Huawei MateBook X Pro: Auch im Jahr 2020 wieder eine gute Wahl

Huawei MateBook X Pro: Auch im Jahr 2020 wieder eine gute Wahl

Huawei ist als Notebook-Marke immer noch vergleichsweise jung. Anfang 2016 startete man mit dem MateBook in diesen Markt, einem 2in1-Gerät im Formfaktor des Surface Pro. Ihm folgte mit dem MateBook X ein Jahr später das erste „klassische“ Notebook, 2018 wurde das MateBook X Pro daraus, welches mittlerweile in dritter Generation auf dem Markt ist. Die Erfahrungen im Smartphone-Bau waren definitiv hilfreich, mir haben alle bisherigen MateBooks gut gefallen. Das MateBook X Pro war 2018 mein persönliches Notebook des Jahres.

Die 2020er Version des MateBook X Pro ist bei mir also mit so ziemlich allen positiven Vorurteilen, die man haben kann, an den Start gegangen. Die Allermeisten davon haben sich im Test bestätigt, soviel kann ich vorwegnehmen.

Beginnen wir wie üblich mit dem Steckbrief:

MateBook X Pro 2020 – technische Daten

  • 13,9 Zoll Multitouch-Display, 3.000 x 2.000 Pixel
  • Intel Core i5-10210U / 16 GB RAM / 512 GB SSD oder
  • Intel Core i7-10510U / 16 GB RAM / 1 TB SSD
  • Nvidia GeForce MX250 mit 2 GB RAM
  • Drahtlos: WiFi 6 und Bluetooth 5.0
  • Anschlüsse: 2xUSB-C 3.1 (davon 1x Thunderbolt 3), 1xUSB-A 3.0, 3,5mm Audio
  • Webcam: FullHD-Webcam in der Tastatur
  • Windows Hello kompatibler Fingerabdruck-Sensor in der Tastatur
  • Akku: 57,4 Wh, offizielle Laufzeitangabe „bis zu 14 Stunden“
  • Farben: Space Grey oder Emerald Green
  • Maße: 304x217x14,6mm
  • Gewicht: 1.330 Gramm
  • Betriebssystem: Windows 10 Home
  • Preise (UVP): 1.599 Euro (i5), 1.899 Euro (i7)

Huawei MateBook X Pro 2020

Design und Verarbeitung

Das 2020er Modell des MateBook x Pro sieht seinem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich. Soll heißen: Äußerlich hat sich rein gar nichts verändert, das Design wurde 1:1 übernommen. Habe ich das neulich beim Surface Book 3 noch kritisiert, fallen mir beim MateBook X Pro kaum Punkte ein, die man optimieren könnte. Die Screen-to-Body-Ratio liegt bei 91 Prozent und damit so ziemlich am Anschlag des Machbaren, auch das Touchpad reizt den zur Verfügung stehenden Raum voll aus.

Äußerlich ist das MateBook X Pro weiterhin hübsch anzusehen, die neue Farbe Emerald Green ist ein heißer Tipp für alle, die sich gerne vom Einheits-Silbergrau abheben. Leider ist sie nur beim teureren Modell verfügbar. Mehrere Versuche, ein Foto zu schießen, auf dem die Farbe gut zur Geltung kommt, sind fehlgeschlagen, irgendwie sieht es immer blau aus, darum folgt hier noch ein Pressefoto:

Huawei MateBook X Pro 2020

Die Verarbeitung selbst ist tadellos. Man muss das beinahe nicht mehr erwähnen, in den letzten 2-3 Jahren ist mir quasi kein Gerät in die Hände gefallen, welches hier eklatante Schwächen offenbart hätte. Nicht in der Mittelklasse und erst recht nicht im Premium-Bereich.

Das Gewicht von 1.330 Gramm kann man dem MateBook X Pro im Jahr 2020 noch gerade so durchgehen lassen, hier hat die Konkurrenz inzwischen gezeigt, dass durchaus mehr bzw. weniger drin ist.

Weil ich weiß, dass diese vermeintliche Kleinigkeit vielen Lesern wichtig ist, sei erwähnt: Das MateBook X Pro lässt sich mühelos einhändig öffnen, ohne dass die Basis abhebt.

Display

Das Display löst in beiden Modellvarianten des MateBook Pro X mit 3.000 mal 2.000 Pixel auf, setzt also weiterhin auf das „Surface-Seitenverhältnis“ von 3:2, welches ich im Arbeitsumfeld in nahezu allen Szenarien für die bessere Wahl halte.

Das sRGB Farbspektrum wird zu 100% abgedeckt. Die Darstellung gefällt mir vor allen Dingen bei Texten einen Tick besser als auf dem zuletzt getesteten Surface Book 3. Das rührt auch daher, dass die automatische Anpassung des Kontrasts beim MateBook sehr viel besser funktioniert.

