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Microsoft 365: Nutzerdaten werden standardmäßig ‎pseudonymisiert

Microsoft 365: Nutzerdaten werden standardmäßig ‎pseudonymisiert

Viele Dienste und Produkte in Microsoft 365 erlauben die Auswertung des Nutzungsverhaltens. Zum 1. September 2021 nimmt Microsoft eine gravierende Änderung vor: Standardmäßig werden alle Daten ‎pseudonymisieren ‎, können also nicht mehr ohne weiteres einer bestimmten Person zugeordnet werden. Administratoren können die Änderung allerdings rückgängig machen.

Teams, Exchange, OneDrive und viele andere Dienste zeichnen zahllose Analysedaten auf. Admins können so beispielsweise nachvollziehen, wie intensiv bestimmte Produkte genutzt werden, wie hoch das Aufkommen an E-Mails ist und so weiter. Grundsätzlich können diese Daten sehr nützlich sein, um beispielsweise auf sich abzeichnende Engpässe frühzeitig reagieren zu können oder zu sehen, wo bei der Digitalisierung noch Nachholbedarf besteht und man ein wenig mehr interne Werbung machen muss.

Die Kehrseite der Medaille ist freilich, dass sich diese Daten auch zur Leistungskontrolle nutzen lassen und den „gläsernen Angestellten“ schaffen. Abgesehen von der moralischen Frage ist das Aufzeichnen solcher Daten ohne explizites Einverständnis der Belegschaft in vielen Ländern schlicht verboten, in Deutschland gelten diesbezüglich (zum Glück) sehr strenge Regeln.

Wie Microsoft mitteilt, geht man aus diesem Grund den eingangs erwähnten Schritt und schaltet die Möglichkeit zur persönlichen Identifizierung standardmäßig ab. Dadurch vermeidet man, dass Firmen möglicherweise sensible Daten über ihre Mitarbeiter sammeln, ohne es zu wissen. Dadurch, dass die ‎Pseudonymisierung ‎gezielt wieder abgeschaltet werden muss, übergibt man die Verantwortung dafür außerdem eindeutig an den Kunden.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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