Microsoft verfeinert die Mechanismen zur Treiber-Qualitätssicherung

Microsoft verfeinert die Mechanismen zur Treiber-Qualitätssicherung

Einen neuen Hardware-Treiber zu installieren, war früher fast schon eine Wissenschaft für sich, inzwischen geht es so einfach wie Zähneputzen. Was sich allerdings nicht geändert hat: Ein fehlerhafter oder nicht ordnungsgemäß arbeitender Treiber kann weiterhin für eine Menge Ärger sorgen.

Microsoft hat daher in den letzten Monaten eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Qualität von neu ausgelieferten Hardware-Treibern besser abzusichern. Dazu gehört eine stärkere Einbindung der Hersteller, die beispielsweise eine Update-Sperre initiieren oder einen neuen Treiber zunächst nur an eine kleine Anzahl von Nutzern verteilen können.

Nun kommt eine weitere Stufe der Qualitätssicherung hinzu: Wenn Microsoft die Zuverlässigkeit eines Treibers anhand der Telemetriedaten überwacht, werden dabei nicht mehr alle Daten in einen Topf geworfen.

Stattdessen bildet Microsoft anhand diverser Merkmale Cluster. Diese Merkmale sind im Wesentlichen die Hardware-IDs und -Revisionen und die eingesetzte Version von Windows 10 sowie diverse andere Parameter. Das hat zwei entscheidende Vorteile: Treten Probleme auf, lässt sich besser eingrenzen, welche Geräte tatsächlich davon betroffen sind. Selbst wenn die absolute Zahl der betroffenen Geräte klein sein sollte, wird man bei der Auswertung der Daten im Idealfall dennoch schnell darauf aufmerksam, weil bei einer bestimmten Test-Gruppe das rote Licht aufleuchtet.

Der zweite Vorteil ergibt sich aus dem Ersten: Sollte es tatsächlich nötig sein, den Rollout eines Treibers zu stoppen, kann man dabei zielgerichtet vorgehen und die Blockade nur für die Geräte aktivieren, die tatsächlich Schwierigkeiten haben.

Die neue Richtlinie, die hier dokumentiert ist, tritt am 15. Juni in Kraft.

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Quelle: Microsoft

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare

  1. Einer der größten technischen Baustellen von Windows ist sowieso, dass per Design jeder Treiber, egal wie bedeutend oder unbedeutend das Gerät ist, in der Lage ist, das gesamte System zu crashen oder in einen BSOD zu schicken. Da kann ein schlampig entwickelter Treiber einer unbedeutenden USB-Peripherie den gesamten Kernel zum Absturz bringen.
    Man müsste bestimmte Sachen so abkapseln und vom Kernel trennen, dass die Systemstabilität nicht beeinträchtigt wird. Warum kann ein fehlerhafter Treiber einer USB-Soundkarte dazu führen, dass das gesamte System hängt und in einen Bluescreen geht, und nicht einfach nur die USB-Soundkarte aus dem Gerätemanager rausfliegt? Man müsste hinkriegen, dass schlechte Treiber nur zum selektiven Versagen der von Ihnen angesprochenen Hardwarekomponente führen und der Rest weiter laufen kann.
    Das stimmt so allerdings schon seit Vista nicht mehr. Selbst der Grafiktreiber kann abstürzen, ohne dass er zwangsläufig das System mit in den Abgrund reißt
    Ich Glaube auch nicht das dass Problem bei neuen Hardware Treibern liegt sondern eher an Alten Treibern.
    Wir haben in der Firma Geräte zur Überprüfung des Wasser und Fett Gehalts im Körper, die Geräte und die Lizenz sind Schweine Teuer. Bei jedem Upgrade von Windows 10 funktioniert der Treiber für diese Hardware anschließend nicht mehr und muss anschließend neu über den Kompatibilitätsmodus installiert werden, wenn ich das Treiber Paket schon entpacke bekomme ich das Kalte krausen, das Paket beginnt mit Windows95 und endet bei Vista.
    Wir haben auch ein Neueres Gerät aber mit dem selben Problem wodurch es an einem Eigenen PC hängt damit es eben keine Betriebssystem Änderungen bekommt, nur um es mal verständlich zu machen das Gerät kostet in der Anschaffung 23.000 Euro.
    Es wäre einfach nur sinnvoll, wenn Microsoft die Hersteller dazu verpflichten würde, jegliche Treiber über Windows Update bereitzustellen. Wenn Treiber dann einfach grundsätzlich automatisch installiert und aktualisiert werden, dann wäre viel gewonnen.
    Wer zeigt mir ein Betriebssystem, das seine Treiberprobleme gelöst hat und nicht auf einem überschaubaren Gerätezoo wie bei Apple läuft? Bitte jetzt nicht mit irgendeiner Art von Linux-Derivat kommen, denn dort sind die nachweislich auch nicht gelöst. Solange Hard- und Software aus unterschiedlichen Händen kommen, wird das nichts. Verpflichtungen sind auch keine Lösung, wie Google mit Android und Microsoft mit Windows zeigen. Beide haben nämlich kein Interesse die Daumenschrauben so weit anzuziehen, daß sie die Hardwarehersteller vergraulen.

    und nicht einfach nur die USB-Soundkarte aus dem Gerätemanager rausfliegt?

