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Microsoft geht auf Antivirus-Hersteller zu – Kaspersky lässt Beschwerde fallen

Microsoft geht auf Antivirus-Hersteller zu - Kaspersky lässt Beschwerde fallen

Seit einigen Monaten war der Antivirus-Hersteller Kaspersky auf Konfrontationskurs zu Microsoft gegangen. Der Vorwurf, Microsoft würde seine eigene Antivirus-Lösung Defender bevorzugen und andere Hersteller behindern, mündete in mehreren Beschwerden, unter anderem auch bei der EU. Nun hat Microsoft reagiert und Zugeständnisse gemacht, im Gegenzug lässt Kaspersky alle offiziellen Beschwerden fallen.

Ab dem Fall Creators Update wird Microsoft einige Änderungen an Windows 10 vornehmen, die den Herstellern von AV-Lösungen entgegen kommen, teilt man in einer Stellungnahme mit. Diese sind im Einzelnen:

  • Microsoft wird verstärkt mit den Herstellern zusammenarbeiten, um die Kompatibilität von AV-Programmen mit neuen Windows-Versionen sicherzustellen. Es soll sichergestellt werden, dass Kunden ein Feature-Update erst dann erhalten, wenn die Kompatibilität mit der eingesetzten Antivirus-Lösung sichergestellt ist.
  • Die AV-Hersteller werden besser in die Releaseplanung von Windows 10 einbezogen. Sie sollen auch mehr Zeit erhalten, Tests mit der finalen Build durchzuführen, bevor diese offiziell ausgerollt wird.
  • Antivirus-Programme dürfen unter Windows 10 wieder ihre eigenen Alarme und Benachrichtigungen anzeigen, wenn beispielsweise das Abonnement abläuft oder bereits ausgelaufen ist (bisher galt die Regel, dass hierfür das Info-Center und die System-Benachrichtigungen verwendet werden müssen).
  • Wenn eine installierte AV-Lösung ausgelaufen ist, zeigt Windows 10 nun eine dauerhafte Benachrichtigung auf dem Bildschirm an, die so lange stehen bleibt, bis sich der Nutzer aktiv entscheidet, das Abonnement zu verlängern oder stattdessen den Defender zu verwenden.

Auf seinem eigenen Blog erklärt Kaspersky, dass man mit den vorgenommenen Änderungen hochzufrieden sei und man nun keine Einwände mehr gegen Microsofts Vorgehen habe. Man werde unverzüglich alle angerufenen Regulierungsbehörden informieren und seine Beschwerden zurück ziehen.

Es sieht so aus, als habe man einen guten Kompromiss gefunden. Der Defender bleibt weiterhin standardmäßig aktiv und „hilft aus“, wenn die Definitionen eines verwendeten Antivirus-Programms veraltet sind. Der Schutz der Windows 10 Nutzer „ab Werk“ ist also weiterhin gewährleistet. Die Zugeständnisse betreffen in erster Linie die Nutzer, die sich bewusst für eine kommerzielle Lösung entschieden haben, darum dürften die Änderungen auch in deren Interesse sein.

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Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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