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macOS und Linux jagen Windows in Deutschland deutlich Anteile ab

macOS und Linux jagen Windows in Deutschland deutlich Anteile ab

Glaubt man den (inoffiziellen) Statistiken von Statcounter, dann befindet sich Windows auf dem deutschen Markt im Sinkflug. Jeder vierte Desktop-Computer läuft demnach inzwischen entweder mit Linux oder Apples macOS.

Apples Mac ist seit Jahren eine etablierte Größe, für mich lag der gefühlte Anteil dabei stets höher als die offiziellen Zahlen. Das liegt daran, dass die Macs im privaten Bereich eine höhere Verbreitung haben als im kommerziellen Umfeld. In großen Firmen dürften nach wie vor mindestens neun von zehn Computern mit Windows laufen.

Und Linux? Das ist das Betriebssystem der Zukunft, und das schon seit 20 Jahren. Mit der Einschränkung, dass diese Zukunft weiter auf sich warten lässt. Doch auch hier tut sich was.

Der Anteil von Windows in Deutschland lag seit Jahren bei Werten um die 80 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten aber tat sich Erstaunliches: Lag der Anteil laut Statcounter im Juni 2024 noch bei über 78 Prozent, waren es im Juni 2025 nur noch knapp unter 70 Prozent. Im gleichen Zeitraum legten macOS und Linux zu, Chrome OS tritt dagegen mehr oder weniger auf der Stelle.

Betriebssystem Juni 2023 Juni 2024 Juni 2025
Windows 77,83% 78,54% 69,78%
macOS 16,69% 12,43% 19,59%
Linux 2,55% 4,32% 5,49%
Chrome OS 1,13% 1,71% 1,34%
andere/unbekannt 1,80% 3,00% 3,80%

Man sollte diese Zahlen nicht auf die Goldwaage legen, sie haben immer eine gewisse Unschärfe. Den grundsätzlichen Trend aber bilden sie ab. Und dieser Trend besagt, dass Linux zwar nach wie vor klein ist, aber eben keine vernachlässigbare Größe mehr. Was die Macs betrifft, habe ich weiter oben ja schon alles gesagt.

Der Windows 11 Effekt?

Windows 11 stand von Anfang an wegen der gestiegenen Systemanforderungen in der Kritik. Wer einen PC hat, der diese Anforderungen nicht erfüllt, muss nach aktuellem Stand der Dinge spätestens im Oktober 2026 entweder einen neuen kaufen, ein alternatives Betriebssystem installieren oder Windows 10 in einem potenziell unsicheren Zustand weiternutzen.

Es wäre einfach, diese Ausgangslage als Ursache für die obigen Zahlen zu benennen. Möglicherweise gibt es diesen Zusammenhang wirklich, mir ist das allerdings zu kurz gesprungen.

Microsofts Verachtung der Privatkunden – kommt der Bumerang endlich zurück?

Wie oben beschrieben, gehe ich davon aus, dass Windows in den Firmen nach wie vor ein Quasi-Monopol besitzt. Es ist auch nicht absehbar, dass dieses ins Wanken gerät. Daher gehe ich davon aus, dass diese Verschiebungen praktisch ausschließlich im privaten Bereich stattfinden.

Das sollte niemanden wundern, am wenigsten Microsoft selbst. Microsofts Produkte für Privatkunden – sofern sie überhaupt noch existieren – sind in keiner Weise führend. Egal ob E-Mail, Cloud, Browser, Foto-Archive, Bild- und Videobearbeitung oder was auch immer – alles, was Microsoft für Privatkunden anbietet, können andere Anbieter deutlich besser.

Das liegt daran, dass diese Anbieter ein ernsthaftes Interesse am Privatkunden zeigen, während Microsofts Produkte in diesem Segment fast ausschließlich Resteverwertungen aus dem Geschäftskundenbereich sind, die keinerlei „Liebe“ für den Privatnutzer erkennen lassen.

Würde sich Microsoft in diesem Bereich stärker engagieren und erstklassige Produkte für Privatkunden anbieten, dann gäbe es womöglich mehr Nutzer, die eine Art emotionale Bindung entwickeln. Die gibt es bei Windows allerdings nicht. Windows nutzt man, weil man muss, und nicht, weil man das unbedingt will.

Die Trägheit der Nutzer hat Microsoft bisher vor größerem Unheil bewahrt. Das nahende Ende von Windows 10 in Verbindung mit Microsofts Verachtung gegenüber den Privatkunden bringt aber derzeit offenbar immer mehr Menschen dazu, sich nach einer Alternative umzusehen.

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Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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