Microsoft Quartalszahlen: Office, Cloud, Windows und Surface stark, Gaming schwächelt

Microsoft Quartalszahlen: Office, Cloud, Windows und Surface stark, Gaming schwächelt

Microsoft hat seine Geschäftszahlen für das vierte Quartal des Kalenderjahres 2019 vorgelegt, welches für Microsoft das zweite Quartal des Finanzjahrs 2020 war. Man ist es ja schon gewohnt: Erneut sind Umsatz und Gewinn kräftig gestiegen. Es wanderten 36,9 Milliarden Dollar in Redmonds Kassen, das sind 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn stieg gar um 38 Prozent auf 11,65 Milliarden US-Dollar. Die Börse reagierte verzückt: Nachbörslich stieg der Kurs der Microsoft-Aktie um vier Prozent auf ein neues Allzeit-Hoch von 175 Dollar.

Wachstum gab es für Microsoft an fast allen Fronten, lediglich im Gaming-Bereich kam es zu dem Rückgang, vor dem Microsoft seine Anleger im letzten Quartal gewarnt hat.

Schauen wir ein wenig genauer hin:

Office

Im Segment Productivity and Business Processes konnte Microsoft einen Umsatz von 11,8 Milliarden erzielen, eine Steigerung um 17 Prozent. Der Umsatz mit Office 365 im Business-Umfeld stieg um 27 Prozent, aber das ist nicht das eigentliche Highlight: Auch im Consumer-Bereich stieg der Umsatz um 19 Prozent und die Zahl der privaten Office 365 Abonnenten stieg auf 37,2 Millionen. Das ist eine dicke Überraschung, denn hier hatte es seit langer Zeit kein spürbares Wachstum mehr gegeben. Nun ging es innerhalb von drei Monaten um 1,6 Millionen nach oben.

Der Umsatz mit LinkedIn stieg ebenfalls um rund ein Viertel.

Cloud

Mit 11,9 Milliarden Dollar Umsatz (+27%) ist der Geschäftsbereich Intelligent Cloud knapp der zweitgrößte bei Microsoft. Getrieben wurde das Wachstum einmal mehr durch Azure, hier konnte der Umsatz um 62 Prozent gesteigert werden. Aber auch bei den Server-Produkten und den übrigen Cloud-Diensten ging es um 30 Prozent nach oben.

Windows, Surface und Gaming

Allem Cloud-Wachstum zum Trotz: Der Bereich „More Personal Computing“ bleibt für Microsoft mit 13,2 Milliarden (+2%) weiterhin der größte Einzelposten. Das Supportende von Windows 7 und der dadurch angekurbelte PC-Absatz bescherte Microsoft ein Wachstum von 18 Prozent beim Verkauf von Windows OEM-Lizenzen.

Die Surface-Sparte wuchs ebenfalls um sechs Prozent und schrammte mit 1,98 Milliarden nur knapp an einem neuen Meilenstein vorbei.

Bei der Xbox ging es dagegen um 11 Prozent abwärts, der Umsatz mit Xbox-Hardware ging dabei um 20 Prozent zurück. Den Rückgang bei den Konsolen-Verkäufen hatte Microsoft schon vorab angekündigt, da man den Kunden im Weihnachtsgeschäft nichts Neues zu bieten hatte. Die Zahl der Abonnenten des Xbox Game Pass hat sich laut Satya Nadella allerdings verdoppelt, auch bei den aktiven Xbox Live Nutzern befinde man sich auf einem neuen Allzeithoch. Genaue Zahlen wurden dazu allerdings nicht genannt.

Wer sich alle veröffentlichten Werte im Detail anschauen möchte, findet diese auf der Microsoft Homepage.

Das Wachstum bei Cloud und Office 365 Business kommt erwartungsgemäß und das dürfte auch auf absehbare Zeit so weiter gehen. Die Frage wird lediglich sein, wie hoch die Zuwächse sind.

Überraschend ist der plötzliche Anstieg bei den Consumer-Abos von Office 365, nachdem hier über ein Jahr Stillstand herrschte. Es dürfte sich dabei jedoch vorwiegend um Gratis-Abos handeln, die zusammen mit neuen PCs „verkauft“ wurden. Insofern bleibt abzuwarten, wie sich die Zahl stabilisiert.

Windows sendet nochmals ein Lebenszeichen, aber es ist vorhersehbar, dass der derzeit noch größte Geschäftsbereich bei Microsoft im Laufe des Jahres 2020 von den beiden anderen überholt wird. Mit einem Umsatz von rund zwei Milliarden Dollar in einem Quartal muss man die Redmonder nun wohl endgültig als ernst zu nehmenden Hardware-Hersteller betrachten, auch wenn der Anteil am Gesamtergebnis vergleichsweise klein ist.

Spannend wird sein, wie sich der Umbau der Xbox zur Service-Sparte gestaltet. Mit neuen Impulsen beim Konsolenverkauf können wir wohl frühestens zum Start der Xbox Series X im Spätjahr rechnen.

Quelle: Microsoft

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Was noch kein Geheule hier dass Microsoft in ein paar Jahren pleite sein wird weil man Windows Phone/Mobile begraben hat und Nadella der Untergang des Unternehmens ist?
    @Martin Das mit den Gratis-Abos für Office 365 erscheint mir sehr logisch. Daran habe ich gar nicht gedacht. Der Rest ist nicht überraschend. Obwohl mich trotzdem überrascht wie groß die Surface Sparte ist denn dort gab es ja seit langem keine große Veränderung sondern eher eine konservative Vorgehensweise. Ausnahme natürlich das Pro X aber das dürfte nicht viel zum Umsatz beitragen und vermutlich auch ein Verlustgeschäft sein.
    Meine MS Aktien freuen sich. Seit Nadella da ist geht es nur noch aufwärts. Übrigens meine Apple Aktien freuen sich auch, mein Gewinn ist bei 1616% :-D
    Stefan
    Was noch kein Geheule hier dass Microsoft in ein paar Jahren pleite sein wird weil man Windows Phone/Mobile begraben hat und Nadella der Untergang des Unternehmens ist?

    Hehehe, so ist das halt mit MS. Immer schön drauf hauen, und tot reden. :) Immer wieder köstlich, wenn dann die Aussagen der Wichtigtuer mal wieder als völlig falsch erwiesen werden.
    Besonders hier in Deutschland ist das wohl weit verbreitet, ohne dass wir selbst etwas vorzuweisen hätten, in dem Bereich. Spricht halt für das Volksempfinden hier im Moment: Große Klappe, nichts dahinter. Ist nicht nur in diesem Bereich so, sondern in nahezu jedem.
    Bei den Angaben zum Gaming würden mich entsprechende Vergleiche zu Sony Playstation interessieren. Bei Sony müssten theoretisch die Zahlen zu den Hardwareverkäufen auch nicht viel besser sein.
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