    Genau das tat Windows auch, in Windows Vista, Windows 7 und Windows 10. Inzwischen wurde die problematische Soundkarte (USB) erneuert und diesbezüglich ist Ruhe eingekehrt.
    Vermutlich wird es aber trotz der geplanten Maßnahmen immer wieder zu vereinzelten Problemen kommen. Zuviel exotische und veraltete Hardware wird (weil benötigt) auch zukünftig eingesetzt werden.
    @Martin
    Vielleicht ist es besser geworden, aber es geht noch immer. Ich hab eine USB TV-Karte für DVB-C (Technisat Cablestar Combo), die leider schon seit Windows 8 keinen Treibersupport mehr hat, sich aber mit dem Windows 7 Treiber installieren lässt.
    Bis zu dem Moment, wo eine Software versucht auf den Tuner zuzugreifen. Dann gibt es instant einen BSOD.
    Selbiges passierte mit einigen Creative USB-Soundkarten beim Aufwachen aus dem Ruhezustand. Bis Creative das Problem explizit in einem Treiberupdate adressiert hat.
    Das zugrunde liegende Problem ist jedoch, dass es einem Treiber für ein USB-Gerät möglich ist, das System zu crashen.
    Beim Grafiktreiber hast du recht, aber das ist vor allem denke ich der Verdienst der Treiberentwickler und wurde sicherlich um Hinblick darauf besonders robust gestaltet, um Übertaktern entgegen zu kommen.
    Man kann ja heutzutage echt machen was man will, selbst wenn man mit dem OC übertreibt und die GPU hängen bleibt, setzt sich der Treiber zurück und gut ist.
    Aber das ist wie gesagt auch Sache des Treibers, da dieser den Fehler abfängt und behandelt! Würde er dies nicht, gäbe es einen BSOD.
    Denn genau das ist meines Wissens nach die Definition des BSOD, ein nicht behandelter Fehler in einem Kernel Modus Treiber.
    @mh0001: klar geht das, Problem ist "nur" - auf kosten der Geschwindigkeit. Will halt auch keiner.
    Treiber sind seit jeher kernelland und wer sich dahin begibt sollte besser wissen was er macht.
    Problem ist nur das sowas im Endeffekt Geld kostet und bei "preissensitiven" Produkten dann eben auch dort gespart wird.
    BTW: Die Loesung fuer Dein Problem koennte sein verschiedene Windows OS Versionen unter einem Linux mit KVM zu virtualisieren und denen eigene USB-PCIe Karten zuzuordnen.
    Ich schaetze mal das USB deshalb so "frickelig" ist weil da halt extrem viel mit Interrupts gearbeitet wird auf die reagiert werden muss damit eingehende Daten nicht verlorengehen (bzw. der Datenstrom beim Senden nicht "abreisst"). Waehrend GPUs da nur am Ende einer Berechnung "Bescheid" sagen und man sich das Ergebnis von deren Speicher abholen kann oder die das gleich via DMA ins System-RAM geschrieben haben... . Die GPU ist eigentlich ein eigener kleiner Rechner, waehrend USB Karten in der Regel "doof" sind :-)
    Hallo,
    ich musste Windows 10 Pro neu installieren nur weil er den NVMe Treiber von Samsung für meine SSD Platte nicht installieren wollte oder konnte. :mad:
    Warum lässt er das nicht einfach die Hersteller machen ?
    Muss Windows immer dazwischen funken und sich alles unter den Nagel reißen ?
    Blöd halt, dass MS mit dem NT-Kernel seinerseits zu viele CPUs einbinden können wollte und u.a. deswegen auf das flat memory Modell mit 2 nur Privileg-Stufen setzte. Der ursprüngliche protected mode in 386er ff. hatte 4 Privileg-Stufen und der Speicher wurde segmentiert angesprochen. Kernel liefe im Ring 0, System in 1, Treiber in 2 und Anwendungen in 3. Das wäre mehr Feintuning möglich gewesen.
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