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Microsoft kündigt noch härteres Vorgehen gehen Fake-Optimierungstools an

Microsoft kündigt noch härteres Vorgehen gehen Fake-Optimierungstools an

Vermutlich hat jeder PC-Nutzer damit schon Bekanntschaft gemacht – wenn nicht am eigenen PC, dann im Familien- und Freundeskreis: Es wurde ein vermeintlich nützliches Programm installiert, welches vorgaukelt, das System optimieren zu können. Die kostenlose Überprüfung findet dann auch tatsächlich jede Menge hochkritischer Fehler, die unbedingt sofort behoben werden müssen. Das funktioniert allerdings nur, wenn man die kostenpflichtige Premium-Version des Programms kauft.

Natürlich sind die Probleme, die dem Nutzer angezeigt werden, nicht wirklich kritisch, oder sie wurden gar per Zufallsgenerator während des System-Scans erfunden, um den größtmöglichen Schrecken zu erzeugen, damit die anschließende Abzocke bessere Chance hat. Oft werden diese Fake-Tools auch aggressiv beworben, in dem angebliche Systemfehler schon innerhalb der Werbebanner angezeigt werden (auch bei uns taucht dieser Schrott gelegentlich auf und das tut mir leid, man kann das aber leider nicht vernünftig aussteuern).

Microsoft bekämpft diese Programme schon seit Jahren. Im Februar 2016 setzte man eine Regel in Kraft, die es entsprechenden Hilfsprogrammen vorschrieb, den Nutzer genau darüber zu informieren, was sie tun, ansonsten würden sie an der Ausführung gehindert.

Zum 1. März 2018 wird man diese Regelung nochmals deutlich verschärfen. Programme, die den Nutzer mit Alarmen sowie penetranten und auffälligen Hinweisen zum Kauf drängen sollen, werden vom Windows Defender und allen anderen Microsoft-Schutzprogrammen nicht nur blockiert, sondern automatisch vom System entfernt.

Die Regeln für „potenziell unerwünschte Software“ wurden entsprechend verschärft:

  • Programme dürfen keine Warnhinweise, Alarm-Meldungen oder andere irreführenden Inhalte anzeigen, um den Nutzer dazu zubewegen, für zusätzliche Dienstleistungen zu bezahlen oder andere überflüssige Aktionen durchzuführen.
  • Folgende Aktionen sind unzulässig: Das Programm meldet „in übertriebener Weise“ Fehler im System des Nutzers und fordert für deren Behebung eine Gegenleistung, z.B. Zahlung eines Geldbetrags, Teilnahme an einer Umfrage, Anmeldung zu einem Newsletter, Download zusätzlicher Dateien etc.
  • Programme dürfen nicht behaupten, dass keine anderen Maßnahmen möglich sind, um die Fehler oder Probleme zu beheben.
  • Programme dürfen den Benutzer nicht auffordern, innerhalb eines begrenzten Zeitraums zu handeln, um das angebliche Problem zu lösen.

Die Regeln, nach denen Microsoft eine Software als „potenziell unerwünscht“ einstuft, sind transparent und können öffentlich eingesehen werden. Die neuen Regeln sind dort bereits hinterlegt.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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