Microsoft treibt modernen Mopria-Standard für Drucker voran – keine Angst um alte Drucker – Update
Unter Windows setzt Microsoft künftig auf den herstellerübergreifenden Mopria-Standard für den Betrieb von Druckern und Multifunktionsgeräten. Die Überschrift des zugehörigen Supportdokuments sorgt für Verwirrung. Funktionieren ältere Drucker unter Windows bald nicht mehr?
Kurze Antwort: Entsprechende Sorgen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit unbegründet. Die anstehenden Änderungen betreffen primär die Auslieferung von Druckertreibern über Windows Update.
Das Thema ist alles andere als neu. Holen wir für die längere Antwort also etwas weiter aus.
Die Mopria-Allianz existiert bereits seit dem Jahr 2013. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, dem Treiber-Durcheinander ein Ende zu setzen und ein Standard-Protokoll zu entwickeln, auf das sich alle Hersteller stützen können. Inzwischen gehören dieser Gruppe praktisch alle namhaften Drucker-Hersteller an. Wer in den vergangenen Jahren einen Drucker gekauft hat, für den sind die anstehenden Änderungen daher höchstwahrscheinlich irrelevant, weil das Gerät den Mopria-Standard bereits unterstützt. Auf dieser Seite könnt Ihr selbst nachschauen. Mein acht Jahre alter Brother ist bereits Mopria-zertifiziert.
Wegen der schnellen Verbreitung entsprechender Geräte hat Microsoft bereits vor sieben Jahren die Druckertreiber aus den Windows-Installationsmedien entfernt.
Im September 2023 hat Microsoft schließlich einen Fahrplan vorgelegt, nach dem die Unterstützung von Legacy-Druckertreibern Schritt für Schritt beendet werden soll. Der damals veröffentlichte Zeitplan wurde sogar fast eingehalten.
Ursprünglich wollte man im Verlauf des Jahres 2025 keine proprietären Druckertreiber mehr in den Windows Update Katalog aufnehmen. Diesen Schritt hat man zum 15. Januar 2026 umgesetzt. Ab Juli 2026 ändert Windows Update die Priorisierung und verwendet standardmäßig den „Microsoft IPP Class Driver“ (IPP = Internet Printing Protocol), auch wenn ein proprietärer Herstellertreiber zur Verfügung steht.
Wirklich „ernst“ wird es ab 1. Juli 2027: Ab diesem Zeitpunkt lassen sich proprietäre Druckertreiber nicht mehr über Windows Update aktualisieren. Die Ausnahme bilden Sicherheitsupdates.
FAQ entschärfen (fast) alle Bedenken
In den FAQ des entsprechenden Microsoft-Supportartikels finden sich viele Informationen, die so gut wie alle Bedenken hinsichtlich dieser Maßnahme zerstreuen.
Die wichtigsten Punkte:
- Für Drucker, die den Mopria-Standard nicht unterstützen können, können die Hersteller weiterhin Treiber einreichen und sie über das WHCP (Windows Hardware Compatibility Program) zertifizieren lassen.
- Die Installation von Druckertreibern über vom Hersteller bereitgestellte Installationsprogramme ist auch in Zukunft möglich.
- Alle Geräte, die vor der endgültigen Umstellung bereits auf dem Markt waren, lassen sich weiterhin wie gewohnt in Betrieb nehmen, auch bei einer Neuinstallation von Windows
Warum die Verwirrung?
Der oben verlinkte Supportartikel ist sinngemäß mit „Auslauf der Unterstützung für Drittanbieter-Druckertreiber unter Windows“ überschrieben. Wer nicht in die Details abtaucht, könnte also leicht auf den Gedanken kommen, dass sich proprietäre Treiber unter Windows künftig überhaupt nicht mehr nutzen lassen.
Das stimmt allerdings nicht. Sofern Windows Update keinen passenden Treiber (mehr) liefert, kann man weiterhin auf die Installationspakete der Hersteller zurückgreifen. Wirklich kritisch wird es also nur, wenn der Hersteller nichts anbietet und Windows Update keinen Treiber liefert. Aufgrund des konservativen Fahrplans sollte das allerdings nicht passieren.
Die Betonung auf „sollte“ lässt sich nicht vermeiden. Wer einen Drucker betreibt, der nicht Mopria-zertifiziert ist, sollte auf Nummer sicher gehen und den Herstellertreiber an einem sicheren Ort verwahren.
Update vom 28. Februar: Microsoft hat sich der Verwirrung angenommen und die Geschichte gegenüber Windows Central klargestellt. Wenn der Drucker heute funktioniert, wird er das auch weiterhin tun, aber seit dem 15. Januar werden Legacy-Treiber, die über Windows Update verteilt werden, immer im Einzelfall geprüft. Die Roadmap wurde entsprechend nochmal aktualisiert.
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- Windows 11
Über den Autor

Martin Geuß
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

