Magic Leap: Vom HoloLens-Killer zum Verkaufskandidaten

Magic Leap: Vom HoloLens-Killer zum Verkaufskandidaten

Die 2015 vorgestellte HoloLens von Microsoft hatte den Markt zwei Jahre ganz für sich alleine – bis das Startup Magic Leap vollmundig ein eigenes Augmented Reality Headset angekündigte, welches alle anderen Lösungen in den Schatten stellen sollte. Zahlreiche Geldgeber wie Google beteiligten sich mit großen Summen, aus Deutschland war Axel Springer als Investor mit dabei, selbst das saudische Königshaus schoss fast eine halbe Milliarde Dollar zu.

Was in den Demos gezeigt wurde, war schlicht atemberaubend – zur Erinnerung hier eines der allerersten Konzeptvideos:

Was da zu sehen ist, von dem ist auch Micrsosofts HoloLens 2 noch meilenweit entfernt. Magic Leap allerdings auch. Das Headset, welches im August 2018 endlich offiziell an den Start ging, blieb weit hinter den geweckten Erwartungen zurück. Dementsprechend konnte man auch die anvisierten sechsstelligen Verkaufszahlen nicht einmal annähernd erreichen. Dem Vernehmen nach wurden bislang 6.000 Stück verkauft.

Nun ist Magic Leap auf der Suche nach möglichen Käufern. An Selbstbewusstsein hat man anscheinend nichts eingebüßt, denn der Wert des Unternehmens wird auf 10 Milliarden Dollar taxiert. Das dürfte durchaus der Summe entsprechen, die schon in dieses Unternehmen hinein geflossen ist. Ob das zweifellos vorhandene technische Potenzial aber ausreicht, um einen solchen Preis zu rechtfertigen, darf aber wohl angezweifelt werden.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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