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Microsoft und OpenAI passen ihre Partnerschaft erneut an

Microsoft und OpenAI passen ihre Partnerschaft erneut an

Microsoft und OpenAI haben sich auf eine erneute Anpassung ihrer Partnerschaft geeinigt. Immer wieder hat es in den vergangenen Monaten zwischen den Unternehmen geknirscht. Die einstige „KI-Musterehe“ hat deutliche Risse bekommen.

Aktuell kann man wohl nur noch von einer Zweckgemeinschaft reden. Für beide Unternehmen ist die Partnerschaft gewissermaßen lebenswichtig, gleichzeitig fühlten sich beide Seiten zunehmend abhängig. Mit einer Anpassung des Partnerschaftsvertrags sollen jetzt die beiderseitigen Interessen in Einklang gebracht werden.

Auf folgende Eckpunkte haben sich Microsoft und OpenAI verständigt:

  • Microsoft bleibt OpenAIs primärer Cloud-Partner, und OpenAI-Produkte werden zuerst auf Azure ausgeliefert, es sei denn, Microsoft kann oder will die notwendigen Funktionen nicht unterstützen. OpenAI kann nun alle seine Produkte Kunden über jeden Cloud-Anbieter anbieten.
  • Microsoft wird weiterhin eine Lizenz für OpenAI-IP für Modelle und Produkte bis 2032 besitzen. Microsofts Lizenz wird nicht exklusiv sein.
  • Microsoft zahlt OpenAI keine Umsatzbeteiligung mehr.
  • Die Umsatzbeteiligungszahlungen von OpenAI an Microsoft werden bis 2030 unabhängig vom technologischen Fortschritt von OpenAI mit demselben Prozentsatz fortgesetzt, unterliegen jedoch einer Gesamtobergrenze.
  • Microsoft beteiligt sich weiterhin direkt am Wachstum von OpenAI als Hauptaktionär.

Die Änderungen sind signifikant. Seinen Status als exklusiver Cloud-Provider von OpenAI hatte Microsoft bereits vor längerer Zeit aufgegeben, dies war jedoch an strenge Vorgaben geknüpft. Jetzt hat OpenAI mehr oder weniger die freie Wahl, auf welcher Cloud-Plattform es seine Produkte betreibt. Es gilt als sicher, dass eine massive Verschiebung hin zu Amazon AWS folgt.

Microsoft behält weiterhin Zugriff auf die KI-Produkte und -Modelle von OpenAI, verliert aber auch hier seine Exklusivrechte und somit einen möglichen Wettbewerbsvorteil. Durch den Entfall der Umsatzbeteiligung, die man bisher an OpenAI zahlen musste, steigt allerdings die Marge.

OpenAI muss an Microsoft zwar weiterhin eine Umsatzbeteiligung abführen, diese endet allerdings 2030. Damit ist vorhersehbar, dass Microsoft die massiven Investitionen, die man in OpenAI getätigt hat, teilweise abschreiben muss.

Für OpenAI bedeuten die neuen Regelungen deutlich mehr Freiheiten bei der geplanten Expansion. Für Microsoft besteht die angepasste Vereinbarung überwiegend aus Zugeständnissen. Der Druck, sich durch KI-Eigenentwicklungen von OpenAI unabhängig zu machen, steigt damit deutlich an. Dass man OpenAI bei der Infrastruktur sozusagen in die Freiheit entlässt, befreit die Redmonder aber gleichzeitig von „Investitionszwang“ beim Ausbau der eigenen Rechenzentren. Gleichzeitig kann man die vorhandenen Kapazitäten für eigene Zwecke verwenden, wenn sich OpenAI bei der Konkurrenz bedient.

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Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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