Am Puls von Microsoft

Microsoft hat seine Belegschaft in den letzten fünf Jahren nahezu verdoppelt

Microsoft hat seine Belegschaft in den letzten fünf Jahren nahezu verdoppelt

Zum Abschluss seines Geschäftsjahres am 30. Juni 2022 beschäftigte Microsoft weltweit 221.000 Menschen. Binnen eines Jahres wurden 40.000 Neueinstellungen getätigt, so viele wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte. In den letzten fünf Jahren hat sich die Belegschaft ungefähr verdoppelt.

Wir leben in einer Zeit, in der nur schlechte Nachrichten gute Nachrichten sind, weil diese besser klicken und damit mehr Umsatz generieren. Wenn es dabei auch noch gelingt, Menschen zu informieren, ist das ein angenehmer Nebeneffekt, aber leider nicht mehr die primäre Motivation der modernen digitalen News-Welt. Nachrichten über Rauswürfe, Personalabbau und dergleichen sind daher grundsätzlich beliebter als eine Nachricht wie diese hier.

Im Jahr 2018 hatte ich das Thema erstmals aufgegriffen, denn nach der Übernahme von Nokia, der Einstellung von Windows Phone und dem daraus folgenden, massenhaften Personalabbau bei Microsoft hatten die Leute immer noch im Hinterkopf, dass sich die Redmonder gesundschrumpfen. Tatsächlich war der Abbau der rund 30.000 Nokia-Jobs durch Neueinstellungen in den anderen Bereichen aber bereits wieder ausgeglichen, im April 2018 hatte Microsoft 128.000 Beschäftigte.

Das genaue Wachstum zwischen 2017 und 2018 konnte ich auf die Schnelle nicht ermitteln, die gegenwärtigen 221.000 dürften aber nahezu einer Verdoppelung in den letzten fünf Jahren entsprechen. Davon arbeiten 122.000 Menschen in den USA und 99.000 in den internationalen Niederlassungen.

In seinem regelmäßigen Bericht an die Börsenaufsicht (via OnMSFT) schlüsselt Microsoft die Verteilung der Belegschaft noch etwas auf. Im operativen Bereich (Verwaltung, Support, Beratung) arbeiten demnach 85.000 Menschen, weitere 73.000 sind im Bereich Forschung und Produktentwicklung beschäftigt. 47.000 Beschäftigte kümmern sich um Verkauf und Marketing, 16.000 arbeiten im administrativen Bereich.

Ok, ganz ohne „schlechte Nachrichten“ geht es dann doch nicht ab: Zum Finanzjahreswechsel nimmt Microsoft traditionell Umstrukturierungen vor, denen regelmäßig Jobs zum Opfer fallen. Das ist auch dieses Jahr wieder der Fall, mit rund 2.000 gestrichenen Stellen fällt die jährliche „Bereinigung“ allerdings moderat aus, außerdem heißt das nicht zwangsläufig, dass diese Menschen auf der Straße landen.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

Anzeige