Microsoft-Konten: Ein halbes Happy End und eine Geschlechtsumwandlung

Microsoft-Konten: Ein halbes Happy End und eine Geschlechtsumwandlung

Seit Monaten beschäftige ich mich mit der Problematik gesperrter Microsoft-Konten. Einigen Leuten konnte ich helfen, anderen nicht, wieder anderen musste ich erklären, was sie möglicherweise falsch gemacht haben, obwohl das ja nicht meine Aufgabe wäre, sondern die von Microsoft.

Vor zwei Wochen habe ich meine Erlebnisse der letzten Monate in dem Artikel Wird die Nutzung eines Microsoft-Kontos zum unkalkulierbaren Risiko? zusammengefasst, und der Tenor ist: Es kann Jeden jederzeit treffen, und es ist aufgrund der mangelhaften und intransparenten Prozesse bei Microsoft reine Glückssache, ob man sein Konto wieder bekommt.

Ich will an dieser Stelle nochmals betonen, dass es nicht primär um Schuld oder Unschuld der Betroffenen geht, sondern darum, dass sich genau das nicht klären lässt, weil Microsoft nicht sauber kommuniziert und es sehr schwer ist, Kontakt mit einem Menschen zu bekommen, der tatsächlich etwas bewegen kann. Der 1st Level Support, bei dem man als Endkunde bei Microsoft landet, kann rein gar nichts. Da sitzen auch keine Microsoft-Mitarbeiter, sondern Callcenter-Agenten, deren Arbeitgeber das Outsourcing nach dem Prinzip „billigst erhält den Zuschlag“ gewonnen hat.

Ich werde bei dem Thema nicht locker lassen. Nicht, weil ich Microsoft ärgern möchte, sondern weil ich viele Produkte und Dienste weiterhin auch für Endkunden für die besten halte und ich mir deshalb sehnlichst wünsche, dass Microsoft in diesem Punkt besser wird. Meine Chancen, wirklich etwas zu bewegen, schätze ich realistisch ein, keine Sorge. Trotzdem will ich es nicht unversucht lassen.

Heute habe ich euch neben der Nachricht, dass sich in den letzten beiden Wochen wieder mehrer neue Betroffene gemeldet haben, zwei kuriose Geschichten mitgebracht.

Die Erste betrifft einen der „Hauptdarsteller“ aus dem Beitrag von vor zwei Wochen. Es war jener Kunde, der durch die Sperre seines Kontos Spiele und Apps im Wert von etwa 2.000 Euro verloren hatte. Nach einer aufwändigen Prozedur, mit der seine Identität geklärt werden sollte, schlug man ihm sozusagen kurz vor dem Ziel die Tür vor der Nase zu und teilte ihm mit, dass sein Konto nun endgültig geschlossen sei.

Gegen Ende der letzten Woche meldete er sich wieder bei mir und erzählte, er habe in seinem Frust in schneller Folge zehn Anfragen an den Support geschickt und mit rechtlichen Schritten gedroht, sollte man ihm sein Konto nicht sofort zurück geben. Er erhielt tatsächlich Antwort: Eine Sophie vom Microsoft-Kundendienst (Die haben dort viele Sophies oder diese eine ist sehr fleißig, so oft wie ich den Namen lese) meldete sich und erklärte, sie könne sein Problem nicht nachvollziehen, sein Konto sei doch gar nicht gesperrt.

In der festen Überzeugung, Microsoft wolle sich jetzt auch noch über ihn lustig machen, versuchte er sich anzumelden – und war drin. Das Konto ist nun wieder frei, die Apps und Spiele sind wieder da, allerdings ist sein Gamerscore von 140.000 auf 40.000 gefallen und eine Erstattung für die umsonst bezahlte Zeit bei Xbox Live wird er ebenfalls nicht bekommen – es lag ja schließlich nie ein Problem vor. Die Freude über den wiedererlangten Account bewegt sich daher in engen Grenzen, von einem Happy End kann man da nur mit viel gutem Willen reden. Seine Entscheidung, nie mehr auch nur einen Cent bei Microsoft auszugeben, will der Betroffene deshalb auch nicht mehr revidieren.