Die automatische Regelung der Helligkeit agiert allerdings ebenso träge wie beim Surface Book, hier muss man den schwarzen Peter wohl der Intel-Grafik zuschieben, die im 2D-Modus standardmäßig verwendet wird. Die beste Wahl ist daher auch bei diesem Gerät leider jene, die automatische Helligkeitsregelung zu deaktivieren. Für meinen Geschmack regelt sie beim MateBook X Pro außerdem immer eine Spur zu dunkel.

Tastatur und Touchpad

Einer der Gründe, der das MateBook X Pro zu meinem Notebook des Jahres 2018 werden ließ, war die Tastatur, von der ich seinerzeit sehr angetan war. Daran hat sich nichts geändert, es ist weiterhin eine große Freude, auf den Tasten des MateBook X Pro 2020 zu tippen.

Mein einziger Kritikpunkt, nämlich der etwas zu kurze Hub, hat sich nicht geändert, ich gehe daher davon aus, dass die Tastatur aus dem Vorgängermodell übernommen wurde. Die Tasten sind griffig, der Druckpunkt ist angenehm und dank der zweistufigen Beleuchtung tippt es sich auch im Dunkeln gut.

Das Touchpad misst 12×8 Zentimeter und ist damit am Anschlag des Umsetzbaren. Diese Größe ist meiner Meinung nach vollkommen ausreichend. Es agiert präzise und klickt leise und angenehm (keine Ahnung, warum ich daran in letzter Zeit einen Narren gefressen habe, aber laut klickende Touchpads sind für mich inzwischen zu einem echten KO-Kriterium geworden)

Performance

Wie ihr wisst, gibt es in meinen Laptop-Tests keine Benchmarks, für mich zählt nur die gefühlte Arbeitsgeschwindigkeit. Ich werde mir in diesem Punkt allerdings für die Zukunft etwas einfallen lassen müssen, denn meine bisherige „Testmethode“ kann zwischen einem aktuellen i5 und i7 keinen Unterschied mehr ausmachen.

Ich hatte das i7-Modell und erwartungsgemäß klebte das System an meinen Fingern. Programme starten blitzschnell und das Hochfahren dauert weniger als zehn Sekunden. Beim Scrollen durch Webseiten oder Dokumente sind mir allerdings gelegentlich Ruckler aufgefallen, die ich jedoch nie zuverlässig reproduzieren konnte. Nicht, dass es mich nachhaltig gebremst hätte, es war eine optische Unschönheit – aber es soll dennoch nicht unerwähnt bleiben.

Die integrierte Nvidia MX250 Grafik ist weder Fleisch noch Fisch. Huawei hätte entweder eine leistungsfähigere dedizierte Grafik verwenden oder vielleicht besser ganz darauf verzichten sollen. Für Spiele oder Videoschnitt ist das MateBook X Pro weder gedacht noch geeignet, insofern glaube ich nicht, dass eine fehlende dedizierte Grafikkarte allzu viele potenzielle Käufer verschreckt hätte.

Huawei MateBook X Pro 2020

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit gibt Huawei offiziell mit bis zu 14 Stunden an, das sind zwei Stunden mehr als beim Vorgänger. In der Realität werden bei meinem typischen Office- und Internet-Mix mit Spotify-Begleitung rund neun Stunden daraus. Das ist eine starke Stunde mehr als beim Vorgänger. Mehr wäre besser, klar, mein Anspruch geht in dieser Preisklasse in den stabil zweistelligen Bereich. Da über USB-C geladen wird, kann man notfalls aber auch mit einer Powerbank unterwegs nachtanken.

Sound

Der Klang des MateBook x Pro ist laut und sauber. Der Verdacht liegt nahe, dass auch die Lautsprecher die gleichen sind wie beim Vorgänger, aber entweder hat sich mein Gehör bzw. mein Geschmack seither verändert, oder das 2020er Modell legt in der Standard-Abstimmung eindeutig eine stäkrere Priorität auf die Höhen.

Die Lautsprecher strahlen weiterhin nach oben ab, was grundsätzlich das Risiko birgt, dass sich das Klangbild beim Schreiben permanent verändert, weil sich die Hände ja ständig über den Lautsprechern bewegen. Diese Auswirkungen sind aber kaum zu hören.

Sonstiges und Fazit

Während der Einrichtung, als das MateBook X Pro am Netzteil und via Dock gleichzeitig an einem externen 4k-Bildschirm hing (was im Übrigen einwandfrei funktionierte), machte der integrierte Lüfter mitunter lautstark auf sich aufmerksam und ich bekam es ein wenig mit der Angst. Beim „normalen Arbeiten“ habe ich ihn dann später allerdings überhaupt nicht mehr gehört.

