Microsoft erklärt: So testen wir Windows-Updates

Microsoft erklärt: So testen wir Windows-Updates

Mehr Transparenz und eine bessere Kommunikation hat Microsoft als Konsequenz aus den Querelen rund um das Windows 10 Oktober Update zugesagt. Man versprach, interessierten Nutzern einen tieferen Einblick in die Prozesse zu gewähren und über technische Details zu informieren.

Innerhalb des Insider-Programms hat man dafür die Rubrik „Windows Internals“ geschaffen, zusammen mit der Ankündigung erschien hier im Oktober ein Beitrag zum Windows Kernel, seither ist dort allerdings wieder Funkstille.

Im regulären Windows Blog erklärt Michael Fortin nun in einem Artikel, wie Microsoft Updates für Windows vorbereitet und welche Tests durchlaufen werden, bevor ein Patch ausgeliefert wird.

Bevor es ans Eingemachte geht, legt Fortin nochmals dar, wie komplex und aufwändig die Bereitstellung und Auslieferung von Updates für Windows ist: Jeden Monat muss mehr als eine Milliarde Geräte mit den neuesten Sicherheitsupdates versorgt werden, vom IoT-Device über PCs bis hin zu Servern. Zu Spitzenzeiten werden mehr als 1.000 Geräte pro Sekunde mit Updates bedient, von Windows 10 bis hinunter zu Windows XP, für das im Rahmen spezieller Support-Vereinbarungen weiterhin Sicherheitsupdates erstellt werden. Dazu kommt, dass kaum ein Gerät dem anderen gleicht und es eine unüberschaubare Anzahl von Hard- und Software-Kombinationen gibt. Das soll uns ganz offensichtlich die Botschaft vermitteln: Es ist unfassbar kompliziert. Was es ja tatsächlich auch ist.

Die Patch-Releases sind in drei Klassen eingeteilt. Die „B-Releases“ sind jene, die zum Patchday am zweiten Dienstag eines jeden Monats veröffentlicht werden (das B steht für die zweite Woche im Monat). Darin sind die jeweils neuesten Sicherheitsupdates enthalten. Eine Vorabversion davon erhalten die Mitglieder des „Security Update Validation Program (SUVP)“, das sind ausgewählte Partner und Software-Hersteller. Über das Insider-Programm werden die Sicherheitsupdates nicht vorab verteilt, weil Hacker sonst per Reverse Engineering die Sicherheitslücken ausspionieren und die noch ungepatchten Systeme angreifen könnten.

Darüber hinaus gibt es noch die C- und D-Releases, die vor allen Dingen für Windows 10 veröffentlicht werden und die aktuelle Bugfixes enthalten. Was ich bisher nicht wusste: Diese Updates am dritten und/oder vierten Dienstag des Monats haben grundsätzlich den Status „Preview“ und werden via Windows Update nur dann ausgeliefert, wenn der Nutzer aktiv nach Updates sucht. Die Bugfixes, die darin enthalten sind, fließen dann in das nächste kumulative B-Release am darauffolgenden Patchday ein.

Drei interne Test-Programme sollen dabei helfen, potenzielle Fehler und Probleme im Zusammenhang mit neuen Updates frühzeitig zu identifizieren, diese sind teilweise manuell und teilweise automatisiert. Dabei finden sowohl Massentests als auch Einzelabnahmen statt. Der Release Preview Ring des Insider Programms wird dazu verwendet, erste „Real World“-Daten zu erhalten.

Wurde ein Update auf die Reise geschickt, beginnt das Monitoring. Dabei stützt sich Microsoft einerseits auf die Telemetrie-Daten, die von den Geräten kommen, auf denen ein neues Update installiert wurde, man behält aber auch die Support-Kanäle im Auge. Unter Zuhilfenahme von künstlicher Intelligenz scannt man sogar Foren und soziale Netzwerke nach Meldungen, die im Zusammenhang mit Windows Updates stehen könnten, um auftretende Probleme schnell erkennen zu können.