Die Geschichte von Stefan Sexl

Der zweite Fall ist eher ein Kuriosum und Schmunzeln ist ausdrücklich erlaubt, dennoch zeigt er den Nachholbedarf, den Microsoft bei seinen automatisierten Kontoprüfungen hat, sehr gut auf. Es geht um Stefan Sexl und vielleicht ahnt ihr ja schon ein bisschen was. Glaubt mir, es kommt viel besser.

Herr Sexl hatte über viele Jahre ein Microsoft-Konto und nutzte dieses völlig unbehelligt und zu seiner vollsten Zufriedenheit. Eines Tages jedoch öffnete er sein OneNote und wurde als Britta Strasser begrüßt. Auf den ersten Blick erschrak er zu Tode, denn er musste ja glauben, OneNote habe soeben das Notizbuch einer völlig fremden Person geöffnet, was wiederum bedeuten könnte, dass just in diesem Moment jemand anderes Zugriff auf seine Notizen hat. Auf den zweiten Blick schnaufte er zunächst durch, denn alle sichtbaren Inhalte waren seine eigenen.

Stefan schaute etwas genauer nach und stellte fest, dass aus einem zunächst nicht nachvollziehbaren Grund der Name im Profil seines Microsoft Kontos von Stefan Sexl in Britta Strasser geändert wurde. Folglich trugen auch sein OneDrive und von ihm erstellte Office-Dokumente nun diesen Namen.

Der Versuch, den Namen wieder zu korrigieren, brachte schließlich Licht ins Dunkel: Der Name „Sexl“ enthält ein unzulässiges Wort. Stefan postete seine Geschichte auf LinkedIn und durfte sich allerhand lustige Sprüche anhören.

Screenshot Microsoft Konto

Der „Böse Worte Bot“ war also über den Namen gestolpert und hatte sich kurzerhand entschlossen, dem Besitzer nicht nur einen neuen Namen, sondern auch ein neues Geschlecht zu verpassen.

Selbstverständlich lassen sich gewisse Regeln bei der Vielzahl von Konten nur mit Automatismen überwachen. Eine schlaue KI, von der Microsoft oft und gerne behauptet, sie zu besitzen, würde jedoch anhand verschiedener Parameter überprüfen, ob es sich hier tatsächlich um einen Fake Account handelt. Im Falle von Stefan Sexl hätte sie bemerkt, dass dieses Konto „lebt“, regelmäßig genutzt wird und in so ziemlich allen Eigenschaften einem Fake Account widerspricht.

Stefan Sexl hat sich entschlossen, sein digitales Leben bei Microsoft vorerst als Stefan Fischer weiterzuleben.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare

