Microsoft Teams: Kostenlose Version offenbar in Arbeit

Microsoft Teams: Kostenlose Version offenbar in Arbeit

Microsoft Teams hat sich seit seinem Start bereits einen guten Ruf erarbeitet, obwohl im Vergleich zum Konkurrenten Slack noch ein paar Funktionen fehlen und der Zugang zu Teams an ein Office 365 Business-Abonnement gebunden ist. Genau das könnte sich aber bald ändern, Microsoft arbeitet offenbar an einer Freemium-Version.

Brad Sams ist in der aktuellen Entwicklungs-Version von Teams ein entsprechender Hinweis aufgefallen. Zwar könnte es sich dabei auch um einen Teil des geplanten Gast-Zugangs handeln, der nach wie vor sehnlichst erwartet wird, die Passagen deuten jedoch darauf hin, dass Teams in der Tat einen kostenlosen Ableger bekommen wird.

Die Motivation dafür liegt auf der Hand, wenn man den Vergleich zu Slack zieht. Dort gibt es eine kostenlose Version, die funktional sowie in der Anzahl der Nutzer beschränkt ist. Erst wenn Teamgröße und Anforderungen steigen, wird ein kostenpflichtiges Abonnement fällig. Diese niedrige Einstiegshürde – man könnte es auch als Anfixen bezeichnen – fehlt bei Microsoft Teams. In seiner derzeitigen Form ist es eher eine Zusatzleistung für Kunden, die bereits ein Office 365-Abonnement haben.

In Verbindung mit einem Microsoft-Konto wäre Teams dann auch für Consumer interessant. Überhaupt frage ich mich immer mehr, warum Microsoft bei seinen Diensten so eine harte Trennung fährt. Nicht trotz, sondern gerade wegen der Fokussierung auf Geschäftskunden würde es Sinn ergeben, die selben Dienste in abgespeckter Form auch für normale Endkunden anzubieten – die bei Bedarf dann auf die Business-Version upgraden können.

 

Quelle: Petri

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare

  1. So sehr den Privatnutzer hätte ich hier gar nicht auf dem Schirm, sondern wirklich die "Einstiegshürde". Angenommen wir haben in der Firma kein Office365, denn Abomodelle seien so unheimlich böse. Angenommen wir probieren Teams aus und finden es gut. Schon haben wir ein weiteres Argument FÜR Office365. Gäbe es keine kostenlose Version könnten wir es auch nicht ausprobieren.
    So einen Erfolg was Slack auch innerhalb des MSFT-Ökosystems feiert war die ganze Kopplung an O365 eh ein Humbug. Ob es sich jetzt noch lohnt bleibt halt noch offen. So oder so, Konkurrenz belebt das Geschäft! :)
    Bin gespannt, wie eine kostenlose Version funktionieren würde. Bisher ist Teams ja recht eng mit den Gruppen von Exchange verknüpft.
    "Verbindung mit einem Microsoft-Konto wäre Teams dann auch für Consumer interessant. Überhaupt frage ich mich immer mehr, warum Microsoft bei seinen Diensten so eine harte Trennung fährt. Nicht trotz, sondern gerade wegen der Fokussierung auf Geschäftskunden würde es Sinn ergeben, die selben Dienste in abgespeckter Form auch für normale Endkunden anzubieten - die bei Bedarf dann auf die Business-Version upgraden können."
    Danke Martin, dass du das mal ansprichst. Meines Erachtens ist diese Thematik einen ganzen Artikel wert. Die Trennung von Business und klassischen Consumern ist antiquiert; ich weiß nicht wieso sich dass bei MS so prominent hält. Die Grenzen von Beruflichen und Privatem verschwimmen immer mehr und Nutzer wollen unabhängig von Raum und Device arbeiten respektive Privatem nachgehen können. Strikte Einteilungen oder Limitierungen bremsen und verärgern da nur. Ich denke, dass die Zukunft eben in diesem Modell liegt: Kernfunktion werden auf breiter Ebene eines Services zur Verfügung gestellt, für spezifischere Funktionen bzw. größeren Umfang wird der Kunde dann - sobald er sich zu einem gewissem Umfang dann auch schon an den Service gebunden hat - aber zur Kasse gebeten.
    Überhaupt frage ich mich immer mehr, warum Microsoft bei seinen Diensten so eine harte Trennung fährt. Nicht trotz, sondern gerade wegen der Fokussierung auf Geschäftskunden würde es Sinn ergeben, die selben Dienste in abgespeckter Form auch für normale Endkunden anzubieten - die bei Bedarf dann auf die Business-Version upgraden können.