Das MateDock 2 legt Huawei weiterhin mit in die Schachtel, es bietet USB-C, USB-A, VGA und HDMI. Ein LAN-Port fehlt leider immer noch.

Huawei MateDock 2

Die in der Tastatur versenkbare Kamera hatte bei ihrer Einführung sowas wie Welpenschutz und die Idee war pfiffig, vermutlich habe ich sie daher seinerzeit nur zart kritisiert. Inzwischen muss ich aber sagen: Weg damit, niemand will in einer Videokonferenz so aussehen, wie ihn diese Kamera in Szene setzt.

Das ändert allerdings nichts daran, dass Huawei mit dem MateBook X  Pro auch im Jahr 2020 wieder ein exzellenter Wurf gelungen ist. Beim Gegenlesen dieses Artikels fiel mir auf, dass ich in jeder Testkategorie etwas zu Mäkeln hatte, das hat mich dann selbst ein wenig erschreckt. Vielleicht war ich zu sehr von dem Gedanken getrieben, den Test nicht zu schöngefärbt wirken zu lassen. Zusammenfassend kann ich daher nur nochmals betonen, dass ich kein Problem damit hätte, mein Geld in das MateBook X Pro zu investieren. Aber man kann sie halt leider nicht Alle kaufen.

Disclaimer: Das Testgerät wurde mir von Huawei leihweise überlassen, ohne Einflussnahme auf die Berichterstattung oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung.

 

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare

  1. Ich: Alle Geräte aller Hersteller können der Spionage dienen. Wo habe ich nur die Rolle mit der Alufolie. Ach ja im Keller.
    Ja das kenn ich. Mein Surface 3 hat damit aber keine Probleme nachdem ich es immer in Alufolie eingewickelt habe. Leider ist das Bild auf dem Monitor dann immer so schlecht und WLAN und Bluetooth und so wollen auch irgendwie nicht mehr :)
    Anscheinend scheinen Huawei Kunden die WebCam-Kameraperspektiv zu lieben - der Andere kniet ja geradezu vor einem?
    Schon seltsam das Huawei es nicht schafft oder will die in den oberen Displayrand zu verbauen - in fast allen Reviews wird genau das bemängelt...
    Möglich wäre ja auch die WebCam als externe USB-Lösung mitzuliefern. Oder ganz elegant - wenn auch nicht so flexibel - die über einen Pogo-Connector am oberen Displayrand ins System einzubinden.
    Ach was ein Unsinn @Skalar du glaubst sich auch noch an die Ammenmärchen von Frau Holle und Rotkäppchen, Die Amis führen seit der Amtseinführung von Zoppotrump einen Handelskrieg gegen China und da ist denen jedes Mittel recht egal ob es stimmt oder nicht und wir machen den selben scheiß bloß mit weil wir es uns mit den Amis nicht verscherzen wollen. Siehst du ja gerade nur weil die Frau Merkel nicht zum G7 Gipfel gefahren ist und Zoppotrump wegen seinen Twitter Nachrichten zu Hass und Gewalt angemahnt hat dürfen ca. 10.000 Amerikaner nach Hause oder zu einen Nato Partner wechseln.
    Im Übrigen kann dich jedes neue Notebook direkt von Hersteller Spionieren oder Ausspähen und da kannst du gar nichts dagegen tun außer Offline zu arbeiten, was aber auch nicht wirklich hilft da der Hersteller dein WLan Adapter vom UEFI BIOS ohne dein dazutun aus,- oder einschalten kann.
    Das Huawei MateBook x Pro ist bis auf die Performens so ganz nett, schade das die Jungs bei der Laufzeitangabe "bis zu 14 Stunden" ein bisschen schummeln maximal wird es wohl nicht mehr als 9 Stunden wie @Martin schon schreibt dabei herum kommen, in der größeren Version mit den i7 stimmts aber mit der Nvidia MX250 Grafikkarte nicht überein.
    Das ist ja ein traumschönes Gerät! Sehr ästhetisch!
    Aber die Webcam ist auch auf meinem Matebook D 14 der Totalausfall. Das geht so nicht. Das ist keine Perspektive für Leute, die eine Videokonferenz führen. Wobei ich sagen muß: Das trifft auch auf den Rest der Laptop-Welt zu. Wer auf Optik wert legt, nimmt besser sein Smartphone und stellt es in einer geeigneten Position auf. Videokonferenzen kommen ja nicht von Jetzt auf Gleich. Da kann man planen. Insofern ist die Kamera auch vom Matebook X Pro genauso katastrophal wie alles andere.
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