  1. Danke für deine Mühe....! Das hat mich auch dazu bewegt wieder selbstständiger zu werden was das digitale Leben angeht... eigene Domain für Mail...Nextcloud via raspberry für cloud...das wird ein langer aber anscheinend notwendiger Weg...
    Vielen Dank für die Mühe, denn "auch ein stetiger Tropfen höhlt den Stein"
    Und sorry an Hrn Sexl vulgo Fischer: ein wenig schmunzeln musste ich beim Lesen des Artikels schon.
    Ich muss ganze ehrlich sagen das mich diese sache immer weiter beunruhigt und ärgert.
    Da gibt eine Firma wie Microsoft Millionen oder Milliarden aus damit alles DSGVO konform ist und dann schaffen Sie es nicht einen Support für Microsoft-Konten hoch zu ziehen.
    Ich bin echt tief verwurzelt in meinem Microsoft Konto und es graut mir davor wenn es geschlossen würde.
    Nur schon wenn alle E-Mails weg wären, wäre das für mich eine katastrophe bei den vielen Dokumenten die daran hängen.
    Ich hoffe das Martin da irgendwann entwarnung geben kann auch wenn ich das realitsch nicht in naher zukunft sehen
    eine frage hätte ich aber noch
    Das kann nur auf privaten Konten passieren oder?
    Bei FirmenKontoen / AAD-Konten hat der Admin den Hut auf oder?
    Moin, interessante Geschichte. Ich habe lange überlegt wie die Sperrungen wohl entstanden sein können. Bei der Durchsicht meiner auf OD gespeicherten Bilder sind mir Bilder meiner Kinder, Neffen, Nichten und deren Freunde aufgefallen. Zum Teil sind das Aufnahmen im Kleinkindalter und nicht immer bekleidet. Wir, meine Liebste und ich haben dies Fotos auf Geburtstagen und anderen Familienfeiern gemacht. Was, wenn die KI jetzt denkt man wäre solch ein Perversling und deshalb das Konto sperrt? Was, wenn das bei den gemeldeten Sperrungen bereits so geschehen ist? Ich werde diese Bilder und die meiner Enkel beim Baden wohl auslagern müssen.
    Wenn die KI wegen der Fotos durchdreht, dann werden wohl reihenweise Accounts von Personen stillgelegt die beim Foto Upload auch den Whatsappordner mit hoch laden. Man wird da ja am laufenden band, gewollt oder nicht, mit Sexbildchen und Videos bombardiert.
    Gestern hab ich einen neuen PC für meinen Vater Eingerichtet. Er hatte noch OneDrive mit 15GB. Als ich OneDrive öffnen wollte kam eine Meldung das OneDrive Gesperrt sei und das die Entsperrung 24 Stunden dauern kann. Der Witz ist in seinem OneDrive ist nur ein einziges PDF Dokument vom Zoll (Lehrers Anmeldeformular für Kleinbrenner). Heute geht sein OneDrive wieder. Ich frage mich weshalb das OneDrive von meinem Vater gesperrt wurde? Das wird wohl auch nur Microsoft und die Götter wissen.
    Ich suche immer noch das "halbe Happy End". :grübel
    Nur weil dieses eine Konto wieder frei ist? Also ich weiß ja nicht. :rolleyes:
    Hätte dieser "Hauptdarsteller" nicht wieder den Support kontaktiert, hätte er vielleicht nie mitbekommen das sein Konto wieder frei ist.
    Oder ist Microsoft jetzt plötzlich eingeknickt, weil mit "rechtlichen Schritten" gedroht wurde?
    Das ist doch alles ziemlich unbefriedigend und für mich kein "halbes Happy End".
    "Seine Entscheidung, nie mehr auch nur einen Cent bei Microsoft auszugeben, will der Betroffene deshalb auch nicht mehr revidieren."
    Und das ist aktuell absolut richtig so! :daumen+
    @Grisu
    Das könnte auch an Inaktivität liegen. Wird das Konto lange nicht angesprochen wird der Account gesperrt und später sogar gelöscht.
    black14987
    Wenn die KI wegen der Fotos durchdreht, dann werden wohl reihenweise Accounts von Personen stillgelegt die beim Foto Upload auch den Whatsappordner mit hoch laden. Man wird da ja am laufenden band, gewollt oder nicht, mit Sexbildchen und Videos bombardiert.

