Microsoft Store: Neues Provisionsmodell wird wohl nicht mehr ausgerollt

Microsoft Store: Neues Provisionsmodell wird wohl nicht mehr ausgerollt

Es ist schon fast ein Jahr her: Auf der Entwicklerkonferenz BUILD im Mai 2018 kündigte Microsoft an, den Microsoft Store attraktiver für Entwickler zu machen, indem man auf einen Großteil der sonst üblichen Provision verzichtet. Statt der 30 Prozent, wie sie auch bei den Stores von Apple und Google fällig werden, wollte Microsoft unter bestimmten Umständen nur noch fünf Prozent des Umsatzes abzwacken, die Standard-Provision sollte von 30 auf 15 Prozent gekürzt werden.

BUILD 2018: Microsoft kürzt seine Store-Provision: Bis zu 95 Prozent für die Entwickler

Passiert ist seitdem allerdings nichts, das neue Modell wurde nie aktiviert. Nach mir vorliegenden Infos ist das nun auch nicht mehr geplant, weil Microsoft seine Store-Strategie in zwei entscheidenden Punkten neu ausrichtet. Wie ich in diesem Beitrag neulich schrieb, strebt Microsoft mit dem Store nicht mehr nach einer Monopol-Stellung auf der Windows-Plattform, er soll stattdessen einfach eine Quelle von vielen möglichen sein. Damit kommen wir dann auch direkt zum zweiten Punkt, der in der Hauptsache dafür verantwortlich ist, dass die Provisions-Kürzung nicht mehr umgesetzt wird.

Auf der HoloLens 2 setzt Microsoft das Prinzip der „Open App Stores“ erstmals um: Jeder Anbieter hat die Möglichkeit, einen gleichberechtigten Store zu eröffnen und zu betreiben. Die HoloLens 2 ist da allerdings nur der Anfang, das Prinzip des Open App Store soll  nach und nach ausgeweitet werden. Mit „Dumping-Provisionen“ würde Microsoft seinen eigenen Ansatz aber torpedieren, denn man würde sich damit einen unfairen Vorteil gegenüber anderen Stores verschaffen, die mit einer derart geringen Umsatzbeteiligung nicht wirtschaftlich arbeiten könnten.

Ich habe läuten hören, dass man die Umsetzung des neuen Modells tatsächlich auch zunächst wegen juristischer Bedenken ausgesetzt hat. Aus dem selben Grund waren Spiele von dem neuen Modell ausgenommen, hier fürchtete man offenbar, von Steam abgegrätscht zu werden.

Achtung: Schneller als gedacht von der Realität eingeholt, bitte hier weiterlesen: Microsoft Store: Gekürzte Provisionen treten in Kraft – mit Änderungen

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Klingt nach Anfang vom Untergang, aber vielleicht bin ich da in den letzten Jahren zu sehr von MS geprägt worden.
    Andererseits: Wenn der Microsoft Store schon nicht läuft, warum sollte wer anders noch eine Store unter Windows aufmachen? Ohne Smartphones wird's halt einfach nicht ausreichend genutzt.
    judyclt
    ...
    Andererseits: Wenn der Microsoft Store schon nicht läuft, warum sollte wer anders noch eine Store unter Windows aufmachen? Ohne Smartphones wird's halt einfach nicht ausreichend genutzt.

    Es gibt doch bereits extrem gut laufende andere Stores unter Windows, der bekannteste davon dürfte Steam sein. Nur weil Microsoft seinen eigenen Store nicht zum laufen bekommt, muss man davon ja nicht gleich auf andere schließen.
    judyclt
    Wenn der Microsoft Store schon nicht läuft, warum sollte wer anders noch eine Store unter Windows aufmachen? Ohne Smartphones wird's halt einfach nicht ausreichend genutzt.

    Kommt auf die Umsetzung an, zumindest am Desktop muss der Store ja nicht unbedingt auf UWP basieren. Steam ist ja zum Beispiel auch ein Store und Valve ist schon lange weg davon, dort nur Games zu verkaufen. Hatte da selber auch schon wegen Software zugeschlagen.
    Klingt nach Anfang vom Untergang, aber vielleicht bin ich da in den letzten Jahren zu sehr von MS geprägt worden.
    Andererseits: Wenn der Microsoft Store schon nicht läuft, warum sollte wer anders noch eine Store unter Windows aufmachen? Ohne Smartphones wird's halt einfach nicht ausreichend genutzt.

