Microsoft Teams: Auch die EU will Abhängigkeit von Microsoft reduzieren
Frankreich machte jüngst den Anfang, der Deutsche Bundestag zog in dieser Woche nach, nun möchte auch die Europäische Union zunächst in einem Bereich ihre Unabhängigkeit von Microsoft forcieren. Wie Euractiv berichtet, soll Microsoft Teams zunächst testweise durch eine europäische Lösung auf Basis des Matrix-Protokolls ergänzt werden. Weitere Schritte werden von dessen Ausgang abhängig gemacht.
Dass die EU-Kommission in Brüssel zunächst vorsichtiger vorgeht, hängt auch mit einem anderen Ziel zusammen. So soll die Kommunikation zwischen den verschiedenen Organen der EU harmonisiert werden, wo bisher nur eine Arbeitsverbindung zum EU-Parlament in Straßbourg besteht. Der ebenfalls verwendete Signal Messenger hat aufgrund seines Designs organisatorisch einige Mängel, weswegen eine Matrix-basierte Lösung bevorzugt wird.
Matrix ist ein offenes Kommunikations-Protokoll, welches vor allem von Element als Referenz-Messenger sowie einigen kleineren Projekten wie NeoChat von KDE verwendet wird. Auf kleinerer Ebene wird es bereits in der französischen Verwaltung als Tchap oder in Deutschland etwa bei der Bundeswehr als BWMessenger verwendet. Das Projekt selbst sitzt in Großbritannien und ist damit eine europäische Lösung, anders als Wire und Threema sind aber klassische Privatnutzer weniger im Fokus, sondern gemeinsame Kollaborationen, wie sie etwa auch bei Slack oder Microsoft Teams ermöglicht werden.
Thema:
- Microsoft Teams
Über den Autor

Kevin Kozuszek
Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden und habe in diesem Ökosystem meine digitale Heimat gefunden. Bei Dr. Windows halte ich euch seit November 2016 über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden, die Microsoft bei seinen Open Source-Projekten und den Entwicklerthemen zu berichten hat. Beiträge über Mozilla, Europas Digitalwirtschaft und inklusive Informatik runden meinen Bereich ab.