    Dem muss ich mittlerweile zumindest teilweise widersprechen. Gerade weil ich eben auch an anderen Geräten die OneDrive Fotogalerie nutze, habe ich so einem Unfug ein Ende gemacht. Ab dem Galaxy S10 kann ich in eigenen Samsung Galerie, welche auch an OneDrive angebunden ist, eben jene Fotos löschen, welche ich nicht haben möchte. Somit sind die Galerien des Smartphones und meiner Rechner stets synchron.
    Unter WhatsApp habe ich den automatischen Download der Medien deaktiviert. Medien von Kontakten bei denen ich weiß dass da nichts anstößiges kommt, lade ich eben manuell herunter. und ja, ich bin leider auch in einigen WhatsApp Gruppen, da wird eben auch Müll verschickt. Und der erreicht mich so gar nicht.
    @Rainer
    Klar, du hast das so eingestellt. Aber Viele Leute nutzen die Geräte in der Standard Konfiguration und machen sich da auch keine Gedanken rum. (So soll es ja auch sein. IT soll unterstützen und Funktionieren)
    Mutmaßungen über Mutmaßungen. Ich würde einfach Microsoft mit 14 Tagen Frist auffordern, meine Konto zu entsperren und ggf. Klage einreichen, wenn ich einen (nicht kostenlosen) Vertrag habe. 2FA aktivieren und gültige Handy-Nr. hinterlegen, damit man sich stets sicher ein neues Kennwort schicken lassen kann.
    @Grisu_1968: das OneDrive deines Vaters wurde vermutlich wie üblich nach langer Nichtnutzung deaktiviert, die Daten ausgelagert. Er hat dann dazu seinerzeit auch eine E-Mail erhalten. Das ist ein sinnvoller automatischer Prozess. Du bestätigst ja selbst, dass das OneDrive nicht genutzt wurde (nur 1 Datei).
    Der Support bei Geschäftskunden-Verträgen ist exzellent. Für Privatkunden brauchte ich noch nie irgendwo einen solchen.
    @Bios2001: Nacktheit ist zulässig. Hier steht alles präzise, was unzulässig ist: Microsoft - Nutzungsbedingungen
    OliverL
    Wenn du eine Outlook-Lizenz hast, einfach mindestens 1x im Jahr (oder öfter) Datei - Exportieren - in eine .PST-Datei.

