeigt ein entsprechendes Mockup, wie die Integration auf dem Desktop wahrscheinlich aussehen dürfte. Lockbox soll im Design dabei mit dem des Betriebssystem harmonieren und entsprechend automatisch ein helles oder dunkles Thema aktivieren. Außerdem wird Firefox Monitor als Service ebenfalls direkt integriert. Das Ganze hat allerdings einen Haken: Ab dem 3. Quartal 2019 will Mozilla damit beginnen, mit Premium-Funktionen für Lockbox und Firefox Monitor zu experimentieren und damit neben der kostenlosen Version auch eine kostenpflichtige Variante anbieten. Das Vorgehen wäre dann identisch mit dem bei Pocket, wo dessen Premium-Abo ja auch nach der Übernahme durch Mozilla erhalten geblieben ist. Damit will Mozilla ein weiteres Mal die Abhängigkeit durch zahlungskräftige Suchmaschinenbetreiber wie Google reduzieren.

So oder so: Im Bereich quelloffener Passwortmanager hat Lockbox nicht viel Konkurrenz. Neben dem unverwüstlichen KeePass und seinen Derivaten gab es mit Buttercup und Bitwarden eigentlich nur noch zwei weitere Vertreter, die hier vorgestoßen sind. Ob Lockbox auch für Chromium-basierte Browser erscheint, ist derzeit unklar.

Über den Autor
Kevin Kozuszek
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Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.

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Kommentare
  1. Q: Was mir nicht deutlich ist bei dem Artikel, was wird aus dem bisherigen Passwort-Manager in den Einstellungen?
    Ausgegraben
    https://lockbox.firefox.com/faq.html
    https://github.com/mozilla-lockbox
    Wenn man bedenkt, wie alt das Projekt eigentlich schon ist:
    https://stadt-bremerhaven.de/mozilla-lockbox-als-passwort-manager-fuer-den-firefox/
    A: wenn ich die FAQ richtig deute, ist es ein Sync-Dienst, kann, muss aber nicht.
    Bei Fenix wird es wohl die einzige Option werden, wenn andere versagen, mal schauen - sollen erst mal Fenix fertig kriegen bis Sommer.
    Finde es großartig, dass Mozilla seinen Firefox-Browser auch noch heute für ältere Android-Versionen zur Verfügung stellt. Auf dem Nokia XL (AOSP 4.1.2) läuft so der aktuelle Firefox 65. Bleibt zu hoffen, dass der neue Fenix-Browser an dieser Praxis nichts ändert. Denn zumeist haben solche "Umbrüche" ihre Nachteile für ältere OS.
    Afair benötigt Fenix leider Lollipop (5.0).
    @Topic
    Und was kann das was die bisherige Lösung nicht kann??
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