    Die Trennung hat einen ganz simplen Hintergrund: Es sind unterschiedliche Techniken, die dahinter liegen. Nur weil etwas gleich oder ähnlich heißt, ist es noch lange nicht dasselbe.
    Beispiel OneDrive: Die App kann beides, OneDrive Personal und OneDrive for Business. In der Taskleiste sieht man aber beide Dienste: OneDrive Personal = weiße Wolke, OneDrive for Business = blaue Wolke. Und die älteren, die noch Groove (d.h. auch die Groove-App) nutzen, haben sogar eine lila Wolke (Groove ist OneDrive for Business on premise, d.h. lokal auf dem Server im Keller. Hat in diesem Fall mit dem Musikspieler nichts zu tun.)
    OneDrive Personal ist eine simpler Cloud-Speicher, vorzustellen ähnlich wie Dropbox. OneDrive for Business ist jedoch etwas völlig anderes, es baut auf SharePoint auf. Und SharePoint ist ein Datenbanksystem in riesig. Deswegen kann man auch von OneDrive Personal nicht so einfach nach OneDrive for Business kopieren, das geht nur über den eigenen PC. Im Internet sind die Systeme völlig getrennt voneinander.
    Nun zurück zu Teams: Teams ist das Interaktionsprogramm für die SharePoint-Nutzer. Um aber ein SharePoint-Nutzer sein zu können, braucht man einen Office 365 for Business-Vertrag.
    Teams als kostenloses Programm wäre letztlich also etwas völlig anderes als das bekannte Teams, es würde nur gleich aussehen. Mit dem Gastzugang zu einem SharePoint-Firmenkonto wollen sie genau das nun ermöglichen. Da aber ein Gastzugang entsprechend den SharePoint-Gesetzmäßigkeiten sehr, sehr viele Fallstricke haben kann, ist das eben nicht so einfach umzusetzen und braucht seine Zeit.
    Zur Erklärung: Ein SharePoint-Firmenkonto umfasst z.B. eine interne Website (Intranet) und verschiedene Nutzergruppen (z.B. Personalabteilung, Chefetage, Marketing, Technik). Dass die Nutzergruppen untereinander nicht gleichen Zugriff auf die Daten der anderen Abteilungen haben dürfen, versteht sich von selbst. Trotzdem können aber auch hier Daten intern freigegeben werden, da die Benutzergruppen entsprechende Rechte haben oder auch nicht. Ein Gastzugang von extern zur Chefetage wäre aber nicht das gleiche wie ein Gastzugang zur Technikabteilung oder gar zur Personalabteilung. Es wären unterschiedliche Gastzugänge. Das macht das ganze relativ schwierig, unübersichtlich und auch schwer zu programmieren.
    Danke für die schöne Erklärung. Ich habe auch nie wirklich vor Augen gehabt was SharePoint eigentlich ist. Jetzt sehe ich ein bisschen klarer.
    Die Trennung hat einen ganz simplen Hintergrund: Es sind unterschiedliche Techniken, die dahinter liegen. Nur weil etwas gleich oder ähnlich heißt, ist es noch lange nicht dasselbe.

    Microsoft tut sich allerdings schwer, den Anwendern diese Unterschiede deutlich zu machen, wenn es Programme/Apps mit (teils erheblich) unterschiedlichem Funktionsumfang unter gleichem Namen in die Welt setzt. Ob es nun zwei Varianten von OneNote sind (eine aus dem Store, die andere aus Office), mehrere Varianten von z.B. Excel (die "echte Microsoft Excel-App für Android" kann bei weitem nicht das, was die Desktop-Version kann, und beide unterscheiden sich auch wiederum von der Online-Variante - aber alle laufen unter dem Namen "Excel") oder auch die Konten sind (für das eine braucht man ein Microsoft-Konto, für das andere ein Office-Konto - aber hey! Ist Office nicht von Microsoft?) - das ist ein ziemliches Durcheinander. Vielleicht sollte Microsoft den Consumerbereich klarer vom Businessbereich trennen. Ich bezweifle allerdings, dass Microsoft das überhaupt möchte.
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