    Da muss man sich kein Outlook für kaufen, auch über die Web-Version kann man sein komplettes, gigabytegroßes Postfach als .pst-Datei lokal herunterladen. Sollte man 1-2 mal im Jahr machen. Ebenso wie OneNote-Notizbücher. Kostet keine 10 Minuten im Jahr und Backups sollte man immer haben.
    Mich würde interessieren, bei welchem support der eine Kunde Terror geschoben hat? Bei den ganz normalen Tickets der Konto-Verwaltung? Das hat noch wer gelesen?
    Ich bin da nach wie vor der Meinung das der Gesetzgeber zumindest bei den großen Unternehmen klare und strikte Vorgaben machen muss. Dafür sind die Dienste bei MS, Apple, Amazon... viel zu tief in unser leben eingedrungen. Wenn ich da Fotos und/oder wichtige Dokumente hochladen kann und soll muss mir der Zugang sichergestellt werden zumindest mit einer ausreichenden Frist. Wenn ich Digitale Inhalte dort erwerben kann und soll muss ich zugriff darauf haben. Wenn ich Abos bezahlt habe muss mir die Zeit der "Nichtleistung" natürlich anteilig erstattet werden.
    Noch mehr Gedanken mache ich mir noch zu der Namensgeschichte. Mit der Identität ist das ja nochmal etwas heikler, was ist wenn jetzt eine andere KI feststellt das Herr Sexl einen falschen Namen benutzt? Da schliddert er vom regen in die Traufe. Ich habe in meinem Hausnamen ein scharfes S (ß). Was ist wenn eine neue KI Version (für den Amerikanischen Raum) das plötzlich (wieder) als unzulässiges Zeichen einstuft. Ich habe eh schon an jedem Flughafen außerhalb Europas Probleme damit.
    Naja, Geschichten haben in der Regel immer mehr als eine Seite. Microsoft ist ein riesiger Konzern mit Millionen von Nutzern. Ich möchte jetzt natürlich nicht behaupten dass bei Microsoft nie Fehler passieren, oder dass der Support super funktioniert. Aber das bei so einer Anzahl an Nutzern es auch haufenweise Nutzer gibt, die unter Umständen auch nicht vollständig geistig gesund sind, darf man jetzt auch nicht völlig außer acht lassen. Die Anzahl psychischer Störungen ist in den letzten Jahrzehnten explodiert und dumme Nutzer gibt es auch haufenweise, das darf man auch nicht vergessen. Es reicht ja schon aus ein paar erotische Clips in OneDrive mit den falschen zu Teilen, oder gar versehentlich zu Veröffentlichen. Das sind durchaus Dinge die so manchem Nutzer ggf. sogar zu peinlich wären den helfenden Menschen mittzuteilen bei denen sie sich über ihr gesperrtes Konto auslassen, was ja natürlich aus heiterem Himmel einfach so gesperrt wurde. Das ist auch nur ein einziges Beispiel von vielen. Also ich für meinen Teil habe leider schon genug bekloppte Menschen gesehen - vor allem im Zusammenhang solcher Probleme. Da fällt es mir wirklich sehr schwer zu glauben dass Microsoft hier die Konten so willkürlich sperrt wie deine Artikel es allesamt versuchen zu vermitteln.
    Nichtsdestotrotz kann es sicherlich nicht schaden mehrere Asse im Ärmel zu haben. Alle eingehenden Emails wichtiger Dienste und Personen sollten noch einmal an ein anderes Konto eines anderen Anbieters weitergeleitet werden. Wem die Dinge seiner Cloud wichtig sind sollte auch hier mehrgleisig fahren. Generell sind Cloud-Anbieter recht günstig und lassen sich auch perfekt zusammen Synchronisieren ohne dass man viel an seiner Dateistruktur verändern müsste. Derartige Sicherungen sollten auch stattfinden wenn man vollstes Vertrauen bei seinem Lieblingsanbieter hat. Den Menschen muss einfach mal vermittelt werden dass es nicht nur wichtig ist Backups für die heimischen Daten anzulegen. Tja und ein Backup ist auch kein Backup wenn nicht mehr als eine Kopie vorhanden ist. Dienste gibt es schließlich genug und alles lässt sich automatisieren, man muss sich einfach nur mal damit auseinandersetzen. Das gehört einfach dazu.
    @Si13n7
    Dienste gibt es schließlich genug und alles lässt sich automatisieren, man muss sich einfach nur mal damit auseinandersetzen. Das gehört einfach dazu.