    Naja, Epic würde in Zukunft sicher nen Store machen und Steam auch...falls MS UWP jemals zur richtigen Platform ausbauen sollte. Adobe wird ihr Zeugs auch höchstens im eigenen Store anbieten. Am Ende wird also ein Clusterf*ck von zig Stores sein in denen eine App mal da und die andere da ist. So gemütlich wie unter Android und iOS wird's auf Windows sicher nicht.
    Gute Voraussetzungen für Lite OS /s ^^
    Und natürlich wieder das Argument "wir wollen den anderen nicht in den Weg kommen" das MS ja schon beim Surface nutzt um die Preise zu rechtfertigen ^^
    Gibt es Staffelpreise oder eine Obergrenze?
    30% von 4.99 sind schon ein Unterschied zu 30% von 99€
    Ich habe mich schon gewundert ob ich irgendwas verpasst habe, weil ich eigentlich immer noch auf diese Kürzung am warten war bis ich meinen App in dem Store bringe. Wenn da allen gleich-zeitlich drauf umsteigen und was kaufen, macht es schon viel aus. Schade!!!
    @Setter: Keine Staffelpreise. Es gehen pauschal 30% weg. Achja, und zuvor wird schon die MwSt. abgezogen.
    Von den ursprünglichen 4,99 bleiben also am Ende knapp 3,20 Euro. Aus den 99 Euro werden respektive dann 64 Euro.
    Und den kläglichen Rest muss man dann natürlich noch versteuern. ;)
    PS: Aber man darf nicht immer nur jammern. Ich finde es irgendwie auch nicht komplett unfair. Ich bin z.B. sogar irgendwie froh, dass ich mich nicht um Bezahlung (verschiedene Verfahren, Storno, Rechnungen an jeden Käufer wegen nem Eurobetrag, ...) und Lizenzprüfung kümmern muss. Die Plattform/Infrastruktur stellt mir dann sicher, dass jemand bezahlt und tatsächlich das Recht zur Nutzung eines In-App-Kaufs hat.
    Deshalb geht auch kaum einer mehr zur Build. Da wird sowieso nur irgendwas erzaehlt, was vielleicht mal gemacht wird oder eben auch nicht.
    DonRolando

    PS: Aber man darf nicht immer nur jammern. Ich finde es irgendwie auch nicht komplett unfair. Ich bin z.B. sogar irgendwie froh, dass ich mich nicht um Bezahlung (verschiedene Verfahren, Storno, Rechnungen an jeden Käufer wegen nem Eurobetrag, ...) und Lizenzprüfung kümmern muss. Die Plattform/Infrastruktur stellt mir dann sicher, dass jemand bezahlt und tatsächlich das Recht zur Nutzung eines In-App-Kaufs hat.

    Das sehe ich genauso. Ich denke mal, dass es viele Apps nicht geben würde, wenn die Entwickler sich selbst um die Abrechnung kümmern müssten, weil sie dann keine Zeit mehr zum Entwickeln hätten. Es sei denn, man würde dafür jemanden einstellen, was sich wohl nur die wenigsten Windows 10 Entwickler leisten könnten.
    Seit eben kann man die neue Entwickler-Vereinbarung (Version 8.4) die man ab heute bestätigen muss auch einsehen. Das neue Gebühren-Modell ist in Punkt 6 einsehbar.
    Quelle: https://docs.microsoft.com/de-de/legal/windows/agreements/app-developer-agreement

    @Martin: Ich glaube Du kannst Deinen Artikel überarbeiten, Dich hat mal wieder die Realität schneller eingeholt als Dein Text Zeit zum Reifen bekommen hat. :P
    Die Bedingungen sind zwar kompliziert formuliert, aber wer jetzt seine App auf seiner privaten Seite bewirbt und den Link in den Store mit einer CID versieht kann tatsächlich auf 5% rauskommen. Applaus Applaus!
    Irgendwie dumm das MS die reduzierten Gebühren nicht für Spiele anbietet zumindest auf dem PC. Gerade als Epic mit ihrem Store durchstartet sind 30% einfach nicht mehr zeitgemäss..
    DonRolando hat Recht - siehe https://mspoweruser.com/starting-today-microsoft-store-developer-can-take-home-95-of-revenue/
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