Microsoft wirbt für die Nutzung von Office im Web

Microsoft wirbt für die Nutzung von Office im Web

Nach den Apps kommt das Web. Das proklamiert nicht nur Microsoft, die aus nachvollziehbaren Gründen den ganz besonders dringlichen Wunsch haben, dass sich diese Prognose erfüllt. Auch Google schlägt in die gleiche Kerbe. In diesem Zusammenhang fährt Redmond nun die PR für die Web-Version von Office langsam hoch.

Office Online gibt es schon seit einigen Jahren. Einfach im Browser https://www.office.com ansurfen, mit seinem Microsoft-Konto einloggen und loslegen (man sieht dort inzwischen übrigens die gleiche Oberfläche wie in der neuen Office App für Windows 10).

Office Online

Der Funktionsumfang der Browser-Versionen von Word, Excel und PowerPoint wurde über die Jahre immer wieder erweitert. Die verfügbaren Features waren stets eine Untermenge von dem, was die Client-Programme boten, für viele Nutzer mit eher einfachen Ansprüchen aber sind die Web-Apps schon lange im Grunde völlig ausreichend. Trotzdem war die Botschaft irgendwie immer die: Das hier ist die kostenlose Light-Version, wenn du mehr willst, musst du kaufen.

Das ändert sich nun ein wenig. In einem Blogpost wird Office Online als die Speerspitze der Office-Entwicklung beschrieben, Innovation soll in Zukunft immer öfter zuerst hier stattfinden. Die neue, auf KI basierende Schreibunterstützung in Word, die zur BUILD angekündigt wurde, soll beispielsweise zuerst in Word Online verfügbar gemacht werden und erst später in die Client-Programme Einzug halten.

Doch nicht nur an neuen Funktionen, auch an der Performance soll gearbeitet werden – alleine in den letzten 12 Monaten will man eine Reduzierung der Ladezeiten um 60 Prozent erreicht haben.

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Web-Version von Office eine zentrale Rolle in Microsofts neuem „Lite OS“ spielen wird, auch die Windows 10 Universal Apps dürften früher oder später durch die Web-Apps ersetzt werden. Wenn man sich Word Online als PWA installiert, was beispielsweise über den neuen Chromium-Edge ein Kinderspiel ist, dann ist der Unterschied zwischen der UWP und der PWA kaum noch sichtbar – im Gegenteil, die Web-Version wirkt bereits jetzt moderner (rechts im Bild).

Word UWP vs. Word Online als PWA

Unschön ist bislang noch, dass man beim Öffnen einer Datei in der Web App noch kurz über OneDrive geleitet wird, aber das wird im Laufe der Zeit sicher noch eleganter gelöst. Es stört auch nicht weiter, aber es sieht ein wenig seltsam aus.

Dem Tenor im oben erwähnten Blogpost kann ich nur zustimmen: Wer Office Online noch nicht kennt oder es schon länger nicht mehr ausprobiert hat, der sollte das unbedingt mal tun, es ist sehr „erwachsen“ geworden.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Mit der Zeit läuft das so geschmeidig wie ein schlechte Miracastverbindung. Da wirste kirre beim zuschauen, wenn sich die Buchstaben mit zunehmender Verzögerung aneinanderreihen.
    Wenn man sich Word Online als PWA installiert, was beispielsweise über den neuen Chromium-Edge ein Kinderspiel ist, dann ist der Unterschied zwischen der UWP und der PWA kaum noch sichtbar –

    PWA Word? Hast du eine Glaskugel befragt oder unbeabsichtigt Informationen durchsickern lassen?
    Als ob das jemals so funktionieren würde wie ein Offline-Office. Sobald sehr viele Nutzer eine Webseite besuchen, geht die Leistung trotz CDNs und anderer Maßnahmen in den Keller. Davon ist so gut wie jeder Anbieter mal betroffen.
    Außerdem sind die Internetverbindungen entgegen der Verlautbarungen von Industrie und Presse nicht nur in Deutschland vermutlich noch über Jahre zu langsam und unzuverlässig für das, was alles in die Cloud umziehen soll.
    Nachhaltig ist das auch nicht, weil die PCs vor Ort nämlich nicht abgeschafft werden oder durch noch sparsamere Modelle ersetzt werden können, aber die Rechenzentren immer weiter wachsen müssen, allein um die potentiellen Spitzenlasten abfangen zu können.
    Aber solange es hip ist Probleme durch immer mehr Komplexität zu lösen, ist die Cloud natürlich das Mittel der Wahl.
    Gerade im Falle eines Ausfalls (Router, LAN-Verkabelung, Provider, DNS, Cloud, etc.) möchte ich lokal an meine Dokumente kommen. Ausfälle kommen immer zum ungünstigsten Zeitpunkt. Auf Fernreisen mit täglich wechselnden Unterkünften ist die Online-Verbindung auch oft nicht gegeben oder instabil. Beim Besuch meiner alten Eltern gibt es überhaupt kein Internet.
    Ich will autonom bleiben.
    Ist das "Online Office" für alle kostenlos zugänglich?
    Wenn ja, wie will MS in Zukunft mit online Office Geld verdienen?
    Es dürfte sicherlich kein Problem sein, die Web-Version so zu gestalten, dass die Basis-Features weiterhin kostenlos sind und Premium-Funktionen an Office 365 gebunden werden.
    An sich eine tolle Sache, aber bei Microsoft habe ich immer das Gefühl dass die "User experience" von ihren Websachen nur im Microsoft-Hauptgebäude mit 1TB/Sek-Internetleitungen bewertet wird. In Wirklichkeit, also mit einer 50 oder 16MBit-Leitung oder im deutschen Mobilfunk sieht das alles ganz, ganz anders aus. Da ist man wirklich froh über eine "richtige" Anwendung die noch ein bisschen lokal macht...
    Es dürfte sicherlich kein Problem sein, die Web-Version so zu gestalten, dass die Basis-Features weiterhin kostenlos sind und Premium-Funktionen an Office 365 gebunden werden.

    Dann wird man die 10-Zoll Grenze aufgeben müssen...
    Das Eine hat ja mit dem Anderen wenig zu tun, aber selbst wenn?
    Die Grenze hat man ja sowieso nur eingeführt, um es auf den eigenen Mobilgeräten kostenlos anbieten zu können, aber die gibt es ja nun nicht mehr. Im Grunde ist es viel sinnvoller, das über Funktionen zu regeln und nicht über die Bildschirmgröße.
    Wie @build10240 #4, @tecwatcher #5 es beschrieben haben. Solange das mit dem always on mehr Marketing ist dennRealität, wird die offline-Lösung wohl die erste Wahl bleiben - ganz zu schweigen, dass man nicht alle Daten zur Verrechnung und Durchmessung online stellen möchte...
    Außerdem stimme ich völlig @build10240 #4 zu:
    Nachhaltig ist das auch nicht, weil die PCs vor Ort nämlich nicht abgeschafft werden oder durch noch sparsamere Modelle ersetzt werden können, aber die Rechenzentren immer weiter wachsen müssen, allein um die potentiellen Spitzenlasten abfangen zu können.
    Aber solange es hip ist Probleme durch immer mehr Komplexität zu lösen, ist die Cloud natürlich das Mittel der Wahl.
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