    Da gebe ich dir schon recht nur ist es für die meisten leute halt ein dienst zum nutzen und nicht ein Dienst um sich noch mit IT / Sicherungen / Backups / Clouds / NAS und Co auseinander zu setzen
    Meine Meinung und Erfahrung: Konto sperren ist Ok, wenn es ein System zur Kontowiederherstellung gibt. Wenn nicht, dann darf man in der heutigen Zeit auch keines sperren! Ganz einfach! Ich selbst bin bis vor einem Jahr sehr stark mit Microsoft privat verwurzelt gewesen, über mein Microsoft Konto liefen praktisch alle Dienste für Privatanwender. Wo es ging, kamen OS, Dienste, Apps von Microsoft zum Einsatz. Was ich an Microsoft am meisten schätzte war das sie ,aus meiner Sicht, sehr konservativ u. beständig waren. Sie haben ihre Produkte u. Dienstleistung für meinen Geschmack sehr gut gepflegt, ich wurde vom Support nie enttäuscht. Ich war sogar mal extra nach Wien gereist für eine Führung durch die Zentrale von Microsoft Österreich und kaufte jedes Jahr Office 365 Home. Auf meinem Smartphone waren überwiegend Apps von Microsoft installiert, der für mich perfekte Kreislauf. One Windows lässt grüßen. Auf der FB Seite von Microsoft Österreich war ich im Chat direkt mit Microsoft verbunden und ich hatte nicht den Eindruck mit einem Bot zu chatten. Doch dann hat man angefangen, sich immer weiter vom Privatkunden zu entfernen. Ständige Änderungen, ständige Updates, mangelhafter Support, bestimmte Funktionen stehen nur noch zahlenden Privatkunden zur Verfügung, Einschränkungen bei zahlreichen Funktionen u. Diensten. Vom Pflegen der eigenen Systeme, Apps, Dienstleistungen ist man Lichtjahre abgekommen. Der Rahmen würde hier gesprengt werden, wenn ich ins Detail gehen würde. Gerade dieses Jahr 2020 wo wir uns als Menschheit gezwungenermaßen digitalisieren müssen, hätte Microsoft die Chance gehabt, das Ruder umzudrehen. Stattdessen wird man Konto Sperrungen, Problemen mit bestimmten Fotos auf OneDrive, immer mehr Umstellungen und dergleichen konfrontiert. Nicht in meinem Fall, doch den Berichten nach, bei immer mehr Personen. Es ist ja schön, dass man Mitbewerber als Freunde ansieht, Kooperationen sucht u. verhassten Systemen eine Liebeserklärung macht, doch wenn der Privatkunde dafür ständig die Rechnung bekommt, rächt sich dieser irgendwann mit Abwanderung. Aber ja, wenn irgendwann nur noch 10% aller Nutzer Privatkunden sind, die Absätze für Office u. OneDrive einbrechen tauscht man den CEO aus und erzählt der Welt dann wieder wie man alle befähigen will, mehr zu erreichen. Die momentane Performance hätte ein Steve Ballmer auch noch her bekommen.
    Si13n7
    haufenweise Nutzer nicht vollständig geistig gesund sind dumme Nutzer gibt es auch haufenweise OneDrive mit den falschen zu Teilen, oder gar versehentlich zu Veröffentlichen. Da fällt es mir wirklich sehr schwer zu glauben dass Microsoft hier die Konten so willkürlich sperrt wie deine Artikel es allesamt versuchen zu vermitteln.
    Könnte man auch umdrehen und sagen es gibt haufenweise gestörte und geistig angeknackste Personen, die in Firma XY arbeiten und da lieber ihre Fehler vertuschen, als sich um die Probleme der Kunden zu kümmern...
    Wie intransparent kommuniziert wird kann jeder selber testen: Neuen MS ohne Telefonnummer anlegen (gerne mit X anderen Sicherheitsfunktionen) und in den nächsten 24 Stunden wird der Account gesperrt. (Auch wenn man den Account nicht einmal verwendet.) Der Wortlauf im Original, wenn man versucht sich nach X Stunden anzumelden "Wir haben Aktivitäten festgestellt, die gegen den MS-Servicevertrag verstoßen. Ihr Konto wurde deswegen gesperrt." Klickt man auf den Infolink, dann bekommt man eine lange Liste von DDOS über bis hin zu Betrug und Kinderpornos, was es wohl sein könnte.