Quelle: Windows Blog

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Das sich die manuelle Update-Suche von der automatischen unterscheidet, wurde schon öfters vermutet. Die Verteilung des Oktober-Updates hat das noch einmal deutlich gezeigt. Bei anderen Updates ist mir dieser Umstand auch schon aufgefallen. Was für mich jetzt allerdings auch neu ist, dass die Updates der Kategorie C und D über die manuelle Suche allesamt den Preview-Status besitzen.
    Sollte man diesen Umstand nicht klar, verständlich und vor allem überhaupt ersichtlich neben den entsprechen Button zur manuellen Suche setzen, oder ein entsprechendes Hinweisfenster vorher anzeigen?
    Vor allem blöd weil Windows 10 es nicht mehr erlaubt, Updates dann selektiv zu installieren. Nachdem man eine manuelle Suche gestartet hat, wird direkt mit der Installation von allem was gefunden wurde begonnen.
    Manchmal muss man jedoch Windows Update anwerfen, wenn man eigtl was ganz anders installieren will, Z.B. Peripherie/Drucker, für die der Treiber über Windows Update kommt und der Hersteller auch sagt man soll dafür nach Updates suchen.
    Hat man das Anfang Oktober gemacht bekam man nebenbei unvermeidbar gleich das Oktoberupdate aufgespielt.
    Wenn man das wirklich als Preview sieht, dann darf es entweder nur im Insider Preview kommen oder es muss bei einer manuellen Updatesuche nochmal nachgefragt werden, ob das gefundene Update auch installiert werden soll.
    Ansonsten gilt, dass jeder normale User von einer offiziellen Updatefunktion immer von ausgehen kann, er bekommt final getestete und für ihn gedachte/freigegebene Updates.
    Wenn man den Artikel berücksichtigt, dann fragt man sich schon, wie Microsoft die Darstellungs- und Skalierungsfehler im Store auf Mobile getestet hat, nachdem diese bereits Monate lang bestehen. Aber vielleicht scannen sie ja diesen Foren-Kommentar und werden dadurch darauf aufmerksam ... ;-)
    Wenn man den Artikel berücksichtigt, dann fragt man sich schon, wie Microsoft die Darstellungs- und Skalierungsfehler im Store auf Mobile getestet hat, nachdem diese bereits Monate lang bestehen. Aber vielleicht scannen sie ja diesen Foren-Kommentar und werden dadurch darauf aufmerksam ... ;-)

    Mobile? Echt jetzt?
    2018-12 Kumulatives Update für .NET Framework 3.5 und 4.7.2 für Windows 10 Version 1809 für x64 (KB4470502) - Fehler 0x80242ff
    Mit Außnahme des obigen Updats sind die heutigen Dezember-updats alle ordnungsgemäß durchgelaufen.
    Wieder eine Panne von Microsoft?
    Oder kommt da noch etwas?
    Meine WIN10Pro Version: 18.09, Betriebssystembuild: 17763.194
    Du glaubst immer noch dass Mobile bis zum Supportende gepflegt wird? Da sind viele Bugs die schon seit vielen Monaten existieren. Es ist ihnen egal, finde dich damit ab.
    NurEinUser

    Sollte man diesen Umstand nicht klar, verständlich und vor allem überhaupt ersichtlich neben den entsprechen Button zur manuellen Suche setzen, oder ein entsprechendes Hinweisfenster vorher anzeigen?

    Das dachte ich mir auch gerade. Zumal ja bei jeden Bericht zur Computergefährdung immer darauf hingewiesen wird das System aktuell zu halten. Da wird dann mal eben auf Update (auch wegen der aktuellen Definitionen...)geklickt und schwubs kommen Previews - sauber - dabei will der Nutzer das vermutlich gar nicht.
    Dann wäre es doch besser dies abzukoppeln.
    Bei der Überschrift fiel mir nur eine mögliche Äußerung ein "Gar nicht!". Artikel fertig *scnr*
    mathey
    2018-12 Kumulatives Update für .NET Framework 3.5 und 4.7.2 für Windows 10 Version 1809 für x64 (KB4470502) - Fehler 0x80242ff
    Wieder eine Panne von Microsoft?

    Es ist der Patch von einer Laufzeitumgebung. Was erwartest Du - dass Hardware, welche diese Laufzeit startet, damit nicht bedingt?
    Du glaubst immer noch dass Mobile bis zum Supportende gepflegt wird? Da sind viele Bugs die schon seit vielen Monaten existieren. Es ist ihnen egal, finde dich damit ab.

    Ja, leider wird W10M wirklich "gepflegt", nämlich ständig verschlechtert. MS sollte die Lumias einfach in Ruhe lassen. Ständig werden neue Fehler eingebaut.
    Dein Cortana zeigt Bilder im Vollbildmodus? Poste mal einen Screenshot. Dein Edge hängt den ersten Tab nicht im Desktop Modus auf?
    Also ich musste mein Lumia nicht wegen Bugs oder Alters aufgeben sondern wegen des Ausbleibens von neuen Versionen. Bei mir ist es mit der Zeit einfach heftig verlahmt und hat im Idle Batterie gefressen bis zur neuen Version, die hat immer aufgeräumt. Jetzt wos keine mehr gibt ist es unbrauchbar. Auf Factory resets alle paar Monate hab ich keinen Bock, also Android, sorry.
    na ja es ging ja auch um Cortana.
    und damit suche ich keine bilder
    die suche selbst mache ich natürlich mit dem Edge, aber der hat sich bei mir noch nie "aufgehängt"
    Der Artikel hat irgendwie keinen Ausklang, ist abrupt zu Ende?
    Ansonsten trotzdem natürlich, wie immer, gut. Das Forum-Crawling war mir neu.
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