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Microsoft und die Rückkehr zum traditionellen Windows-Releasezyklus

Microsoft und die Rückkehr zum traditionellen Windows-Releasezyklus

Zehn Jahre lang hat Microsoft nach der idealen Lösung gesucht, um neue Windows-Versionen und -Funktionen auszurollen. Nun hat man sie möglicherweise gefunden, indem man wieder zu dem Zyklus zurückkehrt, den man vor zehn Jahren aufgegeben hat.

Nach der Veröffentlichung von Windows 8 im Jahr 2012 stimmte Microsoft sich und die Kundschaft auf „Windows as a Service“ ein. Mit dem Start von Windows 10 im Jahr 2015 sollte es dann alle sechs Monate eine neue Windows-Version mit neuen Funktionen geben. Schnell zeigte sich: Diese kurzen Zyklen sind für Unternehmen ein Graus, und auch viele Consumer störten sich daran. Gleichzeitig waren die sechs Monate aber auch zu lang, um neue Funktionen, die eigentlich schon fertig waren, schneller veröffentlichen zu können.

So wurde das Supportmodell für Unternehmen mehrfach nachgeschleift und man mühte sich, funktionale Updates von den Hauptversionen zu trennen. Mit Windows 11 schien man am Ziel: Neue Hauptversionen sollen nun nur noch einmal im Jahr erscheinen, neue Funktionen können über Windows Updates oder die verschiedenen „Experience Packs“ jederzeit ausgerollt werden.

Nun soll wieder alles anders werden. Wie WindowsCentral berichtet, wird Microsoft zu seinem traditionellen 3-Jahres-Zyklus zurückkehren. Im Jahr 2024 soll die nächste Hauptversion – mutmaßlich Windows 12 – veröffentlicht werden. Schon ab 2023 soll es außerdem bis zu vier Mal im Jahr neue Funktionen geben, die intern als „Moments“ bezeichnet werden.

Das hieße: Alle wirklich wichtigen Dinge, die an der Windows-Plattform hängen, wie beispielsweise die Hardwareanforderungen oder das Treibermodell, würden sich wieder wie früher maximal alle drei Jahre ändern. Neue Funktionen, die keine neue Betriebssystem-Version erfordern, könnten unabhängig davon ausgeliefert werden.

Wenn es denn so kommt, dann wäre das eine Änderung, die sich ganz klar an den Geschäftskunden ausrichtet, für die ein Feature Update pro Jahr immer noch zu viel Unruhe und zu viel Unsicherheit bei den Supportfristen bedeutet. Noch viel wichtiger aber ist, dass drohendes Chaos bei der Einführung neuer Funktionen vermieden wird.

Aktuell kann Microsoft auf verschiedenen Wegen jederzeit neue Funktionen für Windows 11 ausrollen. Im Consumer-Bereich kein Problem, aber Firmen haben es überhaupt nicht gern, wenn sich plötzlich irgendwo etwas ändert und verwirrte Mitarbeiter den Support kontaktieren. Die Einführung neuer Funktionen zu bündeln ist daher eine wichtige Maßnahme, gleichzeitig wird man den Unternehmen sicherlich ermöglichen, diese „Moments“ zu kontrollieren und dann auf die eigenen PCs zu lassen, wenn man es für richtig hält, ohne gleichzeitig die Versorgung mit wichtigen Updates zu gefährden.

Spannend dürfte noch werden, wie lange die Versionen, die künftig alle drei Jahre kommen sollen, unterstützt werden. Es wäre nur konsequent, hier ebenfalls wieder zur traditionellen 10-Jahres-Frist zurückzukehren.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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