    Ist ansonsten doch egal, wie "blöd" (oder auch nicht) der User ist, aber eine Sperre (oder Einschränkung des Kontos) ohne Begründung geht einfach nicht und auch die Verhältnismäßigkeit sollte stimmen. Bleiben wir bei deinem Beispiel mit einem erotischen Video auf OD. Kann man dem User doch a) klar sagen und b) lediglich die Funktion von OneDrive einschränken (etwa öffentliches Teilen (temporär) deaktivieren). Würde zudem den Vorteil haben, dass man den Kunden nicht gleich direkt / komplett "verliert" und die Leute die Chance haben zu verstehen, was sie vielleicht falsch gemacht haben und das nicht erneut machen.
    Und natürlich sollte man als User die Möglichkeit haben gegen eine solche Entscheidung Einspruch einlegen zu können, die seriös und professionell bearbeitet wird. Es geht ja nicht nur um einen Account für Gewinnspiel X in Forum X, sondern teilweise ganz erhebliche digitale Abhängigkeiten und auch finanzielle Verluste.
    Das ist nun schon ein paar Jahre her (zu W8 Zeiten), da habe ich so ein Problem mal bei Günther Born gelesen, es aber aus den Augen verloren (außer ab und an mal im Forum, wo Martin versucht einen Account zu reaktivieren). Das sich MS vom Privaten Endkunden weiter entfernt hat, ist nichts neues aber so wie es jetzt läuft, ist völlig daneben. Nach den Artikel bei Born fahre ich auch mehrgleisig (OD, Google Drive und externe Festplatte). Das MS es immer noch nicht schafft ein Kundensupport zu errichten der den Namen auch verdient ist ziemlich arm und wird sich in Zukunft rächen. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben da @_Sabine_ es schon gut beschrieben hat.....
    Ich gebe zu, ich bin schon seit vielen Jahren tief im Microsoft Universum unterwegs "gewesen". Ich habe Microsoft schon fast geliebt, vor allem für Windows Phone etc. Aber seit dem ersten Artikel, habe ich mich schleunigst nach Alternativen auf die Suche gemacht. Ich bin fündig geworden und nutze nun fast nichts mehr von Microsoft und ich bin erstaunt wie rund das alles läuft. Klar, einige mögen denken, dass ich übertrieben reagiere. Aber für mich hing zu viel an Microsoft und eben meine gesamte digitale Identität. Nicht auszumalen was passieren würde, wäre mein Account von heute auf morgen deaktiviert.
    Ich nutze nun eine managed Nextcloud für 5 € im Monat für drei Personen mit 100 GB und allem möglichen Zusatzfunktionen. Und bei Mailbox.org (12 € pro Jahr) bin ich nun mit E-Mail, Kontakten und Kalender untergekommen. Und was eben noch viel doller ist: Nun kann ich wirklich jedes Betriebssystem nutzen (sogar Linux mit GNOME) und sowohl Cloud als auch E-Mail, Kontakte und Kalender in die Betriebssysteme integrieren was z.B. mit der Outlook App von Microsoft unter Android nur bedingt möglich ist. Und die Nextcloudanbindung ist zudem auch noch deutlich schneller. Dazu kommt Nextcloud Talk mit dem ich in meiner Familie verschlüsselte Videotelefonie betreiben kann, ohne das es ruckelt etc. Mir als Privatanwender gefällt die neue Lösung sogar besser als die vorherige mit Microsoft. Natürlich ist dabei zu denken, dass ich aus dem IT-Bereich komme und mich damit auskenne. Aber nun ist alles in Deutschland gehostet, DSGVO und blabla. Was Microsoft To Do betrifft, so habe ich es gegen Zenkit To Do ausgetauscht. Das geile: Auch hier gibt es einen Client für Linux, falls interessant. Das einzige Programm, für das ich einfach keinen gescheiten Ersatz finde, ist OneNote aufgrund der Stiftfunktion und Synchronisation übers Internet.
    Ich hätte den Namen von Sexl ja in Sechsl geändert. ;-)
    IntreppIT
    Und bei Mailbox.org (12 € pro Jahr) bin ich nun mit E-Mail, Kontakten und Kalender untergekommen. Und was eben noch viel doller ist: Nun kann ich wirklich jedes Betriebssystem nutzen (sogar Linux mit GNOME) und sowohl Cloud als auch E-Mail, Kontakte und Kalender in die Betriebssysteme integrieren

    Wie binde ich denn Kalender und Kontakte sauber in Outlook ein, wenn Mailbox.org doch nur IMAP anbietet?
    Und statt die nativen Apps auf dem Android-Handy nutzen zu können, die meist ActiveSync direkt unterstützen, muss man diese OX Sync App einsetzen. Klingt irgendwie nicht wirklich bequemer als vorher.
    IntreppIT

    Mir als Privatanwender gefällt die neue Lösung sogar besser als die vorherige mit Microsoft

    Es sind halt diverse Lösungen, die am Ende nicht mehr so zusammen spielen, wie es vorher war. Das mag manche Vorteile haben, aber es hat halt auch viele Nachteile. Ob es ein Vorteil ist, dass man nicht mehr von einem, sondern gleich von mehreren Anbietern abhängig ist, muss dabei jeder selber beurteilen.
    @IngoBingo
    Ja, man kann z.B. die OX Sync App nutzen. Es ging mir hier nicht direkt um bequemer, sondern um den Vorteil, dass der Kalender nun auch in Android integriert ist und von jeder Kalender App genutzt werden kann und man nicht mehr nur noch auf eine App beschränkt ist (Outlook für Android). Das war auch ein Grund, wieso ich immer die App Nine genutzt habe. Es hat auch den Vorteil, dass man jede Mail, Kontakte und Kalender App nutzen kann die einem am besten gefällt. Mailbox.org setzt auf DAV. Da ich immer die integrierte Lösung von Windows genutzt habe (Mail, Calendar, People), kann ich nicht sagen, ob das normale Outlook DAV unterstützt. Mit den Windows Apps kann man seine Kontakte und Kalender ohne Probleme integrieren. Outlook bin ich so gut es geht aus dem Weg gegangen. Selbst auf der Arbeit nutze ich es nur, wenn ich es muss. Da reichen mir die Apps in den meisten Fällen oder sogar die Website vollkommen aus und ich finde sie vor allem von der Usability her besser. Aber das ist natürlich meine Meinung.
    "Es sind halt diverse Lösungen, die am Ende nicht mehr so zusammen spielen, wie es vorher war. Das mag manche Vorteile haben, aber es hat halt auch viele Nachteile. Ob es ein Vorteil ist, dass man nicht mehr von einem, sondern gleich von mehreren Anbietern abhängig ist, muss dabei jeder selber beurteilen."
    Leider habe ich von dem Zusammenspiel der Dienste von Microsoft nicht wirklich was mitbekommen. Nicht wie z.B. die verschiedenen Dienste bei Atlassian (über die kann man auch diskutieren, möchte ich aber nicht ;-) ). Die Möglichkeiten sind sicherlich da, aber ich habe sie nie genutzt, da ich nicht mal dazu animiert wurde und teils nicht mal wusste, wo genau das Zusammenspiel eigentlich beginnt. Das fängt bereits mit To Do und dem Zusammenspiel mit dem Kalender an. Vielleicht hast du die Zeit und würdest mir Beispiele für das gute Zusammenspiel zwischen den verschiedenen MS Diensten nennen, die einem Privatanwender zur Verfügung stehen.
    Bzgl. Anbieter: Ich bin lieber bei mehreren Anbietern, bei den sich die Dienste durch das Betriebssystem zusammenführen lassen, als nur bei einem der die komplette Kontrolle über meine digitale Identität besitzt.
    Da muss man sich kein Outlook für kaufen, auch über die Web-Version kann man sein komplettes, gigabytegroßes Postfach als .pst-Datei lokal herunterladen. Sollte man 1-2 mal im Jahr machen. Ebenso wie OneNote-Notizbücher. Kostet keine 10 Minuten im Jahr und Backups sollte man immer haben.

    Vielen Dank für den Tipp! Vielleicht kann das Dr. Windows Team eine Anleitung hierfür veröffentlichen?
    Vielen Dank für den Tipp! Vielleicht kann das Dr. Windows Team eine Anleitung hierfür veröffentlichen?

    Wir haben wiederum für den Tipp zu danken. Ich schaue mir das mal an ;)
    @Martin
    Das war der mysteriöse Name in der OneCast-Episode 86.5?
    Ich habe da schon sonst was erwartet und dann ist es so ein langweiliger Name! Das war Baiting!!!1!1!
    (Am Handy getippt)
    @Si13n7
    @_Sabine_
    Ihr beiden solltet schon mehr berücksichtigen, dass es vornehmlich darum geht, dass Microsoft unklar sich mitteilt und die Nutzer im Dunkeln lässt.
    Da sollte man wirklich beim Thema bleiben und nicht auf Schuld oder Verstand der Leute wechseln.
    @anthropos die richtig guten Namen würden wahrscheinlich durch die Prüfung kommen, zumindest so lange sie deutschsprachig sind - da profitiert man dann von Microsofts miserabler Lokalisierung. Man könnte es ja testweise mal mit Räuber Fotzenschlotz probieren. Oder etwas subtiler als Steinhart Stehter.
    Also Martin,
    Ich bin dir wirklich sehr dankbar für deine Engagement. Und ich denke, dass die meisten es hier sind.
    Ich muss ehrlich zugeben, dass ich seid dem ersten Artikel mein komplette Fotosammlung aus der OneDrive entfernt habe. Unddas waren ca 160 GB. Es war äußerst einfach durch den Kamera Upload. Ordner erstellen usw.
    Aber habe noch noch angefangen alles auf externe Platten zu knallen und von dort aus zu arbeiten.
    Bin gespannt was da noch so kommt
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